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Im Trockenen


Landlust Zuhaus - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 09.10.2019

Vordächer lassen einen nicht im Regen stehen und unterstreichen den Charakter des Hauses. Worauf man bei der Wahl eines praktischen und passenden Unterstands achten sollte.


Artikelbild für den Artikel "Im Trockenen" aus der Ausgabe 4/2019 von Landlust Zuhaus. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Das markante Vordach aus Cortenstahl steht dank Seitenelementen auf eigenen Füßen. Es ist nicht am Holzhaus befestigt.


Geschmiedete Vordächer nehmen kein Licht weg und bieten einen schönen Schutz. In Belgien sind sie häufig an ländlichen Klinkerfassaden zu sehen. Auch hierzulande erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit.


Minimalistisch: Dieses Glasvordach findet Halt in einem Klemmprofil, das an der Wand befestigt ist.


Foto: Pauli + ...

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... Sohn

Ein Spaziergang durch jede beliebige Wohnstraße zeigt: Vordächer gibt es in vielen Formen und aus den unterschiedlichsten Materialien. Als Schutz vor Regen und Schnee stehen sie fast jedem Haus gut zu Gesicht. Werkstoff und Gestaltung sollten zum Stil des Gebäudes passen, damit der Eingang einladend und harmonisch wirkt. An windigen Standorten bremst ein zusätzliches Seitenelement die Böen am Eingang aus.

Planung

Aber es gilt noch andere Faktoren zu bedenken: Wie ausladend soll die Konstruktion sein? Hält die Wand das aus oder muss ein leichteres Material oder eine andere Befestigung erwogen werden? Sollte das Dächlein einen eigenen Regenablauf haben oder geht es auch ohne? Sucht man sich bei einem Hersteller oder Händler ein Modell aus einer Serie aus, das meist in verschiedenen Standardmaßen zu haben ist, bespricht man diese Fragen mit dem Anbieter. Am besten anhand von Fotos der Eingangssituation und Informationen zum Wandaufbau. Handelt es sich um eine handwerkliche Maßanfertigung, kann noch individueller auf Standortbedingungen und gestalterische Wünsche eingegangen werden. Die Preisspanne bei Vordächern reicht von einigen 100 bis mehreren 1000 Euro. Dazu kommen die Kosten für die Montage, die etwa einen halben Tag dauert. Nach oben sind preislich je nach Ausmaß oder Ausarbeitung, wie Verzierungen oder künstlerisch gestaltete Verglasungen, keine Grenzen gesetzt.

Der britische Hersteller Garden Requisites fertigt Vordächer aus feuerverzinktem Stahl, die leicht und luftig wirken.


Foto: Garden Requisites

An diesem Hauseingang hat der Kunstschmied ein Putzdekor oberhalb der Tür als Schmuckelement für das Vordach aufgegriffen.


Foto: Kunstschmiede Unterrainer

Genehmigung

In der Regel braucht man für die Anbringung keine Erlaubnis, solange sich das Vordach auf dem eigenen Grundstück befindet und es sich bei dem Gebäude nicht um ein Baudenkmal handelt. Ragt das Vordach jedoch zum Beispiel auf eine öffentliche Fläche, etwa einen Gehweg, muss die Gemeinde oder Stadtverwaltung einverstanden sein. Die Details dazu regelt jede Kommune selbst. „Die gängige Tiefe für ein Vordach liegt bei 100 bis 140 cm bei einer Länge von 200 bis 220 cm, um den Eingang zu überspannen. Aber es gibt natürlich auch schmalere Ausführungen. Unser kürzestes Vordach hat 65 cm“, sagt Julia Köhler von IBC Nostalgie Wohnprodukte in Sondershausen.

So ein Vordach mit Unterkonstruktion aus Holz kann fast schon als kleine Veranda gelten.


Foto: Hamann Holz

Material

Vordächer aus langlebigemGusseisen oderSchmiedeeisen mit Glaseindeckung haben Tradition. Man findet sie seit Jahrhunderten in kleinerer Form sowohl an einfachen Bauernhäusern wie auch an Gutshäusern oder Villen, zum Beispiel des Historismus oder Jugendstils. „Viele in Würde gealterte Beispiele begegnen einem heute noch, vor allem bei Fahrten durch Belgien oder Frankreich“, sagt Martin Küper von Landlord Living in Hamm, der typische Vordächer aus Belgien in verschiedenen Größen anbietet. Gusseisen lässt sich durch das Gießverfahren und Schmiedeeisen durch den Kunstschmied in jede gewünschte Form bringen, schlicht und modern oder mit Verzierungen aller Art. Vollverzinkt ist das Schmiedeeisen vor Rost siche Gusseisen hingegen wird in der gewünschten Farbepulverbeschichtet oderlackiert und ist somit vor Korrosion geschützt.

Durchblick oder nicht

Ob es sich um eine Wetterseite handelt oder nicht, ist bei der Planung weniger relevant. Aber es ist wichtig, bei der Eindeckung und Konstruktion generell die Wetterbedingungen am künftigen Standort zu berücksichtigen, etwa eine höhere Schneelast im Winter oder starke Winde, die ein Seitenelement erfordern. Für Durchblick sorgtVerbundsicherheitsglas (VSG/ESG). Es ist auch als blickdichtes Milchglas oder gemustertes Strukturglas zu haben. Der Kunstschmied und Restaurator im Handwerk Klaus Unterrainer aus Trier arbeitet mit einem Glaskünstler zusammen. Dadurch lassen sich Glaseindeckungen zum Beispiel mit eingeschmolzenen farbigen Gläsern noch individueller gestalten. Einige Hersteller verwenden auch Kunststoff für die Eindeckung. Polycarbonat ist günstiger als Glas, bruchsicher und transparent, milchig oder abgetönt erhältlich.

Holz und Metalle

Vordächer ausHolz , häufig eingedeckt mit Dachziegeln, zählen wie geschmiedete Vordächer zu den Klassikern und vertragen sich meistens gut mit Häusern im ländlichen Stil. „Dafür wird üblicherweise Brettschichtleimholz aus Fichte verwendet. Das bildet im Gegensatz zu Massiv- oder Vollholz keine Risse“, sagt Sören Hamann von der gleichnamigen Holzmanufaktur in Klein Offenseth- Sparrieshoop. Wichtig ist eine spezielle Beschichtung, um das Holz vor Wettereinflüssen zu schützen. TypischeDachformen sind Sattel-, Pult- oder Walmdächer, die sich mit verschiedensten Materialien eindecken lassen. VonSchiefer , überBiberschwanzziegel undBetondachsteine bis hin zu verzinktem Stahlblech. Ein weiterer beliebter Baustoff für das Grundgerüst istEdelstahl . Welche Art von Stahl, richtet sich nach dem Standort. In Küstenregionen wird zum Beispiel molybdänhaltiger V4A-Stahl verwendet, der beständiger gegenüber Salzwasser ist. Aber auch Vordächer komplett aus Aluminium sowie verzinkteStahlbleche oderKupfer als Dacheindeckung sieht man an Hauseingängen. Auch mit künstlich gerostetemCortenstahl wird der Empfang zu einem besonderen Blickfang.

Dank des diskreten gläsernen Vordachs mit Zugstangen bleibt der Anblick der Holzfassade ungestört.


Foto: Pauli + Sohn

Gestaltung

Ob giebelförmig, gebogenes Halbrund, geschwungener Baldachin oder schlichtes Rechteck: Vordächer können sich optisch zurückhalten und dem Gebäude den Vortritt lassen oder als Sahnehäubchen einem Haus eine ganz persönliche Note verleihen. „Bei modernen Hauseingängen sind derzeit möglichst filigrane und scheinbar freischwebende Vordächer gefragt, also ohne sichtbare Aufhängung oder Verankerung“, sagt Joachim Weber aus Ellwangen. Seine Firma AB Glas & Design vertreibt Glas- und Aluminiumvordächer in verschiedenen gängigen Formaten, aber auch Maßanfertigungen. Vor allem jene mit Klemmprofil, wie die des Herstellers Pauli + Sohn, wirken fast unsichtbar. Mit bis zu 110 cm Ausladung ist das Glasdach in einer schmalen Halterung gesichert, die an der Hauswand verankert wird. Ein transparentes Vordach kann aber auch zu einem historischen Gebäude passen. Mit schlichten Winkelhaltern aus Metall befestigt, wirkt es weder zu modern und damit nicht als Fremdkörper, noch stört es den Anblick des Fachwerks (siehe Beispiel oben).

Ähnlichkeiten

Gleich und gleich gesellt sich gern: Werden für das neue Vordach Verzierungen der Fassade oder am Haus verwendete Materialien übernommen, wirkt der Neuzugang so vertraut, als wäre er schon immer da gewesen. Das kann ein Schmuckelement aus einem Putzdekor an der Fassade sein, eine verkleinerte Version einer holzverschalten Giebelseite am Haus mit derselben Dacheindeckung (siehe Beispiel S. 109 Vordach Hohmann). Oder man übernimmt Dekore aus einem Eingangstreppengeländer.

Regenablauf

Bei aller Schönheit muss das Bauelement am Ende auch funktionieren. Auch die Entwässerung. Manche Modelle bringen genügend Neigung mit, sodass Wasser oder Schnee problemlos ablaufen können. Großflächige Vordächer benötigen eine Entwässerung über eine Regenrinne und ein Fallrohr. Wo das Vordach ans Gebäude anschließt, sollte immer ein Wandabschlussprofil angebracht werden, damit der Regen nicht in die Nahtstelle rinnt.

Befestigung

Ob Standard-Vordach oder individuelle Anfertigung: Vorher sollte ein Fachmann prüfen, ob die Wand die Konstruktion samt Eindeckung tragen kann oder ob wegen des Gewichts Stützelemente einzuplanen sind. Auch die Befestigungsweise und das Material dafür wird auf das Mauerwerk des Gebäudes abgestimmt. Je nachdem ob es sich um Ziegelmauern, bei alten Häusern manchmal auch weniger festes Gesteinsgemisch oder eine Fassade mit Wärmedämmverbundsystem handelt. Für Außendämmungen gibt es spezielle Befestigungen mit thermischer Trennung, um Wärmebrücken zu verhindern. Manche Hauseigentümer vermeiden jedoch lieber nachträgliche Eingriffe in die Dämmung. Zum Beispiel mit einem L-förmigen Vordach, das dem Eingang vorgesetzt ist. Getragen wird es von dem Seitenteil, das mit einem Punktoder Streifenfundament im Boden verankert ist. Fast immer lässt sich eine passende Lösung finden. So kommt irgendwann jeder Eingang unter die Haube.

Beispiel 1: Traditionelles Material

Während der Sanierung seines Altbaus in Lage hat Robin Harder dieses Vordach gebaut. Dafür wurden Eichenkanthölzer (10 x 10 cm) gebürstet, die Kanten abgefast und mit Leinöl geölt. Metallhohlrahmendübel aus dem Fensterbau befestigen das Grundgerüst am Haus. Die Trägerkonstruktion bekam eine Abdeckung aus Kupfer. Sie besteht aus 2,6 cm starken Eichenbrettern, die mit Kupferblech verkleidet wurden. Die einzelnen vorprofilierten Blechbahnen (sogenannte Schare) wurden durch Falzen miteinander verbunden. Je länger Regenwasser auf der Fläche steht, desto eher bildet das anfangs glänzende Kupfer eine Patina. Durch Oxidation entsteht eine bräunliche, stumpfe Schutzschicht, die sich mit der Zeit auch hellgrün färben kann, wie man es von historischen Gebäuden kennt. Kupfer wurde auch am Dach für die Regenrinnen und Wandanschlussbleche verwendet.

Beispiel 2: Portal mit Signal

Ästhetik und Funktionalität, darauf kam es Jürgen Holzwarth aus Tettnang- Laimnau bei der Planung seines Vordachs an. Das Ergebnis: ein Vordach wie ein Durchgangsportal, gefertigt aus Cortenstahl. Das Material lässt sich gut verarbeiten und bildet mit der Zeit eine rostrote Patina, die den Stahl wetterbeständiger macht und vor dem Durchrosten schützen soll. Die Schlosserei Manfred Egger aus Meckenbeuren hat den Stahl so behandelt, dass sich dieser Prozess beschleunigt. Um konstruktive Probleme bei der Anbringung am Holzhaus zu umgehen, wurde das Vordach etwas von der Wand abgerückt und mit einem Streifenfundament aus Beton im Boden befestigt. Ein Dachüberhang des Hauses verhindert, dass Regen zwischen Vordach und Hauswand gelangt. Die Aufkantung an Front- und Rückseite dient als Spritzschutz und leitet Regenwasser ab. Der Sturz ist mit Lärchenholz verkleidet und mit zwei Leuchten versehen

Beispiel 3: Sanft gebogen

Das Haus der Familie Broschinski in Blomberg, um 1900 gebaut, erhielt vor einigen Jahren ein transparentes Vordach. Gefertigt wurde es von der Detmolder Schlosserei Tölle, die passend dazu auch das Treppengeländer gebaut hat. Die Form wurde der Rundung der Haustürlaibung angepasst. Die Abdeckung ist aus Polycarbonat. Die Trägerkonstruktion besteht aus rostfreiem Chrom-Nickelstahl (V2A). Die Stahlrohre haben einen Durchmesser von 42 mm. Sie wurden mit fünf Schwerlastankern am Gebäude befestigt. Vom oberen Fenster heraus schrubbt die Familie das Vordach bei Bedarf mit Neutralseife und Wasser ab.

Beispiel 4: Im Kleinformat

Das Ehepaar Hohmann aus Rosendahl hat sich für eine Kombination aus Vordach und Windfang entschieden, weil ihnen die Fassade ihres Hauses zu leer schien. Die Planung übernahmen die Besitzer selbst und arbeiteten bei der Umsetzung mit mehreren regionalen Unternehmen zusammen. Ihr Entwurf ist eine verkleinerte Version ihres lärchenholzverkleideten Giebels. Auch die Dachziegel des Hauses wurden übernommen. Das Vordach ist dem Eingang nur vorgesetzt. Getragen wird es von den weiß gestrichenen Stützen, die über Metallfüße mit Betonfundamenten im Boden verankert sind. In die Seiten wurden Glasscheiben als Windbremsen eingebaut. Zwei Regenrinnen an den Dachtraufen des Vorbaus leiten das Wasser über Fallrohre in den Boden ab. Für zusätzliche Entwässerung sorgt eine Rinne in dem Sandsteinboden unter dem Vordach.

Beispiel 5: Dezenter Auftritt

Die Metallkonstruktion, mit der das Vordach von Renate Niemann aus Bienenbüttel am Haus befestigt ist, passt sich grau gestrichen den Eichenbalken des Fachwerks farblich an. Das Dach besteht aus klarem Sicherheitsglas und bietet einen Wetterschutz, ohne Licht wegzunehmen. Steht man vor dem Eingang, verschmilzt das Vordach optisch mit dem Haus. Die Sitzplätze darunter laden zum Verweilen ein. Der Unterbau aus Metall wurde an das Holz geschraubt, das Glas darauf mit Glas-Punkthaltern befestigt. Das Dach wurde nach Plänen der Hausbesitzerin vom Schmied gefertigt. Um das Glas sauber zu halten, spritzt Renate Niemann es ab und zu nass und zieht es mit einer Gummilippe ab.


Text: Micaela Buchholz, Julia Steuber, Ilka Märtens, Fotos: Heinz Duttmann (3) © Radon photography/Norman Radon (3), Ilka Märtens (1), Jochen Quast (1), Andrea Schneider (1), Werkbilder