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Im Grünen baden


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Umbauen + Modernisieren - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 24.08.2022

Der eigene Badegarten

Artikelbild für den Artikel "Im Grünen baden" aus der Ausgabe 10/2022 von Umbauen   Modernisieren. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Umbauen Modernisieren, Ausgabe 10/2022

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1 Alles ist möglich, aber nicht immer passt alles. Daher braucht es fachlichen Rat beim Badegarten.

2 Infinity: Mittels abgesenkter Kanten scheint das Wasser bis zum Horizont zu reichen.

3 Der Pool wird zum Wellnessparadies mit Schwallbrause, Gegenstromanlage und Massagedüsen.

„Die langen, warmen Sommer der letzten Jahre haben die Lust aufs Baden enorm gesteigert.“

Roland Lütkemeyer, Gartengestalter

Die langen, warmen Sommer der letzten Jahre haben die Lust aufs Baden enorm gesteigert“, hat Roland Lütkemeyer beobachtet. Der Gartengestalter aus Gütersloh hat sich auf Planung, Anlage und Pflege privater Gärten spezialisiert. Lütkemeyer weiß, wovon er spricht, denn er hat als Privatgartenund Wasserspezialist zahlreiche dieser Badeparadiese mit seinem Team selbst geschaffen. „Gleichzeitig möchten es die Menschen aber komfortabel haben, sich nicht erst in eine Schlange stellen, bevor ...

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... sie ins Wasser können. Außerdem ist der Wunsch nach Privatheit sehr ausgeprägt, sich mit Dutzenden anderen Menschen das Schwimmbecken zu teilen oder sich dicht an dicht auf einer Liegewiese zu sonnen, schreckt viele ab. Da bietet der eigene Garten deutlich mehr Komfort und Privatsphäre.“

Badeparadies

Wer aus seinem Garten ein Badeparadies machen möchte, hat die Wahl zwischen einem klassischen Pool, einem Bio- oder Naturpool, sowie einem Schwimmteich. Der Unterschied liegt in der Wasseraufbereitung, und je nachdem, für welche Variante man sich entscheidet, hat das auch Auswirkungen auf das Erscheinungsbild des Badebeckens. Doch bleiben wir zunächst bei der Technik.

1 Ein klassischer Pool lässt sich auch auf kleiner Fläche verwirklichen. Schon 3 mal 5 Meter genügen für den Badespaß.

2 Zur ganzheitlichen Sicht auf den Badegarten gehört für Roland Lütkemeyer, seine Kunden auch in Sachen Gartenmöblierung zu beraten.

Der klassische Pool

Den klassischen Pool kennt jeder aus öffentlichen Schwimmbädern: Er garantiert keimfreies klares Wasser auch bei höherer Beanspruchung. Das gelingt, weil dem Schwimmwasser chemische Zusätze – zumeist Chlor – beigemischt werden, die Bakterien im Wasser eliminieren und Algenwachstum unterbinden. In Kombination mit einer Oberflächenabsaugung, einem so genannten Skimmer, und Filtern bleibt die Wasserqualität im Pool lange sehr gut. „Klassische Pools sind etwas für Menschen, die gern auf Nummer sicher gehen möchten und gern in glasklarem Wasser schwimmen. Heute wird das Chlor meist automatisch dosiert. Das verhindert eine Überdosierung. Den Chlorgeruch, den wir alle aus dem Schwimmbad kennen, gibt es damit zum Glück nicht mehr, auch Augen- und Hautreizungen durch zu viel Chlor sind damit praktisch ausgeschlossen“, fasst Roland Lütkemeyer zusammen. Doch das Wasser muss jährlich gewechselt werden, was zu einem dicken Minus in seiner Ökobilanz führt. Die Chemikalien für die Wasseraufbereitung verursachen außerdem laufende Kosten.

Der Naturnahe

Ganz ohne Chemie kommt ein Schwimmteich bei der Wasseraufbereitung aus. Bei ihm übernehmen Pflanzen die Aufgabe, den Nährstoffgehalt des Wassers niedrig zu halten und damit das Algenwachstum zu unterbinden. Deshalb besteht ein Schwimmteich in der Regel aus zwei Bereichen: der Badezone, in der das Wasser so tief ist, dass man hier bequem schwimmen kann, und der Regenerations- oder Repositionszone. Sie ist deutlich flacher als die Badezone und baulich mit ihr verbunden. In ihr wachsen Wasserpflanzen, die sich von den Nährstoffen im Teichwassers ernähren und damit Algen die Lebensgrundlage entziehen. Das Wasser eines Schwimmteichs ist also chemiefrei, aber nicht unbedingt klar. Schwebstoffe können für eine zeitweilige Trübung sorgen. Außerdem freuen sich nicht nur menschliche Schwimmer an dem naturbelassenen Wasser: Amphibien fühlen sich hier ebenfalls wohl. Er ist selbst im Winter eine ästhetische Bereicherung für den Garten und seine Ökobilanz fällt positiv aus. Lediglich verdunstetes Wasser sollte regelmäßig ergänzt werden.

Der Brückenbauer

Schwimmteiche gibt es allerdings in unterschiedlichen Ausführungen, von der Variante, die ganz ohne Technik auskommt, über verschiedene Zwischenstufen, bei denen Pumpen und/ oder Filteranlagen und eine Oberflächenabsaugung zum Einsatz kommen, bis hin zu Anlagen, die gar keine Regenerationszonen benötigen und dennoch mit natürlich aufbereitetem Wasser aufwarten können. Diese heißen Biooder auch Naturpool und sind bei der Kundschaft von Roland Lütkemeyer derzeit besonders gefragt: Seine Erklärung dafür: „Diese Anlagen bringen die Vorteile von klassischem Pool und Schwimmteich zusammen. Ihr Wasser ist klar und gleichzeitig chemiefrei. Das überzeugt.“

3 Die Badegelegenheit muss optisch zu ihrer Umgebung passen – also zum Garten und zur Architektur des Hauses, aber natürlich auch zum Geschmack der Gartenbesitzer.

4 Üppige und vielfältige Pflanzflächen rund um den Pool setzen der Geradliniglkeit einen starken natürlichen Akzent entgegen

5 Poolterrasse, Außendusche, Poolhaus und Sichtschutz gehören zu den Gestaltungsaufgaben eines Poolbaus.

Das gelingt durch den Einsatz spezieller Biofilter, durch die das Poolwasser hindurchgepumpt wird. In ihnen entziehen Mikroorganismen dem Wasser die eingetragenen Nährstoffe. So bleibt es klar, keim- und algenfrei. „Diese Filter können wir in einem Schacht neben dem Pool einbauen, meist unter einem Holzdeck“, erklärt Roland Lütkemeyer. „Damit benötigen wir für die Filtertechnik keinen zusätzlichen Platz.“ Dank Chemiefreiheit kann man beim Biopool ebenfalls auf einen Wasserwechsel verzichten.

Komplexe Bauaufgabe

„Pool- und Teichbau sind technisch anspruchsvoll, und es ist eine Menge Know-how erforderlich, damit die Anlagen langfristig funktionieren. Da sollte – auch weil eine Badegelegenheit immer eine größere Investition ist – unbedingt ein erfahrener Fachbetrieb beauftragt werden“, betont Roland Lütkemeyer. Wichtig ist ihm auch, darauf hinzuweisen, dass man eine Badegelegenheit nie isoliert planen sollte: „Pool und Schwimmteich sind unabhängig von der Grundstücksgröße prägende Elemente für einen Garten. Sie verändern den gesamten Charakter der Anlage. Da ist es wichtig, das große Ganze in den Blick zu nehmen.“ Gute Gründe gibt es auch dafür, seinen Pool mit einer Abdeckung bauen zu lassen: Sie verhindert allzu viel Schmutzeintrag und das nächtliche Auskühlen des Wassers, dient außerdem der Sicherheit.

Auf Harmonie achten

Ohnehin ist Poolbau immer auch eine Aufgabe mit einer starken ästhetischen Komponente. Welche optische Wirkung möchte man mit der Badegelegenheit erzielen? Soll das Becken blau leuchten oder sich eher in unergründlichem Grün präsentieren, geradlinig oder geschwungen sein? Alles ist möglich, aber nicht immer passt alles. Roland Lütkemeyer fasst es so zusammen: “ Dabei ist es im Übrigen vollkommen egal, für welche Art der Wasseraufbereitung man sich entscheidet. Selbst ein Schwimmteich lässt sich harmonisch in einen Designgarten integrieren.

Der Experte

Roland Lütkemeyer aus Gütersloh führt seinen Garten- und Landschaftsbaubetrieb in zweiter Generation. Zu seinen Spezialitäten gehört die Gestaltung von Gärten mit Swimming Teichen und Living Pools. Lütkemeyers Unternehmen zählt mit zu den rund 50 Top-Gartengestalter-Betrieben in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich unter dem Markennamen Gärtner von Eden zusammengeschlossen haben.

www.luetkemeyer.de www.gaertner-von-eden.com