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„Ich habe den schönsten Job der Welt“


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 46/2021 vom 17.11.2021

BUNDESLIGA

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Der FC macht nicht nur an Karneval Spaß. Am 11.11., dem offiziellen Start in die Karnevalssession, trainierte die Kölner Mannschaft kostümiert: Trainer Baumgart (l.) verkleidet als ?Schweinhorn?, Torwart Horn (Mitte) mit Brust-Stern als Comic-Figur Captain America. Torjäger Modeste (r.) kam als Arzt mit Kittel, Haube und Namensschild auf der Brust: ?Prof. Dr. Tony Doppelpack ? Chefarzt für Strafraumkunde?. Dazwischen als Clown mit pinkfarbener Perücke: Geschäftsführer Wehrle, der sich während der Einheit ins Tor stellte. Die Assistenztrainer trugen Schiebermütze wie sonst Chef Baumgart an Spieltagen

Das Foto trägt eine Botschaft. Die Freude beim Kölner Karnevals-Training am 11.11. zeigt, dass Trainer Steffen Baumgart (49) nach knapp sechs Monaten beim FC nicht nur sportlich, sondern auch menschlich zu 100 Prozent angekommen ist in der Stadt. Wie die Profis kam er zum Start in die närrische Zeit verkleidet. Dass er sich in ein rosafarbenes Plüsch-Kostüm zwängte und als „Schweinhorn“ auf den Platz stapfte, belegt sein feines Gespür.

Baumgart kann laut, kann einfühlsam, kann sich in der Kabine auch mal zurücknehmen – aber er kann auch lustig und selbstironisch. „Auch wenn ich nicht auf Kommando lache, bin ich ein fröhlicher Mensch“, sagt der Trainer.

Er erreicht die Spieler. Deshalb ist er erfolgreich. Baumgart zieht nach ...

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... elf Spielen, nach einem Drittel der Saison, seine erste Zwischenbilanz. Die fällt „gemischt“ aus, wie er sagt.

Sein Wechsel von Paderborn nach Köln war nicht nur für den FC, sondern auch für ihn ein Volltreffer. „Die Entscheidung war richtig, weil ich etwas Neues machen wollte“, erklärt Baumgart. „Ich habe den schönsten Job der Welt. Das hat nicht nur mit den Menschen und dem Verein zu tun, weil ich den Fußball immer liebe – aber auch mit ihnen.“

„Ich bin damit zufrieden, wie wir spielen, auftreten und arbeiten“

Steffen Baumgart

Der Trainer brennt für seine Aufgabe. Die Leidenschaft, die ihm in jedem Spiel an der Seitenlinie anzusehen ist, bringt er genauso mit auf den Trainingsplatz. Wenn sein Plan aufgeht, erfüllt ihn das.

Was ihm nach einem Drittel der Saison richtig gut gefällt: „Ich bin damit zufrieden, wie wir spielen, wie die Mannschaft auftritt und wie sie arbeitet.“ Baumgart erklärt: „Die Entwicklung mache ich nicht am Tabellenplatz fest.“ Der FC, der sich vergangene Saison erst in der Relegation retten konnte, steht nun mit 14 Punkten auf Platz elf. In der Mannschaft lautet das Ziel: mindestens Platz zwölf.

Der FC hat mit seinem mutigen Offensivspiel in kürzester Zeit eine große Euphorie ausgelöst. Baumgart: „Einige hatten Zweifel, ob unsere Mannschaft diesen Fußball spielen kann. Jetzt zeigt sie, dass sie die Qualität hat.“

Es begeistern nun die Spieler mit Power-Fußball, die 2020/21 fast noch mit passivem Defensiv-Spiel abgestiegen wären. Zwei Leistungsträger (Bornauw, Jakobs) mussten sogar verkauft werden. Teure Zugänge waren im Sommer nicht drin.

Der FC marschiert nach vorn. „Wichtig ist, dass wir uns Chancen erarbeiten. Das gelingt uns. Die Mannschaft gibt immer bis zum Schluss Gas, dreht Spiele. Mit dieser Art, Fußball zu spielen, hätten wir in den letzten Wochen noch mehr Spiele in unsere Richtung ziehen können. Dass wir überhaupt in die Situation gekommen sind, werte ich als Entwicklung.“

In den Spielen gegen Leipzig (1:1), in Frankfurt (1:1), gegen Leverkusen (2:2) und Union (2:2) war Köln dem Sieg näher.

„Wir hätten noch mehr Spiele in unsere Richtung ziehen können“

Steffen Baumgart

Mehr wäre vor allem dann möglich gewesen, wenn nicht fast nur Anthony Modeste (33) treffen würde, der unter Baumgart wieder in Top-Form ist. Zehn Pflichtspieltreffer hat er bisher erzielt. Außer ihm hat seit dem 1. Oktober (3:1 gegen Fürth) kein anderer Kölner mehr getroffen – weder in der Liga noch im Pokal. Ein großes Manko.

Abgesehen vom Franzosen ist der FC im Abschluss zu schwach. Baumgart erkennt das. „Natürlich hätten wir mehr Punkte haben können“, sagt der Trainer. „Das zeigt, dass der Weg der richtige ist – aber auch, dass wir uns weiter verbessern müssen.“

Gilt auch für die Fans, stellt Baumgart nach dem ersten Saisondrittel fest. Er ist begeistert, dass die Zuschauer zurück sind, dass in Köln das Stadion voll ist und wie die Stimmung ist, wenn es läuft. Was er vermisst: Hilfe in schwierigen Phasen. Nach dem 2:2 zuletzt gegen Union Berlin war er „angepisst“ von der zwischenzeitlichen Unruhe auf den Rängen. Daran hat sich auch mit etwas Abstand nichts geändert. „Wir alle müssen uns entwickeln. Auch unsere Zuschauer“, sagt Baumgart. „Das Feuer muss von uns ausgehen, keine Frage. Aber wir müssen es auch aushalten, wenn wir auch mal nach hinten spielen oder den Ball mal ins Aus schießen, um zu klären. Das gehört dazu.“

Fest steht: Baumgart hat den FC auf eine andere Stufe gehoben. Er hat die Mannschaft deutlich besser, aktiver und vor allem erfolgreicher gemacht.