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„Ich war kaputt, doch mein Peter hat mich wieder zusammengebaut“


Bild am Sonntag Gesamtausgabe - epaper ⋅ Ausgabe 27/2021 vom 04.07.2021

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Bildquelle: Bild am Sonntag Gesamtausgabe, Ausgabe 27/2021

Für BamS ließen sich Ulla Kock am Brink und Dr. Peter Fissenewert (59) am Strand von Sylt fotografieren. Aktuell moderiert die gebürtige Mülheimerin im Internet auf ihren YouTube-Kanälen ?Da geht noch was!? und den ?BeachHouse-Talk?

Moderatorin ULLA KOCK AM BRINK spricht vor ihrem 60. Geburtstag über ihre große Liebe und die heimliche Versöhnung mit Sabine Christiansen

Ulla Kock am Brink ist gerade auf Mallorca, als BamS sie auf dem Handy erreicht. Als Erstes entschuldigt sie sich: „Ich hoffe, es ist nicht zu laut, ich habe Handwerker im Haus!“ Dann ruft sie etwas in fließendem Spanisch in den Raum. „So, fangen wir an!“

VON NICOLA POHL FOTO NIELS STARNICK

BILD am SONNTAG: Am Samstag werden Sie 60 – Ihre Gefühlslage?

ULLA KOCK AM BRINK: Ach, ich nehme das Leben, wie es ist, und bin dankbar, dass ich immer noch so munter, gesund und fit bin. Ich habe so viele enge Freunde und Verwandte verloren, die viel zu früh an schlimmen Krankheiten gestorben sind. Weshalb sollte ICH mich über mein Alter aufregen? Ich würde doch spinnen!

Hatten Sie als junge Frau einen Wunsch, wie Sie mit 60 sein wollten? Über 60 hab ...

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... ich als junge Frau nie nachgedacht. Aber oft darüber, wie ich mit 39 wäre, also zur Jahrtausendwende.

Und wie wollten Sie sein? Ich hab davon geträumt, dass ich mit 39 – natürlich nach einer erfolgreich gearteten Karriere – drei Kinder haben würde, viel koche und damit das Lebensmodell meiner Mutter leben würde. Bis aufs Kochen ist alles anders gekommen (lacht). Aber ich habe zumindest schon sehr früh den Luxus erarbeitet, dass ich heute keine finanziellen Nöte habe.

Wie? Mit Immobilien.

Bezahlt mit dem Geld, das Sie in den 90ern als Quoten-Königin verdient haben?

Ne, ne! Schon viel früher. Das war 1992, ich hatte gar nichts außer

meiner kleinen Castingfirma in Köln – und hab mir für diese Ruine mitten in Köln ganz schön viel Geld von der Bank geliehen. Nach acht Jahren war die Hütte abbezahlt, und mit dem Kapital dieses Hauses habe ich in eine neue Immobilie investiert. So ging das immer weiter, und deshalb muss ich heute nicht mehr zwangsläufig Geld verdienen.

Empfinden Sie es als schwer, in Ihrem Alter zurück auf die große Showbühne zu kommen?

Tue ich nicht, weil ich es nicht muss. Aber ich bin gerade mit einem großen Privatsender, der sich neu erfinden will, im Gespräch für neue Formate. Bisher hat dieser Sender im Unterhaltungsbereich aber nur Männer eingekauft.

Super Ausgangslage. Hat das deutsche Fernsehen denn ein Frauenproblem?

In Deutschland gibt es dieses seltsame Phänomen, dass gestandene Frauen ab 50 offensichtlich nur als Moderatorinnen von Talkshows akzeptiert werden. Alles ist auf jung und gleichförmig ausgelegt. Dabei dürfte den Fernsehbossen doch spätestens seit Linda de Mol und mir klar sein, dass Frauen durchaus erfolgreich große Abendshows moderieren können. Carmen Nebel hat es auf der Schlager-Schiene auch gezeigt. In ganz Europa sehe ich Frauen weit über 50, die wie selbstverständlich Quizformate und Unterhaltungsshows moderieren. Nur bei uns nicht.

Und wie viel Chance hat man nun als ältere Moderatorin?

Keine. Das gibt es nicht. Ich glaube fest daran, dass meine Generation – gut im Futter, finanz- und kaufstark – im Fernsehen abgebildet sein muss. Wir Frauen sind alle gut ausgebildet, wir können denken und gerade Sätze ohne viele Ähhhhhhs bilden. Deshalb plädiere ich dafür, dass man diese

Schranken – dick, dünn, alt, jung, hässlich – endlich fallen lässt. Das deutsche Fernsehen besetzt am Zuschauer vorbei, der will diese Püppchen doch gar nicht sehen.

Kock am Brink lebt mit ihrem Ehemann, dem Wirtschaftsanwalt Prof. Dr. Peter Fissenewert (59), in Berlin. Das Paar verbringt aber auch viel Zeit auf Sylt und Mallorca. Dort hat sie in den vergangenen Monaten ein Buch geschrieben.

Worum geht’s darin? Es geht um die Generation der Baby-Boomer, also mich und Millionen andere. Die ersten Nutznießer der 68er-Generation – das alles biografisch, aber leicht fiktionalisiert aufgeschrieben mit mir als Beispiel. Ich habe darin auch versucht, über meinen großen Skandal von 2001 zu schreiben.

2001 wurde bekannt, dass Kock am Brink sich in den Filmproduzenten Theo Baltz (heute 70), damals noch Ehemann von Talkmasterin Sabine Christiansen (63), verliebt hatte. Die beiden wurden ein Paar – und Kock am Brink öffentlich als Ehebrecherin beschimpft.

Denken Sie noch viel an diese Zeit?

Ich bin ein total empfindsamer Mensch. Die Ulla auf der Bühne strahlt zwar immer, das ist der Schutzpanzer, den man sich für diesen Job anlegt. Aber in Wirklichkeit bin ich von dieser Zeit traumatisiert. Und es war auch so ungerecht! Überlegen Sie mal, ein Mann hätte sich damals in eine verheiratete Frau verliebt. Ihn hätte man dafür maximal schräg angeguckt. Ich dagegen wurde öffentlich hingerichtet.

Sie verloren nicht nur Ihren guten Ruf, sondern auch zahlreiche Shows.

Ich hab von der Branche praktisch Berufsverbot bekommen. Ich habe Jahre gebraucht, um mich von der Zeit zu erholen. Aber ich bin nicht daran zerbrochen.

Haben Sie Sabine Christiansen jemals danach wiedergetroffen? Ja, wir haben uns sogar ausgesprochen, das weiß nur keiner. Also, bis jetzt (lacht). Wir waren und sind zwar bis heute nicht befreundet, wie damals immer fälschlicherweise geschrieben wurde. Aber eine Freundin hat das Treffen 2012 auf Mallorca irgendwie eingefädelt und da haben wir lange geredet.

Und? Es ist alles gut zwischen uns. Wir waren auf bestimmte Art und Weise, die ich hier nicht näher erläutern will, sogar Leidensgenossinnen. Außerdem war sie zum Zeitpunkt unseres Treffens schon lange drüber hinweg und glücklich neu verliebt. Tja, und als Krönung haben wir ‚diesem Mann‘ danach noch ein gemeinsames Foto aufs Handy geschickt.

Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich heute zum Thema Männer raten?

Trau, schau, wem. Schenke niemandem leichtfertig dein Vertrauen. Ich war in der Liebe oft zu vertrauensselig.

Trotzdem haben Sie mit über 50 doch noch die große Liebe gefunden!

Ich würde eher sagen, dass Peter mich gefunden hat. Ich war gar nicht auf der Suche, ich hatte nach meiner Scheidung (von Theo Baltz im Jahr 2010, Anm. d. Red.) von Männern echt die Faxen dicke. Peter hat trotzdem um mich gekämpft. Ich war so kaputt und er hat es geschafft, mich wieder zusammenzubauen. Wenn ich jetzt darüber rede, bin ich immer noch berührt davon, weil wir wirklich sehr, sehr glücklich miteinander sind. Dass ich diesen Mann noch bekommen durfte, ist einfach ein riesiges Geschenk. Ich darf das erste Mal in meinem Leben so sein, wie ich bin. Ich muss mich nicht verstellen, nichts einstecken, nicht zurückstecken.

Klingt, als wäre ER der Mann zum Kinderkriegen gewesen.

Ja, vor allem Peter redet immer davon, was für tolle Kinder wir beiden gehabt hätten. Aber er hat zusammen mit seiner Ex-Frau zwei so tolle, erwachsene Kinder, wir sind eine großartige Patchworkfamilie. Besser geht’s nicht.

2001, wenige Monate vor dem

Ehe-Knall: Sabine Christiansen (damals 44) – hier noch mit Ehemann Theo Baltz (50), daneben Ulla Kock am Brink (39) mit ihrem damaligen Lebensgefährten Alfred Bremm (51)