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Ich liebe mein Leben


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Auszeit - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 17.02.2022

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Bildquelle: Auszeit, Ausgabe 1/2022

Natürlich könnte es im Leben immer besser sein, als es vielleicht gerade ist. Sicherlich stimmst du mir zu. Immerhin verspürt jeder Zweite das Gefühl nach Mehr, ohne dabei genau benennen zu können, was dieses mehr ist. Wenn ich es mir genauer überlege, dann habe auch ich hier und da Phasen, in denen ich das Gefühl habe, da könnte mehr sein. Mein Leben könne mehr bringen. Aber denke ich genauer darüber nach, so ist das Leben der anderen doch irgendwie immer aufregender. Andere besitzen mehr und haben mehr erreicht. Sie schaffen mehr in weniger Zeit und strotzen vor Energie und Charisma. Viele scheinen einfach mit dem goldenen Los zur Welt gekommen zu sein. Doch was bringt es mir, im Kummer, im Neid und im Ärger zu versinken? Nutze ich diese Energie doch lieber, mein eigenes Leben in die Hand zu nehmen und bin dankbar dafür, dass ich lebe. Vielleicht gehe ich auch einen Schritt weiter und freue ...

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... mich, wie ich lebe. Schon mit ein wenig Dankbarkeit und dem Fokus auf all das Schöne und Besondere, auch wenn es vielleicht nur kleine Dinge sind, lebt es sich leichter – und einfach schöner. Trotzdem bleibt da die Frage nach den eigenen Erwartungen und der Zufriedenheit…

Heute kann ich mit gutem Gefühl sagen: „Ich liebe mein Leben!“ Doch das war nicht immer der Fall ...

Bin ich zufr ieden?

Etwa um meinen vierzigsten Geburtstag herum habe ich mir wieder und wieder die Frage gestellt, was noch kommen mag. Bei der Suche nach Antworten wurde es mir mulmig. Schließlich war da so viel, was ich noch nicht erreicht habe und was doch anscheinend dazu gehört. So hatte zu dieser Zeit meine frühere Schulkollegin einen sicheren Lehrerjob im Beamtenstatus, genoss dadurch lange Ferien, in denen sie ausgiebig reiste und erfreute sich eines großen Freundeskreises und vieler Aktivitäten. Meine beste Freundin arbeitete in einer Marketingagentur. Ein spannendes PR- Event jagte das nächste und so jettet sie bis heute von Termin zu Termin und trifft spannende Persönlichkeiten. Dabei haust sie in den feinsten Hotels und wird immer wieder von Geschäftspartnern zu einzigartigen Veranstaltungen oder in Restaurants eingeladen. Meine Nachbarin arbeitet als Flugbegleiterin: Heute hier, morgen dort und immer wieder fort! Und ich? Tja…ich habe einen Job, in den ich mehr oder weniger reingeschlittert bin und mit dem ich mich kaum identifizieren kann. Einen Mann habe ich auch. Der beschäftigt sich nach der Arbeit jedoch mehr mit Podcasts und der Fußballwelt als mit Familienplanung oder gemeinsamen Zielen. Als Einzelkind fehlt mir auch eine große Familie und auch der Freundeskreis ist eher rar geworden.

Werte nicht!

Damit du dem Leben standhalten kannst und den Fokus auf das Gute nicht verlierst, höre auf damit, andere und alles zu bewerten. Der Vergleich und die Wertung führen schnell zu Unzufriedenheit und belasten dein Leben nur. Menschen, die sich und das, was sie haben immer nur mit anderen vergleichen, werden gefühlt nie ankommen. Halte stattdessen inne und schau auf dein Leben. Spüre dem Guten nach und entwickle ein Gefühl dafür, was dir Freude macht. Erlebe Dankbarkeit und halte an ihr fest. So gehst du lächelnd durch das Leben und das Leben lächelt zu dir zurück.

„Unser eigenes Denken und Fühlen haben einen größen Einfluss auf unser Wohlbefinden, als wir es oft glauben.“

Der Zweifel nagt

Diese Tatsachen frustrierten mich damals sehr. Und ich merkte, welch großen Einfluss meine endlos kreisenden Gedanken auf mich hatten. Ich verlor immer mehr die Motivation und den Glauben an mich und all das, was da noch kommen mag in meinem Leben. Außerdem fühlte ich mich wertlos und leer. Tage, Wochen und Monate zogen ins Land und mich verließ immer mehr der gute Glaube und der Antrieb, endlich den Tatsachen ins Auge zu sehen und die mir bleibende Zeit für mich effizient zu nutzen. Es war doch, so Gott will, noch so viel Zeit da, meinem Leben eine völlig neue Richtung zu geben. Aber wusste ich überhaupt, in welche Richtung ich wandern wollte? Oder wollte ich nur in den Fußstapfen der anderen laufen?

Es liegt an uns

Natürlich gibt es Ereignisse und Entwicklungen, die kann man nicht einfach „wegdenken“. Nicht jeder Lebensumstand kann einfach wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden, nur weil wir den richtigen Ratgeber gelesen oder an der richtigen Motivationsschraube gedreht haben. Aber unser eigenes Denken und Fühlen haben einen größen Einfluss auf unser Wohlbefinden, als wir es oft glauben. Neid, der dauernde Vergleich und die damit verbundene eigene Abwertung führen zu einer anhaltenden Unlust und Unzufriedenheit, die bis in eine schwere Depression hineinführen kann und so für schwere psychische und körperliche Beschwerden sorgt. Oft sind es dabei nur Kleinigkeiten, die durch unsere negative Gedankenwelt zu einem großen Unglück heranwachsen. Wir haben aber immer die Möglichkeit, die Medaille zu drehen – auch jetzt.

Im Umkehrschluss führen ein positives und optimistisches Denken und Fühlen zu einem nachhaltigen Gefühl der Zufriedenheit. Denn lege ich den Fokus auf das Schöne und all das Gute, das ich besitze, oder das mir im Leben bisher widerfahren ist, so steigt in mir Dankbarkeit auf. Und die Dankbarkeit sorgt dafür, dass mir bewusst wird, wie gut es mir geht und wieviel Wertvolles ich schon besitze. Zudem geht mit einem Fundament der Dankbarkeit ein Impuls von mir aus, der beim Treffen auf andere zu noch mehr Dankbarkeit und Glück führt. Denn egal, was mir bisher widerfahren ist: Jeder Mensch hat in seinem Leben etwas erreicht. Immer und zu jeder Zeit.

Mein Leben ann ehmen

Stelle ich mir heute erneut die Frage nach der Zufriedenheit, so merke ich, dass Zufriedenheit mehr ist als viel Geld, viele Reisen und ein gutes Ansehen. Zufriedenheit wird nicht von außen gemacht. Sie entsteht in uns selbst. Und jeder kann sie im eigenen Leben willkommen heißen, wenn er oder sie bereit ist, die eigenen Ansprüche zu reduzieren, oder den Fokus einfach auf sich selbst und das eigene Denken und Fühlen zu richten.

Schreib in den Sand...

Schreib in den Sand, die dich betrüben, vergiß dann schnell, und schlafe drüber ein, denn was du in den Sand geschrieben, das wird schon morgen nicht mehr sein.

Schreib in den Stein, was du erfahren an Liebe, Seligkeit und Glück.

Es gibt der Stein dir auch nach Jahren dies Wissen als Erinnerung zurück.

Schreib in dein Herz all deine Lieben, in Nord und Süd, in Ost und West, denn was du in dein Herz geschrieben, das steht für alle Zeiten fest.

Unbekannt

Sieh nach vorn!

In diesem Artikel haben wir viel über die Dankbarkeit gesprochen. Die Dankbarkeit steht in einem engen Zusammenhang mit der Zuversicht. Denn wer dankbar ist, verliert niemals den Glauben an das Gute. Die Windschutzscheibe ist nicht umsonst größer als die Heckscheibe. Das hilft nicht nur beim Autofahren, sondern auch im Leben. Denn der Blick nach vorne bietet dir Optionen und Handlungsspielräume. Der Blick nach hinten hingegen lässt dich nur grübeln und lenkt dich vom Wesentlichen ab. Versuche einmal ganz bewusst am Abend den Tag durch die Heckscheibe zu betrachten. Schließe den Blick nach hinten mit einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit ab. Dann schau durch deine Windschutzscheibe auf eine erholsame Nacht und all die Möglichkeiten und schönen Dinge, die der neue Tag dir bringen wird. Du wirst sehen, wie die Dankbarkeit einen immer größeren Stellenwert in deinem Leben einnimmt und du bald sagen kannst: „Ich liebe mein Leben und nehme es mit meinem ganzen Herzen an.“

„So wie es Erfolgsmomente gibt, gibt es auch traumatische Begebenheiten, die uns wachsen lassen und für die wir, egal ob gut oder böse, dankbar sein können.“

Das Leben ist schließlich keine Bilanz und auch kein Rechenbeispiel. Ganz im Gegenteil, das Leben ist da, um jedem Tag die Gelegenheit zu geben, der Schönste zu werden. Und das gelingt uns mit dem Blick auf das Gute und einem Fokus auf die Dankbarkeit.

Unser Glas wird immer halb voll oder halb leer sein. Schließlich liegt es in unserer eigenen Betrachtungsweise der Umstände und was wir bereit sind, daraus zu machen. Dieses typische Bild eines halbvollen Glases zeigt uns den Scheideweg auf, der ganz tief in uns liegt. Und es liegt an uns, in welche Richtung wir laufen wollen. Dabei sollten wir uns aber bewusst machen, dass der Saft im unteren Teil des Glases auch nicht schlechter schmeckt als der weiter oben. Viel wichtiger ist es, in sich zu gehen und zu spüren, was Zufriedenheit und Dankbarkeit bedeutet und wie wir sie für uns entstehen lassen. Und noch etwas: Der vielzitierte Blick auf den Füllstand des Glases heißt ja nicht, dass man immer nur einen extremen Blick-winkel einnehmen muss. Also auch wenn man das Glas als halbvoll ansieht, ist es ja immer noch nur HALBvoll. Aber das Grundgefühl ist eben ein anderes, ein positiveres. Die andere Hälfte kann eben noch mit so viel Dingen und Erlebnissen gefüllt werden, und ein bisschen Leere wirft uns auch nicht um.

Ich danke meinem Leben

Das Leben ist wie ein Karussell. Manchmal ist es auch eine Achterbahn. Es geht auf und ab und ist geprägt von Krisen und Brüchen. Verluste, Trauer, Neid und Unzufriedenheit stellen sich schnell ein, wenn man keinen Blick mehr für das Wesentliche entwickelt und wie auf der Überholspur versucht, das Leben anderer zu kopieren. Das macht traurig und sorgt für Ängste. Doch wie lassen sich Tränen und Ängste ausblenden? Und lassen sie sich überhaupt völlig ausblenden? Tränen und Ängste erscheinen uns nur als Last. Schließlich ist das Sein an sich doch etwas Wunderbares und ich sollte Dankbarkeit zeigen, zu leben. Aber ich kann ja auch dankbar für die Gelegenheiten sein, die mich zwar haben weinen lassen, die mich aber reifer gemacht haben. Allerdings stellt sich dieses Gefühl erst lange nach dem Moment ein, in dem die Tränen geflossen sind. Auch das ist das Leben.

Ein schmaler Grat

Zufriedenheit ist ein sehr individuelles Empfinden. Der eine empfindet die Zufriedenheit im Sinne von „Es ist, wie es ist, und es ist mir egal“ und schließt die Augen, bevor er aus der Reserve gelockt wird. Er richtet sich in diesem Zustand ein und will ihn bewahren. Andere schöpfen aus der Zufriedenheit Kraft, weiter zu gehen, neue Türen zu öffnen, Dinge und auch sich selbst zu ändern: „Es ist zwar, wie es ist – aber es gibt trotzdem noch Vieles zu entdecken.“ Schließlich bieten der Mut und der Glaube an das Mehr im Leben auch gleich-zeitig den Antrieb und die Kraft, dem Gegenwind standzuhalten und nicht mit dem Strom zu schwimmen.

Bevor ich mich aufgebe, würde ich mich für Letzteres entscheiden. Denn dieser Ansatz, das Leben anzunehmen und Dankbarkeit zu zeigen, ist kein „Friede, Freude, Eierkuchen“. Die Bereitschaft, meinem Leben jeden Tag eine neue Chance zu geben und der Welt mit einem Lächeln und Dankbarkeit zu begegnen, ebnet meinen Lebens-weg und macht so auch die Aufstiege und schweren Abschnitte ertragbar.

„Jedem von uns bietet die Welt so vieles, wenn wir nur Augen dafür haben, es zu sehen, ein Herz um es zu lieben und Hände um es zu ergreifen – es gibt so vieles, was einen beglücken kann und wofür man dankbar sein sollte!“

Lucy M. Montgomery

„Besitzt man erst einmal die beste Kraft aller Kräfte: Dank auszuteilen sogar den Widerständen, die uns ja nur erzogen haben, so ist das Spiel gewonnen! Was von nun ab unser Innenreich trüben will, ist machtlos.“

Friedrich Lienhard

Ein bedingungsloses „Ja“

Eine Aussöhnung mit dem eigenen Leben und die Arbeit mit der persönlichen Biografie helfen, wieder, „Ja“ zum Leben zu sagen und Dankbarkeit zu verspüren. Oft helfen dabei die sehr persönlichen Momente und die besonderen Menschen und Begegnungen. Dabei stellt sich auch die Frage, ob du dein Leben immer angenommen hast. Es ist eine Lebenskunst, Momente und Begegnungen zu reflektieren und aus ihnen zu lernen. Konntest du dein Leben bis heue nicht annehmen, so stellt sich auch die Frage danach, woran es gelegen hat. Vielleicht findest du auch hierfür die Antwort in prägenden Ereignissen. So wie es Erfolgsmomente gibt, gibt es auch traumatische Begebenheiten und Aha- Momente, die uns wachsen lassen und für die wir, egal ob gut oder böse, dankbar (und vielmals stolz) sein können. Sie helfen uns, wieder „Ja“ und „Danke“ an das Leben zu sagen und mit einem Lächeln den Dingen entgegenzusehen, die das Leben noch für uns bereithält.

MARION HERDER