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IM SENKGARTEN DIE RUHE FINDEN


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Taspo Garten-Design - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 14.09.2021

Artikelbild für den Artikel "IM SENKGARTEN DIE RUHE FINDEN" aus der Ausgabe 5/2021 von Taspo Garten-Design. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Taspo Garten-Design, Ausgabe 5/2021

Das GaLaBau-Unternehmen Klingenberg GmbH aus Wolfenbüttel ist auf Privatgärten spezialisiert. Auf einem Grundstück mitten in der Stadt wünschte sich der Auftraggeber eine Umgestaltung mit Anklängen an die japanische Gartenarchitektur.

Der Weg ist das Ziel, so ist das nicht selten auch bei der Planung und Erstellung eines Gartens. Manchmal dauert der Weg auch etwas länger und wird durch neue Ideen ergänzt oder verändert. Der erste Ortstermin für die Planung des neuen Gartens fand vor einem Jahr im Mai 2020 statt. Nicht nur die komplette Neugestaltung, sondern auch die örtlichen Gegebenheiten stellten die Planer dabei vor besondere Herausforderungen.

„Die Schwierigkeit bei der Planung lag an der Rohbausituation zu Beginn der Grundlagenaufnahme, der Neubau (Hauserweiterung) und die Winkelsteinabstützungen mit sehr vielen Höhenabstufungen zur Straße waren nur in Teilbereichen vorhanden. Eine ...

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... Baustellenzuwegung, so die ursprüngliche Architektenaussage, sei in der Ausführungsphase nur über die fertige Stützwand in Höhe von etwa zwei Metern möglich. Folglich war die Kalkulation nicht so einfach! Glücklicherweise erfolgte die Zuwegung dann über eine provisorische Bodenrampe, mit finalem Mauerschluss nach Fertigstellung“, fasst Geschäftsführer Holger Hartmann die damalige Situation zusammen.

STEINE, STELEN UND VIELE PFLANZEN

Damit in dem etwa 250 Quadratmeter großen Garten alle Wünsche verwirklicht werden konnten, musste die Ausführung sorgfältig geplant werden. Ein Garten in diesem Stil ist auch für das auf Privatgärten spezialisierte Unternehmen Klingenberg eher selten. „Daher würden wir uns auch nicht als Japan-Spezialist bezeichnen. Ab und zu kommt eine Nachfrage für etwas in dieser Richtung. Gelegentlich wünschen sich Kunden einzelne Stilelemente, wie Azaleenpflanzungen oder japanische Ahorne. Aber dies hier ist auch für uns eher ein außergewöhnliches Projekt“, bestätigt Hartmann. Insgesamt sieben Wochen Arbeit stecken in der umfangreichen Neugestaltung.

Firmenprofil

Die Garten- und Landschaftsbau Klingenberg GmbH (38300 Wolfenbüttel) ist seit 56 Jahren am Markt. Für das Büro arbeiten fünf Bauleiter, 1,5 Mitarbeiter sind im Büro für die Finanz- und Lohnbuchhaltung zuständig. Sieben Baustellenteams bearbeiten die Aufträge im Bereich Hausgartenumgestaltung/Hausgartenneuanlage. Weitere vier Baustellenteams sind für Kleinkundenbetreuung und Pflegeaufträge zuständig. Insgesamt beschäftigt Klingenberg 28 gewerbliche Mitarbeiter, dazu gehören zurzeit sechs Auszubildende. Ein Mitarbeiter ist in der Werkstatt beschäftigt. Geschäftsführer ist Holger Hartmann. Der Arbeitsbereich des Unternehmens liegt zu 100 Prozent im privaten Bereich.

Für die Ideenentwicklung und eigentliche Gartengestaltung halfen insbesondere Bildvorlagen von Gärten im japanischen Stil. Als Bestandsteile wurden vom Kunden Steinsetzungen, Formgehölze, Kiesflächen und ein Wasserlauf mit Quellbecken gewünscht. Die erste Angebotserstellung einschließlich Planskizze erfolgte im Juni 2020. Die Leistungen wurden mit kleineren Änderungen einen Monat später beauftragt, die geplante Ausführung sollte im Herbst erfolgen. Doch Verzögerungen an einer parallel stattfindenden Hausbauerweiterung führten zu einer Verschiebung auf Mitte März 2021.

„Wie wir den Garten bauen, stand relativ schnell fest. Aufgrund der Verzögerungen kamen dann beim Kunden im Laufe der Zeit noch die eine oder andere Idee hinzu“, erinnert sich Hartmann. Eine dieser Ideen war zum Beispiel eine umfassende automatische Gartenbewässerung, eine andere ein besonderer zentraler Blickfang – ein großes rotes Torii mit Wächterlöwen sollte es sein. Nach der Angebots- und Planskizzenüberarbeitung einschließlich der Bepflanzung konnte es dann Mitte April dieses Jahres endlich richtig losgehen.

DAS TOR ZUM SENKGARTEN

Ein Torii ist ein Element der traditionellen japanischen Architektur. Das reale oder symbolische Eingangstor zu einem Schrein ist traditionell aus Holz, seltener aus Stein oder Metall. In diesem Projekt führt das rote Holz-Torii nicht in einen Schrein,sondern über einige Stufen in einen schönen Senkgarten. Dessen Mittelpunkt bildet eine ältere Birke, die als einziger markanter Altbestand bleiben sollte und den Ausgangspunkt der Planung bildete. Um den Baum nicht zu schädigen, musste die Mauer in diesem Bereich daher ohne weitere Tragschicht auf das vorhandene Gelände gebaut werden.

Auf eine reduzierte Weise soll in einem Garten im Japanischen Stil Ruhe und Harmonie erzeugt werden. Dafür sind Steine und Mauern, sowie das Element Wasser besonders wichtig. In japanischen Trockenlandschaftsgärten dient Kies als Ersatz für das Element Wasser.

In diesem Garten wurde oberhalb des Senkgartens ein kleiner Teich geplant, aus dem das Wasser über eine Felsentreppe plätschert und im Kiesboden des Senkgartens wie in einen Teich mündet. Damit die Kiesfläche dennoch vollständig betreten werden kann, plante der Bauleiter einen geschlossen Wasser- Kreislauf mit eingebauter Zisterne.

„Die Bachlaufidee ergab sich quasi aus der Zisternensituation. In die Zisterne wurde unsererseits eine automatische Trinkwassernachspeisung eingebaut, die auch zur automatischen Gartenbewässerung genutzt wird. So dient die Zisterne als Wasserreservoir für den Bachlauf und wird bei längerer Trockenheit durch die automatische Nachspeisung immer gefüllt“, so Hartmann. Die Bachlaufspeisung erfolgt mittels einer Tauchpumpe aus der Zisterne. Der Wasserrücklauf erfolgt über ein GFK-Becken mit einer Größe von etwa 80 x 80 Zentimetern. Es ist mit Kies verfüllt, so dass optisch der Eindruck entsteht, dass das Wasser in der Kiesfläche versickert. Über eine an das Becken angeflanschte Rohrverbindung wird das Wasser zurück in die Zisterne geführt. Diese Anordnung hat besonderen Charme – das System verbraucht nicht extra Platz und die Technik ist fast unsichtbar.

Die kantigen Diabas-Steine für die Felsenbereiche stammen aus einem Harzer Steinbruch. Mit solchen Steinen lassen sich gut und relativ kostengünstig Böschungen abfangen. Das alles mit Winkelsteinen zu machen wäre aus Sicht von Hartmann sehr aufwendig gewesen.

Acht Stelen aus Granit trennen den Senkgarten räumlich von der Terrasse ab, aufgelockert durch Kletterhortensien. Die Bepflanzung orientiert sich am gewünschten Stil: Um den Senkgarten und die oberhalb liegende Rasenfläche reihen sich laubabwerfende Azaleen, Rhododendren, diverse Stauden, Farne, einige Gräser, sowie Säulenwachholder zur Gliederung und Bambus – insgesamt rund 340 neue Pflanzen. Noch fällt der Blick des Betrachtes fast ungehindert auf den Zaun, mit der Zeit werden die Pflanzen hier die Führung übernehmen.

Für den schmalen Streifen, der sich um das Haus herumzieht, wurde überwiegend eine Staudenbepflanzung geplant. Ein Wachholder in Bonsaiform, kleine Bergkiefern und diverse Bodendecker und Kräuter säumen die Rasenfläche. Die östliche Seite des Gartens wird nun durch eine Thuja-Hecke (Thuja occidentalis ‘Smaragd”) gegen die Straße abgeschirmt.

GUTE NACHFRAGE IN SCHWIERIGEN ZEITEN

Nicht nur mit diesem Projekt hatte der GaLaBau-Betrieb gut zu tun, auch insgesamt wirkte sich die Corona-Zeit eher wenig aus. „Natürlich musste man die Arbeiten mit den Auflagen verbinden, aber ansonsten lief alles wie gewohnt. Im Gegenteil, wir haben vielleicht auch krisenbedingt eine große Nachfrage. Im Moment planen wir im Privatgartenbereich mit großem zeitlichem Vorlauf. Wir schieben dieses Jahr acht bis zehn Monate Auftragsbestand vor uns her, das ist schon außergewöhnlich“.

Problematisch ist eher, dass Pflanzen oder Baustoffe knapp sind oder nicht die richtigen Qualitäten geliefert werden können“, beschreibt Hartmann die aktuelle Lage. Selbst Hainbuchen für Hecken oder normale Obstgehölze sind schwierig zu bekommen. Insofern hatten die langen Vorlaufzeiten bei diesem Projekt auch einen Vorteil. Die Materialbeschaffung und Materialverteuerung spielte in diesem Fall keine Rolle, da alle Materialien und auch die Bepflanzung schon zeitnah Ende 2020 beziehungsweise Anfang 2021 bestellt und abgerufen waren. „Vorher den Kopf machen und dann bei der Ausführung eine gerade Linie, das ist mir wichtig“, betont Hartmann. Auch das Torii hat der GaLaBau-Betrieb bei einem Anbieter aus Süddeutschland selber bestellt, ebenso die Wächterlöwen aus dunklem Kunststein, die von der Terrasse aus einen weiteren Hingucker bieten.

Letzte Details

Nach der Bepflanzung folgten die letzten Details. Eine Bank bietet nun Platz, mit Blick auf den Wasserfall. Der darf richtig plätschern, auch als akustisches Gegengewicht zu den Verkehrsgeräuschen. Nachdem die Baustellenauffahrt wieder aufgefüllt und das Grundstück zur Straße geschlossen war, wurden Anfang Juni der Rollrasen verlegt und die letzten Lücken bepflanzt. Die abschließende Baumaßnahme einer Fachfirma bildete die Anbringung von blickdichter Zaunfolie, die den Garten zur Straße hin abschirmt. So lässt sich schon jetzt die Terrasse und der Senkgarten ungestört nutzen. Zukünftig werden dann die Pflanzen zunehmend diese Schutzfunktion ergänzen.

vs