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IM LAND DER DRACHEN


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TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 120/2022 vom 08.11.2022

KOMODO

Artikelbild für den Artikel "IM LAND DER DRACHEN" aus der Ausgabe 120/2022 von TAUCHEN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TAUCHEN, Ausgabe 120/2022

Sie können weder Feuer speien noch fliegen. Dennoch gelten die »Dragons«, wie sie vor Ort genannt werden, als etwas ganz Besonderes. Mit bis zu drei Metern Länge und dem Gewicht eines stattlichen Mannes erinnern die weltgrößten lebenden Echsen wahrhaftig an Jurassic Park und Co. Wissenschaftlich gesehen sind unsere Haushühner jedoch weit näher mit Dinosauriern verwandt als der Komodowaran. Während die Urzeitechsen vor rund 66 Millionen Jahren ausgestorben sind, haben die Komodowarane vermutlich erst vor etwa fünf Millionen Jahren die Weltbühne betreten. Von ihrem einst großen Verbreitungsgebiet über ganz Australien und weite Teile Indonesiens sind heute gerade mal ein paar tausend auf einer Handvoll Inseln übriggeblieben. Bei genau diesen Inseln trifft die warme Flores-See des Pazifiks auf oft deutlich kältere Strömungen des Indiks. Unterschiede von Temperatur, Gezeiten und ...

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... durchschnittlichem Niveau der beiden Ozeane bewirken ein faszinierendes Phänomen, das Gezeitentabellen und Strömungen unvorhersehbar macht. Kein Wunder, dass das Gewirr aus alten Vulkaninseln rund um das namensgebende Komodo von Seefahrern gefürchtet, von Tauchern hingegen geliebt wird. Strömungskanäle verteilen dort nicht nur jede Menge Nährstoffe, sondern ziehen auch einen immensen Artenreichtum von bunten Makro-Schönheiten bis zu Großfischen an. Schon lange bevor Raja Ampat vom Tauchtourismus wachgeküsst wurde, galten Safaris rund um die indonesische Insel Komodo als das Nonplusultra.

Auf der Drachen-Schwanzspitze

Um die Region nach zwei Jahrzehnten mal wieder auf Herz und Nieren zu prüfen, wollen wir zuerst in einem komfortablen Tauchresort am Rand des Nationalparks absteigen, bevor es ein paar Tage später auf Tauchsafari geht. Das Gute daran: Resort und Schiff teilen sich dieselben Besitzer, die beiden Indonesien-erfahrenen Italiener Antonello Benedetti und Stefano Piazza. Zirka 400 Kilometer östlich von Bali, zwischen den beiden großen Inseln Sumbawa und Flores, setzen wir auf Sebayur Besar unseren Fuß an Land. Genau auf der »Schwanzspitze« des mit etwas Fantasie an einen schlafenden Drachen erinnernden Eilands schmiegen sich die 16 Bungalows des Komodo Resorts wie überdimensionale Schuppen in die Landschaft. Geräumig und mit einem Maß an Komfort, den Taucher lieben, kann man sich hier nur wohlfühlen. Wenige Bootsminuten um die nächste Ecke springen wir dann vor der kleinen Nachbarinsel Sebayur kecil ins knapp 30 Grad warme Wasser. Bei hervorragender Sicht folgen wir dem schräg abfallenden Hang voll prächtig wuchernder Steinkorallen. Füsiliere und Doktorfische, Riffbarsche und Clownfische, ein juveniler Fledermausfisch und zwei Schildkröten beleben bei moderater Strömung die Szenerie. Das Highlight aber ist eine Riesensepie, die nicht müde wird, sich wenige Zentimeter vor unserer Kamera in Pose zu werfen.

»WISSENSCHAFTLICH GESEHEN SIND UNSERE HAUSHÜHNER JEDOCH NÄHER MIT DINOSAU-RIERN VERWANDT ALS DER KOMODOWARAN.«

Furioser Hexenkessel

Am folgenden Morgen brechen wir zu einer Tagestour in den Norden von Komodo auf. Hexenkessel, Castle und Crystal Rock – so die vielversprechenden und wohlklingenden Namen der anvisierten Tauchspots. Wir wissen: Wo Strömung ist, ist Leben! Und so springen wir in eine Fischsuppe, die schnelle Entscheidungen verlangt. Hoch zu den Barrakudas oder runter in die hektisch herumwuselnden Füsiliere? Zum Glück entscheiden wir uns für die hechtartigen Raubfische, die uns in großer Zahl umkreisen, bis uns Diveguide Henki zurück zum Riff ruft. Der Weg ist das Ziel. Und der führt uns nicht ins Freiwasser, sondern über eine riesige Sandarena, in der Weißspitzen- und Graue Riffhaie in der merklich zunehmenden Strömung patrouillieren. Normalerweise nutzen auch Stachelrochen diesen Platz zur Nahrungssuche. Heute aber scheinen sie ausgeflogen zu sein. Auch wir fliegen fast durch einen flaschenhalsartigen Riffkanal voller Stachelmakrelen, bevor es nach der Engstelle – wie im Briefing angekündigt – plötzlich ganz ruhig wird. Die Strömung ist mit einem Mal wie weggeblasen. Eine weitläufige Rifflandschaft voll sehenswerter Steinkorallen tut sich auf und lässt uns jede Menge Kleinfisch und ein paar gemütlich herumpaddelnde Schildkröten bewundern. Wie aus dem Nichts erscheint plötzlich auch noch ein Manta! Als ob er es eilig hätte, tritt er gehörig in die Flossen, schwimmt nur wenige Meter neben uns vorüber und ist ebenso schnell wieder im Blau verschwunden.

Erst Jagd, dann Beachbar

Die nächsten Tauchgänge des Tages führen zu strömungsreichen Untiefen. Der Einsatz von Strömungshaken ist jetzt nötig. Nach anstrengendem Abtauchen hängen wir im 20-Meter-Bereich an einem Riffvorsprung und genießen das Gewusel aus Füsilieren, jagenden Stachelmakrelen und Doktorfisch-Schwärmen. Zeitweise geht es zu wie beim Sardine Run, wenn die silbrig glitzernden Füsiliere in Panik zwischen uns Tauchern Schutz suchen, und die Jagdmakrelen uns um die Ohren flitzen. Das für die Füsiliere um Leben und Tod gehende Schauspiel dauert länger als unsere Nullzeit. Daher können wir dessen Ausgang leider nicht mitverfolgen. Zurück im Resort, erwartet uns ein zauberhafter Sonnenuntergang, der sich an der Beachbar stilgerecht mit Gin Tonic genießen lässt und die Grundlage für die leckere italienische Küche danach schafft. Man muss kein Italienfan sein, um die kulinarischen Genüsse auf diesem winzigen, ansonsten unbewohnten Eiland mitten in Indonesien zu schätzen.

Leinen los und ab!

Grundsätzlich können alle rund 50 Tauchspots in und um den 1800 Quadratkilometer großen Komodo-Nationalpark vom Komodo Dive Resort aus angefahren werden.

»ZEITWEISE GEHT ES ZU WIE BEIM SARDINE RUN, WENN DIE SILBRIG GLITZERNDEN FÜSILIERE IN PANIK ZWI-SCHEN UNS TAUCHERN SCHUTZ SUCHEN, UND DIE JAGDMAKRELEN UNS UM DIE OHREN FLITZEN.«

Die deutlich flexiblere und bequemere Variante ist jedoch an Bord eines Tauchsafarischiffs. Noch dazu, wenn es sich um die »Komodo Sea Dragon« handelt. Da man im Resort abgeholt wird, verläuft der »Umzug im Urlaub« unkompliziert und zeitsparend. Ganz Malediven-like dient das 35-Meter-Holzschiff nur als schwimmendes Hotel, frei von nassem Tauchgerödel und lärmendem Kompressor. Das folgt in diskreter Entfernung auf einem eigenen Schiff, das man nur zum Tauchen betritt. Der Vorteil liegt auf der Hand: mehr Platz für Gemütlichkeit und Luxus auf dem Hauptschiff. Also Leinen los und ab! Geplant ist, auf einer fünftägigen Tauchsafari den Süden von Komodo mit den Nachbarinseln Padar und Rinca zu erkunden.

Schon der erste Tauchsafari-Tag ist mit jeder Menge Nacktschnecken, einer fressenden Schildkröte und einer Schule fotogener Fledermausfische klasse. Das Wasser ist etwas trüber und um drei Grad kühler. Doch prächtig wuchernde Büsche Schwarzer Korallen, Hart- und Weichkorallen sowie riesige Schwämme an atemberaubenden Steilwänden lassen die Vorfreude auf die kommenden Safaritage noch anwachsen. Leider macht am nächsten Morgen das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Zunehmend stärkerer Wind vereitelt die Weiterfahrt Richtung Süden. Legendäre Tauchspots wie Canibal Rock, Yellow Wall und Manta Alley bleiben uns daher verwehrt.

Nationalpark mit Betonjetty!

Also Kurs wechseln und wieder hoch Richtung Norden. Auf dem Weg dorthin liegt die Komodo-Rangerstation. Sie ist der derzeit einzige Ort, um die berühmten Komodowarane hautnah zu erleben. Nach über 20 Jahren wieder einen Fuß auf diese Insel zu setzen, verschlägt uns erst einmal die Sprache. Der einst einfache Holzsteg ist längst einem 500 Meter langen, völlig deplatziert wirkenden Betonjetty mit riesigen Straßenlaternen gewichen. Jede Menge Souvenirstände am Strand. Und Plastikmüll, wohin man blickt. Dazu bettelnde Kinder, die einen mit »Money, Money, Mister-Geschrei« begrüßen. Hier wird nicht wirklich das Bild eines Nationalparks, dessen Gebühren seit Jahren steigen, vermittelt. Beim Erspähen der ersten Urzeit-Echse ist das alles jedoch vergessen. Ihr stoischer Blick, die unglaublich lange, gespaltene Zunge, ihre an ein antikes Mosaik erinnernde Schuppenhaut – und natürlich die immense Größe ziehen uns sofort in den Bann. Diese drei Meter langen »Monster-Eidechsen«, die Mähnenhirsche und Wildschweine jagen, gibt es nirgendwo sonst mehr auf der Welt. Obwohl seit 1980 offiziell streng geschützt, schafft man es gerade so, die Zahl der Komodowarane halbwegs stabil zu halten. Zählungen, Schätzungen und Hochrechnungen gehen von einer Gesamtpopulation von knapp 5000 Stück aus. Vor allem die auf der dicht besiedelten Nachbarinsel Flores lebenden Bestände wurden in den letzten Jahren durch Zerstörung ihres Lebensraums und Bejagung ihrer Beutetiere stark dezimiert. Wir stapfen brav hinter dem Ranger auf einem Trampelpfad durch den knochentrockenen Wald und begegnen auf der eineinhalbstündigen Tour gerade mal zwei Waranen. Jetzt, zu Beginn der Paarungszeit, sind sie scheuer und meist im unzugänglichen Inselinneren. So müssen wir uns erst mal mit einer giftigen Kobra, einem Wespennest und einer kleinen Mähnenhirsch-Herde begnügen.

INFO: KOMODO / INDONESIEN

Anreise:Zielflughäfen sind Jakarta oder Bali. Von dort geht es täglich mit Inlandsflügen nach Labuan Bajo.

Einreise:Reisepass (mindestens noch sechs Monate gültig). Bei Einreise erhält man für zirka 30 Euro ein 30 Tage gültiges Touristenvisum.

Sprache:Amtssprache ist Indonesisch. Auf dem Tauchsafarischiff und im Dive Resort wird Englisch gesprochen.

Anzug:Ein Fünf-Millimeter-Nassanzug und eine dünne Kopfhaube als Schutz vor Nesselplankton sind empfehlenswert. Die Wassertemperaturen betragen meist zwischen 24 und 29 Grad Celsius.

Geld:Offizielle Währung sind Indonesische Rupiah (IDR). 100.000 Rupiah entsprechen etwa 6,44 Euro. Auf dem Schiff wird nur Bargeld (Euro, US-Dollar, Indonesische Rupiah) akzeptiert. Im Resort kann auch mit Kreditkarte bezahlt werden.

Strom:Eurostecker (220 V).

Handy/E-Mail:Handy-Empfang besteht auf dem Tauchsafarischiff nur zeitweise, im Resort immer. Freies WiFi im Resort.

Medizin:Die nächsten Druckkammern befinden sich im 20 Kilometer entfernten Labuan Bajo und auf der Insel Bali. Impfungen und Malariaprophylaxe vor der Reise mit dem Hausarzt abklären. Infos gibt es auch bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin: .

Zeitverschiebung:MEZ plus 6 Stunden.

Landausflüge:Ein Besuch auf Komodo oder auf der Insel Rinca, um die berühmten Komodowarane zu sehen, ist Pflicht, obwohl es leider auch dort inzwischen sehr touristisch zugeht. Für eine zweistündige Waran-Tour auf Komodo muss man mit Nationalpark- und Ranger-Gebühren von 25 bis 30 Euro pro Person rechnen. Ebenfalls interessant ist ein Ausflug zu den Flughunden und zum Aussichtspunkt auf der Insel Padar.

Veranstalter:Aquaventure, Telefon 0511-690 999 00,

Preisbeispiel(von Aquaventure): sieben Nächte im Komodo Resort, Deluxe-Bungalow mit VP und zehn Boots-TG (inklusive Flasche, Blei und Guide) sowie fünftägige (vier Nächte) Tauchsafari auf der Komodo Sea Dragon mit VP und Tauchen, NP-Gebühr, eine notwendige Hotelnacht auf Bali inklusive Frühstück, Flug ab/bis Deutschland, sowie Inlandsflüge und alle Transfers: ab 4665 Euro pro Person im DZ (inklusive aller Gebühren und Flughafensteuer).

Touristinfo:Indonesisches Fremdenverkehrsamt:

»RUHE UND GEMÜTLICHKEIT: GANZ MALEDIVEN-LIKE DIENT DAS 35-METER-HOLZSCHIFF NUR ALS SCHWIMMENDES HOTEL, FREI VON NASSEM TAUCHGERÖDEL UND LÄR-MENDEM KOMPRESSOR.«

TAUCHSAFARI

M/V KOMODO SEA DRAGON

Baujahr:2008 (2020 renoviert)

Crew:12 Mann Besatzung; 2 bis 3 Diveguides

Länge:35 Meter (8 Meter breit)

Schiffstyp:Holz-Motorschiff

Motor:1 x450 PS Diesel

Kabinen:vier luxuriöse, 23 Quadratmeter große Doppelkabinen mit privatem Balkon sowie zwei etwas kleinere Doppelkabinen ohne Balkon. Alle Kabinen mit individuell regelbarer Klimaanlage, Panoramafenstern und Bad/WC. Insgesamt für maximal 12 Gäste (bei Vollcharter bis zu 16 Gäste möglich).

Ausstattung:großzügiges Platzangebot, da das Tauch-Equipment auf dem Begleitschiff bleibt. Klimatisiertes Restaurant mit Loungebereich, Video/Fernseher, Außensitzgelegenheiten am Hauptdeck und Sonnendeck mit Liegen.

Strom:deutsche Steckdosen in jeder Kabine, 220 V.

Tauchbestimmungen:Brevet (mindestens OWD und 20 Tauchgänge), Logbuch, Tauchtauglichkeitsbestätigung sowie verpflichtend Auslandsreisekranken- und Tauchunfallversicherung. Strömungserfahrung und Seefestigkeit sind von Vorteil.

Tauchen:Das 18 Meter lange GFK-Begleitboot Putra Sebayur fungiert als Tauschschiff mit Kompressor, Süßwasserduschen, Sonnen- und Schattenbereich. Bis zu vier Tauchgänge sind pro Tag möglich und erfolgen in geführten Gruppen mit maximal vier Tauchern pro Guide. 12-Liter-DIN/INT-Aluflaschen (15 Liter gegen Voranmeldung ohne Aufpreis) stehen zur Verfügung. Adapter sind nicht notwendig. Komplette Leihausrüstungen gegen Voranmeldung (Leihgebühr: 32 Euro pro Tag).

Ausbildung:jederzeit Nitroxkurs möglich. Sonstige Tauchkurse nach PADI auf Anfrage.

Maximaltiefe:30 Meter

Preise:Nitrox 32 for free geplant ab 2023. Nitrox-Kurs gegen Voranmeldung.

Touren:Neben nahezu ganzjährig möglichen Fünf- bis Sieben-Tage-Tauchsafaris in der Region von Komodo werden auch Sieben-Tage-Tauchsafaris nach Alor angeboten (August und September).

Kontakt & Infos:

Züngelnd, geifernd, beißend

Das Waran-Glück ist uns dann aber doch noch hold. Gegen Ende des Marsches treffen wir einen stattlichen Echsen-Mann direkt am Strand. Von unserem Ranger mit einem blutverschmierten, leeren Sack aufgeweckt, präsentiert uns die Riesenechse ihr Repertoire aus interessiertem Kriechen, die Fährte aufnehmendem Gezüngel und vor Geifer tropfendem Maul! Dieser klebrige Speichel ist für die Komodowarane die wichtigste Unterstützung beim Nahrungserwerb. Mit blutgerinnungshemmendem Gift und zahllosen Bakterien versetzt, sterben ihre gebissenen Beutetiere daran längstenfalls binnen weniger Tage. Die mit einem hervorragenden Geruchssinn ausgestatteten Warane brauchen dem Duft ihrer Opfer nur zu folgen, um schließlich das für sie besonders lecker schmeckende Aas zu verschlingen. Eine faszinierende Strategie dieser einzigartigen Echsen! Bleibt zu hoffen, dass die letzten ihrer Art hier weitgehend ungestört weiterleben dürfen.

KOMODO RESORT

Das Komodo Tauchresort wurde im Jahr 2012 eröffnet und kann bis zu 40 Gäste beherbergen. Es verfügt über 16 Bungalows verschiedener Größen in drei unterschiedlichen Kategorien. Alle Zimmer sind geräumig, mit Klimaanlage, Minibar, Safe, Schreibtisch, Bad/WC, Föhn und großem Balkon oder Terrasse.

KOMODO RESORT DIVING CLUB

Besteht seit:2012

Besitzer:Antonello Benedetti und Stefano Piazza.

Tauchen:Rund 40 Tauchspots können mit dem Boot innerhalb von fünf bis 90 Minuten erreicht werden. Es wird in Gruppen bis zu vier Taucher pro Guide getaucht. Morgens Bootsausfahrt mit Double-Tank-Dive (eine Stunde Oberflächenpause), nachmittags und nachts Einzelausfahrt. Bis zu vier Tauchgänge am Tag sind möglich. Ausbildung erfolgt nach PADI von OWD bis Divemaster.

Maximaltiefe:30 Meter

Tauchlehrer:3 Tauchlehrer, 4 Diveguides.

Boote:6 Holzboote für je 2 bis 14 Taucher.

Ausstattung:36 komplette Leihausrüstungen (Leihgebühr: 28 Euro pro Tag).

Flaschen:12-Liter-DIN/INT-Alu-Flaschen, kein Adapter nötig. Tauchgenehmigung: Die lokale Tourismussteuer beträgt für Taucher etwa sieben Euro/Tag (Schnorchler 3,50 Euro/Tag). Für Tauchgänge innerhalb des Nationalparks kommen wochentags zwölf Euro und an Sonn- und Feiertagen rund 17 Euro hinzu.

Preise:Bootstauchen inklusive Flasche und Blei: ab 46 Euro/Tauchgang. Aufpreis für 15-Liter-Flasche: ab 2 Euro/Tauchgang. Kein Aufpreis für NTG. Der OWD-Kurs kostet 479 Euro.

Lage:auf der indonesischen Insel Sebayur Besar, 20 Kilometer westlich von Labuan Bajo.

Reisezeit:ganzjährig geöffnet. Als beste Zeit für den windanfälligen Süden von Komodo gilt März bis Anfang Mai sowie November und Dezember. Betauchbar ist die inselreiche Region in und um den Komodo Nationalpark jedoch ganzjährig. Die besten Sichtweiten (bis zu 30 Meter) herrschen im nördlichen Teil der Region von März bis November und im Süden von Komodo von November bis März. Die Wassertemperaturen schwanken im Norden zwischen 27 und 29 Grad Celsius. Im Süden können sie strömungsabhängig bis knapp über 20 Grad fallen.

Kontakt&Infos:

Majestätische Meeresgleiter

Zurück an Bord unseres Tauchschiffs, beschert uns ein Nachttauchgang zwei Buchten weiter mehrere Spanische Tänzerinnen, Unmengen an Krabben und Garnelen, dazu Geisterpfeifenfische und Kalmare. Die folgenden Tage begeistert uns eine bunte Bouillabaisse an strömungsreichen Untiefen, Drifttauchgänge entlang toller Korallenformationen und eine knallbunte Makrowelt. Krönender Abschluss ist ein Manta Point, nur 45 Bootsminuten vom Komodo Dive Resort entfernt. Dieser Alternativspot zu Manta Alley ist fast ganzjährig betauchbar und birgt mit seinen Putzerstationen große Chancen auf Begegnungen mit den majestätischen Meeresgleitern. Die Hügellandschaft aus Korallenbruch im Fünf- bis Zehn-Meter-Bereich gibt auf den ersten Blick nicht viel her. Bei genauerem Hinsehen offenbart sie dann Ammenhaie, Schwarzspitzen-Riffhaie und spielende Adlerrochen. Und schließlich zwei Mantas! Gemütlich umkreisen sie einen kleinen Riffblock, verharren bewegungslos in der leichten Strömung und lassen sich von quirligen Putzerfischen genüsslich Parasiten aus Maul und Kiemenspalten picken.

Fruchtfressende Fledertiere

Kurz nach Sonnenuntergang wird uns dann noch eine animalische Aufführung der besonderen Art präsentiert. Von der flachen Mangroveninsel Kalong verlassen täglich zur Dämmerstunde tausende Flughunde ihre Schlafplätze, um zur Nahrungssuche auszuschwärmen. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,7 Meter zählen die Fruchtfresser zu den größten lebenden Fledertieren. Geschätzt 70.000 Exemplare flattern uns hier in riesigen Geschwadern um die Ohren. Fast eine Stunde dauert es, bis sich alle in die Lüfte erhoben haben. Im abendrotglühenden Himmel ein fantastisches Erlebnis! Und ein toller Ausklang unseres letzten Abends auf dem Tauchschiff. Bei einem Glas Wein lassen wir unseren Besuch auf Komodo Revue passieren. Diese indonesische Insel hat seit unserem letzten Besuch nichts an Faszination verloren! Vor allem für strömungserfahrene Taucher ist sie ein Topziel. Wer alle gebotenen Highlights abhaken will, braucht jedoch auch zur richtigen Jahreszeit etwas Glück mit dem Wetter. Und den Waranen.

»BEI GENAUEREM HINSEHEN OFFENBART DER SPOT DANN AMMENHAIE, SCHWARZ-SPITZEN-RIFFHAIE UND SPIE-LENDE ADLERROCHEN. UND SCHLIESSLICH AUCH ZWEI MANTAS!«