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„Ich habe mich für das Leben entschieden“


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 11.03.2022

TV-AKTUELL

MICHAELA MAY wird 70

Artikelbild für den Artikel "„Ich habe mich für das Leben entschieden“" aus der Ausgabe 11/2022 von Gong. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Gong, Ausgabe 11/2022

Seit fast 60 Jahren vor der Kamera: Michaela May

Sie gehört zu den beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands: Michaela May. Wer ihren Namen hört, denkt sofort an ihr Lachen und den Optimismus in ihren Augen. Sie strahlt vor Stärke. Am 18. März feiert die Münchenerin 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass zeigen Sender in der gesamten Programmwoche diverse Filme, zudem ist May zu Gast in der Talkshow „Riverboat Berlin“ (s. TV-Tipp). Womit sie ihre Fans in diesen Tagen am meisten überrascht, ist aber ihre kürzlich erschienene Biografie „Hinter dem Lächeln“ (s. Buchtipp). Darin verrät sie erstmals, dass ihr Lebensweg alles andere als einfach war – eben nicht voller Leichtigkeit, wie es ihr Wesen vermuten ließe.

Im Interview mit unserer Redaktion blickt sie zurück: Seit fast 60 ...

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... Jahren steht sie vor der Kamera, spielte an der Seite von O. W. Fischer oder Edgar Selge, glänzte in legendären TV-Reihen wie „Kir Royal“, „Münchner Geschichten“ oder „Monaco Franze“ und schob als junge Mutter in den 1980ern gemeinsam mit ihren Schauspielfreundinnen Hannelore Elsner und Jutta Speidel die Kinderwagen durch München. Sie ist im Film zu Hause. „Ich habe vieles ausprobiert, habe es krachen lassen, nichts ausgelassen“, sagt sie. „Ich würde es wieder so machen, habe immer meinem Gefühl vertraut und mich nicht zu sehr nach der Meinung der anderen gerichtet.“

Die ersten Schritte vor der Kamera

Sie wächst mit drei Geschwistern in München auf: Karl, Hans und Gundi. Alle drei wird sie durch Suizid verlieren, denn alle drei leiden an Depressionen. 1974 nimmt sich Karl mit 28 Jahren das Leben. Lediglich drei Jahre später folgt ihm Hans in den Tod, mit 34 Jahren. Und mit nur 22 Jahren stirbt Schwester Gundi 1982 durch eigene Hand. „Ich habe mich gegen den Tod und für das Leben entschieden“, sagt Michaela May. Um ihre Mutter zu schützen, macht sie das dunkle Familiengeheimnis erst nach deren Tod öffentlich. Anneliese Mittermayr starb vor zwei Jahren im Alter von 97 Jahren. „In meinem Buch wollte ich nicht ausschütten, was ich Schlimmes erlebt habe, sondern wie ich damit umgegangen bin, was es mit mir gemacht hat, wie ich anderen Menschen, die schlimme Schicksale mit sich tragen, helfen kann, aus der Tristesse und Trauer herauszukommen.“

Unbeschwert scheinen die Kindheit in München, die Wochenenden auf dem wildromantischen Familiengrundstück am Ammersee. Die Mutter liebevoll, der Vater umsorgend, aber dominant, zu der Zeit ein Patriarch. Durch einen Zufall landet Michaela schon als Kind vor der Kamera. Erst als Model für Kindermode – eine Fotografin aus der Nachbarschaft hat sie angesprochen. Kurz darauf für Werbeaufnahmen – der Vater einer Ballettfreundin sucht talentierten Nachwuchs für seine Reklamefilme. „Seitdem fasziniert mich alles, was mit Kameras zu tun hat“, sagt Michaela May. „So gelangte ich an zwei Dinge, die es zu Hause alles andere als reichlich gab: an Anerkennung und Geld.“

Sie geht früh ihren Weg: 1963 dreht sie „Robinson darf nicht sterben“, zwei Jahre später „Onkel Toms Hütte“ und „Heidi“. Damals ist sie gerade einmal 13 Jahre alt und heißt noch Gertraud Elisabeth Berta Franziska Mittermayr. Später legt ihre Agentur ihr noch als Teenager nahe, sich einen Künstlernamen zu geben. Das würde ihrer Karriere sehr helfen. Also nennt sie sich Michaela – diesen Namen hat sie schon als kleines Mädchen geliebt und ihre erste Puppe so getauft. Vom Nachnamen Mittermayr bleibt nur noch eine einzige Silbe bestehen: May. Von ihrer Gage schenkt sie der Familie das erste Fernsehgerät, damit die ihre Filme nicht mehr länger bei den Nachbarn anschauen muss.

BUCHTIPP

Michaela May Hinter dem Lächeln Piper 256 S., 22 €

Es folgen Stationen an Theatern in Berlin und München sowie Rollen in Helmut Dietls berühmten TV-Reihen „Münchner Geschichten“, „Kir Royal“ und „Monaco Franze“. So etabliert Michaela May sich schließlich sehr erfolgreich als Seriendarstellerin.

Erfolg seit fünf Jahrzehnten

„In den Rollen bin ich meistens die Vitale und Starke“, sagt May. Das sei sogar im „Polizeiruf 110“ so gewesen, wo sie an der Seite von Edgar Selge die Ermittlerin Jo Obermaier spielte. „Eine Frau, die alles schafft. Dabei habe ich besondere Lust, auch Brüche im Leben zu spielen.“ Aber das verhindert wohl ihre Ausstrahlung: Wenn eine bewusst Ja zum Leben sagt, dann Michaela May. Mit ihrem Ex-Mann Jack Schiffer hat sie zwei erwachsene Töchter. Seit 2006 ist sie mit dem Regisseur Bernd Schadewald verheiratet. „Ich bin dankbar, dass ich noch alles machen kann, woran ich Spaß habe. Daran misst sich das Alter“, sagt die Jubilarin: „An meinem 70. Geburtstag möchte ich mit meinem Mann ans Meer, nach Sizilien, und die Sonne des Südens genießen.“

MIRJA HALBIG