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ICH SCHALT AB!


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petra - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 01.07.2022
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Bildquelle: petra, Ausgabe 9/2022

Blaues

Meer, weißer Sand, das Rauschen der Wellen und der Duft von Eukalyptus – endlich Urlaub! Wie lang haben wir uns danach gesehnt und uns ausgemalt, wie wir hier auf unserem Strandlaken unter Palmen vor uns hindösen, das herrliche Nichtstun genießen und absolut tiefenentspannt sind – fernab von E-Mails, Meetings und der Hektik des Alltags. Aber was, wenn sich die erhoffte Erholung einfach nicht einstellen will und uns das nervige Gedankenkarussell einen Strich durch die Rechnung macht?

Der Stress fliegt häufig mit

„Wenn uns das Abschalten im Urlaub schwerfällt und wir gedanklich immer noch auf der Arbeit sind, hat das ganz viel mit unserem Bedürfnis nach kognitiver Geschlossenheit zu tun“, weiß die Wirtschaftspsychologin Prof. Dr. Christine Syrek. Gemeint ist damit der Drang, noch kurz vor dem Urlaub alles Mögliche erledigen und abschließen zu müssen – sei es ein Projekt im Job oder das exzessive ...

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... Aufräumen der Wohnung. Dabei machen wir uns meist nur unnötigen Druck und sind dann zum Urlaubsstart völlig erschöpft und genervt. Bei vielen von uns mag auch der Gedanke, man müsse sich den Urlaub erst mal „verdienen“, dahinterstecken. Und so reibt man sich dann bis zum Abflug noch komplett auf und wundert sich, wenn der Stress mit am Pool liegt ...

„Abschalten ist nicht auf Knopfdruck möglich“

Von 150 auf 0 geht nicht

„Sobald die To-do-Liste vor dem Urlaub immer länger wird, sollte man einmal die zu Sinnhaftigkeit der einzelnen Punkte hinterfragen“, rät Prof. Dr. Syrek. Denn die Erholung beginnt im Idealfall bereits zu Hause – indem wir es im Endspurt schon mal ruhiger angehen lassen, die Vorfreude zelebrieren und lieber die Zeit nach der Rückkehr planen, als uns noch unnötig zu verzetteln. Helfen kann auch ein festes Ritual, das zeigt, dass nun der Urlaub beginnt, ein Restaurantbesuch oder auch nur die Übergabe des Briefkastenschlüssels an die Nachbarn. So gelingt es wesentlich besser, den Alltag zu Hause zu lassen.

Willkommen in der Chill-Zone

Was neben einem stressfreien Start in die Ferien noch wichtig ist, damit wir das Beste aus unserem Urlaub rausholen und die Batterien optimal aufladen können, verrät uns unsere Expertin im Interview ab Seite 60. Außerdem hat sie noch zehn tolle Tipps für einen erholsamen und chilligen Urlaub parat, ganz ohne Stress, Hektik und schlechtes Gewissen.

1

Kick-off

VORFREUDE IST DIE SCHÖNSTE FREUDE

Die richtige Einstimmung auf den Urlaub ist mindestens genauso schön wie die Reise selbst. Ob wir uns nun mit Italo-Disco-Hits eingrooven oder sämtliche Filme, die in unserem Zielland spielen, auf Netf lix bingen – die Vorfreude auf den Urlaub bewusst einfach nur Spaß und verkürzt die Wartezeit. zelebrieren macht

2

To-do-Listen

GUT GEPLANT IST HALB GEWONNEN

Es gibt viel zu tun – schreiben wir es auf! Wer jetzt auch schon die Zeit nach der Rückkehr gut durchplant, schaltet im Urlaub garantiert besser ab!

3

3

Übrigens: Ich bin dann mal weg ...

Mit einer schlau formulierten Abwesenheitsnotiz können wir uns den Stress in der ersten Zeit nach dem Urlaub noch etwas vom Leibe halten. Auf Floskeln wie „Nachrichten werden sofort nach dem Urlaub beantwortet“ sollte man also verzichten – und wer ganz clever ist, gibt als ersten Arbeitstag den Dienstag an – das verschafft uns am Montag einen ruhigen Tag, um alles zu sichten und sich entspannt wieder einzugrooven.

4

FEIERLICHES ZEICHEN SETZEN

Am letzten Arbeitstag brauchen wir unbedingt ein Ritual, das schreit: Jetzt ist Urlaub! Es ist nämlich sogar wissenschaftlich erwiesen, dass wir den inneren Schalter besser auf Holiday-Mood umlegen können, wenn wir einen symbolischen Cut machen. Das kann das Abwaschen der Kaffeetasse im Büro sein, das Zuschnappen des Koffers oder die Schlüsselübergabe an die Nachbarn, die sich während unserer Abwesenheit um Post und Pflanzen kümmern. Und jetzt heißt es nur noch: „Holiday, Celebration...“

5

Dufte Sache

FÜR SINNLICHE URLAUBS-ERINNERUNGEN SORGEN

Wer kennt das nicht: Im Vorbeigehen umspielt ein bestimmter Duft unsere Nase, und sofort fühlen wir uns zurück in den letzten Urlaub gebeamt. Das Tolle: Solche Flashbacks können wir uns selbst kreieren. Einfach im Urlaub ein Duschgel oder Parfum kaufen, das man zu Hause nicht benutzt.So haben wir jetzt immer unsere eigene kleine Geheimwaffe gegen den Alltags-Blues dabei: sprühen, schnuppern, träumen, glücklich sein. Funktioniert garantiert!

6

Selfcare

SICH SELBST EINE FREUDE MACHEN

Unbedingt noch vor der Abreise vorbereiten: ein kleiner Willkommensgruß an uns selbst. Vielleicht warten die Lieblingspralinen in der Naschi-Schublade oder die kalt gestellte Flasche Champagner möchte dringend geöffnet werden. Besonders nice: Wenn wir von einer selbst geschriebenen Postkarte aus unserem Urlaubsort begrüßt werden. Auf jeden Fall vertreibt es die Melancholie bei der Heimkehr sofort, wenn eine tolle Überraschung auf uns wartet und wir uns selbst etwas Gutes tun. Mehr Selbstliebe, Ladys!

7

GIBT KRAFT

RESSOURCEN SCHAFFEN

Wenn wir einfach mal aus unserer Komfortzone raustreten und spannende neue Erfahrungen wagen, erschaffen wir uns damit neue Ressourcen, von denen wir im Alltag noch sehr lange zehren werden. Ob ein Tanzkurs, eine crazy Sportart, eine Nachtwanderung oder ein spontaner Friseurbesuch in einer fremden Stadt (Audrey Hepburn lässt grüßen) – nur Mut!

8

ICH ENTSCHEIDE!

Studien beweisen: Je selbstwirksamer wir uns im Urlaub erleben, umso leichter fällt es uns, loszulassen und zu entspannen. Das Gefühl, dass wir ganz wir selbst sind und aktiv über das Geschehen entscheiden, ist also das A und O. Dabei kann es auch eine aktive Entscheidung sein, passiv im Liegestuhl am Pool zu dösen – solange man sich konsequent für das Chillen entscheidet. Auch wichtig: Ist man mit Familie oder Freunden verreist, sollte man unbedingt auf die eigenen Bedürfnisse achten und diese auch kundtun – denn wer sich selbst die ganze Zeit zurückstellt, hat vom schönsten Urlaub nichts.

9

Time to say goodbye

ZUM ABSCHIED WAS SCHÖNES MACHEN

Die Koffer sind gepackt, das Zimmer geräumt – jetzt wird es Zeit, den Abschied ganz bewusst besonders schön zu gestalten: Noch eben Muscheln am Strand sammeln, ein letztes Mal mit einem Aperol Spritz anstoßen oder in dem Stammrestaurant um die Ecke essen: Die Erinnerungen bleiben hängen und versüßen uns die Heimreise.

Das Beste aus dem Urlaub machen

VOYAGE , VOYAGE

Die Wirtschaftspsychologin Prof. Dr. Christine Syrek weiß genau, wie ABSCHALTEN UND CHILLEN gelingt

Warum stellt sich das Holidayfeeling oft nicht so richtig ein und wir sind auch unter Palmen oder am Pool gedanklich noch auf der Arbeit?

Weil wir glauben, vor der Abreise noch schnell alles Mögliche abschließen zu müssen – auch Dinge, die eigentlich gar nicht notwendig wären. So setzen wir uns dann selbst noch mal richtig unter Druck. Wir glauben, dass wir dann nach der Rückkehr weniger Stress haben und verlieren uns dabei im Klein-Klein. Darum sollte man ruhig noch mal hinterfragen, ob ein bestimmtes Projekt wirklich noch kurz vorm Urlaub übers Knie gebrochen werden muss – oder ob es nicht Sinn macht, das Ganze mit frischem Kopf nach der Rückkehr anzugehen.

Was können wir noch tun, um Hektik und Stress in der Zeit vor dem Urlaub möglichst zu vermeiden?

Am besten lässt man alles so ruhig wie möglich angehen, genießt die Vorfreude. Ein symbolischer Cut, zum Beispiel die Kaffeetasse im Büro abzuwaschen, setzt das Zeichen: Jetzt ist Urlaub! Auch wer rechtzeitig eine Packliste schreibt, ist klar im Vorteil. Und sich im Vorwege schon mal überlegen, worauf man sich am meisten freut und was Entspannung für uns ausmacht. Denn die Erholung stellt sich am Urlaubsort nicht auf Knopfdruck ein, man muss sie schon selbst aktiv gestalten – das gelingt gut, wenn man seine Bedürfnisse kennt.

Wie entspannt man denn am besten, beim Dösen im Liegestuhl oder beim Kulturtanken auf einem Städtetrip?

Die Mischung macht’s: Sowohl passive als auch aktive Erholungsanteile sind wichtig und sollten sich abwechseln – denn während das Chillen unterm Sonnenschirm unsere Batterien wieder auflädt, erschaffen wir uns mit spannenden Erlebnissen und Eindrücken wiederum neue Ressourcen, von denen wir auch nach dem Urlaub noch lange zehren. Darum ist es auch so wichtig, dass man es sich nicht nur in seiner Komfortzone gemütlich macht, sondern seine ganz individuelle Balance aus aktiver und passiver Erholung findet – und die ist bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt. Der eine braucht mehr Ruhe, die andere mehr Action.

Wenn wir alle verschiedene „Erholungstypen“ sind – ist dann trotzdem ein entspannter Urlaub mit Partner, Familie oder Freunden möglich?

Auf jeden Fall – die gemeinsamen Erlebnisse tragen ja auch zur Erholung bei. Allerdings ist es wichtig, nicht die ganze Zeit nur Kompromisse einzugehen und sich selbst zurückzustellen. Da sind Frust und schlechte Laune programmiert – darum streiten auch so viele Paare im Urlaub miteinander. Optimal ist es, wenn jeder seinen Bedürfnissen und Vorlieben nachgeht und man auch etwas getrennt unternimmt – umso mehr freut man sich dann wieder auf die gemeinsamen Aktivitäten.

10

ZURÜCK IM ALLTAG

URL AUBSMOOD WACHHALTEN

Wenn man es richtig anstellt, kann man vom Urlaubsfeeling auch noch lange nach der Rückkehr profitieren. Zum Beispiel indem man einer Playlist lauscht, die man sich unter Palmen erstellt hat, oder in der Kaffeepause noch mal die Urlaubsfotos anschaut, statt durch Instagram zu scrollen. Auch Freunde einzuladen, um in gemeinsamen Reiseerinnerungen zu schwelgen, hindert uns daran, zu schnell wieder in den Alltagsstress zu rutschen. Und wenn alle Stricke reißen – warum nicht einfach schon den nächsten Urlaub planen? Denn wir wissen ja: Vorfreude ist die schönste Freude ...

Ist es denn besser, einmal im Jahr eine längere Auszeit zu nehmen, oder sollte man doch lieber mehrere Kurzreisen einplanen?

Studien zeigen, dass der Erholungseffekt nach der Rückkehr immer anderthalb Wochen anhält – unabhängig von der tatsächlichen Dauer des Urlaubs. Aus dem Grund jetzt aber nur noch Kurzreisen zu empfehlen, halte ich nicht für richtig. Denn es gibt wiederum auch Studien, die belegen: Je belasteter man ist, umso länger braucht man, um sich zu erholen. Ich würde also von einem mehrwöchigen Urlaub auf keinen Fall abraten. Trotzdem profitiert man natürlich auch ungemein von kurzen Trips und sollte versuchen, sie so oft es geht in den Alltag zu integrieren.

Kann ein erholsamer und entspannter Urlaub auch zu Hause gelingen?

Jein. Es ist möglich, aber aufwendiger – nicht umsonst assoziieren wir Ferien immer mit Wegfahren. Bleibt man zu Hause, muss man mehr machen, damit die Trennung von Alltag und Urlaub gut gelingt. Schließlich sind wir ganz schnell in Versuchung, die Fenster zu putzen oder die Steuererklärung zu erledigen. Ein klarer Cut gelingt hier am besten, indem man viele Aktivitäten einplant.