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ICH WAR NOCH NIEMALS …


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daheim - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 16.02.2022

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Bildquelle: daheim, Ausgabe 2/2022

GÖTTINGEN

GÄNSELIESEL-BRUNNEN

HÄUFIG GEKÜSST

Ob es ihr gefällt oder nicht, kann sie nicht sagen.

Aber kaum ein anderes armes Mädchen dürfte von so vielen Doktorandinnen und Doktoranden geküsst worden sein wie die bronzene Gänseliesel auf dem Marktplatz im niedersächsischen Göttingen. Glück erhoffen sich die Studierenden von diesem Ritual.

Bevor diese vor einigen Jahrzehnten erfolgreich den Kussbrauch kaperten, waren es zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Erstsemester, die den Brunnen vor dem Alten Rathaus regelmäßig erklommen. Studienneulinge gab es viele nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, weshalb es anfangs häufig zu derart lauten Feiern kam, dass die Polizei anrücken musste. 1926 verbot die Stadt schließlich das Erklimmen und Küssen der Brunnenfigur.

Doch weil die angehenden Akademiker nicht daran dachten, dem Gebot zu folgen, gipfelte das wilde Treiben um den Brunnen schließlich in einem ...

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... Kussprozess. Der Jurastudent und spätere CSU-Politiker Georg Graf Henckel von Donnersmarck wurde ertappt und zu einer Geldstrafe von zehn Reichsmark verurteilt. Der junge Mann zog bis vor das Berliner Kammergericht – ohne Erfolg. Der Bann blieb bestehen, der Brauch ebenso. Weder die Studierenden noch die Polizei scherten sich letztlich um das Verbot.

Und die Liesel? Sie avancierte mit der Zeit zum Wahrzeichen Göttingens. Ihr Antlitz ziert das Stadtlogo, Postkarten und so allerlei Kitsch.

Aufgestellt wurde die Figur des Mädchens, das die Gänse hütet, im Juni 1901. Barfuß und in schlichter Kleidung steht sie da. Nichts deutet auf die steile Karriere hin, die sie im Laufe ihres langen Lebens gemacht hat. Doch die große Aufmerksamkeit hatte auch ihren Preis: Weil die Bronzefigur im Lauf der Jahrzehnte öfter mal durch Vandalismus massiv beschädigt wurde, ersetzte man 1990 das Original durch eine Kopie.

Restauriert führt die Figur jetzt ein weitaus ruhigeres Leben im Städtischen Museum. Auf dem Brunnen steht nun eine Kopie. Das Kussverbot galt weiterhin, erst anlässlich von Liesels 100. Geburtstag im Jahr 2001 wurde es offiziell aufgehoben. www.denkmale.goettingen.de/ brunnen/gaenselieselbrunnen

Paulinerkirche

Fachwerkhäuser stehen rund um die 1304 als Teil eines Dominikanerklosters erbaute Paulinerkirche. 1812 wurde sie zur Bibliothek der Universität umgestaltet, im beeindruckenden Saal verkehrten unter anderen Goethe und Heine. Im Akademiehof befindet sich eine funktionierende Nachbildung des Gauß-Weber-Telegrafen von 1833, dem ersten elektromagnetischen Telegrafen der Welt.

Sternwarte

Auf den Spuren des berühmten Astronomen und Mathematikers Carl Friedrich Gauß kann man in der historischen Sternwarte wandeln. Sie war knapp 40 Jahre lang die beruf liche und private Heimat des Gelehrten. An Gauß und die Sternwarte erinnerte einst der 10-Mark-Schein. Der klassizistische Bau thront über einer Terrasse nahe der Innenstadt.

Kaum zu glauben, aber bei der Errichtung 1802 lag das Gebäude noch außerhalb der Stadt. www.goettingen-tourismus.de

MEHR TIPPS FÜR GÖTTINGEN

ANREISE

Mit dem Auto erreicht man Göttingen über die A 7 und die Ost-West- Route der A 38. Dank einer Vielzahl von ICE-Verbindungen kommt man auch bequem mit der Bahn hin. Fernbusse steuern die Stadt ebenfalls an. www.bahn.de

ÜBERNACHTEN

Das Hotel Freigeist liegt zentral, ist modern eingerichtet und besitzt bodentiefe Fenster. Im hauseigenen Restaurant INTUU werden japanisch-südamerikanische Köstlichkeiten serviert (DZ ab 129 €). Sehr edel schläft man im Romantik Hotel Gebhards, einer renommierten Adresse in einem Gebäude von 1854 am Rand der historischen Altstadt (DZ ab 190 €). www.freigeist-goettingen.de www.gebhardshotel.de

ESSEN & TRINKEN

Im Herzen der Studentenstadt befindet sich das Keller & Bistro des Deutschen Theaters Göttingen. Es bietet ein tolles Ambiente direkt am Stadtwall. Im Bullerjahn speist man in der historischen Atmosphäre des Alten Rathauses. Auf der Karte des großen Restaurants mit Terrasse stehen regionale Gerichte. Auch zum Frühstücken oder für Kaffee und Kuchen ist es eine gute Wahl. www.dt-bistro.de www.bullerjahn.de

GÖTTINGER WALL Ein Spaziergang auf dem Wall ist ein Muss. Was im 15. Jahrhundert als Festungsbauwerk errichtet worden war, wurde ab 1765 mit fast 400 Linden bepflanzt. Knapp drei Kilometer lang ist die Grünanlage um die Innenstadt und bei Joggern wie Spaziergängern beliebt. MP

`OBERHAUSEN

1. + 2. Raumerlebnis: Wo einst Gas gespeichert wurde, hat heute Kultur raumgreifende Auftritte. 2019 stand im Gasometer das Matterhorn Kopf

GASOMETER OBERHAUSEN

UNSERE SCHÖNE WELT

Der Blick auf die schwebende Erde in der Weite des Alls ist unglaublich. Das sagen Astronauten nach ihrer Rückkehr einhellig. Wer die neue Ausstellung im Gasometer Oberhausen, Nordrhein-Westfalen, besucht, kann sich vorstellen, was die Raumfahrer fühlen. Denn das Herzstück der Schau mit dem Titel „Das zerbrechliche Paradies“ ist eine 20 Meter hohe Erdkugel, die im Inneren des Industriedenkmals schwebt.

Der sogenannte Luftraum des früheren Gasspeichers, in dem der nachgebaute blaue Planet hängt, alleine ist schon atemberaubend. 100 Meter sind es vom Boden bis zur Decke von Europas höchster Ausstellungshalle. Hier wuchs auch schon einmal die Skulptur eines Regenwaldbaums 43 Meter in die Höhe, und ein umgedrehtes, acht Tonnen schweres monumentales Matterhorn hing über den Besucherköpfen.

Mit einem Panoramaaufzug gelangt man zudem aufs Dach des Wahrzeichens – fantastische Aussicht inklusive.

Spektakuläre Ausstellungen, außergewöhnlicher Bau: Mit einer Gesamthöhe von 117 und einem Durchmesser von 68 Metern konnten im ehemals größten Scheibengasbehälter Europas fast 350 000 Kubikmeter Gas aus den Kokereien und Eisenhütten gespeichert werden. Eine riesige Scheibe, die heute den Boden der zweiten Ausstellungsebene bildet, schwamm auf dem Gas und sorgte für den richtigen Druck.

Eigentlich wirkt er rund, der Gasometer, der von 1929 bis 1988 in Betrieb war. Die Außenwand aber hat 24 Ecken. Es ist diese ungewöhnliche Form, die die Veranstaltungen im Inneren – Konzerte mit ganz besonderer Akustik, die Installationen des Verpackungskünstlers Christo, eine riesige Skulptur des Mondes – so bemerkenswert macht.

Das trifft auch auf die aktuelle Ausstellung zu. Das höchst realistische Abbild der riesigen Erdskulptur eröffnet ganz neue Perspektiven: Dank extrem hoch aufgelöster Satellitenbilder lassen sich auf ihr die großen globalen Zusammenhänge etwa bei der Kontinentalverschiebung oder beim Wetter darstellen. Großformatige, faszinierende Fotos und 3-D-Filme zeigen, wie schön unsere Welt ist. Und wie bedroht – ein zerbrechliches Paradies eben. www.gasometer.de

HALDENBLICKE

Auf der Grenze zwischen Oberhausen und Bottrop liegt die Halde Haniel, die mit rund 120 Metern höchste ständig zugängliche Halde im Ruhrgebiet. Wer sie besteigt, kann sich auf einen weiten Rundblick übers Revier freuen, selbst der Gasometer lugt aus dem Dunst. Besonders eindrucksvoll ist die Halde aber im Nebel. Dann verleihen die „Totems“ aus Bahnschwellen des baskischen Künstlers Agustín Ibarrola dem Gipfelplateau ein mystisches Flair.

Beschwingt

Ein tanzender Strommast steht in Oberhausen auf einer Wiese direkt am Rhein-Herne-Kanal. „Zauberlehrling“ heißt das Stahlgebilde, das die Berliner Künstlergruppe „Inges Idee“ im Rahmen der Kunstausstellung Emscherkunst 2013 schuf. Mit ausgebreiteten Armen tanzt der Gittermast aus der Reihe. Ein tolles Fotomotiv aus vielen Perspektiven. emscherkunstweg.de

MEHR TIPPS FÜR OBERHAUSEN

ANREISE

Die Autobahnen 42 und 516 führen durch Oberhausen und direkt am Gaso meter vorbei. Im Hauptbahnhof Obe rhausen halten ICEs und ICs. Es bestehen Direktverbindungen nach Köln oder Frankfurt am Main. www .bahn.de

ÜB ERNACHTEN

Das gediegene Hotel Schmachtendorf bietet nicht nur ein schönes Gartenrestaurant, sondern ist auch bei der Elektromobilität ganz vorn: An zwölf Ladesäulen kann man hier die Akkus füllen (DZ ab 100 €). Wer in einem echten Zechengebäude übernachten möchte, fährt 20 Kilometer nach Essen. Der Blick aus dem Fenster des Kultur-und Tagungshotels Alte Lohnhalle fällt auf Industriearchitektur der Vergangenheit (DZ ab 90 €). www.hotel-schmachtendorf.de www.alte-lohnhalle.de

ESSEN & TRINKEN

Ausgezeichnete Küche gibt es im Hackbarth’s seit bald 30 Jahren. Besonders beliebt: die gebratene Blutwurst, das Tapas-Crossover und das 25-Euro-Azubi-Menü. Ein Paradies für alle, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, ist das Restaurant Ronja in Mülheim an der Ruhr. Es befindet sich im Ringlokschuppen Ruhr, einem Kulturzentrum der freien Szene mit interessantem Programm. www.hackbarths.de www.restaurant-ronja.de

THEMENSTRASSE Die Route der Industriekultur führt hinein in die von Bergbau, Eisen und Stahl geprägte Vergangenheit des Ruhrgebiets. Mittelpunkt ist das Welterbe Zollverein in Essen. JB www.route-industriekultur.ruhr

WAS SERBURG AM INN

SCHÖNE AUSSICHT

SCHLEIFE MIT FLAIR

Es gibt Orte, die möchte man so schnell nicht mehr verlassen. Die Schöne Aussicht oberhalb von Wasserburg am Inn ist so ein Ort. Von der Altstadt aus ist der Aussichtspunkt über die Innbrücke und den Kellerbergweg zu erreichen. 60 Höhenmeter Aufstieg, dann hat man es geschafft.

Da breitet es sich nun zu Füßen aus, das oberbayerische Städtchen im Norden des Chiemsee-Alpenlands. Seine Altstadt liegt auf einer Halbinsel. Zu sieben Achtel wird sie von der Innschleife mit ihrem grünen bis türkisfarbenen Wasser umarmt, das der gletschergespeiste Fluss aus den Alpen mitbringt. Ganz eng schmiegt er sich an die Häuser. Früher war Wasserburg daher nahezu uneinnehmbar.

Das Panorama ist großartig. Der Blick spaziert über die rote Innbrücke, streicht an den pastellfarbenen Häuserfassaden entlang, über Dächer und um Kirchtürme herum. Weiter wandert er bis zum gegenüberliegenden Steilufer, den Innleiten, mit dem wilden Waldbewuchs. Schiffe ziehen auf der in der Sonne glitzernden Wasserschleife ihre Runden.

Irgendwann wird man sich doch losreißen. Wieder hinabsteigen, sich Schritt für Schritt der Stadt nähern. Über die Innbrücke und durch das zinnenbekrönte spätgotische Brucktor mit seinem Mauthäuschen, durch das die ehemalige Salzstraße führte, gelangt man in die Altstadt. Der Handel hat die Kaufleute und Schiffermeister Wasserburgs reich gemacht. Abzulesen ist diese Blütezeit im 15. Jahrhundert an den prächtigen, bunten Patrizierhäusern über südländisch anmutenden Laubengängen, die zum ausgiebigen Bummeln einladen.

Vor allem die Häuserfassaden machen das Flair des mittelalterlichen Zentrums aus, das vollständig unter Schutz steht. Das spätgotische Rathaus am Marienplatz ist ebenso ein Schmuckstück wie das gegenüberliegende Haus der Patrizierfamilie Kern mit seiner reich verzierten Rokoko-Stuckfassade.

Jedes Jahr im Herbst (17. September 2022) werden Gebäude bei „Wasserburg leuchtet“ in fantastische Farb- und Klangwelten getaucht – ein Event, das man sich im Kalender vormerken sollte. www.wasserburg.de

Skulpturenweg

Kunst in der Natur – das lässt sich bei einem Spaziergang am Ufer des Inns erleben.

Dort wird der Hochwasserdamm zur Bühne für rund 30 Skulpturen lokaler Bildhauer. Vom Brucktor aus führt der Weg auf 1,5 Kilometern entlang der Innschleife. Die Open-Air-Galerie gehört zu den größten in Deutschland. wasserburg.de/skulpturenweg

Bierkatakomben

Bier wird in Wasserburg zwar nicht mehr gebraut, aber die bis zu 200 Jahre alten Lagerkeller im Innern des Kellerbergs gibt es noch. Dort konnte das Sommerbier während des Brauverbotes von April bis September kühl gelagert und in Wirtschaften vor den Kellern ausgeschenkt werden. Heute ist in dem System aus Gängen und Gewölben das Bierkellermuseum untergebracht. Es kann bei Führungen besichtigt werden. www.wasserburg.de/ bierkatakomben

MEHR TIPPS FÜR WASSERBURG

ANREISE

Aus fast ganz Deutschland ist die Anfahrt über München ideal – mit der Regionalbahn ab München Hauptbahnhof oder dem Auto über die Bundesstraße 304. www.bahn.de

ÜBERNACHTEN

In guter Altstadtlage und Flussnähe kommt man im Hotel Fletzinger unter (DZ 112 €). Ebenfalls auf der Halbinsel befindet sich hinter der prächtigen Rokokofassade des historischen „Kernhauses“ das Hotel Paulanerstuben (DZ 89 €). Auf 90 nostalgisch eingerichteten Quadratmetern wohnt man in der Ferienwohnung Beim Halt im ersten Stock eines 850 Jahre alten Stadthauses (ab 60 €). www.fletzinger.de www.paulanerstuben-wasserburg.de ferienwohnung-beim-halt.twebsite.info

ESSEN & TRINKEN

Im Gasthof Huberwirt auf dem Kellerberg kann man sich nach dem Aufstieg zur Schönen Aussicht stärken. Gehobene Küche mit bayerischen Wurzeln serviert das elegante Restaurant Weißes Rössl in der Herrengasse. Für den besonderen Kaffeegenuss und Schokoladenspezialitäten ist der Wasserburger Bohnenröster eine gute Adresse. www.huberwirtamkellerberg.de www.weisses-rössl.de www.wasserburger-bohnenroester.de

INNSCHIFFFAHRT Die Häuserfronten am Flussufer und die Innleiten kommen bei einer Rundfahrt auf der Innschleife besonders zu Geltung. Sie wird für Gruppen von April bis Oktober angeboten. Information und Anmeldung unter der Nummer 0 80 71/47 93. DF