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„ICH WAR AM RANDE DES TODES“


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 48/2021 vom 24.11.2021

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Artikelbild für den Artikel "„ICH WAR AM RANDE DES TODES“" aus der Ausgabe 48/2021 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 48/2021

IHRE KINDER Die Schauspielerin 2017 mit ihren Söhnen (v.l.) Roan, Quinn und Laird. Nach mehreren Fehlgeburten entschloss sie sich zur Adoption

Die Rolle der starken Heldin liegt Sharon Stone, 63, ganz besonders. Und zwar nicht nur in Filmen wie ihrem aktuellen, in Köln gedrehten Actionthriller „The Fisherwoman“ – sondern auch privat. Die kürzlich beim Filmfestival in Zürich für ihr Lebenswerk ausgezeichnete Hollywoodikone („Basic Instinct“) musste schon einiges verkraften. Davon erzählt sie in ihrer 2021 erschienenen Autobiografie „The Beauty Of Living Twice“. Der Titel bezieht sich auf ihren Schlaganfall im Jahr 2001, nach dem ihr die Ärzte nur eine einprozentige Überlebenschance gaben. Doch Stone biss sich durch – und genießt seitdem ihr „zweites Leben“. Besonders wichtig sind der Vollblutmutter darin die Momente mit ihren drei Adoptivsöhnen Roan, 21, Laird, 16, und Quinn, 15. Roan adoptierte sie ...

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... noch gemeinsam mit ihrem damaligen Mann 71. Die Ehe wurde 2004 geschieden.

In Ihrem Buch schildern Sie offen die Krisen Ihres Lebens, vom sexuellen Missbrauch durch Ihren Großvater bis zu Ihrem Schlaganfall. Woher nahmen Sie die Stärke, das alles zu überstehen?

Die kommt eindeutig von meinen Eltern, sie waren selbst sehr stark. Mein Vater hatte Speiseröhrenkrebs, die Ärzte gaben ihm nur noch ein paar Monate, aber er überlebte noch mehrere Jahre. Er war ein absoluter Verfechter von Frauenrechten und bläute mir ein, dass ich besser als die Jungs sein musste. Das war eine Lektion, die ich mein Leben lang beherzigt habe, auch in Hollywood. Meine Mutter hat mich nie verhätschelt, sondern mich gezwungen, selbstständig zu sein und für mich einzustehen. Letztendlich war das ein Liebesbeweis von ihr.

Erhielten Sie trotz aller Erziehung zur Selbstständigkeit Hilfe von Ihren Eltern, wenn Sie in Not waren?

Absolut! Nach meinem Schlaganfall, als ich am Rande des Todes war, zogen sie zu mir. Ich hatte massive Bewegungsund Wahrnehmungsstörungen, die ich erst mit einer komplizierten Therapie bewälti-gen konnte. Nebenbei musste ich mich um meinen damals einjährigen Sohn (Roan) kümmern, denn mit meinem Mann lief nichts mehr. Für meine Genesung war ich auf viele Medikamente angewiesen. Als ich diese absetzte, war das wie ein Drogenentzug. Auch da war meine Mutter wieder an meiner Seite.

Sie galten spätestens seit „Basic Instinct“ als Sexsymbol. Wie fühlte sich das an?

Mein sexy Image habe ich selbst heraufbeschworen. Früher war ich immer sehr schüchtern und eher ein Bücherwurm. Ich brach schon in Tränen aus, wenn ich in der Kirche aufstehen und laut etwas aufsagen sollte. Aber als Schauspielerin wollte ich bestimmte Rollen spielen – und beschloss, dass ich mich anders verkaufen musste. Deshalb ließ ich mich für den „Playboy“ fotografieren und interviewen. Eine Freundin war dort Fotoredakteurin. Diese Geschichte brachte mir schließlich Rollen wie „Basic Instinct“ ein.

Hatten sie in Hollywood je mit sexueller Belästigung zu kämpfen?

Klar, besonders am Anfang. Es dauerte bis Anfang der schlimmstem Auswüchse eingedämmt wurden. Damals hatte die Juristin Anita 1990er Jahre, bis die Hill ihren ehemaligen Vorgesetzten, der für ein Richteramt am Obersten Gerichtshof nominiert worden war, der sexuellen Belästigung bezichtigt. Nach diesem Skandal führte man striktere Regeln ein. Mein Mittel gegen Übergriffe: Ich bin immer so aufgetreten, dass ich den Leuten Respekt eingeflößt habe. Und ich wollte nur mit Männern zu tun haben, die echte Gentlemen waren.

„Früher war ich sehr schüch tern“

Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken, sind Sie da auf alles stolz? Es gab ja auch einige Flautephasen ...

Die Branche mag es halt nicht, wenn du geradeheraus bist, da bekommst du weniger oder schlechtere Angebote. Aber ich sehe das ganz gelassen. Zu jeder Karriere gehören auch Niederlagen. Etwas anderes zu behaupten, wäre Unsinn. Nur dank solcher Rückschläge kommst du weiter, weil du daraus lernst. Ich bin froh über mein Leben, so wie es gelaufen ist.

Ist es wichtig für Sie, Ihrem Leben einen tieferen Sinn zu geben? Wenn ja: Worin besteht der für Sie?

Lassen Sie es mich so formulieren: Ich möchte Gutes tun, für so viele Menschen wie möglich. Wenn das mein Lebenszweck ist, dann bin ich glücklich. Ja, ich habe tolle Erfolge gefeiert, aber mich freut es am meisten, dass es mir gelungen ist, so viele großzügige Spenden für die Aids- Hilfe einzutreiben. Ich konnte anderen Menschen vermitteln, was für ein tolles Gefühl es ist, beim Kampf gegen diese schreckliche Krankheit zu helfen. Natürlich gehört zu meinem Leben auch das Dasein als Mutter. Das lässt sich mit nichts auf der Welt vergleichen! Ich hatte vorher keine Ahnung, wie mein Leben mit den Kindern aussehen würde. Und dann habe ich es durchgezogen – einfach so. Mein ältester Sohn ist jetzt schon 21. Ich liebe ihn und seine Brüder über alles. ◼

RÜDIGER STURM