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Ich gestehe!


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Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 14.06.2022

Was ist eigentlich die am häufigsten gestellte Frage im Katzen-Haushalt? Ganz oben, neben „Hast du etwa schon wieder Hunger?“ und „Was ist das auf dem Teppich?!“, rangiert wahrscheinlich die verwunderte, von einem Kopfschütteln begleitete Frage: „Warum tut sie das?“

Das Verhalten von Katzen stellt uns oft vor Rätsel – kaum ein Tier hüllt sich so sehr in Geheimnisse, subtile Botschaften und skurrile Spleens. Dabei sind die Zeichen, um das jeweilige Verhalten zu verstehen, oft da – nur nehmen wir sie nicht immer sofort wahr.

Wer also verstehen möchte, warum das Sofa mal wieder interessanter als der Kratzbaum ist oder warum Miez sich selbst bei brüllender Hitze noch einen Platz an der Sonne sucht, der muss die Perspektive seiner Katze einnehmen.

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Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 7/2022

Wusstest du schon, …

... dass Kratzen nicht nur ein Zeitvertreib für mich ist?

Das Kratzen dient nicht nur der Instandhaltung ihrer wichtigsten Werkzeuge – ...

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... nämlich ihrer Krallen –, sondern die Katze markiert dadurch auch ihr Revier. Die Pheromone, die in der Region der Pfotenballen gebildet werden, werden durch das Kratzen an (aus Katzensicht) strategisch gut gelegenen Orten platziert. Dort fungieren sie als unsichtbare Duftbotschaft und Memozettel: „Hier bin ich zu Hause, hier ist es sicher!“ Kratzen ist für Katzen also auch ein wichtiges Kommunikationsmittel. Und wenn sie keine geeigneten Kratzmöglichkeiten zur Verfügung haben, suchen sie sich eben selbst eine – das Sofa zum Beispiel. Um das zu verhindern, sollte man viele verschiedene, gut erreichbare Kratzflächen anbieten. Gerne auch mit unterschiedlichen Materialien, denn nicht jede Katze mag am klassischen Sisal-Stamm kratzen.

... dass Anstarren unhöflich ist?

Anstarren ist in der Katzensprache ein stilles Kräftemessen, mit dem Katzen untereinander ihre Streitigkeiten klären. Wer zuerst wegschaut, verliert. So können viele Konflikte unblutig gelöst werden. Auch wenn wir Menschen mit intensivem Blickkontakt nur unsere Zuneigung zeigen wollen: Für Katzen ist es sehr unangenehm. Blinzeln Sie Ihre Katze stattdessen lieber langsam an – das gefällt ihr schon eher und vielleicht zwinkert sie sogar zurück!

... dass ich ein Wiederholungstäter bin?

Egal, wie satt und gut versorgt sie ist oder wie oft man mit ihr spielt: Man bekommt das Jagen nicht aus der Katze. Damit die Tier-, insbesondere die Vogelwelt, nicht darunter leiden muss, kann man zwischen Mai und Juni, wenn die Jungvögel flügge werden, den Freigang, sofern möglich, einschränken. Auch eine Kastration ist generell für alle freilaufenden Katzen Pflicht: Kastrierte Kater streifen weniger umher und pflegen generell einen ruhigeren Lebensstil.

... dass ich auch schnurre, wenn es mir nicht so gut geht?

Nicht immer drücken Katzen mit ihrem Schnurren Zufriedenheit und Wohlbehagen aus. Die sanften Vibrationen beruhigen sie nämlich ebenso in Angst- und Stresssituationen, lindern Schmerzen und sorgen sogar dafür, dass zum Beispiel Knochenbrüche schneller heilen. Hier gilt es also, auch die restliche Körpersprache zu interpretieren. Auch wenn Katzen Kohldampf haben schnurren sie häufig, meist in Verbindung mit einem penetranten Maunzen, damit das Menschen-Personal möglichst schnell den Napf auffüllt. Sie wissen eben, was funktioniert!

... dass mein Napf nicht einfach irgendwo stehen darf?

Katzen liegen viel Wert auf Sauberkeit, auch bei ihren Mahlzeiten. Der Futternapf gehört nicht in die Nähe des Katzenklos und sollte zudem einige Meter vom Wassernapf entfernt stehen. Warum? Viele Katzen möchten ihre Beute nur äußerst ungern in der Nähe von Wasserstellen fressen, um diese nicht zu verunreinigen – ein Überbleibsel eines Instinkts, den sie sich von ihren in der Wüste lebenden Vorfahren erhalten haben. Futterreste und eine Reinigung mit stark duftenden Reinigern sollten ebenfalls vermieden werden, da sie Katzen schnell den Appetit verderben können.

... dass ich auf den Tisch hopse, wenn du nicht zu Hause bist?

Immer wenn die Tür hinter uns ins Schloss fällt, tun Katzen all das, was wir ihr normalerweise verbieten: Auf den Tisch hüpfen, über das Regal spazieren und Zimmerpflanzen anknabbern. Das kann man leider kaum verhindern. Was man aber tun kann, damit Miez sicher ist: Bewahren Sie alle giftigen Pflanzen (falls Sie nicht sowieso schon darauf verzichten), zerbrechlichen Nippes und teures Geschirr außerhalb ihrer Reichweite auf.

Wusstest du schon, …

... dass mein „Miau!“ für dich ist?

Katzen verstehen sich untereinander auch ohne Worte, aber wir Menschen brauchen manchmal den ein oder anderen lautstarken Hinweis – deswegen miauen Katzen bevorzugt in unserer Gegenwart und ergattern so unsere Aufmerksamkeit. Miauen in verschiedenen Tonlagen ist für die Katze-Mensch-Kommunikation unverzichtbar. Die Frequenzen bewegen sich dabei übrigens im gleichen Bereich wie menschliches Babygeschrei – was Katzen in den meisten Fällen unsere Aufmerksamkeit sichert.

... dass ich oft keinen Plan habe, was du von mir willst?

Eine Katze auszuschimpfen ist nie sinnvoll. Das liegt zum einen daran, dass wir selten die Perspektive der Katze einnehmen und somit ihre Beweggründe, z. B. für das Kratzen am Sofa, nicht verstehen. Die Katze wiederum ist angesichts der Schimpftirade völlig verwirrt und im schlimmsten Fall verängstigt. Für sie liegt der Vorfall schon wieder in der Vergangenheit – sie lebt eben nur im Moment!

... dass mein Schwanz spricht?

Ein Katzenschwanz verrät aufmerksamen Betrachtenden viel über die Stimmung der Katze. So steht z. B. ein aufgerichteter Schwanz mit gebogener Spitze, ähnlich einem Fragezeichen, für eine freundliche Begrüßung mit einem Rest Zurückhaltung. Entspannte Katzen halten ihren Schwanz in einer neutralen oder niedrigen Position.

Eine leicht erhobene Spitze am Ende eines waagrecht gehaltenen Schwanzes bedeutet zudem so viel wie: „Lass mich in Ruhe, ich habe gerade Wichtigeres zu tun!“

... dass ich schon einmal Drogen genommen habe?

Ob Katzenminze oder Baldrian, Matatabi oder Olive: Katzen haben eine Vorliebe für berauschende Düfte. Im Fall von Katzenminze reagieren sie auf Stoffe wie Nepetalacton und Actinidin, die von der Pflanze zur Insektenabwehr produziert werden, aber potenzielle Bestäuber anlocken. Zu denen gehört natürlich auch die Katze: Reibt sie sich an der Pflanze, bleiben Pollen in ihrem Fell hängen, die sie dann weiterträgt. Abhängig können Katzen von Catnip & Co. übrigens nicht werden.

... dass ich Gurken echt gruselig finde?

Eine Salatgurke, unbemerkt platziert hinter dem Rücken einer Katze, sowie der darauffolgende Schreck, wenn die Katze das Gemüse entdeckt – im Internet kursieren viele dieser fragwürdigen Videos. Während die Reaktion der Katzen von vielen Menschen als lustig empfunden wird, ist es für die Katze kein Spaß: Als hochsensible und sehr reaktionsfreudige Tiere bedeutet ein unmittelbar aus dem Nichts auftauchender Gegenstand großen Stress für sie. Gerade diejenigen Katzen, die allgemein recht ängstlich sind, können durch so einen „Streich“ massiv eingeschüchtert werden.

... dass ich ein Kontrollfreak bin?

Es mag so aussehen, als bestünde ein Katzenleben nur aus Schlafen, Fressen, Spielen und Putzen – aber in Wirklichkeit ist der Tagesablauf einer Katze gut durchstrukturiert. Routinen sind ihnen wichtig und sie möchten immer wissen, was auf sie zukommt: Das verschafft ihnen Sicherheit und das Gefühl, die Dinge im Griff zu haben. Bitte ändern Sie die Strukturen daher nicht von heute auf morgen – zum Beispiel indem Sie das Katzenklo umstellen oder ohne Vorbereitung eine Partnerkatze anschaffen – und geben Sie Ihrer Katze immer Zeit, um sich an neue Umstände zu gewöhnen.

... dass ich dich nicht ärgere, wenn ich mal daneben pinkle?

Wenn Katzen ihr Geschäft an einem anderen Ort als auf dem Katzenklo verrichten, dann haben sie dafür einen guten Grund. Es kann an ganz banalen Dingen liegen, zum Beispiel weil das Klo muffelt oder die Streu unter den Pfoten pikst. Vielleicht steht das stille Örtchen an einem viel zu lauten Ort. Oder die Katze hat sich eine Blasenentzündung eingefangen und verbindet das Klo mit Schmerzen und den Teppich nicht – klar, dass sie dann lieber auf den Teppich pinkelt.

... dass ich auch mal gerne allein sein möchte?

Nicht jede Miez mag den Trubel eines Mehrkatzenhaushalts. Sicher, es ist toll, immer einen Spiel- und Schmusekameraden zu haben, aber jeder braucht auch einmal Zeit für sich und einen sicheren Rückzugsort. Und – ganz wichtig – die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Lieblingsmenschen. Wenn Sie also eine Katzen-WG eröffnen, sollten Sie jedem Mitbewohner die gleiche Zeit zum Spielen und Kuscheln schenken.

... dass es einen Grund gibt, warum ich dir meinen Po zeige?

Es mag in unseren Augen unhöflich erscheinen, doch ein Katzenpo im Gesicht ist alles andere als das: Das Zeigen des Hinterteils schließt gewissermaßen das feline Begrüßungsritual ab. Nachdem ein erster Eindruck über das gegenseitige Beschnuppern von Wangenregion und der Flanken gewonnen wurde, zeigt die Katze ihrem Gegenüber ihren Po. Die Pheromone, die in dieser Region gebildet werden, bilden den indivuellen Duft jeder Katze. Es ist also durchaus ein Zeichen von Vertrauen, aber auch eine Aufforderung „Hey, ich bin freundlich, lerne mich kennen!“, wenn Katzen ihren Po zum Beschnuppern anbieten.

... dass du für mich eine Katze bist?

Es gibt viele Theorien darüber, was Katzen wirklich in uns Menschen sehen. In einem Punkt ist sich das Gros der Forschung einig: Katzen nehmen uns offenbar als (ziemlich groß geratene und tollpatschige) Artgenossen wahr – anders als Hunde, die in uns keine anderen Hunde sehen. Katzen zeigen uns gegenüber viele Verhaltensweisen, die zur innerartlichen Kommunikation gehören, etwa Köpfchenreiben oder den wohligen Milchtritt. Auch das Herbeibringen von – sagen wir mal „Geschenken“ – in Form erlegter Beute ist ein Verhalten, dass Katzenmütter ihren Kitten gegenüber zeigen, um sie langsam an die Kunst des Jagens heranzuführen.

... warum ich warme Plätze so liebe?

Die Vorfahrin unserer Hauskatzen, die Falbkatze, bewohnt u. a. die nicht zu trockenen, aber dennoch sehr heißen Gebiete der Sahara. Die Nächte werden dort sehr kalt – findet die Falbkatze keinen warmen Unterschlupf, kann das ihr Leben kosten. Diesen Instinkt haben sich auch unsere Stubentier bewahrt: Wärme verspricht ihnen Sicherheit.