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IM EINSATZ FÜR GEWÄSSER


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Kanu Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 41/2022 vom 06.07.2022

UMWELTSCHUTZ-ORGANISATIONEN

Artikelbild für den Artikel "IM EINSATZ FÜR GEWÄSSER" aus der Ausgabe 41/2022 von Kanu Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kanu Magazin, Ausgabe 41/2022

»Die Liebe zu den Flüssen nutzen«

BALKAN RIVER DEFENCE (BRD)

Wenn wir mit dem Kajak einen Fluss befahren, sind wir mit ihm verbunden. Und wenn wir uns mit einem Fluss verbinden, sind wir eher bereit, ihn zu schützen.

Balkan River Defence und die Balkan Rivers Tour-Bewegung sind aus dem Wunsch eines Wildwasser-Kajakfahrers entstanden, die Flüsse in seinem Hinterhof zu schützen. Seit 2016 ist die Mission von Balkan River Defence dieselbe geblieben – die verbliebenen frei fließenden Flüsse Europas zu verteidigen. Die Wasserkraft als nicht nachhaltige Energie zu entlarven. Alternativen durch Wissenschaft, Bildung, Kreativität und Abenteuersport zu schaffen. Und ein Netzwerk lokaler Flussverteidiger zu unterstützen. Mit einer so ehrgeizigen Mission ist unsere Mannschaft in der Lage, so flexibel zu reagieren wie ein Fluss, unsere Energie stets dorthin zu lenken, wo sie am meisten ...

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... gebraucht wird und wo wir am effektivsten sein können.

Im Jahr 2020 waren wir gezwungen, unsere Aktivitäten stärker lokal auszurichten, was sich als Segen erwies, denn wir konzentrierten uns auf die Save, die 251

Kilometer lang von Nordwest nach Südost durch Slowenien fließt, bevor sie ihren Weg durch Kroatien, Bosnien und Herzegowina sowie Serbien fortsetzt und in Belgrad in die Donau mündet. Obwohl sie bereits gestaut ist, hat die Save unglaublich wilde Abschnitte, die seltene Fische, Flora und Fauna beherbergen und ein großartiger Spielplatz für Wildwasser-Kajakfahrer sind. Leider ist die Save derzeit durch Pläne für zehn bis zwölf neue Staudamm-Projekte in Slowenien bedroht.

Im Frühjahr 2021 waren wir endlich in der Lage, die Balkan Rivers Tour 5 durchzuführen (balkanriverdefence. org/brt-5/). Mit einem Team von vier Kajakfahrern paddelten wir elf Tage lang auf der gesamten slowenischen Save und zelteten unterwegs. Während der Fahrt entnahmen wir Wasserproben für die hochmoderne Umwelt-DNA-Studie (eDNA) des Flusses und führten die erste vollständige Wasservogelzählung an der Save während der Nistzeit durch. Wir haben nun zwei vollständige Datensätze, die wir als »Munition« für den Schutz des Flusses vor Staudämmen verwenden können.

Unser BRD-Medienteam folgte den Kajakfahrern in einem Kleinbus und hielt all unsere Abenteuer und Missgeschicke fest. Aber was noch wichtiger ist: Sie fingen das Wesen der Save ein. Am 1. Juni 2022 feierten wir die Premiere des Films »One for the river: The Sava Story« (balkanriverdefence.org/the-sava-story/) vor einem ausverkauften Kino. Der Film wird auf internationalen Bergfilmfestivals in den Jahren 2022 und 2023 gezeigt, bevor er online verfügbar wird.

Der Strategie folgend, dass Menschen, die sich mit einem Fluss verbinden, diesen Fluss schützen, hat der Gründer der BRD, Rok Rozman, einen Kajakführer über die Save geschrieben, der slowenische und internationale Paddler dazu ermutigen soll, die Save zu befahren und ihre Gewässer zu erkunden. Auf diese Weise arbeiten wir auch mit lokalen Unternehmen und Gemeinden zusammen und unterstützen einen Wandel in der Wahrnehmung der Save von etwas, das benutzt/gezähmt/ignoriert werden muss, hin zu etwas, auf das man stolz sein und das man genießen und kennen lernen kann. Im nächsten Jahr wird der Reiseführer ins Englische übersetzt. Darüber hinaus wurden Rok Rozman und der Fluss Save im März 2022 im BBC-Beitrag »Earth Great Rivers – The Danube documentary« portraitiert.

Die BRD-Crew muss (leider) ständig wachsam und bereit sein, alles stehen und liegen zu lassen, wenn eine unmittelbare Bedrohung auftritt – was in diesem Frühjahr an unserer geliebten Soča der Fall war, wo die belgische Fabrik TKK zehn Tonnen einer unbekannten Substanz in den Fluss spülte, die das türkisfarbene Wasser zwei Tage lang zum Schäumen brachte, bevor heftige Regenfälle die Giftstoffe in die Adria spülten (balkanriverdefence.org/ news/soca-spill-from-factory-tkk/). Weil wir nicht darauf vertrauten, dass das belgische Unternehmen und die slowenische Regierung ehrliche Ergebnisse liefern würden, führte die BRD eigene Wassertests durch (balkanriverdefence.org/news/ soca-river-water-samples-analyses-now-known/). Wir zahlten 952,- Euro für die Tests und deckten alles aus unserem Notfallfonds, der durch Spenden gespeist wird.

Glücklicherweise zeigten beide Tests, dass das Flusswasser keine hohen Giftkonzentrationen aufwies. Die Auswirkungen des Lecks werden jedoch erst mit der Zeit bekannt werden, wenn die Makroinvertebraten und das Leben im Fluss darauf reagieren. Es wurden keine Strafen, Bußgelder oder Sanktionen für das Fehlverhalten der Fabrik verhängt, und wir befürchten, dass es zu weiteren schweren Unfällen kommen wird, da es der Fabrik an angemessenen Sicherheitsmaßnahmen mangelt. Wenn ein Kajakfahrer für das Parken im Soča-Tal nicht bezahlt, bekommt er einen Strafzettel. Aber wenn eine Fabrik zehn Tonnen Chemikalien in den Fluss schüttet, ist das anscheinend kein Problem.

Wie immer nutzt Balkan River Defence unsere Leidenschaft und Liebe zum Wildwasser-Kajakfahren und zu wilden Flüssen, um gesunde europäische Flüsse zu schützen, indem wir eine Mischung anwenden aus Wissenschaft, Medien, Bildung – und manchmal auch dem einen oder anderen Bierchen.

Carmen Kuntz, Balkan River Defence

Infos: balkanriverdefence.org

»Jungen und kleinen Projekten helfen!«

FREE RIVERS FUND (FRF)

Der Free Rivers Fund (FRF) wurde von KajakfahrerInnen gegründet, um das Schützen von Flüssen für alle einfacher zu machen. Oft sind es Einzelpersonen, die überraschend damit konfrontiert werden, dass »ihr«

Fluss durch ein Wasserkraft- oder anderes Staudamm-Projekt gefährdet ist. Dann bilden sich meist kleine Gruppen von Menschen, die alles daran setzen, ihren Fluss zu retten – sei es, weil er ihre Wasserversorgung bereitstellt, weil sie seine Flusslandschaft lieben oder weil sie den Bürgermeister kennen und wissen, dass es ihm nicht um die Stromversorgung sondern um Geld in seiner eigenen Tasche geht. Diese Projekte sind dann anfangs aber noch wenig mit anderen vernetzt und wissen nicht, wie sie an Geld kommen können, um zum Beispiel ihre Benzinkosten zu decken oder die FotografInnen zu bezahlen. Oder sie erfüllen schlicht noch nicht die Vorgaben, um irgendwo finanzielle Unterstützung beantragen zu können.

Ziel des Free Rivers Fund ist es, jungen und kleinen Projekten zu helfen, für die es sonst schwierig wäre, ihre Kampagnen zu finanzieren. So soll das Schützen von Flüssen für alle einfacher werden.

Das Ziel des Free Rivers Fund ist es also, solchen jungen und kleinen Projekten zu helfen, für die es anders schwierig wäre, ihre Kampagne zu finanzieren. Gleichzeitig gibt es viele, denen Flüsse am Herzen liegen, die sich aber aus verschiedenen Gründen nicht persönlich so stark engagieren können.

Der Free Rivers Fund sammelt Spenden von Firmen, Privatpersonen und Vereinen, die etwas Geld übrig haben, und verteilt es an diejenigen, die in Flussschutz-Projekten freiwillig ihre Zeit und Ressourcen einsetzen.

Jedes Jahr kann man sich beim Free Rivers Fund um einen Grant bewerben, die Frist endet immer im Januar. Bewerben können sich alle, deren Ziel es ist, einen Fluss davor zu bewahren, dass er aufgestaut oder ausgeleitet wird, oder die bestehende Barrieren in Flüssen entfernen möchten. Wirklich alle: Einzelpersonen, Gruppen und kleine Organisationen oder Vereine. Eine Jury wählt dann aus, wer Unterstützung bekommt.

Je mehr Geld auf dem Konto ist, desto mehr Projekte können einen Grant erhalten. Dieses Jahr werden beispielsweise Projekte aus Polen, Montenegro, Kanada und den USA unterstützt.

Für kurzfristige, dringende Fälle stellt der Free Rivers Fund einen Notfall-Topf bereit. Da Bauprojekte meist schnell voran getrieben werden, können AktivistInnen manchmal nicht bis zur nächsten Bewerbungsrunde warten. Wenn schnell finanzielle Hilfe gebraucht wird, können sich Projekte einfach per E-Mail beim Free Rivers Fund melden und um Unterstützung bitten.

Zusätzlich zu dieser Kernaufgabe hat es sich der Free Rivers Fund zum Ziel gesetzt, Menschen dazu zu ermuntern, sich einzusetzen. Viele glauben nicht, welch großen Unterschied ihr persönliches Engagement macht. Deshalb werden Workshops und Infoveranstaltungen organisiert, um aufzuzeigen, dass jede und jeder etwas beitragen kann – zum Beispiel jährlich beim Rivers Day zum Oetz Trophy Wochenende.

Marieke Vogt, Free Rivers Fund

Infos: freerivers.org (auf Instagram und Facebook unter @freeriversfund)

»Zurück im Ötztal«

WILDWASSER ERHALTEN TIROL (WET)

WET-Wildwasser Erhalten Tirol ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für den Schutz der Flüsse Tirols einsetzt. In Tirol wird der Ausbau der Wasserkraft politisch nach wie vor forciert, obwohl der Ausbaugrad schon extrem hoch ist. Es gibt in Tirol bereits 960 Wasserkraftwerke und nur noch wenige größere Gewässerstrecken, die frei sind von Barrieren – wie zum Beispiel der obere Lech, die Isel oder die Brandenberger Ache. Das Land produziert seinen Strom fast ausschließlich mit Wasserkraft. Seitdem die Klimakrise endlich von einer breiten Bevölkerung als Problem erkannt wird, wird sie von der Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) auch dazu verwendet, einen Ausbau der Wasserkraft als notwendig und alternativlos darzustellen. Dieser hat aber massive negative Auswirkungen auf die betroffenen Fließgewässer-Ökosysteme, auf die Landwirtschaft und den Erholungswert der Flusslandschaften inklusive dem Kajaksport.

Dagegen stemmt sich WET seit 2015 mit Informationsarbeit, Stellungnahmen und Protestaktionen.

Nachdem alles mit dem Protest gegen die Wasserausleitungen aus dem Stubaital und den Ausbau des Speicherkraftwerks Sellrain-Silz im Kühtai begann, folgten 2020 Proteste und eine starke Petition gegen das Kraftwerk Tumpen-Habichen. 2021 lag der Fokus auf Aktionen für den Schutz der Tiroler Flüsse in Innsbruck, und seit Anfang 2022 ist WET zurück im Ötztal.

Zur Zeit dreht sich alles um den Schutz der Venter, Gurgler und Ötztaler Ache. Die TIWAG plant die »Erweiterung« des bestehenden Speicherkraftwerks Kaunertal. Die Ausbaupläne beinhalten die Ausleitung der Venter und Gurgler Ache. 80 Prozent des Wassers und insgesamt bis zu 80 Kubikmeter pro Sekunde sollen in den Gepatsch-Stausee im Kaunertal übergeleitet werden. Damit würden dem niederschlagsarmen Ötztal nur 20 Prozent Restwasser bleiben, und der Gletscherfluss-Charakter der drei Flüsse ginge verloren.

Zusätzlich soll ein weiterer Stausee im abgelegenen und ursprünglichen Hochtal Platzertal entstehen. Zwischen dem Gepatsch-Stausee und dem neuen Speicher soll es Pumpbetrieb geben. In Prutz am Inn wird außerdem neben das bestehende Krafthaus ein weiteres gebaut, so dass zusammen etwa 120 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Kaunertal zum Inn abgearbeitet werden können. Im Inn angekommen, soll das Wasser gleich wieder eingezogen und bis Imst ausgeleitet werden, um dort im zukünftigen Krafthaus »Imst 2« Strom zu erzeugen, mit extremer Schwall-Sunk-Belastung für den Inn zwischen Prutz und dem Wehr in Runserau.

Es gibt in Tirol nur noch wenige größere Gewässerstrecken, die frei sind von Barrieren. Der Verein Wildwasser Erhalten Tirol (WET) stemmt sich gegen einen weiteren Ausbau der Wasserkraft vor Ort.

WET arbeitet nun daran, möglichst vielen Menschen innerhalb und außerhalb Tirols diese Ausbaupläne zu erklären und die ökologischen und sozialen Auswirkungen mit Blogbeiträgen, Videos und Infoveranstaltungen zu erläutern. Denn hinter dem harmlosen Wort »Ausbau« stehen gigantische Pläne, die weitreichende Folgen für Mensch und Natur hätten. Nur wenn eine breite Öffentlichkeit in Tirol sich gegen den Ausbau stellt, gibt es eine Chance, das Projekt zu stoppen, um so die Flüsse im Ötztal und das Hochmoor im Platzertal zu retten und eine weitere Verschlechterung des ökologischen Zustands am Inn zu verhindern.

Marieke Vogt, WET

Infos: wet-tirol.at (auf Instagram @wet_tirol und Facebook)

»Die Stimme der Kajakfahrer einbringen«

SAVE OUR RIVERS

Save Our Rivers ist eine von Kajakfahrern geführte Nichtregierungs-Organisation mit Sitz in den Bergen des Snowdonia-Parks in Nordwales.

Sie konzentriert sich auf die Erhaltung unserer letzten frei fließenden Flüsse und Wildnisgebiete, die zunehmend durch eine schädliche Entwicklung und den Verlust des rechtlichen Schutzes bedroht sind.

Save Our Rivers will denjenigen, die sich engagieren, die Informationen und das Wissen vermitteln, wie sie die bestehenden rechtlichen Strukturen nutzen können, um sich zu wehren. Durch das Einlegen von Einsprüchen im Rahmen des Planungssystems und durch die Reaktion auf Konsultationen der Regierung können wir der Öffentlichkeit einen wirksamen Mechanismus an die Hand geben, um die Orte zu schützen, die sie schätzen. Save Our Rivers ist der Meinung, dass jeder – egal wo er lebt – ein Mitspracherecht bei der Zukunft unserer Nationalparks und Wildflüsse haben sollte.

Save our Rivers konzentriert sich auf die Erhaltung unserer letzten Wildnisgebiete und frei fließenden Flüsse. Wir bringen die Stimme der Kajakfahrer dort ein, wo sie am wirksamsten ist.

Save Our Rivers ist in ganz Europa tätig und bringt die Stimme der Kajakfahrer und Flussliebhaber in die Kampagnen ein, wo sie am wirksamsten sind und am meisten gebraucht werden.

DERZEIT SIND WIR AN DREI KAMPAGNEN BETEILIGT: Vjosa National Park Now • Der Fluss Vjosa (Aoos in Griechenland) ist das geomorphologisch intakteste große Flusseinzugsgebiet in Europa außerhalb Russlands. Der Schutz seiner biologischen Vielfalt und seiner natürlichen Prozesse ist nicht nur für die Region, sondern für die ganze Welt wichtig. Seit 2018 unterstützt Save Our Rivers Eco-Albania, River Watch und EuroNatur bei ihrer Kampagne zum Schutz des Flusses vor dem Bau von Staudämmen und zur Ausweisung der Vjosa als erster Wildfluss-Nationalpark Europas.

Save the Heart of Kendal • Im Vereinigten Königreich bedroht ein äußerst zerstörerisches Hochwasserschutzprojekt die Umwelt in und um den Fluss Kent. Wir unterstützen lokale Aktivisten, die die Umweltbehörde und den Bezirksrat von South Lakeland zu den drei Phasen des Kendal Flood Management Scheme-Vorschlags auffordern: Einhalten! Überprüfen! Überdenken!

Das Forderungen beinhalten:

• Stopp der Verbreitung von Fehlinformationen, Zusammenarbeit mit Anwohnern und Unternehmen, um sie darüber zu informieren und aufzuklären, was die vorgeschlagene Regelung wirklich bedeutet.

• Schutz der Tierwelt und der Ökologie des Flusses Kent und seiner Umgebung.

• Einleitung einer dringenden, unabhängigen Überprüfung der Behandlung der Anwohner durch die Umweltagentur und der ökologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen der Vorschläge.

Unsere Oetz • Die Ötztaler Ache ist der größte derzeit frei fließende Fluss in Tirol. Sie beheimatet eine vielfältige Flussökologie und ufernahe Almen – und ist ein Dorado für Wildwasser-Kajakfahrer aus aller Welt. Dieses Juwel unter den österreichischen Flüssen, früher Austragungsort der Sickline Extreme Kayaking World Championships, ist nun durch mehrere Wasserkraftprojekte bedroht. Save Our Rivers arbeitet mit WET Tirol und dem WWF Österreich zusammen und fordert den sofortigen Stopp des Ausbauprojekts des Kraftwerks Kaunertal. Dieses riesige, veraltete Projekt würde massive Folgeschäden für Mensch und Natur verursachen.

Save Our Rivers wird von NRS, Patagonia, Dewerstone, Radical Rider und der Water Skills Academy unterstützt.

Dan Yates, Save our Rivers

Infos: www.saveourrivers.org

»Wissenschaft, Kunst und Flussschutz verbinden«

RIVER COLLECTIVE

River Collective ist ein Netzwerk von Studenten, Forschern, Aktivisten und Künstlern, die eines gemeinsam haben: die Liebe zu frei fließenden Flüssen. Durch unsere Projekte und Veranstaltungen schaffen wir eine Anlaufstelle für Flussliebhaber, die sich aktiv für den Schutz der Orte einsetzen wollen, mit denen sie sich verbunden fühlen. Wir schaffen den Raum, um Wissen in Handeln zu verwandeln und neue Flussinitiativen zu unterstützen. Das River Collective hat seine Wurzeln im ersten Students for Rivers Camp, das parallel zur Balkan Rivers Tour an den Ufern der Soča in Slowenien stattfand. 30 Studenten aus 17 Ländern sowie fast 20 Experten und lokale Flussschützer kamen zusammen, um mehr über Flüsse zu erfahren, ihre Bedrohungslage zu diskutieren und Ideen für ihren Schutz zu entwickeln.

Es folgten zwei weitere Camps, eines in Montenegro (allerdings online) und eines an den Ufern des Flusses Valbona in Albanien. Derzeit ist das vierte Students for Rivers Camp im Ötztal in Österreich geplant.

Nur noch ein Drittel der Flüsse weltweit fließt frei von der Quelle bis zum Meer[1] , und bereits mehr als 80 Prozent der biologischen Vielfalt des Süßwassers sind verloren gegangen [2] . Wenn wir darüber nachdenken, wie dies möglich ist, stellen wir fest, dass wir in einer Welt leben, in der die Zerstörung von Flüssen mit dem Bedarf an grüner Energie, Bewässerung von Kulturland und Hochwasserschutz gerechtfertigt wird. Flüsse sind Objekte, die für die weitere Entwicklung ausgebeutet werden müssen. Wir diskutieren dieses Narrativ, nehmen es auseinander und hinterfragen seine Wurzeln. Ist es möglich, dieses Narrativ in eines zu verwandeln, in dem Flüsse gefeiert werden und in dem gesunde und frei fließende Flüsse ein geschätzter Teil unseres Lebens sind?

Dabei ist es uns wichtig, Menschen mit unterschiedlichem kulturellem und Bildungshintergrund zusammenzubringen. Wir heißen Studenten der Rechtswissenschaften, des Ingenieurwesens, der Kunst, der Ökologie, des Journalismus und vieler anderer Fachrichtungen willkommen. Sie lernen voneinander und inspirieren sich gegenseitig. Sie erhalten Raum für

Brainstorming und die Entwicklung kreativer Aktionen für Flüsse, wobei die verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten. Auf diese Weise haben einige Studenten ein Flussbuch mit dem Titel »Through the eyes of a river« mit Illustrationen von fünf verschiedenen Flüssen auf der ganzen Welt erstellt. Andere haben eine Podcast-Serie über die Save entwickelt, und wieder eine andere Gruppe hat ein Citizen-Science-Projekt in Montenegro und Albanien auf die Beine gestellt.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde das Camp »Students for Rivers« 2020 online abgehalten, was uns vor die Herausforderung stellte, andere Wege zu finden, um die Teilnehmer an den Fluss zu bringen – und zwar mit dem Fokus auf ihre nähere Umgebung. Dies war der Beginn des nun jährlich stattfindenden »Home River Bioblitz«, einer weltweiten Citizen-Science-Veranstaltung, die eine Momentaufnahme der biologischen Vielfalt von Flüssen liefert. Mehr als 40 Gruppen aus fünf Kontinenten machten sich auf, um ihre Heimatflüsse mit Gleichaltrigen, Freunden und der Familie zu erforschen, und schufen so einen Moment, in dem lokale Flussgemeinschaften wachsen konnten, während sie mit anderen Organisatoren rund um den Globus in Verbindung standen.

In den kommenden Jahren will das River Collective das Netzwerk junger Flussbegeisterter weiter ausbauen, die bereit sind, ihr Wissen in die Tat umzusetzen und Wissenschaft, Kunst und Flussschutz miteinander zu verbinden. Wir sind eine junge Organisation, die von der Leidenschaft ihrer Mitglieder, Teilnehmer und des Organisationsteams lebt! Wenn Sie sich engagieren oder unsere Arbeit unterstützen möchten, nehmen Sie Kontakt auf oder werden Sie Mitglied.

[1] Grill, G., Lehner, B., Thieme, M. et al. (2019). Mapping the World‘s free-flowing rivers.

Nature 569, 2. https://doi.org/10.1038/s41586-019-1111-9 [2] WWF (2020) Living Planet Report 2020 – Bending the curve of biodiversity loss.

Almond, R.E.A., G. Petersen, T. (Eds). WWF, Gland, Schweiz.

Vera Knook, River Collective

Infos: www.rivercollective.org

»Wo es ums Wasser geht, geht es ums Ganze«

WWF

Der WWF Deutschland setzt sich weltweit für den Schutz und die Renaturierung von Flüssen, Seen und Feuchtgebieten sowie für die nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen ein. Unser Anliegen ist es, der Biodiversitätskrise und der Klimakrise entgegenzuwirken. Von der Elbe, der Oder und dem Donaueinzugsgebiet bis zum Tapajos im Amazonas, vom Mara in Afrika bis zum Amur in Asien. Als die Pandas unter den Süßwasserarten könnten die Störe gelten und auch die Flussdelfine – sie stehen für das, was der WWF schützen will.

Von der Elbe und der Oder bis zum Mara in Afrika und dem Amur in Asien – der WWF Deutschland setzt sich weltweit für den Schutz von Flüssen, Seen und Feuchtgebieten ein.

Flüsse und Seen bedecken nur knapp ein Prozent der Erdoberfläche, jedoch beheimaten sie etwa zehn Prozent aller Tierarten. Aber gerade Flüsse und Feuchtgebiete stehen unter enormem Druck und zählen zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen. Weltweit erreicht nur noch circa ein Drittel der großen Flüsse weitestgehend ungehindert und frei fließend das Meer. Gigantische Staudamm-Projekte am Mekong oder im Amazonasgebiet gefährden die Flusssysteme mit der größten Biodiversität. Feuchtgebiete verschwinden dreimal so schnell wie Wälder von der Weltkarte. Und nirgends grassiert das Artensterben so wie in Süßwasser-Lebensräumen: Die Bestände sind hier seit 1970 um 84 Prozent eingebrochen, wie der WWF Living Planet Index 2020 dokumentiert. Das ist doppelt so stark wie bei Landlebewesen oder bei Meerestieren. Der Lebensraumverlust hat vielfältige Ursachen, aber Landwirtschaft, Ausbau von Flüssen zu Wasserstraßen, Wasserkraft sowie technischer Hochwasserschutz spielen eine Hauptrolle. Hier setzt unsere Arbeit an, in der Umweltpolitik, in der Zusammenarbeit mit Unternehmen und konkret in den WWF-Projektregionen, wo wir uns für den Schutz und die Renaturierung von Flusslandschaften engagieren.

Flüsse und andere Süßwasserökosysteme sind nicht nur Hotspots der Artenvielfalt, sie haben auch ein enormes Potenzial, die Auswirkungen der Klimakrise abzumildern. Wir spüren den Klimawandel in erster Linie durch Wasser. Zu viel, zu wenig oder anders verteilt als wir es kennen:

Dürren und Niedrigwasser, Starkniederschläge und Hochwasser häufen sich und nehmen an Intensität zu. Wenn es um die Klimaanpassung geht, geht es vor allem darum, den Wasserhaushalt der Landschaft zu stabilisieren. Vereinfacht gesagt gilt es, Wasser in der Landschaft zu halten, den Abfluss zu verstetigen, Extreme zu dämpfen und die Landschaft zu kühlen. Feuchtgebiete spielen hierbei eine Schlüsselrolle. Unter dem Schlagwort »nature-based solutions« setzt sich der WWF für eine Klimaanpassung mit der Natur ein. Die Wiedervernässung von Mooren und Feuchtwäldern in der Uckermark und die Revitalisierung von Flussauen an der mittleren Elbe und der Ammer sind Beispiele für die Arbeit in den Projektregionen des WWF. International unterstützt der WWF Deutschland unter anderem den Schutz von Flussdelfinen im Amazonas und von Stören im Rioni in Georgien, den Schutz der letzten großen frei fließenden Flüsse vor Wasserkraftausbau zum Beispiel am Irrawaddy in Myanmar und die Förderung nachhaltiger Wassernutzung im Einzugsgebiet des Mara, der Lebensader der Serengeti.

Nicht zuletzt: Wasser ist das große umweltpolitische Querschnittsthema.

In den Gewässern bildet sich ab, wie wir mit Natur und Landschaft insgesamt umgehen. Wo Gewässer veröden, zeigt dies unmissverständlich, dass wir alles andere als nachhaltig wirtschaften. Wo es ums Wasser geht, geht es ums Ganze.

Theresa Schiller und Tobias Schäfer, WWF

Infos: www.wwf.de

»Einsatz für durchgängige Fließgewässer«

BUND FÜR UMWELT UND NATURSCHUTZ

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist mit seinen 450.000 Mitgliedern auch ein Flussretterverband. Unsere großen Flüsse wie z.B.

Donau, Elbe und Oder stehen immer wieder unter Druck, zu internationalen Wasserstraßen ausgebaut zu werden. Häufig werden naturnahe Ufer mit Steinschüttungen versehen, oder Flüsse sollen mit Buhnen in ein enges Korsett gezwängt werden. Auch Staustufen stehen politisch immer wieder zur Diskussion. Diese nehmen aber den Flüssen ihre Charakteristik und schaffen eine Kette von Stauseen. Das hat negative Folgen für den Gewässerzustand und die biologische Vielfalt.

Als BUND setzen wir uns seit Jahrzehnten für durchgängige Fließgewässer ein und wollen das Ende und den Rückbau von kleinen Wasserkraftwerken (unter einem Megawatt Leistung). Denn diese Anlagen tragen kaum zur Energiewende bei und gefährden Wanderfische wie Lachs, Stör und Aal.

Die ökologische Durchgängigkeit von Flüssen ist nicht nur für Freunde des Kanusports wichtig. Sie dient auch dazu, dass genügend Sediment wie Sand und Kies in die unterliegenden Flussabschnitte kommt. Staustufen unterbrechen diesen Prozess, wodurch eine Erosion des Flussbetts mit einer Absenkung des Grundwasserstandes droht. Diese Gefahren für die Flora und Fauna an den Fluss-Ufern und in den Auen und für die Landwirtschaft müssen vermieden werden.

Als Flussretterverband haben wir vor Jahren unser Auenökologisches Zentrum in Lenzen an der Elbe eröffnet. Bei Lenzen haben wir die erste große Deichrückverlegung in Deutschland umgesetzt, so dass in den letzten Jahren 420 Hektar Überschwemmungsraum für die Elbe entstanden sind. In ähnlichem Größenumfang erfolgte in unmittelbarer Nähe an der Hohen Garbe die Wiederanbindung der Aue an die Elbe. Beide Gebiete zusammen stellen allein 20 Prozent der seit 2009 zurückgewonnen

Auengebiete Deutschlands dar. Diese Maßnahmen schaffen widerstandsfähige Ökosysteme und sind Hochwasserschutz. Der natürliche Klimaschutz ist eine große Aufgabe. Unsere Flüsse müssen so renaturiert werden, dass sie uns trotz Klimakrise mit weiteren Ökosystemfunktionen zur Verfügung stehen. Damit dies gewährleistet werden kann, setzt sich der BUND dafür ein, dass die Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt wird. Diese europäische Rahmengesetzgebung zum Gewässerschutz sieht vor, dass bis 2027 die Gewässer in einen guten ökologischen Zustand gebracht werden oder zumindest die nötigen Maßnahmen dafür eingeleitet werden. An den großen Flüssen sollen Renaturierungs-Maßnahmen auch im Rahmen des Bundesprogramms Blaues Band umgesetzt werden. Der BUND ist hier im Beirat und bringt sich selbst mit Projekten ein. Aber auch in kleineren Gruppen ist der BUND vor Ort aktiv: So wurde in Berlin zusammen mit anderen Verbänden das Wassernetz ins Leben gerufen, um den Bürgerinnen und Bürgern ihre heimischen Gewässer und den nötigen Schutz stärker ins Bewusstsein zu bringen. Auch das Citizen Science-Projekt FLOW, in dem die Bürgerinnen und Bürger vor Ort Proben von ihren Gewässern nehmen können, die dann breit wissenschaftlich ausgewertet werden, trägt zu mehr Identifikation beim Gewässerschutz bei.

Sascha Maier, BUND-Gewässerexperte

Infos: www.bund.net

Mit 450.000 Mitgliedern ist der BUND auch ein Flussretterverband. Seit Jahrzehnten setzt er sich für durchgängige Fließgewässer ein.

»Weltweit für starken Meeresschutz«

GREENPEACE

Fotos: o.l. Oliver Tjaden/Greenpeace, o.r. Marten van Dijl/Greenpeace, r.u. Abbie Trayler-Smith/Greenpeace

Auf dem Wasser, in einem kleinen Fischerboot, begann vor über 50 Jahren die Geschichte von Greenpeace. Seitdem verändert die Umweltschutzorganisation mit gewaltfreien Aktionen die Welt. Auf Schiffen sowie an Land setzt sich Greenpeace weltweit für starken Meeresschutz ein.

Unsere Ozeane sind die Heimat für zahlreiche Tiere und Pflanzen in jeglichen Farben, Größen und Formen – und sie brauchen dringend effektiven Schutz. Die unrühmliche Liste, wie wir unsere Ozeane schädigen, ist lang – und wird immer länger: Überfischung, Aquakultur, Öl- und Gasförderung, Sand- und Kiesabbau, Meereserwärmung und -versauerung durch die Klimakrise, Verschmutzung durch Plastikmüll, Düngemittel, radioaktive Stoffe und Gifte, bald auch der Abbau von Metallen und seltenen Erden in der Tiefsee.

Zwei Drittel unserer Erde sind von Wasser bedeckt. Greenpeace wird sich auch in Zukunft weltweit für den Schutz der Ozeane einsetzen. Denn Meeresschutz ist Klimaschutz.

In den letzten Jahren hat sich Greenpeace daher auch mit zahlreichen Wissenschaftler:innen für ein globales Netzwerk von starken Meeresschutzgebieten engagiert, für das der Schutz von mindestens 30 Prozent der Hohen See bis spätestens 2030 gefordert wird. Dies soll in einem UN-Abkommen münden, in dem internationale Schutzgebiete auf dem Meer etabliert werden.

Kampagnen gegen Überfischung und internationale Piratenfischerei, die Forderung nach nachhaltiger Fischerei und realistischen Fangquoten, die auf wissenschaftlichen Forschungsergebnissen basieren und sich nicht am Bedarf orientieren, gehören zu der Meeresschutzarbeit von Greenpeace. Mit dem Versenken von großen Steinen in den Schutzgebieten der Nordsee hat Greenpeace verhindert, dass in diesen Gebieten trotz des Schutzstatus weiterhin mit Grundschleppnetzen gefischt wird.

Ein sehr aktuelles Thema ist auch der Tiefseebergbau. Internationale Konzerne und die Bergbauindustrie planen im Pazifik in 4000 Meter Tiefe den industriellen Abbau von sogenannten Manganknollen.

Wissenschaftler:innen prognostizieren, dass der Abbau von Manganknollen verheerende Folgen für die Tiefseeumwelt haben wird. Greenpeace hat im letzten Jahr im Pazifik mit dem Schiff Rainbow Warrior dagegen protestiert und fordert, dass der Tiefseebergbau erst gar nicht beginnt und damit die einzigartigen Ökosysteme in der Tiefsee verschont bleiben.

Greenpeace ist aber auch durch große Aktionen wie etwa Mitte der 1990er Jahre zur Ölplattform Brent Spar in der Nordsee bekannt. Der Widerstand gegen die Ausbeutung von Offshore Öl- und Gasvorkommen gehört auch heute noch zum Fokus der Meeresschutzarbeit. Die Öl- und Gasförderung muss schnellstmöglich ein Ende finden. Zum einen, weil Ölunfälle von Schiffen, Plattformen und Pipelines, aber auch tägliche Leckagen von Öl, Gas und Chemikalien die Meere massiv belasten. Zum anderen, weil Öl und Gas als fossile Brennstoffe die Klimakrise massiv vorantreiben – und deshalb zügig durch erneuerbare Energien ersetzt werden müssen.

In Deutschland gehört auch der Schutz von Nord- und Ostsee sowie Flüssen und anderen Gewässern zu der Arbeit von Greenpeace. Mit dem Segelschiff Beluga II war Greenpeace 2020 und 2021 etwa auf dem Rhein unterwegs: Proben in der Nähe von Industriegebieten bei Köln, Leverkusen und Uerdingen wurden auf die Belastung mit Mikroplastik untersucht. In der Ostsee wurde die Beluga II eingesetzt, um küstennahe, sauerstoffarme Zonen, die durch Überdüngung entstehen können, näher zu untersuchen.

Zwei Drittel unserer Erde sind von Wasser bedeckt, Meeresschutz ist Klimaschutz – und Greenpeace wird sich auch in Zukunft für den starken Schutz unserer Ozeane einsetzen.

Till Seidensticker, Fachkampaigner Meeresschutz, Greenpeace

Infos: www.greenpeace.de