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ICH WOLLTE IM MERWEITERLESEN


Bücher - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 13.10.2021

Artikelbild für den Artikel "ICH WOLLTE IM MERWEITERLESEN" aus der Ausgabe 6/2021 von Bücher. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

ALEM GRABOVAC: Das achte Kind Hörbuch Hamburg ungekürzte Lesung, 361 Min./5 CDs, 22 Euro

ALEX SCHULMAN: Die Überlebenden Der Audio Verlag ungekürzte Lesung, 376 Min./1 MP3-CD, 22 Euro

FRIEDEMANN KARIG: Dschungel Hörbuch Hamburg (2019) ungekürzte Lesung, 629 Min./2 MP3-CDs, 22 Euro

BÜCHERmagazin verlost fünfmal das Hörbuch „Die Überlebenden“ (Der Audio Verlag). Teilnahmebedingungen siehe S. 4. Viel Glück!

Sie haben kürzlich den Debütroman von Alex Schulman eingesprochen, einen Bestseller aus Schweden. „Die Überlebenden“ ist die Geschichte der drei Brüder Benjamin, Pierre und Nils, die in Rückblenden von der Gegenwart aus immer wieder in eine Kindheit führt, in der die drei Jungen mehr oder weniger auf sich allein gestellt sind und um die Liebe ihrer Mutter kämpfen. Was die Eltern-Kinder-Beziehung so kompliziert macht, erfährt man erst zum Schluss und es soll hier auf keinen Fall verraten werden. ...

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Für mich war das wahnsinnig spannend. Ich bin kein Vom-Blatt-Leser und muss mich intensiv mit einem Buch beschäftigen, um es gut zu machen. Bei diesem Buch hatte ich sofort das Gefühl, dass ich es noch einmal lesen will. Ich fand es sehr beeindruckend, wie sich erzählerisch alles ineinander verwebt, mit diesen Rückblenden, das macht richtig Spaß vorzulesen. Überhaupt bin ich ein Fan von Büchern, die formal so aufgemacht sind. Tatsächlich ist es ja so, dass die Sprache des Buches sehr zugänglich ist, in den Formulierungen ist es klar und trotzdem emotional. Mich hat es auch beim dritten Lesen zum Ende hin immer wieder emotional gepackt.

Das ging mir auch so und ich habe mich gefragt, wie es ist, wenn man es so wie Sie mehrmals liest. Beim Hören war immer etwas unterschwellig Bedrohliches da. Das habe ich auch da schon empfunden, als noch gar nichts Schlimmes passiert war.

Wenn man den Roman noch ein zweites und ein drittes Mal liest, bricht einem die Geschichte fast das Herz. Ich habe selber drei Kinder und natürlich versuche ich, alles richtig zu machen, versuche, den Kindern Liebe zu geben, sie alle ernst zu nehmen. Und mitzuerleben, wie die Kinder in dem Buch das eben nicht bekommen und wie sie zum Teil behandelt werden, das ist schlimm. Als ich wusste, worauf alles hinausläuft, hat mich das sehr berührt, weil die Figuren gleichzeitig so stark waren. Das fand ich wirklich toll.

Haben Sie versucht, diese unheilvolle Atmosphäre auch durch die Art des Vorlesens herzustellen?

Das passiert ganz automatisch. Man liest ja vier oder fünf Stunden am Stück ein, in einem schalltoten Studio. Man weiß, wo das Buch hinführt. Da kann man sich gar nicht dagegen wehren, dass man das in die Stimmung packt. Letztlich ist es genau diese Emotionalität, die mich packt, wenn ich in diesen Stoff vordringe. Das musste ich nicht bewusst herstellen. Dass es mir auf diese Weise wie hier passiert, hatte ich bisher aber tatsächlich nicht oft beim Hörbuchlesen. Oft war es beim Einlesen so, dass ich mal eine Pause brauchte. Bei diesem Roman war es so: Ich wollte immer weiterlesen.

„Die Überlebenden“ ist ein Debütroman. Ebenso wie „Das achte Kind“ von Alem Grabovac und „Dschungel“ von Friedemann Karig, die beiden Hörbücher, die sie zuvor eingelesen hatten. Gibt es etwas, was Ihnen in Bezug auf Sprache und Inhalt bei diesen Büchern junger Autoren aufgefallen ist?

„Die Überlebenden“ fand ich für einen Debütroman unglaublich reif und gleichzeitig bescheiden. Es wurde nicht alles rein gepackt, wie man es vielleicht schon immer schreiben und formulieren wollte. Der Roman bleibt nüchtern und entwickelt einen Sog. Beim Lesen habe ich solche Gedanken aber nicht. Ich denke, dass Debütromane eine sehr persönliche Sache sind. Das ist sicher so wie mit einem Debütfilm: eine Geschichte, die die Macher unbedingt erzählen wollten, anstatt eine Aufgabe oder Vorgabe zu erfüllen. Etwas, das aus dem tiefsten Inneren kommt.

Die drei Romane sind sehr verschieden, was sicher auch für Sie als Sprecher jeweils eine andere Herausforderung darstellt. Gehen Sie beim Einlesen bei jedem Hörbuch anders vor?

Das ist immer sehr individuell. Bei „Das achte Kind“ gab es vieles bei der Aussprache zu klären. Hilfreich ist immer, wenn man den Roman so richtig gerne mag und das war bei „Das achte Kind“ so und das war auch bei „Die Überlebenden“ so. Zu „Dschungel“ sind die Erinnerungen schon ein wenig verblasst, aber ich kann mich erinnern, dass es eine schöne Arbeit war, auch weil ich den Regisseur Sven Stricker sehr mag. Wenn die Charaktere so unterschiedlich geschrieben sind, macht es Spaß, sich zusammen zu überlegen, wie jemand spricht, in welchem Tempo, in welcher Stimmfärbung. Bei „Die Überlebenden“ war ich hingegen gar nicht geneigt, die Brüder besonders zu modulieren, weil das Buch so schlicht daherkommt. Da möchte man den Hörer wenig mit Emotion oder Färbung beeinflussen. Ich hatte bei diesem Roman das Gefühl, dass man da ruhig und sachlich vorgehen und der Sprache gerecht werden muss. Die Handlung spricht für sich und man hat nicht das Gefühl, groß gestalten oder den Hörer an die Hand nehmen zu müssen.

Schätzen Sie dies bei der Arbeit an einem Hörbuch oder gestalten Sie lieber?

Ich würde sagen, beides. Ich habe viele dokumentarische Features gemacht, ich schätze es, den puren Inhalt zu transportieren. Auch weil ich es oft einfach spannend finde, über was da geredet wird. Aber ich liebe auch Hörspiele, wo man im Gegensatz zur Arbeit an einem Drehort nicht das Kostüm, die Maske, Licht und die Kamera um sich herum hat, sondern einfach nur im dunklen Kämmerchen mit seiner Stimme einem Charakter Leben einhauchen kann.

Das haben Sie schon sehr viel gemacht. Wie sind Sie zum Hörspielsprechen gekommen?

Das ist eine gute Frage. Ich nehme an, wenn man einen gewissen Namen in der Filmbranche hat, kommt es einfach dazu. Wobei mir jemand ganz am Anfang meiner Karriere offenbart hat, dass ich, weil ich ja nie eine Schauspielschule besucht habe und manchmal eher schnell und etwas unverständlich rede, in diesem Bereich keine Chance hätte. Umso mehr hat es mich gefreut, dass es doch irgendwie geklappt hat. Ich glaube, der Hörer mag es, wenn die Figur natürlich spricht. Ob im Film, im Hörspiel oder im Hörbuch. Eine persönliche Note ist immer gut.