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„Ich werde nicht daran sterben!“


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 09.02.2022

KULTUR

Artikelbild für den Artikel "„Ich werde nicht daran sterben!“" aus der Ausgabe 7/2022 von Frau im Spiegel. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 7/2022

MACHT FRAUEN MUT Tanja Bülter schrieb ein Buch über ihre Brustkrebs-Erkrankung ? ehrlich und mit vielen Tipps für Betroffene

Diesen Moment fürchten alle Frauen auf der Welt, für RTL-Moderatorin Tanja Bülter („VIPstagram“) kam er im Oktober 2020: Sie entdeckte unter der Dusche einen kleinen Knoten über der linken Brust. Nach einer Biopsie kam dann die Diagnose: Brustkrebs, eine besonders aggressive, schwer zu behandelnde Form. Was folgte, war „das schlimmste Jahr meines Lebens“, sagt Bülter im Gespräch mit FRAU IM SPIEGEL. Die Wahlberlinerin hatte sich erst ein halbes Jahr zuvor nach 14 Jahren von ihrem Ehemann Nenad Drobnjak, 53, getrennt. Die beiden Kinder Nicolas, 14, und Mina, 9, leben überwiegend bei ihr in der Charlottenburger Wohnung. „Auch in meinen dunkelsten Stunden habe ich mir immer gesagt: Du ...

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... stirbst nicht daran“, erzählt sie. Inzwischen ist Bülter krebsfrei, hat ein Buch über ihre Erkrankung geschrieben („Brust raus – wie ich den Krebs besiege und dabei ICH bleibe“) geschrieben und blickt zuversichtlich nach vorne: „Mein Leben war die vergangenen 15 Monate wirklich kein Spaziergang, aber am Ende des Tages zählt, dass ich mich jetzt gut fühle, dass ich tanzen konnte für die VOX-Show „Showtime of my Life“ und dass ich langsam wieder auf mein altes Energielevel komme“, sagt sie.

Geholfen hat ihr in der schweren Zeit auch, dass sie immer Unterstützung bekam. „Auf meinen Freundinnen-Kreis und meinen Kollegen Kena Amoa, mit dem ich zusammen VIPstagram moderiere, konnte ich immer zählen. Und natürlich auf meine Eltern, besonders meine Mutter, die meine Tochter drei bis vier Tage pro Woche wegen des Homeschoolings zu sich nahm und mich enorm entlastete.“ Auch Ex-Mann Nenad stand ihr „ab und zu“ zur Seite. „Mir hat die Kinderpsychologin geraten, es den beiden Kindern zusammen mit ihrem Vater zu erzählen. Ihn hatte ich vorher schon darüber informiert, was mit mir los war. Wir vermittelten den beiden, dass der starke Vater noch da ist und sie nicht alleine sind.“

Vor Bülter lag ein Therapie-Marathon: Eine Chemotherapie musste den Tumor verkleinern, dann erst wurde operiert. Nach dem Eingriff folgte eine Serie von Bestrahlungen, dann wieder eine Chemo. Bülter fürchtete um ihr Leben, aber zusätzlich um ihr Aussehen: „Mir war es als Moderatorin, die ihr Geld nun mal auch mit ihrem Aussehen verdient, wichtig, meine Weiblichkeit nicht zu verlieren. So wollte ich etwa meine langen Haare nicht kampflos aufgeben.“ Bülter entschied sich, während der wöchentlichen, fünfstündigen Chemositzungen eine sogenannte Kühlkappe zu tragen. Diese Haube kühlt die Temperatur der Kopfhaut auf circa 15 Grad herunter. Das reduziert die Durchblutung der Haarfollikel, es gelangt weniger Chemotherapeutikum dorthin, dadurch fallen weniger Haare aus. So schrecklich die Therapiemonate waren, es gab auch glückliche Tage, Bülter verabredete sich mit einem neuen Mann: „Ich war geschwächt von der Chemo und der Krankheit, und da tritt dieser jüngere, sportliche Mann in mein Leben, das war heilsam und toll. Es war so ein wunderbarer Sommer-Flirt, der aber im Winter keinen Bestand mehr hatte“, erzählt sie. Die beiden trennten sich wieder, in aller Freundschaft.

Im vergangenen Herbst wurde Bülter 50, gefeiert hat sie nur mit den sieben engsten Freundinnen. „Das fühlte sich richtig an, denn sie haben mich auch durch die schwere Zeit getragen. Mir ist da noch einmal bewusst geworden, wie gesegnet ich bin mit diesen Frauen und damit, dass ich überlebt habe“, sagt sie. Was sie intensiv beschäftigte, war die Frage, warum sie überhaupt krank geworden ist. „Ich habe versucht, das herauszufinden, auch mit alternativen Methoden wie einer Familienaufstellung. Ich weiß heute, dass der Auslöser sicher meine Zukunftsängste waren. Ich fühlte mich viele Jahre belastet als Alleinverdienerin mit zwei kleinen Kindern.“ Die Situation hat sich nicht geändert, aber Bülter hat begleitend zur Krebstherapie eine Psychotherapie gemacht und ihre Ängste aufgearbeitet. Im Frühjahr plant sie eine Ayurveda-Kur, um wieder zu Kräften zu kommen. So eine Auszeit für sich hätte sie sich früher nie gegönnt. ◼

ULRIKE REISCH