Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 6 Min.

IHR NÄCHSTES PROJEKT –IN 3D!


selbermachen - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 06.08.2021

PLANUNG AM PC

Artikelbild für den Artikel "IHR NÄCHSTES PROJEKT –IN 3D!" aus der Ausgabe 9/2021 von selbermachen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: selbermachen, Ausgabe 9/2021

Alles im Blick: Ein virtuelles Modell bietet viele Vorteile bei der Projektumsetzung

PLANEN IM VIRTUELLEN RAUM

Haben Sie schon mal von „BIM“gehört? Wahrscheinlich nicht, aber für die Profis wird der Begriff immer wichtiger. Denn das „Building Information Modeling“, auf gut Deutsch etwa „Gebäudedaten-Modellierung“, ersetzt zunehmend den Papierwust bei der Bauplanung und bindet alle Gewerke ein – jeder, der am Bau etwas zu tun hat, lässt seine Tätigkeit als virtuelles 3D-Objekt in die Gesamtplanung einfließen. Das geht aber auch für den Hausgebrauch: Sie können Ihr nächstes Projekt, sei es ein einfacher Holztisch, eine verschnörkelte Kommode oder gar eine ganze Küchenzeile, bequem in 3D zu Hause planen.

Einmal erstellen, immer wieder verwenden und verwandeln

Die Vorteile: Bei einem 3D-Modell können Sie jederzeit Größe, Form und Materialien ändern und wissen dennoch immer ganz genau, wie das Ganze zum Schluss aussehen wird – Bemaßung natürlich inklusive. Außerdem brauchen ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,99€
NEWS 30 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von selbermachen. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 9/2021 von Liebe Leserinnen! Liebe Leser!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Liebe Leserinnen! Liebe Leser!
Titelbild der Ausgabe 9/2021 von NEWS magazin. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS magazin
Titelbild der Ausgabe 9/2021 von Elektrosicherheit bei ÜBERFLUTUNGEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Elektrosicherheit bei ÜBERFLUTUNGEN
Titelbild der Ausgabe 9/2021 von KALENDER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KALENDER
Titelbild der Ausgabe 9/2021 von Vom Kochplatz zur WOHNKÜCHE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Vom Kochplatz zur WOHNKÜCHE
Titelbild der Ausgabe 9/2021 von SCHRAUBERBITS: AUS EIGENEM ANTRIEB. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SCHRAUBERBITS: AUS EIGENEM ANTRIEB
Vorheriger Artikel
ZIMMER TRENNEN LEICHT GEMACHT
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Auf Ihre Idee KOMMT ES AN!
aus dieser Ausgabe

... Sie oft nicht bei Null anfangen, denn viele Projekte gibt es bereits frei verfügbar im Internet – und das millionenfach. Sie laden sich einfach das passende 3D-Modell herunter, fügen es in ein Gestaltungsprogramm ein und modellieren das Modell dann ganz nach Ihren Wünschen. Zum Schluss importieren Sie das Modell dann in eine Darstellungssoftware, die das geplante Objekt in Ihrer realen Wohnumgebung zeigt. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht: Alle dafür nötigen Werkzeuge gibt es zum Ausprobieren gratis im Internet, vieles davon müssen Sie nicht einmal installieren – wir zeigen Ihnen, wie das geht.

VORBEREITUNG UND INSTALLATION

Für die Hightech-Planung Ihres nächsten Selbermacher-Projekts brauchen Sie drei Dinge: ein Stück Papier, einen PC und einen Internet-Browser.

Jedes Projekt, egal ob klein oder groß, beginnt mit einer Idee – zeichnen Sie sie auf! Machen Sie eine grobe Skizze, überlegen Sie sich die Maße und Materialien, holen Sie sich Anregungen aus Ihrem Umfeld oder dem Internet. Eine kleine Skizze und ein paar Stichworte genügen zunächst.

Als Nächstes melden Sie sich bei einer 3D-Planungssoftware an. Es gibt hier eine große Fülle an digitalen Werkzeugen (siehe auch die Kästen Seite 83 und 85), für Heimwerkerzwecke habe wir uns dabei für SketchUp entschieden. Der Vorteil: Für das Programm braucht man nicht die neueste PC-Technik, es ist leicht zu erlernen, es gibt eine große Community – und die private Nutzung für kleine Projekte ist gratis. Sie müssen dabei nichts installieren: Wechseln Sie mit einem Internet-Browser Ihrer Wahl auf die Webseite sketchup.com/de. Klicken Sie hier auf das Feld „SketchUp ausprobieren“. Erschrecken Sie nicht: Die dort angezeigten kostenpflichtigen Abomodelle können Sie ignorieren und wählen stattdessen den Reiter „Persönliche Projekte“ und die Option „Free“. Sobald Sie sich registriert haben, können Sie loslegen. Die Einschränkungen dieser Gratisfassung: Sie können SketchUp nur im Browser als „Webapp“ verwenden und haben begrenzte Export-, Import-und Speichermöglichkeiten.

„Modding“ für Ikea-Möbel

Die wichtigste Quelle für das Einfügen bereits geplanter Objekte der Community bleibt Ihnen aber erhalten: das „3D Warehouse“ unter https://3dwarehouse. sketchup.com, in dem Sie über 3,5 Millionen 3D-Projekte durchsuchen und (gratis) herunterladen können. Hier finden Sie auch zahlreiche Modelle von Ikea-Möbeln, falls Sie sich einmal an einem „Modding“-Pro- jekt versuchen wollen.

„Die Community sorgt für 3D- Vorlagen in Hülle u nd Fülle -sogar für Ikea und Co“

Michael Suck, Technik-Experte bei selber machen

3D-PROJEKT IN SKETCHUP ERSTELLEN

Jetzt geht’s los: Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt am Beispiel eines Esstisches, wie Sie ein 3D-Modell nach Ihren Vorstellungen entwerfen können.

Jetzt sehen Sie die drei Raumachsen. „Helen“ dient als Maßstab (1,60 m). Sie kippen die Ansicht mit dem Kreiselwerkzeug links. Drücken Sie dazu „SHIFT“, verschieben Sie per Hand horizontal.

Wählen Sie rechts „i“ und stellen Sie die Maßeinheit auf „0.0 cm“. Das Menü per Klick auf den Pfeil oben rechts schließen.

Den Linien-Zeichenstift ansetzen, klicken, 80 cm parallel zur grünen Achse ziehen (Maß siehe unten rechts), wieder klicken.

Auf den letzten Endpunkt klicken und wieder eine Linie ziehen, diesmal 120 cm parallel zur roten Achse.

Das Ansetzen auf den Endpunkten geht dank „Einrasten“ ganz einfach. Die Seiten erstellen, bis ein Rechteck entsteht – das füllt SketchUp automatisch in Grau.

Jetzt bekommt die Tischplatte ihre Materialstärke: Wählen Sie links das Symbol mit dem Pfeil nach oben („drücken/ziehen“) und daraus die erste Option oben.

Platzieren Sie das Werkzeug über der Platte. Mit gedrückter Maustaste ziehen Sie das Werkzeug nach oben – die Plattenstärke wächst. 12 cm reichen.

„Komponenten wie ein Tischbein legen Sie einmal an und können sie dann beliebig kopieren“

Wählen Sie „verschieben“ (links, Symbol mit den Richtungspfeilen) und bewegen Sie die Platte mit darüber gedrückter Maustaste parallel zur blauen Achse 70 cm nach oben.

Per Rechteckwerkzeug (links) ohne Klicken andocken an die linke Tischkante, sodass ein blaues Rechteck entsteht.

Zeiger weit nach unten ziehen, klicken, zum Rechteck aufziehen und einfach „12, 12“ (mit Komma!) eintippen.

Das entstandene Quadrat per „drücken/ziehen“ etwas hochziehen, auf der Tastatur „70“ eintippen (70 cm). Per Dreifachklick auf das Tischbein markieren Sie es komplett. Dann Rechtsklick und „Komponente erstellen“ wählen. Dann per „verschieben“ an die Platte andocken.

Wenn Sie eine „Komponente“ erstellen, können Sie noch Eigenschaften und einen passenden Namen bestimmen.

3D-SPEZIAL-TOOLS

TIPP

Viele Hersteller von Möbeln oder Bauteilen verfügen ohnehin über 3D- Modelle ihrer Produkte. Was liegt also näher, als diese samt 3D-Werkzeug auch dem Kunden zur Verfügung zu stellen? Eine Auswahl:

Spax Design Software: Hier geht es ums Messen und Bemaßen, etwa von Terrassen oder Dämmungen – natürlich mit Fokus auf die Befestigungslösungen. Nach Registrierung gratis unter https://downloads.spax.com Ikea Raumplaner: Ikea bietet gleich über 30 Planer an, doch meist geht es um Materiallisten oder das Zusammenstellen von Möbeln nach dem Baukastenprinzip. Mit am umfangreichsten ist der Küchenplaner unter https://kitchenplanner.ikea.com/de

Hornbach Raumplaner und Außenplaner: Weniger auf 3D-Modelle, sondern mehr auf fotorealistisch wirkende Optik setzen die beiden Planer von Hornbach (siehe Bild rechts). Selbst die eigenen vier Wände kann man per Handyfoto integrieren. Online nutzbar unter https://bit.ly/3jQNvY7

Schöner Wohnen Raumplaner: Er ähnelt in der Handhabung dem bekannten Gratistool Sweet Home 3D und lässt sich online im Browser nutzen: https://bit.ly/2V0kLSk

Wählen Sie das Menüsymbol mit den drei Quadern (rechte Menüleiste): als neues „Werkstück“ hier das Tischbein anklicken und an jeder Ecke des Tisches einrasten lassen – für die Passung sorgt SketchUp.

„Eine große Hilfe ist, dass Markierungspunkte oder ganze Werkstücke automatisch andocken und passend einrasten“

Der Tisch ist fertig, aber noch „nackt“. Wählen Sie in der rechten Menüleiste den Quader mit dem Schachbrettmuster, darin per Suchsymbol (Lupe) ein Material, etwa eine Holzart – der Tisch bekommt dann per „Farbeimer“ eine Textur.

NACHBEREITUNG: TUNEN, ERWEITERN, EXPORTIEREN

Ein Möbel wie unser Tisch ist erst der Anfang – jetzt können Sie Maße, Zeichenstile und Schatten hinzufügen oder Ihr Projekt in andere Tools exportieren.

Wenn Ihre ersten Gehversuche in der 3D-Planung erfolgreich waren, können Sie sich am Feintuning versuchen. SketchUp bietet zum Beispiel Möglichkeiten, Ihr Modell wie eine handgezeichnete Skizze darzustellen – experimentieren Sie hier mit dem „Stile“-Werkzeug in der rechten Menüleiste und fügen Sie bei Bedarf noch einen Schatten hinzu. Letzteres können Sie schnell per Suche mit der Lupe nach „Schatten“ global anschalten. Eine perfekte Vorlage zum Ausdrucken erhalten Sie schließlich, wenn Sie dann noch die Bemaßung mit dem Maßband-Icon links aktivieren und dort die zweite Option „Abmessungen“ wählen. Sie können dann ganz einfach an allen Endpunkten per Mausklick andocken, eine Linie bis zum nächsten Endpunkt ziehen und das Maß dann beliebig aufziehen, damit es gut abzulesen ist – den Maßwert errechnet SketchUp automatisch.

3D-Modelle für die Raumplanung

Natürlich können Sie in SketchUp ihr erstes Objekt noch um eine ganze Wohnlandschaft er weitern. Oder eine Küche: Unter www.kuechen-forum.de/ sketchup-bibliotheken finden Sie zum Beispiel Modelle aller gängigen Küchenbestandteile – das ist zeitaufwendig, lohnt sich aber, wenn Sie später einmal umplanen wollen.

Schneller geht es, wenn Sie zunächst ein Modell in SketchUp erstellen und dieses dann in ein Raumplanungsprogramm einfügen. Dafür gibt es spezialisierte Software, etwa das kostenlose Sweet Home 3D (siehe selber machen 6/21 und www.sweethome3d.com/de).

Einzige Hürde: Am einfachsten importieren Sie hier Objekte, indem Sie Ihr Modell zuvor in SketchUp im Format Collada exportiert haben – aber das geht nur in der Bezahlvariante. Der Umweg: Exportieren Sie im Hauptmenü (die drei Striche oben links) Ihr 3D-Modell als STL-Datei. Installieren Sie danach das Gratisprogramm Meshlab (www.meshalb.net). Importieren Sie hier Ihr STL-Modell per

„Import Mesh“ und speichern Sie es neu per „Export Mesh As…“ als DAE-Datei. In Sweet Home 3D können Sie dann etwa unseren Tisch mit der Menüfolge „Mobiliar“ und „Mobiliar importieren“ einfügen. Das Programm bietet Ihnen dabei auch an, die Seitenansichten, Materialien und Maße zu korrigieren, wenn nötig – und schon platzieren Sie den neuen Tisch in das bestehende Modell Ihrer Wohnung.

ALTERNATIVEN ZU SKETCHUP

TIPP

Für erste Gehversuche ist SketchUp in der Gratisversion eine durchaus potente Spielwiese. Allerdings: Wer die Möglichkeiten dieses Werkzeugs voll ausnutzen will, greift über kurz oder lang zu einem der Abomodelle – und die kosten über 100 Euro pro Jahr. Da lohnt also durchaus ein Blick zur Konkurrenz, vor allem zu Fusion 360 (https://autode.sk/36ul3nf). Das Programm von Autodesk gilt als Hauptkonkurrent zu SketchUp. Die Nutzung ist ein Jahr gratis mit der Möglichkeit der kostenfreien Verlängerung für Privatanwender. Die Einarbeitung ist komplexer, die Features dafür variabler – viele ambitionierte Heimwerker schwören auf Fusion 360.

Ebenfalls für Privatanwender interessant ist noch FreeCAD (www.freecadweb.org). Das Programm kann man kostenlos herunterladen, eine Community sorgt für 3D-Modelle und die gesamte Weiterentwicklung der gemeinfreien Software („Open Source“) – dafür kann es auch mal zu Programmabstürzen kommen.