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IM LABOR GETESTET: Ein Standard, zwei Philosophien


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 02.10.2019

Obwohl sich Panasonic und Olympus den MFT-Standard teilen, gibt es Unterschiede bei der Performance der Objektive an den jeweiligen Bodys. Mit einer neuen Klassifizierung tragen wir diesem Umstand ab sofort Rechnung.

Artikelbild für den Artikel "IM LABOR GETESTET: Ein Standard, zwei Philosophien" aus der Ausgabe 11/2019 von CHIP Foto-Video. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: CHIP Foto-Video, Ausgabe 11/2019

Die beiden japanischen Hersteller Panasonic und Olympus stellen in der Industrie eine große Ausnahme dar: Vor mehr als zehn Jahren haben beide Firmen gemeinsam die spiegellose Systemkamera, wie wir sie heute kennen, sozusagen aus der Taufe gehoben. Mehr noch: Der im Jahr 2008 definierte „Micro Four Thirds“- oder kurz MFT-Standard bildet seitdem die Grundlage für die entwickelten Kameras. ...

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... Über diesen Standard wurden nicht nur die Sensorabmessungen festgelegt, sondern auch Form und Durchmesser des Objektiv- Bajonetts samt Auflagemaß, Bildkreis und Kommunikationsprotokollen normiert.

Fotografen, die eine MFT-Kamera nutzen, beschert dies durchaus Vorteile: Ganz egal, ob sie eine DSLM von Panasonic oder von Olympus besitzen, sie können generell aus dem umfangreichen Objektiv-Portfolio beider Hersteller frei wählen. Allerdings klingt die Theorie harmonischer als die Praxis.

Gleich und doch verschieden

Beide Unternehmen gehen bei der Konstruktion von Kameras wie auch Objektiven ganz eigenständige Wege. Die daraus resultierende Vielfalt bringt nicht nur Vorteile für den Kunden mit sich. So sind beispielsweise die Kommunikationsprotokolle für die Steuerung des Autofokus und die Übertragung der Aufnahme-Informationen zwar normiert, die kamerainterne Verarbeitung der Bilddaten unterscheidet sich zum Teil aber merklich. So kann es unter Umständen vorkommen, dass ein Olympus-Objektiv an einem Panasonic-Body – sowie die umgekehrte Kombination – nicht die Leistung oder auch Charakteristika zeigen kann, die das Gerät an einem vergleichbaren Gehäuse der eigenen Marke liefert.

Um diesem Umstand ab sofort Rechnung zu tragen, haben wir unsere bestehenden MFT-Bestenlisten überarbeitet. Alle von uns bislang getesteten 55 Four-Thirds-Objektive werden fortan in insgesamt vier statt wie bisher zwei Kategorien geführt. Hinzu kommt, dass wir sämtliche Panasonic-Objektive an einer neuen Test-Kamera nachgemessen haben. Für diese Labor-Messungen kam die Lumix G9, das derzeitige MFT-Flaggschiff des Herstellers, zum Einsatz.

Was die Objektive von Drittherstellern betrifft, also beispielsweise Sigma, so testen wir diese künftig zusätzlich auch an der Panasonic Lumix G9. Ein Unterschied bei den Testergebnissen ist hier im Vergleich mit der Olympus OM-D EM5 aufgrund der fehlenden Korrekturdaten in beiden Kameras jedoch nicht zu erwarten. Bei den Objektiven von Olympus hat sich insgesamt keine Änderung ergeben: Alle Testdurchläufe der M.-Zuiko-Digital-Optiken erfolgen nach wie vor am Body der Olympus OM-D E-M5. Eine Vergleichbarkeit der Objektive, ganz gleich von welchem Hersteller, bleibt somit also trotzdem bestehen.

Was ändert sich, was bleibt?

Bei der Durchführung der nachträglichen Messungen haben wir beobachtet, dass sich die Abbildungsleistung der Panasonic-Objektive teils deutlich verändert hat: Besonders in puncto Vignettierung, Verzeichnungskorrektur und bei den chromatischen Aberrationen traten durch die Bank spürbare Verbesserungen zutage. Auf den folgenden Seiten finden Sie nun die überarbeiteten Bestenlisten. Sowohl die Testsieger als auch die Objektive mit dem besten Preis-Leistungs- Verhältnis stellen wir Ihnen ausführlich vor. Je nachdem, ob Sie mit einer MFT-Kamera von Panasonic oder Olympus fotografieren, finden Sie jetzt deutlich schneller die beste oder auch günstigste passende Optik für Ihren Zweck.

Das lichtstarke Porträt-Objektiv besticht in erster Linie durch seine kristallklaren Ergebnisse. Im Bildzentrum messen wir schon bei Offenblende hervorragende 1.769 Linienpaare pro Bildhöhe – Bestwert bei den Festbrennweiten von Olympus; doppelt abgeblendet bleibt dieser Wert konstant. Dagegen legt die gemessene Auflösung am Rand bei f/2,5 sogar zu: Scharfe 1.603 Linienpaare in den Bildecken suchen bei den Festbrennweiten ebenfalls ihresgleichen. Die Randabschattung fällt mit 0,4 Blendenstufen angenehm gering aus. Chromatische Aberrationen und Verzeichnungen lassen sich nur mit der Lupe erkennen – klasse. Einzig der träge sowie bisweilen ungenaue Autofokus und der stolze Preis trüben das ansonsten sehr gelungene Gesamtbild ein wenig.

+ Sehr gutes Auflösungsvermögen, umfangreiche Ausstattung, geringe Vignettierung, Verzeichnung nicht erkennbar

- Autofokus-Treffsicherheit durchwachsen, daher größere Abweichungen, was die tatsächliche Auflösung angeht

Bereits bei Offenblende liefert das kompakte, leichte Makro- Objektiv eine klasse Leistung: Mit 1.723 Linienpaaren pro Bildhöhe im Zentrum und 1.497 Linienpaaren am Rand spielt die Optik in Sachen Auflösungsvermögen bei den Besten dieser Kategorie mit. Doppeltes Abblenden auf f/7,1 verbessert die Messwerte aber nicht. Dank Naheinstellgrenze von nur zehn Zentimetern und eines Abbildungsmaßstabs von 1,25:1 liefert die Optik spannende Einblicke in die Welt der kleinen Dinge. Die Vignettierung fällt mit 0,9 Blendenstufen bei Offenblende noch einigermaßen moderat aus. Größtes Manko des Objektivs: In puncto Ausstattung muss der Käufer Abstriche machen. Eine Streulichtblende fehlt ebenso wie Dichtungen am Tubus oder eine Fokus-Skala. Preislich ist das Makro dafür top.

+ Leicht und kompakt, sehr hohe Auflösung schon bei Offenblende, Verzeichnung und Aberrationen sind gut korrigiert

- Geringer Motiv-Abstand bringt Abschattungsprobleme, sehr spärliche Ausstattung, Gehäuse aus Kunststoff

Das lichtstarke Weitwinkel-Zoom begeistert beinahe auf der ganzen Linie: Der Kleinbild-äquivalente Brennweitenbereich von 14 bis 28 Millimeter sowie eine durchgängige Lichtstärke von f/2,8 machen die Optik zum idealen Begleiter auf Reisen. In Sachen Auflösung stellt das Zoom-Objektiv sogar die hauseigenen Festbrennweiten in den Schatten: 1.800 Linienpaare pro Bildhöhe bei Offenblende im Bildzentrum markieren den Bestwert aller Olympus-Objektive – Hut ab! Die Vignettierung hält sich über den gesamten Brennweitenbereich in angenehmen Grenzen, zweifaches Abblenden lindert die Randabschattung nicht maßgeblich. Nur der stolze Preis und die feststehende Streulichtblende verhindern, dass das Weitwinkel-Zoom die anderen Objektive noch weiter hinter sich lässt.

+ Herausragende Auflösungsleistung über den gesamten Brennweitenbereich, flotter und präziser Autofokus

- Hohes Gewicht, gehobener Preis, kein Filtergewinde – bedingt durch die feststehende Gegenlichtblende

Mit einem auf Kleinbild gerechneten Brennweitenbereich von 80 bis 300 Millimeter stellt sich das Telezoom-Objektiv zunächst als echtes Allround-Talent vor – egal ob für Porträt- oder Wildlife-Aufnahmen. Mit einem Gewicht von unter 200 Gramm ist die Optik zudem angenehm leicht und auch bei knapp bemessenem Fotogepäck schnell verstaut. Sowohl die Abbildungsleistung als auch die Objektivgüte können sich sehen lassen: Selbst bei längster Brennweite messen wir noch gute 1.473 Linienpaare pro Bildhöhe im Zentrum, bei einer erfreulich gering abfallenden Auflösung zum Rand hin. Die moderate Vignettierung lässt sich durch Abblenden fast vollständig entfernen. Schade nur, dass Olympus neben dem Preis auch bei der Ausstattung ordentlich gespart hat.

+ Gute Abbildungsleistung über den gesamten Brennweitenbereich, präziser und schneller Autofokus

- Deutliche chromatische Aberrationen am kurzen Ende, Tubus aus Kunststoff, Fokus-Skala und Dichtungen fehlen

Die längste und teuerste Festbrennweite ist gleichzeitig die beste: Das lichtstarke Tele-Objektiv begeistert bereits bei Offenblende mit knackscharfen Aufnahmen, Abblenden ist für eine Steigerung der Auflösung schlicht nicht nötig. Besonders bemerkenswert und in dieser Klasse ansonsten unerreicht ist der sehr geringe Auflösungsabfall zu den Bildrändern hin. Objektivgüte und Ausstattung gehören zum Besten, was MFT-Objektive zu bieten haben. Dazu reagiert auch der Autofokus schnell und trifft das Motiv meist vorbildlich. Preis und auch Gewicht fallen dagegen happig aus.

+ Herausragende Auflösungsleistung bei zugleich nur minimalen Abbildungsfehlern, rundes Ausstattungspaket

- Stolzes Gewicht und ausladende Maße, Autofokus neigt bei kontrastreichen Motiven zu leichten Pumpbewegungen

Günstig bedeutet keineswegs immer schlecht: Den Beweis tritt das leichte Tele-Objektiv von Sigma an. Trotz der vergleichsweise langen, Kleinbild-äquivalenten Brennweite von 120 Millimetern liefert die Festbrennweite vorbildliche Auflösungswerte bei gleichzeitig minimalen Abbildungsfehlern. Mit 1.927 Linienpaaren pro Bildhöhe im Zentrum messen wir einen Bestwert in dieser Kategorie. Die leichte Vignettierung bei Offenblende verschwindet ab f/5,6 völlig, Verzeichnungen sowie Farbsäume sind nur mit der Lupe auszumachen. Hinzu kommen zuletzt noch das angenehme Gewicht und der günstige Preis.

+ Handlich und leicht, exzellente Schärfe im Bildzentrum, Verzeichnung, Vignettierung und CAs gut korrigiert

- Autofokus mit schwankender Genauigkeit, Fokus-Skala zum manuellen Scharfstellen und AF/MF-Schalter fehlen

Das lichtstarke Telezoom kommt ohne echte Schwächen. Ob bei der Auflösungsleistung, der Objektivgüte, der Ausstattung oder auch der Autofokus-Performance – diese Optik setzt in allen genannten Kategorien Maßstäbe. Gravierende Kritikpunkte gibt es einfach nicht – ein gelungenes Objektiv also und ein Muss für MFT-Fotografen mit einer Vorliebe für lange Brennweiten. Einzig die Tatsache, dass eine Fokus-Skala und ein AF/MF-Umschalter fehlen, führt zu Punktabzug.

+ Tolle Schärfeleistung über den gesamten Brennweitenbereich, rasanter Autofokus, rundes Ausstattungspaket

- Fokus-Skala und AF/MF-Umschalter fehlen, im Vergleich zu anderen MFT-Objektiven leicht größer und schwerer

Dieses leichte und kompakte Telezoom darf als kostengünstige Alternative zum Testsieger gelten – sein Trumpf ist der größere Brennweitenbereich von Kleinbild-äquivalenten 90 bis 300 Millimetern. Abstriche müssen Käufer in erster Linie bei der Lichtstärke machen. Auflösung und Ausstattung sind nur wenig, aber dennoch sichtbar reduziert, beim Autofokus wagt Panasonic dagegen keine Kompromisse: Der Motor verlagert die Schärfe-Ebene schnell und erfreulich zuverlässig.

+ Geringes Gewicht und handliche Abmessungen, rasanter und treffsicherer Autofokus, Bildstabilisator im Gehäuse

- Deutlich reduzierte Ausstattung ohne Dichtungen und Fokus-Skala, markante Vignette bei Offenblende