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Im Dunkeln


Der Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 44/2018 vom 26.10.2018

Misshandlungen Eine Mutter schlug ihren Sohn, ließ ihn Müllsäcke anziehen und auf dem Boden schlafen. Das Jugendamt betreute die Familie, bemerkte aber offenbar nichts. Erst die Schwester rettete den Jungen.


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Bildquelle: Der Spiegel, Ausgabe 44/2018

Einmal hockte der Junge in der Auffahrt vor dem Haus. »Er hatte ein Küchenmesser in der Hand und musste das Moos zwischen den Pflastersteinen herauskratzen«, sagt ein Mann, der gegenüber wohnt. »Wir haben uns gewundert, denn es war Winter, und das Kind war barfuß. Ob er Schuhe haben möchte, fragte eine Nachbarin.« Nein danke, habe der Junge brav geantwortet, er könne das schon aushalten.

»Das war vor ...

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... drei oder vier Jahren«, sagt der Mann, »danach sah man den Jungen nur noch selten draußen.«

Man kennt sich hier in Emsbüren, einer idyllischen Gemeinde im niedersächsischen Emsland. Die rot und beigefarben verklinkerten Häuser haben Carports und hübsche Vorgärten. Die Nachbarn grüßen einander, wenn sie sich auf der Straße begegnen. Das ist der Tatort.

Dass etwas nicht stimmte mit Oscar* und seiner Familie, war in der Nachbarschaft bekannt. »Es gab diese Geschichten «, sagt der Mann, »dass der Junge eingesperrt war.« Manchmal habe er ihn »dort oben« sitzen sehen. Er zeigt auf ein Fenster im ersten Stock.

Warum rief niemand die Polizei?

»Wir wussten doch nichts Genaues«, entgegnet der Mann, sein Blick wandert über seine blaue Arbeitshose auf die Straße vor seinen Füßen, als suchte er auf dem Asphalt nach einer Erklärung.

Zwei Jahre lang soll die heute 37-jährige Martina S. ihren Sohn im hinteren Teil des Doppelhauses gequält und misshandelt haben. So steht es in der Anklage. Demnächst soll der Fall vor dem Amtsgericht in Lingen verhandelt werden.

Als ein Kriminalkommissar und eine Mitarbeiterin des Jugendamts im Januar 2017 in die Backsteinsiedlung kamen, um den Jungen zu retten, bot sich ihnen ein verstörender Anblick. Vor ihnen stand ein schmächtiger 16-Jähriger, der sie traurig anschaute. Er trug eine Unterhose und zwei gelbe Plastiksäcke, wie man sie vom »Grünen Punkt« kennt. Um den Kopf hatte Oscar einen Mundschutz gebunden. Sonst hatte er nichts an.

Die Polizei machte Fotos von dem Jungen und von seinem Schlafzimmer im ersten Stock, in dem er nachts eingesperrt gewesen sein soll. Das Besondere an den Bildern des Zimmers ist, was man nicht auf ihnen sieht: Kleidung, Bücher, Spielsachen. In dem kahlen Raum steht ein Bettgestell mit einem Lattenrost. Die Matratze fehlt, Bettzeug ebenso. Die einzige Leuchte im Zimmer hat keine Glühbirne, der Kleiderschrank ist mit einem Fahrradschloss verriegelt.

Hier schlief der Junge auf dem Fußboden, in Müllsäcke gekleidet.

Was sich von 2015 bis 2017 in der Backsteinsiedlung von Emsbüren zugetragen hat, ist kaum zu begreifen. Es handelt sich um einen schweren Misshandlungsfall, der offenbar unter den Augen der Behörden möglich war. Das für Emsbüren zuständige Jugendamt in Lingen betreute die Familie, seit der Junge zwei Jahre alt war. Die Sozialarbeiter wussten von Problemen, die die Mutter Martina S. mit der Erziehung ihres Kindes hatte.

Der Fall wirft viele Fragen auf: Wie kann es sein, dass eine Mutter ihrem Kind so etwas antut? Warum hat niemand dem Jungen geholfen? Der mitangeklagte Stiefvater, das Jugendamt, die Nachbarn, die Ärzte, die Lehrer in der Schule? Am Ende war es die jüngere Halbschwester, die den Jungen aus der heimischen Hölle befreite.

Oscar, heute 18 Jahre alt, hatte es von Anfang an schwer. Als er im Mai 2000 geboren wurde, war seine Mutter Martina S. gerade 19 Jahre alt geworden. Die Beziehung mit dem leiblichen Vater des Babys hielt nicht lange. Er verschwand spurlos aus dem Leben der kleinen Familie.

Martina S., die in Meppen eine Hauswirtschaftsschule besuchte und später als Taxifahrerin arbeitete, verliebte sich neu. Im Dezember 2001 heiratete sie. Damals war Oscars Halbschwester gerade zur Welt gekommen.

Die junge Mutter war mit ihrem zweijährigen Sohn überfordert. 2002 kamen erstmals Mitarbeiter des Jugendamts zu der Familie. Der Grund dafür seien, heißt es in Akten, erzieherische Probleme mit dem Kleinkind gewesen, Verhaltensauffälligkeiten bei der Nahrungsaufnahme und Einkotprobleme.

Welche Gewaltexzesse und Erniedrigungen Oscar in den folgenden Jahren über sich ergehen lassen musste, haben er und seine Schwester eine Woche nach dem Poli - zeieinsatz in einer ausführlichen Video - vernehmung berichtet.

Schon früh sei Oscar von der Mutter geschlagen worden, erklärte die Halbschwester. In der Grundschulzeit sei es zu Hause immer wieder zu Konflikten wegen der angeblichen Essstörung des Bruders gekommen. Ihre Mutter habe verboten, dass sich Oscar irgendetwas zu essen hole. Ihr selbst sei aufgetragen worden, darauf zu achten, dass er nicht an Nahrung komme.

Zunächst sei er nur ein »bisschen« geschlagen worden, sagte Oscar in seiner Vernehmung. Es habe mit Ohrfeigen begonnen. Später habe die Mutter ihn regelrecht verprügelt, mit einem Besenstiel, mit gefrorenen Kühlakkus, einer Suppenkelle oder mit den Fäusten. Er habe häufig Nasenbluten davon bekommen.

Besonders schlimm sei es geworden, als 2015 der kleine Halbbruder zur Welt kam. Oscar war 14 Jahre alt. Martina S. habe ihn von da an wegen Nichtigkeiten angeschrien, ihn beschimpft, ihn geschlagen und getreten. Manchmal habe die Mutter ihren Sohn an den Haaren gepackt und seinen Kopf gegen die Wand geschlagen, berichtete auch die Schwester der Polizei. Wie oft er geschlagen wurde, wollen die Beamten von Oscar wissen. Seine Antwort: täglich.

Wenn der Junge nach den Schlägen weinte, habe die Mutter geschimpft, er sehe aus wie sein leiblicher Vater. Den Anblick könne sie nicht ertragen. Darum habe er sich einen Mundschutz umbinden müssen.

Viele der Taten, die der Mutter vorgeworfen werden, muten sadistisch an. Die Ermittlungsbeamten fragten den Jungen, ob die Mutter ihn auch auf die Geschlechtsteile geschlagen habe. Nein, erwiderte der Jugendliche, sie habe aber damit gedroht.

Oscar war bald von der Familie isoliert. Jeden Tag nach der Schule musste er sich ausziehen und die gelben Säcke überstreifen. Einen für den Oberkörper, einen für die Beine. Er müsse sie wegen der Viren und der Bakterien tragen, die er verbreite, habe seine Mutter gesagt.

Die meiste Zeit des Tages habe er in der Abstellkammer verbracht oder eingesperrt in seinem Zimmer.

Irgendwann verbot ihm die Mutter laut Aussage des Jungen, das gemeinsame Badezimmer und die Toilette zu benutzen. Er durfte sich nur noch an einem Waschbecken im Abstellraum waschen, mit kaltem Wasser. Auch seine Wäsche habe er dort mit der Hand waschen müssen. Weil die Sachen nicht richtig sauber wurden, so der Junge, habe er in der Schule kaum Freunde gehabt.

Seine Notdurft sollte Oscar draußen in einer Hütte verrichten, in der ein Eimer stand, und dann im Blumenbeet vergraben. Klopapier habe die Mutter ihm nicht gegeben. Weil er barfuß war und die Müllsäcke und den Mundschutz tragen musste, habe er sich allerdings geschämt, nach draußen zu gehen, erklärte Oscar den Vernehmungsbeamten. Darum habe er manchmal seine Notdurft an einer Stelle in seinem Zimmer verrichtet. Was Martina S. mitbekommen habe und zum Anlass nahm, ihn noch mehr zu verprügeln.

An einem Tag, an dem es besonders heftig zuging, habe die Mutter ihn die Treppe hochgeschubst, wobei er mit dem Kopf in die Splitter eines zerbrochenen Glases gefallen sei, das er in der Hand gehalten hatte. Er habe zum Arzt gehen müssen. Beendet hat das sein Martyrium nicht.

Das war nicht das einzige Mal, dass Oscar bei einem Arzt war. Laut den Ermittlungsakten der Polizei war er mehrfach in kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlung. 2015 wurde eine Anpassungsstörung bei ihm diagnostiziert. Der Junge habe eine durchschnittliche Intelligenz bei körperlichem Minderwuchs.

Wenn er nicht geschlagen wurde, verbrachte Oscar seine Tage und Nächte wie ein Aussätziger, der zwar im Haus war, aber nie dabei sein durfte und ständig von der Mutter schikaniert wurde.

Wenn die Familie abends vor dem Fernseher saß, habe er manchmal im Flur stehen und die Klinke der Tür zum Wohnzimmer herunterdrücken müssen – zur Kontrolle, dass er noch da war. Die Geschwister bekamen ein warmes Mittag - essen. Oscar musste in der Küche bleiben und aß Brot.

Der Tisch wurde gar nicht erst für ihn mitgedeckt. Nur einmal habe er noch mit der ganzen Familie zusammen am Esstisch gesessen, berichtete der Jugendliche den Polizeibeamten. An Heiligabend, eine Stunde lang. Dann musste er zurück in sein Zimmer, wo ihn die Mutter jeden Abend einsperrte.

Zwischen 23 und 24 Uhr brachte sie ihm gewöhnlich eine Plastiktüte mit Brot und manchmal etwas Wurst dazu.

Es gibt viele solcher Details in den Videoaussagen der Kinder, die das beklemmende Leben des Teenagers dokumen - tieren.

Zum Beispiel die Geschichte mit dem Fahrradschloss: Weil Martina S. dem Jungen die Matratze und das Bettzeug weggenommen hatte, habe er nachts gefroren, sagt Oscar. Darum habe er sich anfangs mit Kleidungsstücken aus seinem Schrank zugedeckt. Als Martina S. das bemerkte, kaufte sie ein Fahrradschloss und verriegelte laut Aussage des Sohnes damit den Schrank. Nur wenn es im Winter besonders kalt war, habe sie ihm manchmal eine dünne Decke gegeben.

Schließlich habe die Mutter auch noch die Glühbirne aus der Fassung der einzigen Leuchte in dem Zimmer gedreht. Sie hatte ihn dabei erwischt, wie er ein Buch las, berichtete Oscar. Von da an saß er in seinem Zimmer oft im Dunkeln.

»Es handelt sich um einen der schwersten Misshandlungsfälle der vergangenen Jahre«, sagt Alexander Retemeyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Selbst für erfahrene Ermittlungs beamte seien die Details erschütternd.

In den letzten Wochen habe sie oft mit ihrem Bruder über die Quälerei gesprochen, erzählte die Halbschwester den Poli - zeibeamten, das könne doch so nicht weitergehen. Wenn er weggehe, habe Oscar geantwortet, dann sei sie als Nächste dran. Denn auch die Schwester wurde offenbar von der Mutter geschlagen. Allerdings nicht so heftig wie ihr großer Bruder.

Martina S. räumte gegenüber einem psychologischen Gutachter einen Großteil der Misshandlungen ein. Sie habe ihren Sohn anfangs nur bestrafen wollen. Sie sei da so »hineingerutscht«, sagte sie. Den Kopf habe sie manchmal gegen die Wand oder eine Glasscheibe geschlagen.

Laut Gutachter gab Martina S. an, in ihrer Kindheit selbst schwer misshandelt worden zu sein. Zu ihren Eltern habe sie keine emotionale Bindung aufbauen können. Dennoch sei die Angeklagte voll schuldfähig.

Der SPIEGEL trifft Martina S. in einer Spielhalle an, wo sie seit ein paar Monaten jobbt. Oscars Mutter ist eine kleine, leicht untersetzte Frau mit blonden Haaren, die vorn am Pony gestutzt sind. Die Frau hat weiche Gesichtszüge, keine Spur von Aggressivität.

Warum haben Sie Ihren Sohn gequält?

Darüber wolle sie nicht reden, sagt Martina S. Es habe sich aber viel verändert, seit ihr damals die Kinder weggenommen wurden. Es gebe sogar wieder Kontakt zu dem inzwischen volljährigen Oscar und seiner Schwester.

Tatsächlich begab sich Martina S. nach dem Polizeieinsatz Anfang 2017 in psychotherapeutische Behandlung und besuchte danach eine Tagesklinik.

Bereuen Sie, was Sie Ihrem Sohn angetan haben?

»Ja klar«, antwortet die Mutter, ohne zu zögern.

Auf der anderen Seite des kleinen Tresens sitzt ein mittelgroßer Mann in einer blauen Latzhose. Er trägt einen braunen Kurzhaarschnitt und hält eine Tasse Kaffee in der Hand. Wie sich während der kurzen Unterhaltung herausstellt, handelt es sich um Michael S., den Stiefvater von Oscar. Er starrt auf seine Tasse und schweigt. Auch im Verfahren hat er von seinem Aussageverweigerungsrecht als Mitangeklagter Gebrauch gemacht.

Der Stiefvater von Oscar sei nicht gewalttätig gewesen, sagen die Kinder. Er habe aber auch nichts unternommen, um Oscar zu helfen. Wenn es laut wurde und Martina S. ihren Sohn anbrüllte, habe er sich beschwert, sie solle Ruhe geben – wegen der Nachbarn.

Martina S. beendet das Gespräch, verweist auf ihren Anwalt. Nur so viel noch: Niemand habe ihre Probleme ernst genommen und ihr geholfen, sagt sie, »niemand«.

In der Liudger-Realschule von Emsbüren fanden zwar Krisensitzungen wegen Oscar statt, der manchmal in einem schlimmen Zustand in die Schule kam: in dreckiger Kleidung, zu kleinen Schuhen und ohne Frühstück. Die Schule sprach mit den Eltern. Mehrfach gab es zudem Gespräche mit dem Jugendamt über das Kind, teilt die Landesschulbehörde auf Anfrage mit. Anzeichen für körperliche Misshandlungen habe man bei dem Jungen aber nicht festgestellt.

Und das Jugendamt, wo es eine Akte über Oscar und die Erziehungsprobleme seiner Mutter gibt? Sozialarbeiter kannten die Familie von mehreren Besuchen. Auch als die Kinder größer wurden, betreute das Jugendamt offenbar weiterhin die Familie. Oscars Schwester berichtet in ihrer Aus - sage von mehreren Gesprächen mit Jugendamtsmitarbeitern. Die Mutter habe ihr allerdings verboten zu erzählen, was zu Hause passiert sei. »Begründete Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung« hätten nicht vorgelegen, teilt der Landkreis mit. Zu weiteren Details will sich die Behörde wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern. »Fachliche und jugendhilferechtliche Fehler « habe es aber nicht gegeben.

Also alles richtig gemacht? Weil niemand eingriff, fasste die damals 15-jährige Halbschwester schließlich den Entschluss, dem Bruder zu helfen. Heimlich drehte sie ein Video, aus einem unauffälligen Winkel, sodass die Mutter nichts merkte. Zu sehen ist in der 35 Sekunden langen Aufnahme eine Frau, die brüllend auf den in Plastiksäcke gekleideten Oscar einschlägt, seinen Kopf an den Haaren in die Hand nimmt und gegen eine Glastür schlägt. Die Schwester zeigte das Gewaltvideo und ein Foto, das sie früher von ihrem Bruder gemacht hatte, einem Schulkameraden. Nun ging alles ganz schnell. Mit den Aufnahmen, auf CD gebrannt, gingen der Mitschüler und sein Vater am 2. Januar 2017 zur Polizei.

Ein paar Stunden später kamen ein Kriminalkommissar und die Frau vom Jugendamt in die Emsbürener Backsteinsiedlung und nahmen die Kinder mit. Der jüngste Sohn ist seither in einer Pflegefamilie untergebracht. Die 17-jährige Schwester soll inzwischen in einer betreuten Wohngruppe leben. Auch ihr älterer Bruder wurde anfangs von Sozialarbeitern betreut. Seit Mai ist er volljährig und aus der Gegend weggezogen. Martina und Michael S. leben ebenfalls nicht mehr in Emsbüren.

Spätestens im Prozess werden sich die Angeklagten und die beiden Geschwister wohl wiedersehen. Dann sollen die Kinder als Zeugen gegen ihre Mutter aussagen.

Hubert Gude
Mail: hubert.gude@spiegel.de