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„Ich verzeihe Dir!“


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Funk Uhr - epaper ⋅ Ausgabe 51/2021 vom 17.12.2021

Ratgeber

Denn das erleichtert nicht nur den anderen, sondern tut auch mir gut

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Bildquelle: Funk Uhr, Ausgabe 51/2021

Es sind nur drei kleine Worte, doch manchmal fällt es schwer, sie auszusprechen. Denn es gibt seelische Wunden, die einfach tief sitzen und die man nicht so mir nichts, dir nichts vergessen kann. Mittlerweile ist sogar erwiesen, dass wir für diesen Zustand noch nicht mal was können. Denn unser Gedächtnis speichert vergangene Dinge, die uns nicht gut getan haben, besonders gründlich. Hauptsächlich, um uns selbst zu schützen. Motto: Bloß nicht vergessen, dann bist du für die nächste Enttäuschung gewappnet.

Wichtig für Körper & Seele

Dabei ist es gerade für einen selbst wichtig, anderen zu verzeihen. Denn zum einen erleben Menschen, die gut vergeben können, in ihrem Alltag mehr positive und weniger negative Gefühle. Das liegt laut Forschern daran, dass sie generell weniger ...

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... Ballast mit sich herum tragen. Zudem wirkt Vergebung beruhigend auf Körper und Seele. Personen, die verzeihen können, leiden in der Regel seltener unter Herzkreislauferkrankungen als Menschen, die nachtragend sind. Eine britische Studie bestätigt dem Verzeihen außerdem eine lindernde Wirkung bei chronischen Rückenschmerzen und Depressionen.

Verständnis erleichtert den Prozess

Aber wie können wir das schaffen? Wie werden wir den Ballast los? Zuerst gilt: annehmen, was passiert ist. Denn Verzeihen ist ein aktiver Vorgang. Derjenige, der vergeben möchte, muss sich dazu entschließen. Dazu gehört auch, dass wir bereit sind, Vorwürfe einzustellen und auf den anderen zuzugehen. Denn derjenige, der gekränkt oder verletzt hat, kann seine Worte nicht zurücknehmen, kann Geschehenes nicht ungeschehen machen. Auch die Sichtweise zu ändern kann helfen. Die Freundin, die uns im Stich gelassen hat, war vielleicht selbst mit eigenen Problemen beschäftigt.

Die Eltern, die zu wenig Liebe schenkten, gaben vermutlich ihr Bestes und konnten aus ihrer Geschichte heraus nicht anders handeln. Fakt ist: Wenn wir versuchen, Verständnis für den anderen aufzubringen, fällt Vergeben leichter.

Geschehenes zu Papier bringen

Auch sich alles von der Seele zu schreiben, kann den Prozess vereinfachen. Wir sollten uns fragen: Was kann dazu geführt haben, dass sich dieser Mensch so verhalten hat? Welchen Beitrag habe ich dazu geleistet? Führt mich meine Wut in irgendeiner Weise weiter? Beim Notieren strukturieren wir unsere Gedanken und gewinnen Klarheit. Natürlich kann man den Brief auch an die betreffende Person schicken. Wer das nicht will, zerreißt oder verbrennt den Zettel einfach: Allein das kann schon unheimlich befreiend wirken!

Es könnte in den Genen liegen

Die Erfahrung beweist: Verzeihen fällt manchen leichter, anderen schwerer. Offenbar ist das auch eine Frage der Anlage: Menschen, bei denen die für Empathie zuständigen Gehirnregionen stärker ausgeprägt sind, können beispielsweise laut Studien schneller verzeihen. Ob die Zellen schon vorher da waren oder ob sie durch häufiges Vergeben gewachsen sind, konnten die Wissenschaftler allerdings nicht mit Sicherheit sagen. Auch unsere Persönlichkeit beeinf lusst unsere Fähigkeit zu vergeben: Ein gutes Selbstwertgefühl zum Beispiel hilft durchaus. Wer zu seinen eigenen Schwächen steht, kann sie auch bei anderen entschuldigen. Und manchmal ist Nachsicht auch eine Altersfrage. Senioren sind eher bereit zu verzeihen als Jugendliche. Denn Lebenserfahrung sorgt für eine emotionale Stabilität, die jüngeren Menschen häufig noch fehlt.

TV-Tipp

Schuld – Verzeihen als Lebensaufgabe Doku MO 27.12. 9.30 Uhr TAGESSCHAU24

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