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»Ich habe versucht, meine ganz eigene Version von Mary zu finden«


blickpunkt musical Extra - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 02.01.2019

Emily Blunt singt und spielt Mary Poppins in »Mary Poppins‘ Rückkehr«

blickpunktmusical : Wie fühlt es sich an, ein Teil des legendären »Mary Poppins«-Universums zu sein, das vor 54 Jahren zum Leben erweckt wurde?

Emily Blunt: Es sind so viele Gefühle, die sich in mir vereinen. Die Erwartungen des ganzen Teams waren so groß, da es darum ging, die legendäre Geschichte wieder zum Leben zu erwecken und dabei das Wesen des Originalfilms beizubehalten. Ich war mir der enormen Verantwortung bewusst. Ich liebe die Herausforderung und etwas Ehrfurcht bei meiner Arbeit. Diese Rolle hat mir jedoch weit mehr ...

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Bildquelle: blickpunkt musical Extra, Ausgabe 9/2018

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Emily Blunt: Es sind so viele Gefühle, die sich in mir vereinen. Die Erwartungen des ganzen Teams waren so groß, da es darum ging, die legendäre Geschichte wieder zum Leben zu erwecken und dabei das Wesen des Originalfilms beizubehalten. Ich war mir der enormen Verantwortung bewusst. Ich liebe die Herausforderung und etwas Ehrfurcht bei meiner Arbeit. Diese Rolle hat mir jedoch weit mehr Respekt eingeflößt als alle vorherigen. Daher habe ich mich bemüht, diese Rolle noch akribischer zu erarbeiten und die Stimmen zu ignorieren, die laut wurden, nachdem ich allen erzählt hatte, dass ich Mary Poppins spielen werde. Ich habe mich dann total in den Charakter verliebt und dieses Gefühl hat mir geholfen, die große Ehrfurcht vor der Rolle zu überwinden.

EB: Als Kind habe ich den Film geliebt. Es war einer der ersten, die ich überhaupt gesehen habe. Ich habe sehr deutliche Erinnerungen an die ›Jolly Holiday‹-Sequenzen und an die Angst der Kinder vor den Bankangestellten. Wenn ich mich an Mary erinnere, dann steht das Gefühl der disziplinarischen Erziehung im Vordergrund. Sie betritt einen Raum, weist jeden zurecht und rückt alles gerade. Als Kind hat mir dies ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Ich mochte sie deswegen sehr und ich denke, das sind auch genau die Eigenschaften, die Kinder im Allgemeinen an ihr lieben.

blimu: »Mary Poppins« erscheint immer dann, wenn man sie am meisten braucht. Was, denken Sie, lehrt das Sequel die Zuschauer?

EB: Ich denke, das ist genau der Punkt, warum Rob Marshall die Geschichte fortsetzen wollte. Er zeigt eine moderne Welt, in der Probleme herrschen, die man auch auf die heutige Zeit beziehen kann. Wir alle brauchen eine positiv gestimmte Mary, die unsere Welt in Ordnung bringt.

blimu: Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach die Musik für den Film?

EB: Die Musik ist sehr wichtig. Jeder, der den Originalfilm kennt, kennt auch die Lieder. Aber auch Leute, die den Film noch nie gesehen haben, kennen zumindest die Songs. Es ist, als ob sie ein Teil der Kindheit sind, die uns alle verbindet. Marc Shaiman und Scott Wittman haben die Musik bzw. die Songs für das Sequel mit soviel Liebe und Leidenschaft geschrieben, weil sie den Originalfilm so sehr lieben. Und nun haben sie ihre ganz eigene Version dessen zum Leben erweckt.

blimu: Mary ist eine starke Persönlichkeit. Besitzt Ihrer Meinung nach der Film eine feministische Botschaft?EB: Ich mag besonders an ihr, dass sie für die 1930er Jahre eine sehr moderne Frau war – so hat P.L. Travers sie beschrieben. Mary war nie auf einen Mann angewiesen. Sie war ebenso wie Travers eine Frau, die die Beziehungen der Menschen und ihre Bedürfnisse verstanden hat. Und sie war eine Frau, die die Dinge angepackt hat. Ich mag ihren Charakter, auch wenn sie keine offensichtliche Feministin ist.

blimu: Wie bringen Sie Ihren Kindern »Mary Poppins« nahe?

EB: Nachdem sie meine Version von »Mary Poppins« gesehen haben, haben wir auch gemeinsam den Originalfilm geschaut. Meine Kleinste ist erst ein Jahr alt und noch viel zu klein dafür, aber Hazel (4) war begeistert. Sie ist ein riesiger Julie Andrews Fan. Sie erzählt im Moment jedem, dass es zwei »Mary Poppins«-Filme gibt, dass ihre Mommy in dem zweiten Film die Hauptrolle spielt und dass sich jeder diesen Film angucken soll. Sie liebt beide Filme sehr. Ich denke, dass die Magie des Films Kindern dabei helfen kann, alltägliche Abläufe besser zu verstehen. Das Aufräumen des Zimmers oder die Bedeutung von Verlust werden den Kindern nahegebracht. Kinder sind in der Lage, solche Botschaften aus einem Film oder einer Geschichte herauszufiltern. Hazel ist immer untröstlich, wenn sie einen meiner Filme sieht, in denen ich am Ende verschwinde. Am Ende des Original-Films war sie sehr traurig, weil Mary die Familie Banks verlassen hat. Für sie war der Verlust spürbar. Als wir zur Sichtung des neuen Films gefahren sind, sagte sie zu mir, dass ich am Ende die Banks nicht verlassen dürfe. Ich habe ihr gesagt, dass wir einfach abwarten, was passieren wird. Und als ich dann in der letzten Einstellung als Mary in den Himmel schaue und sage »Es ist Zeit«, rief Hazel nur ganz laut: »NEIN!«. (lacht) Sie war so entsetzt.

blimu: Haben Sie vor dem Dreh den Originalfilm angeschaut?

EB: Nein, das habe ich tatsächlich vermieden. Ich hatte genügend Erinnerungen an den Film und daran, was JulieAndrews getan hat. Für mich war es eine persönliche Entscheidung, den Film vorher nicht noch einmal zu sehen, um die Gefahr einer Imitation zu vermeiden. Ich bin meinem ganz natürlichen Instinkt gefolgt und habe Mary so umgesetzt, wie es sich für mich gut angefühlt hat. Niemand will mir oder irgendjemand anderem dabei zusehen, wie er Julie Andrews imitiert. Ich habe versucht, meine ganz eigene Version von Mary zu finden, und hoffe, dass mir dies gelungen ist.

blimu: Haben Sie mit Julie Andrews gesprochen?

EB: Nein, leider nicht. Aber ich wünschte, ich hätte es gekonnt. Ich weiß, dass sie den Film gesehen und Rob Marshall eine wunderbare E-Mail geschrieben hat. Es war für uns alle sehr bewegend, dass sie uns auf diese Art und Weise ihren Zuspruch gegeben hat.

blimu: Aus Ihrer Position als Mutter gesehen: Wie kann man Kinder in der heutigen Zeit erziehen?

EB: Man muss offen sein und ein freundliches Wesen besitzen. Das Leben besteht aus Ausnahmen und Reisen – den eigenen und denen der Mitmenschen. Ich versuche, ihnen beizubringen, nicht über andere zu richten oder zu urteilen. Man muss für verschiedene Ansichtsweisen offen sein.

blimu: Was können die Kinder in der heutigen Zeit von Mary Poppins lernen? Ist Mary für sie eine Art Schutzengel oder eher eine liebevolle Großmutter?

EB: Großmutter, bewahre nein. (lacht) Ich sehe mich mehr als eine coole, junge Tante. (lacht) Als Großmutter müsste ich ja noch älter als 54 Jahre sein oder mich mit Dick Van Dyke auf eine Ebene stellen. (lacht) Das muss ich heute Abend unbedingt meinem Mann erzählen, die Vorstellung ist einfach zu herrlich. (lacht)

Ich würde Mary nicht als Superheldin beschreiben, aber sie ist ein Supermensch, der alles im Griff hat. Ich liebe die Menschlichkeit ihres Charakters. Ich hoffe aber auch, dass einige Kids mich als eine Art Superheldin sehen werden. Immerhin trage ich ein Cape.

blimu: Sie sind für einen Oscar nominiert. Wie fühlt sich das an?

EB: Das ist nichts. Lassen Sie uns einen Schritt nach dem anderen gehen und abwarten.

blimu: Jemand hat Ihre Outfits der Mary sexy genannt …

EB: Wer war das? Emily (Mortimer)? Ich wusste es. Sie war sehr begeistert von der Mode! Rob Marshall wollte, dass Mary sehr stylisch aussieht. In den Büchern reflektiert Mary all jene Dinge, die ihr gefallen. Ich fand ihren Look sehr lustig.

blimu: Mary besitzt viele übermenschliche Fähigkeiten und eine magische Tasche, in der sie wirklich alles transportieren kann. Wenn Sie solch eine Tasche besitzen würden, was würden Sie darin verstauen?

EB: Ich würde meine Katzen hineinstopfen. Schließlich versuchen sie selbst immer von alleine, in meinen Koffer zu gelangen, weil sie gerne mitwollen. (lacht)

blimu: Können Sie uns etwas über Ihre kommenden Projekte verraten?

EB: Ich habe gerade gemeinsam mit Dwayne Johnson den Film »Jungle Cruise« beendet. Wir durften uns für einige Monate wie Kinder aufführen und hatten eine Menge Spaß beim Dreh. Ich bin mit »Indiana Jones« aufgewachsen und war wirklich besessen von den Filmen. Daher wollte ich immer mal etwas ähnliches drehen. Dieser Film entspricht diesem Wunsch sehr. Jetzt gönne ich mir erst mal eine Auszeit und werde die nächsten sechs Monate zu Hause bei meiner Familie sein.

Pressekonferenz in Beverly Hills mit Emily Blunt


Emily Blunt

Die britische Schauspielerin Emily Olivia Leah Blunt (*23. Februar 1983, London) wuchs als Tochter eines Anwalts und einer Lehrerin mit drei Geschwistern auf. Schon früh begeisterte sie sich für das Singen. Im Alter von 16 Jahren besuchte sie das Internat Hurtwood House, wo sie sich dem Theater widmete und von Agenten entdeckt wurde. 2001 debütierte sie in dem Theaterstück »The Royal Family«. Im Historiendrama »Boudica«, das 2003 im britischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, verkörperte Blunt die Titelrolle. Nach mehreren TV-Produktionen wurde die Darstellerin mit ihrer Rolle in »My Summer of Love« international bekannt. Für ihre Rolle in »Der Teufel trägt Prada« (2006) gewann sie den Teen Choice Award sowie den Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin. Seit 2007 war sie in diversen Filmen zu sehen: u. a. »Victoria, die junge Königin« (2009), »Wolfman« (2010), »Die Muppets« (2011), »Fast verheiratet« (2012), »The Edge of Tomorrow« (2014). In dem Filmmusical »Into the Woods« (2014) überzeugte Emily Blunt nicht nur schauspielerisch als Bäckersfrau, sondern konnte auch stimmlich mit den Songs von Stephen Sondheim glänzen. Für das Sequel »Mary Poppins‘ Rückkehr« schlüpft Blunt in die Rolle der Titelfigur.


blickpunkt musical extra Mary Poppins‘ Rückkehr

Fotos (2): © Disney

Foto: © Getty Images for Disney / Alberto E. Rodriguez