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Im Westen ist’s am besten!


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Kanu Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 40/2022 vom 01.06.2022

RHEIN-RUHR-ZONE

Artikelbild für den Artikel "Im Westen ist’s am besten!" aus der Ausgabe 40/2022 von Kanu Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Kanu Magazin, Ausgabe 40/2022

AUF INDUSTRIE-SPUREN DIE RUHR ENTLANG

Ja, die Ruhr ist ein landschaftlich überaus reizvoller Fluss! Sie lädt zum Kanuwandern geradezu ein und zeigt heute fast durchgehend die idyllische Seite des Ruhrgebiets. Erst auf den letzten Flusskilometern, wenn es auf den Duisburger Hafen und die Mündung in den Rhein zugeht, erlebt man sie noch wie einst, geprägt von Industrie. Inzwischen kann man auch direkt vor den Toren der großen Städte den Fluss mit Genuss befahren. Zum Beispiel zwischen Hattingen und Essen, wo die Ruhr nicht schiffbar und sehr beschaulich ist. Am Parkplatz an der Straße Ruhrdeich, in der Nähe des Industriemuseums Henrichshütte, lassen wir die Boote zu Wasser und stimmen uns gleich am hier recht breiten Fluss auf die rund elf Kilometer lange, leicht zu befahrene Strecke ein. Dazu geht es zuerst quer hinüber Richtung Campingplatz. Weniger Geübte nutzen am nun folgenden ...

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... ersten Wehr den Treidelpfad, mit Blick auf die alte Birschel Mühle, während Erfahrenere Spaß beim Befahren der Bootsgasse haben. Wo die Ruhr am Bollwerk des Isenbergs eine ausgeprägte Biegung beschreibt, ist direkt unterhalb der Isenburg ein schöner Schwall das nächste Hindernis. Anfänger durchfahren ihn mittig, wer Freude am kabbeligen Wasser hat, verweilt etwas zum »Spielen«. Danach folgen bei Bochum-Dahlhausen und Essen-Horst, wo der Schornstein der historischen Horster Mühle ins Auge springt, zwei weitere mit Bootsgassen ausgerüstete Wehranlagen. Schon kurz darauf gehen wir am rechten Ufer beim kleinen Ruhrcamping (In der Lake, 45279 Essen-Horst, www. ruhrcamping.com) zur Übernachtung an Land – allerdings nur für Ü-16-Jährige. Eine Alternative wäre in Start-Nähe der Campingplatz Ruhrbrücke (Ruhrstraße 6, 45529 Hattingen, www. camping-hattingen.de). Boote leihen kann man bei »Lenne-Ruhr-Kanu-Tour«, die auch geführte Touren anbieten (www.ruhrkanu.de).

MIT DER LENNE INS RUHRGEBIET

In zahlreichen Mäandern durchkurvt die Lenne das wunderschöne Sauerland, bevor sie bei Hagen in die Ruhr und gleich darauf in den Hengsteysee mündet. Wir wollen für Frühjahr und Herbst zwei genussreiche, aber nicht unbedingt für Einsteiger geeignete Kajak-Strecken vorstellen, an denen sich das Umtragen in Grenzen hält beziehungsweise die meisten Wehre bei gutem Wasserstand befahrbar sind.

Rund 19 Kilometer lang ist der landschaftlich besonders attraktive Flussabschnitt zwischen Werdohl und Altena, der vom bergreichen Sauerland geprägt ist. Dafür muss aber in Altena ein Pegelstand von mindestens 60 Zentimetern gegeben sein.

Los geht es im Zentrum Werdohls, am Parkplatz am rechten Lenne-Ufer. Unterwegs wurde und wird an einigen Stellen die Wasserkraft industriell genutzt, verbunden mit Wehran-lagen, doch das tut dem naturnahen Paddelspaß keinen Abbruch. Ziel ist die Sauerlandhalle am Sportzentrum in Altena. Dort und auch in Werdohl gibt es Stellflächen für Wohnmobile direkt an der Lenne, einen Campingplatz aber leider nicht (www.visitaltena.de, www.werdohl.de).

Vom ruhigen See bis zu gemäßigtem »Sprudelwasser«: Ob auf der Lippe (Bilder links) oder dem Halterner Stausee (unten), für gemütliche Touren mit der Familie gibt es viele Möglichkeiten.

Fotos: Li. Seite: Uli Auffermann; re. Seite: Uli Auffermann (2), Wolfgang Werner (mi.)

Weniger heikel, was Wasserstand und Hindernisse angeht, ist die zehn Kilometer lange Strecke vom Lennepark in Hagen-Hohenlimburg hinüber zum Hengsteysee, um in Dortmund-Syburg am Parkplatz vor der großen Straßenbrücke wieder an Land zu gehen. Trotz der Nähe zur Großstadt und einigen, kaum störenden Gewerbeansiedlungen ist auch diese Strecke von viel Grün geprägt. Übernachten kann man beim Camping Hohensyburg (Syburger Dorfstraße 69, 44265 Dortmund, www. camping-hohensyburg.de). Übrigens liegt in der Nähe des Einstiegs der überregional bekannte Wildwasserpark Hagen-Hohenlimburg.

AUF DER GEMÄCHLICHEN LIPPE RICHTUNG RHEIN

Die Lippe ist einer der idyllischsten und paddelfreundlichsten Flüsse der Rhein-Ruhr-Zone. Als echter Niederungsfluss bietet sie oftmals klares, langsam fließendes Wasser, zahlreiche Windungen, viel Natur und entsprechend viel Ruhe. Sie kann ab Paderborn, unweit der Quelle in Bad Lippspringe, bis zur Mündung in den Rhein bei Wesel befahren werden. Ein- und Aussetzstellen gibt es reichlich, was zusätzlich dazu beiträgt, dass die Lippe ein beliebter Wanderfluss für Anfänger, Familien und Gruppen ist. Entsprechend viel ist hier manchmal los. Deshalb Rücksicht nehmen und unbedingt auf die Befahrungsregeln achten, etwa bei Sperrungen, Kontingentierungen und Betretungsverboten.

Ein besonders netter Abschnitt für eine Tagestour von rund 18 Kilometern Länge liegt zwischen dem Lippesee bei Paderborn-Sande und dem Kanuclub in Mantinghausen. Schon nach dem Einstieg am Gut Lippesee erfreuen die beachtlichen Renaturierungs-Maßnahmen. Ein reizvoller Abschnitt des Flusses ist hier entstan- den, der von der Natur zurückerobert werden darf und sicher zu den schönsten der Lippe gehört. Übernachten lässt sich gut auf dem Campingparadies Lippstädter Seenplatte in Lippstadt oder ganz schlicht beim Kanuverein Mantinghausen (vorher anmelden, www.kanumantinghausen.de). Bootsverleih und geführte Touren: www.kanute.de, www.wasserfest.de.

AUF DEN HÜPFENDEN WASSERN DER WUPPER

Die Wupper ist der größte Fluss des Bergischen Landes, jenes vielgestaltigen, gefälle- und regenreichen Mittelgebirges, das sich östlich des Rheintals Richtung Sauerland erhebt. Als Wipper nimmt sie ihren Anfang, musste früher einmal ungezählte Mühlen und Hammerwerke antreiben, bevor sie bei Leverkusen dem Rhein zufloss.

Größere Städte und Industrie machten aus der Wupper schließlich einen Abwasserkanal, und so war sie zumindest im Unterlauf lange Zeit mehr tot als lebendig. Doch konsequente Abwasserklärung und Renaturierung haben den Fluss wieder zum artenreichen Lebensraum und zugleich zum erlebnisreichen Paddelrevier werden lassen.

Inzwischen wird er gar Amazonas des Bergischen genannt. Ländlich-grün ist auch der Abschnitt zwischen Solingen-Wupperhof und Leichlingen und mit nur kleineren Schwällen ebenso für wenig Erfahrene geeignet. Gut starten lässt sich am Wanderparkplatz an der L427 (Odentaler Weg).

Zunächst begrenzen die bewaldeten Wupperberge das Tal, doch bald öffnet sich der von grasenden Kühen und schwarz-weißen oder schieferverkleideten Fachwerkhäusern mit den typisch grünen Fensterläden geprägte Blick. Und das einzige Wehr am historischen Wipperkotten mit immer noch betriebener Schleiferei lässt sich in der Regel gut befahren, wenn der Pegel Wuppertal mehr als 19 Zentimeter aufweist. Nach rund elf Kilometern ist die Sport- und Campinganlage Balker Aue in Leichlingen erreicht, auf der man gleich auch übernachten kann (www.crc-opladen.de). Am Start und unterwegs laden zudem mehrere Gasthäuser zu einer Pause ein. Boote verleiht TeamKraft (www.wupper-kanuverleih.de), auf geführte Touren geht es mit WupperKanuTouren (www.wupperkanutouren.de).

Die stillen Stunden im letzten Sonnenlicht des Herbstes sind wie geschaffen für eine ruhige Paddeltour – die Region bietet auch außerhalb der Sommersaison vielfältige Möglichkeiten.

Fotos: Uli Auffermann (3)

AUF DER WUPPER-TALSPERRE DURCH STILLE BUCHTEN

Zwischen den grünen Hügeln des Bergischen Landes – dem Land des Wassers – gibt es auf engem Raum viele Seen und Talsperren. Und selbst wenn einige als Trinkwasserspeicher geschützt sind, dienen doch die allermeisten der Freizeit und Erholung am und auf dem Wasser.

Eine der bezauberndsten schlängelt sich zwischen Hückeswagen, Remscheid und Radevormwald mit ausgeprägten Windungen durch das Tal der Wupper. Umgeben von bis zu 350

Meter hohen, meist bewaldeten Erhebungen, bietet die erst 1987 eröffnete Wupper-Talsperre ein Bild wie aus dem Reiseprospekt und ist ein Paradies für Paddler – ob Einsteiger oder Könner. Als gute Anlaufstelle für eine entspannte Runde nutzen wir den KRÄWI Freizeitpark auf Remscheider Seite, mit Badeplatz und Kiosk.

Am Einstieg lässt sich noch kaum erahnen, wie ausgedehnt der See mit seinen bis zu 225 Hektar Wasserfläche wirklich ist, auch weil immer wieder Landzungen den Blick versperren. Nicht sehr windbelastet und nahezu strömungsfrei, freut das besonders die Anfänger. Glatte elf Kilometer könnte man bis zum Ende bei Hückeswagen paddeln, und auf dem Rückweg ergeben sich dann ganz neue Perspektiven. Zum Übernachten liegt auf der jenseitigen Seeseite der Rohloff Ferienpark Kräwinkel (www.campingradevormwald.de).

IM SÜDEN VON DORTMUND DEN HENGSTEYSEE UMRUNDEN

Der älteste der Ruhrstauseen liegt auf der Grenze von Dortmund zu Hagen und präsentiert mit den bewaldeten Ruhrhängen, gekrönt von einer Burgruine, zwei imposanten Denkmälern und einem gewaltigen Pumpwasserkraftwerk, eine ganz besondere Kulisse. Beim Paddeln aber setzt der See etwas Erfahrung voraus:

Durch die Ost-West-Lage direkt vor den steilen Abbrüchen des kleinen Höhenzuges Ardeygebirge kann es je nach Wetterlage recht windig sein und auch zu kräftigen Böen kommen, die wie aus heiterem Himmel auftreten. Wenn bei hohem Wasserstand die Wehrtore am alten Laufwasserkraftwerk offen sind, spürt man schon ein Stück vor der Absperrung einen deutlichen Sog. Dann empfiehlt es sich, im Bereich des nördlichen Ufers zu bleiben, insbesondere wenn man zur Ausstiegsstelle am nordwestlichen Ende des Sees möchte (Nähe Gaststätte, am Übergang zum Harkortsee). Wir schlagen eine Rundtour vor, beginnend an der Straßenbrücke der Dortmunder Straße, am Parkplatz samt Imbissbude. Da kann man sich zum Ausklang gleich mit Currywurst und Pommes stärken! Im Sommer heißt es wie bei allen beliebten Freizeitgewässern: achtgeben auf die vielen Segel-, Ruder- und Tretboote und auch dem Ausflugsschiff nicht in die Fahrrinne kommen!

Zudem bietet der Hengsteysee reichlich weitere Freizeitmöglichkeiten, ob Gaststätten, Freibad oder reizvolle Wanderwege. Übernachten lässt sich, wie schon bei der Lenne-Tour, auf dem Platz Camping Hohensyburg (www.camping-hohensyburg.de).

HALTERNER STAUSEE –IM RÖMER-REVIER

Im nördlichen Ruhrgebiet, am Übergang zum Münsterland, hat die Stever zusammen mit dem Halterner Mühlenbach in Haltern am See eine anmutige Seenlandschaft und mit 307

Hektar das größte Gewässer des nördlichen Ruhrgebiets geschaffen. Das Paddeln mit dem eigenen Boot ist allerdings nur mit zuvor erworbenen Marken erlaubt, denn man will die Anzahl der Nutzer in Grenzen halten. Die Vergabe erfolgt über das Bürgerbüro der Stadt (außerhalb der Bürozeiten auch im Freizeitbad »Aquarell«, Hullerner Damm, Tel. 02364/924027; am besten vorher anfragen, ob noch Kontingente frei sind). Rund um den See gibt es aber auch mehrere Bootsverleiher, unter anderem für Kajaks und Canadier.

Wir steigen an der Antoniusbrücke am Stockwieser Damm beim Bootshaus »Alter Garten« (mit Gastronomie) in unsere Boote. Abstecher in die Stever und den Halterner Mühlenbach bieten ein variantenreiches Paddelerlebnis. Dafür sorgt auch die große Vogelschutz-Insel, die zwar umfahren, aber keinesfalls betreten werden darf. Außerdem wird nach wie vor Sand abgebaut, was eine gewisse Aufmerksamkeit erfordert. Ein üppiges Freizeitangebot, unter anderem mit Waldklettergarten, Rad- und Wanderwegen sowie Strandbad, kann den Paddeltag abrunden, sorgt mitunter aber auch für einen großen Besucherandrang.

Fotos: Uli Auffermann (4)

Geprägt von Industrie? Mitnichten – in der Rhein-Ruhr-Zone finden sich erstaunlich viele Möglichkeiten, die Boote mitten im Grünen zu Wasser zu lassen.

Und von Mitte November bis zum 1. März gilt für den See strikte Winterruhe. Der Freizeitpark Hoher Niemen (Stockwieser Damm 263, 45721 Haltern am See, www.hoher-niemen.de), in der Nähe unseres Startpunkts und zugleich unweit der Jugendherberge, liegt ideal zum Übernachten. Boote gibt es beim Bootsverleih Niehues (www.bootsverleih-niehues.de) und der Bootsvermietung Meilenbrock (www. bootsvermietung-haltern.de).

ULI AUFFERMANN

BUCHTIPPS

Zwei der praktischen, detaillierten Paddelführer aus der Kanu Kompakt-Reihe des Thomas Kettler Verlags beschäftigen sich mit Flüssen in der Region:

Kanu Kompakt Ruhr, Michael Hennemann, 106 Seiten, Spiralbindung, 12,90 Euro

Kanu Kompakt Lippe, Stefan Schorr, 106 Seiten, Spiralbindung. Derzeit nicht vorrätig, Neuauflage geplant für Oktober 2022

Auch in der Reihe SUP Guide beschäftigt sich der Verlag mit Deutschland bevölkerungsreichstem Bundesland:

SUP-Guide Nordrhein-Westfalen, Eva Bisani & Lukas Kozminski, 168

Seiten, Spiralbindung, 16,90 Euro

Weitere Infos: thomas-kettler-verlag.de