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IMKERN FÜR EINSTEIGER


Landlust - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 17.04.2019

Imkern ist eine spannende, aber auch anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung. Einsteiger können von dem Erfahrungsschatz der örtlichen Imker profitieren. Als Paten stehen sie Neulingen mit Rat und Tat zur Seite.


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Bildquelle: Landlust, Ausgabe 3/2019

Jetzt wachsen die Bienenvölker mächtig. Vor dem Flugloch fliegen sich junge Bienen ein.


Die Arbeit mit Bienen fasziniert: Sie eröffnet neue Einsichten in das Leben der Insekten und ihr vielfältiges Zusammenspiel mit der Natur.
Wer Imker werden möchte, kann im Mai/Juni besonders viel lernen. Einsteiger bekommen in der Regel von erfahrenen Imkern Unterstützung – und oft auch ihr erstes Bienenvolk. ...

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Die Arbeit mit Bienen fasziniert: Sie eröffnet neue Einsichten in das Leben der Insekten und ihr vielfältiges Zusammenspiel mit der Natur.
Wer Imker werden möchte, kann im Mai/Juni besonders viel lernen. Einsteiger bekommen in der Regel von erfahrenen Imkern Unterstützung – und oft auch ihr erstes Bienenvolk. Anlaufstelle sind die örtlichen Imkervereine. Sie bieten fast überall im Land die Möglichkeit zum Probeimkern an – auf dem Vereinsgelände oder bei Mitgliedern. „Jungimker“ können durchaus auch im fortgeschrittenen Alter sein. Wichtig ist für Einsteiger jeden Alters, dass sie keine Angst vor den Insekten haben und nicht allergisch auf Bienenstiche reagieren. Die Bienen sind zwar auf Sanftmut gezüchtet, Stiche bleiben aber beim Imkern nicht aus.

Bestäuber willkommen

Ein geeignetes Plätzchen für den Bienenstock findet sich entweder im eigenen Garten oder in Feld und Wald an vielen Stellen.

In ihrer Honigblase sammelt die Biene Nektar.


Pollen – eiweißreiche Nahrung für die Bienenbrut – sammelt sie in sogenannten Pollenhöschen an ihren Hinterbeinen.


Bienen fliegen ihre Behausung, den Bienenstock, an. Hier wird der Nektar getrocknet und durch die Zugabe von Enzymen zu Honig gemacht.


Wer selbst über kein geeignetes Grundstück verfügt, kann Förster oder Landwirte ansprechen.
In der Regel sind Bienen wegen ihrer Bestäubungsleistung außerordentlich willkommen. Allerdings sollte in der Umgebung auch im Sommer noch genug blühen, damit die Völker ausreichend Nahrung finden. Es gilt: Je vielfältiger die Blütenpflanzen in der Umgebung, desto besser sind die Bienen versorgt.

Bienenstöcke im Garten

Auch im eigenen Garten dürfen Bienenstöcke vielerorts aufgestellt werden. Städte und Gemeinden geben Auskunft darüber, ob die Bienenhaltung in dem Gebiet als ortsüblich gilt und erlaubt ist. Vorteilhaft ist ein Standort im Garten besonders für Anfänger. So haben sie ihre Bienen im Blick und können sie Tag für Tag beobachten. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die fleißigen Bestäuber für eine gute Ernte sorgen. Zu bedenken ist: In der direkten An- und Ausflugzone des Bienenstocks herrscht im Frühjahr und Sommer reger Flugverkehr. Dieser Bereich des Gartens kann nur bedingt für andere Aktivitäten genutzt werden. Gut ist es deshalb, wenn die Bienen in der Nähe einer Hecke oder einem anderen höheren Hindernis stehen und steil aufsteigen müssen. So kommen sie anderen Gartennutzern weniger in die Quere. Auch dem guten Einvernehmen mit den Nachbarn kommt dies entgegen.

Schritt für Schritt

Bevor Entscheidungen über die Wahl des Standorts und die Anschaffung der Ausrüstung getroffen werden, sollten sich Anfänger erst einmal gründlich informieren und einem Imker über die Schulter schauen. Zur theoretischen Vorbereitung können Einsteiger Einführungskurse besuchen. Sie werden meist im Winter oder im zeitigen Frühjahr angeboten. Wichtig ist – gerade jetzt im Frühsommer – die praktische Unterweisung am Bienenstock.

Schwarmstimmung im Frühsommer

Im Mai und Juni entwickeln sich die Bienenvölker rasant. Die Königin legt Tag für Tag bis zu 2 000 Eier. Die Volksstärke kann bis auf 40 000 Bienen und manchmal sogar darüber hinaus ansteigen. Wenn es den Bienen im Stock zu eng wird, bereiten sie eine Teilung des Volkes vor: Die Arbeiterinnen bauen an Erdnüsse erinnernde Weiselzellen, in denen junge Königinnen heranwachsen. Noch bevor sie nach 16 Tagen schlüpfen, verlässt die alte Königin mit ungefähr einem Drittel der Bienen den Stock. Die Imker versuchen, das Schwärmen zu verhindern, weil das zurückgebliebene Volk weniger Honig liefert. Als Tierhalter sind sie aber auch für das Wohl der Bienen verantwortlich. Ausgeschwärmte Bienen gehen in der Wildnis meist schnell an einem Krankheiten übertragenden Parasit, der aus Asien eingeschleppten Varroa-Milbe, zugrunde.

Die Königin (Bildmitte) legt 1 000 bis 2 000 Eier pro Tag in die Wabenzellen.


Platz für die Bienenstöcke findet sich im eigenen Garten oder am Feld- und Waldrand.


Einen Ableger bilden

Im Mai und Juni sehen die Imker ihre Völker deshalb etwa alle neun Tage auf Schwarmanzeichen durch. Beginnen die Bienen mit dem Bau von Weiselzellen für neue Königinnen, ist das ein Alarmsignal. Oft empfiehlt es sich dann, die Teilung des Volkes vorwegzunehmen: Aus Brutwaben und Bienen wird ein neues kleines Volk zusammengestellt – ein Ableger. Oft fangen Neuimker mit einem oder zwei solcher Ableger an. Sie lassen sich auch von Anfängern gut durchsehen, weil die Zahl der Bienen auf den Waben noch überschaubar ist. Diese Jungvölker brauchen im ersten Jahr vor allem genügend Nahrung, um zu wachsen. Sie müssen deshalb meist im Sommer mit einer Zuckerlösung gefüttert werden. Schwarmstimmung ist bei diesen jungen Völkern die große Ausnahme. Gut ist es, wenn solche Ableger bereits über eine begattete Königin verfügen. Sie hat den Hochzeitsflug schon hinter sich und kann dabei nicht verloren gehen.

Robuste Landbienen

In Deutschland sind heute Bienen mit Merkmalen der Kärntnerbiene Carnica weit verbreitet. Um reinrassige Carnica-Bienen zu züchten, müssen die Bienenköniginnen auf Belegstellen im Gebirge oder auf Inseln gebracht werden (lesen Sie auch unsere Juli/ August-Ausgabe 2016). Dort ist sichergestellt, dass sie nur von Drohnen der gewünschten Rasse begattet werden. Die meisten frischgeschlüpften Bienenköniginnen absolvieren den Hochzeitsflug aber im Umfeld des heimischen Bienenstandes. Aus dieser sogenannten Standbegattung resultiert die nicht reinrassige Landbiene, die oft gut an die regionalen Verhältnisse angepasst ist.

Früh- und Spättracht

In der Regel schleudern Imker im Mai/Juni die sogenannte Frühtracht. Dieser Honig stammt in vielen Gebieten aus der Raps- und der Obstbaumblüte. Im Juli oder August wird meist die Spättracht geschleudert. Ihre Zusammensetzung variiert je nach Region: Im Sommer blüht im Norden die Heide, in den Städten dominieren die Lindenblüten und in anderen Gegenden ein bunter Mix aus verschiedenen Trachtpflanzen. In der Mitte und im Süden Deutschlands besteht die Spättracht in vielen Jahren zu einem großen Teil aus dunklem Waldhonig. Grundlage dafür sind keine Blüten, sondern Honigtau. Die Bienen sammeln diese von Blattläusen aufgeschlossenen und ausgeschiedenen süßen Pflanzensäfte.
Die meisten Imker haben feste Bienenstände. Sortenhonige wie Edelkastanienoder Tannenhonig werden von Imkern geerntet, die mit ihren Bienen in die entsprechenden Trachtgebiete wandern. Dazu braucht es Erfahrung: Der Erntezeitpunkt muss richtig gewählt werden, um sicherzustellen, dass auch die angegebene Sorte in dem Honig im vorgeschriebenen Maß vorhanden ist.

Die erste Ernte

Wer mit einem Ableger zu imkern begonnen hat, muss meist bis zum kommenden Jahr mit der ersten Honigernte warten. Das Volk ist dann kräftig genug, um genügend Honig zu produzieren. Vor Attacken der Bienen brauchen Neulinge sich nicht zu fürchten. Am Tag vor dem Schleudern wird eine Bienenflucht zwischen Brut- und Honigräumen eingelegt. Sie erlaubt den Bienen zwar, den Honigraum zu verlassen, nicht aber wieder hineinzugelangen. Der Honigraum ist dadurch vor dem Schleudern weitgehend leer und die Waben können gut verpackt zum Schleuderraum gebracht werden. Das sollte möglichst ein gekachelter Raum sein, aber auch die gut gereinigte Küche eignet sich. Die Bienen haben jede gefüllte Zelle der Honigwabe mit einem kleinen Verschluss aus Wachs „verdeckelt“. Vor dem Schleudern werden die Waben mit einem speziellen Werkzeug, der Entdeckelungsgabel, von diesen Verschlüssen befreit und anschließend in einer Zentrifuge geschleudert. Der Honig läuft goldgelb aus der Schleuder und lässt das Herz des Imkers höherschlagen. Wachsreste und andere Verunreinigungen bleiben in einem gröberen und einem feineren Sieb hängen.

Ein Bienenschwarm hat das Volk mit der alten Königin verlassen.


Imker kontrollieren regelmäßig, ob ihre Völker in Schwarmstimmung sind.


Leere Rähmchen mit Mittelwänden bauen die Bienen jetzt schnell zu einer Wabe aus.


Der Honig wird in den Bienenwaben eingelagert.


Die Deutsche Honigverordnung

Ein Großteil der Arbeiten beim Schleudern entfällt auf das Saubermachen vor und besonders nach dem Schleudern; dann sind klebrige Honig- und Wachsreste aus dem Schleuderraum und an den Geräten zu entfernen.
Imker sind Lebensmittelproduzenten. Sie müssen ebenso auf Sauberkeit wie auch auf eine gute Qualität achten. Das Schleudern und Abfüllen des Honigs unterliegt der Deutschen Honigverordnung. Anfänger informieren sich am besten in Honigkursen des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.) über den richtigen Umgang mit dem Lebensmittel. Soll der Honig in Gläser mit dem D.I.B.-Warenzeichen abgefüllt werden, gelten noch strengere Qualitätsanforderungen, als sie die Honigverordnung vorschreibt. Zum Beispiel muss der Wassergehalt des Honigs besonders niedrig sein.

Winterfutter für die Bienen

Der Honig dient den Bienen als Winterfutter. Imker ersetzen ihn durch eine Zuckerlösung, die von den Bienen teilweise besser vertragen wird als die Spättracht mit hohen Mineralstoffanteilen. Es dauert einige Zeit, bis die Bienen das Winterfutter in die Waben eingebracht haben. Deshalb sollte rechtzeitig mit dem Einfüttern begonnen werden. Vor dem ersten Frost müssen die Waben gut gefüllt sein, um das Überleben der Völker in der kalten Jahreszeit zu sichern. Den Winter überstehen die Bienen in einer dichten Traube. Diese heizen die äußeren Bienen auf eine Kerntemperatur um die 20 Grad auf, indem sie die Muskulatur ihrer Flügel aneinanderreiben. Das kostet viel Energie.

Behandlung gegen Varroa-Milben

Mindestens genauso wichtig für das Überleben der Völker ist aber die vor und nach der Einfütterung anstehende Behandlung der Bienenvölker gegen blutsaugende Varroa-Milben. Sie vermehren sich in den Brutzellen der Bienen rasch und können eine Reihe von Bienenkrankheiten übertragen. Seit einigen Jahren wird versucht, Völker zu züchten, die diese Schädlinge durch gute Bruthygiene selbst eindämmen können. Erfolg versprechend sind bereits jetzt verschiedene biotechnische Verfahren wie beispielsweise die Entnahme der Brut im Sommer. Dadurch sinkt die Zahl der Milben, die sich in dieser Zeit in den Brutzellen stark vermehren, um 80 Prozent.

Nach der letzten Honigernte im Sommer wird das Volk zur Bekämpfung der Varroa-Milbe mit Ameisensäure behandelt. Eingebracht wird die Säure über Schwammtücher oder andere Verdunstungssysteme.


Die Varroa-Milben krabbeln zur Vermehrung in Brutzellen.


Auf unbestimmte Zeit ist die Behandlung zum Beispiel mit organischen Säuren wie Ameisensäure im Sommer und Oxalsäure im Winter aber notwendig und gesetzlich nach der Bienenseuchenverordnung vorgeschrieben.
Deutschlandweit sterben in den Wintern etwa 10 bis 20 Prozent der Völker. Auch um etwaige Verluste auszugleichen, sorgen Imker im Frühsommer für Ableger. Einsteiger sollten ihren Bestand an Bienenvölkern langsam aufbauen und sich auf einen oder zwei Ableger pro Jahr beschränken. So können sie Jahr für Jahr dazulernen und geraten nicht durch Arbeiten an zu vielen Völkern unter Druck. Rechtlich gilt die Bienenhaltung bis zu 30 Völkern als Liebhaberei, aufreibend können für Anfänger jedoch schon wenige Völker werden.

Mit Ruhe und Gelassenheit

In der warmen Jahreszeit empfiehlt es sich auf alle Fälle, genügend Zeit für die Arbeiten an den Bienenvölkern einzuplanen. Imkern macht mit Ruhe am meisten Freude – zumal es Jahr für Jahr eine Menge zu lernen und zu entdecken gibt. Von mehrwöchigen Urlaubsreisen ist im Mai und Juni wegen der dann anstehenden Arbeiten abzuraten. Zwischen Oktober und April haben die Imker wenig zu tun. Es bleibt genügend Zeit, um sich der Fortbildung zu widmen, Vorträge zu besuchen und Fachliteratur zu wälzen.

VERSCHIEDENE BIENENBEHAUSUNGEN

Mit Magazinbeuten wie im beliebten Zandermaß ist der Imker flexibel, muss aber oft schwer heben.


Hinterbehandlungsbeuten wurden früher meist in Bienenhäuser eingebaut.


Dadant-Beuten mit nur einem Brutraum machen die Arbeit leichter.


Im Spätsommer werden die Bienen mit Zuckerlösung oder Futterteig eingefüttert.


Die Gitter gegen Mäuse befestigt der Imker, bevor es kalt wird.


MELDEPFLICHT

Die Bienenvölker müssen direkt nach dem Aufstellen beim zuständigen Veterinäramt gemeldet werden – eine Vorsichtsmaßnahme, falls Bienenseuchen ausbrechen. Mit Rücksicht auf Spaziergänger sollten sie nicht direkt am Weg stehen. Für etwaige Schäden ist eine Haftpflichtversicherung bei einer Vereinsmitgliedschaft zu einem günstigen Tarif im Jahresbeitrag inbegriffen.

BUCHTIPP: VON MENSCHEN UND BIENEN

Von Menschen und Bienen. 20 Geschichten aus der Welt der Imkerei. Deutscher Bauernverlag, 164 Seiten, 39,90 €, zu bestellen unter: Tel.: 0 30/46 40 61 11 www.bienenjournal.de


Von der Vielfalt der Imkerei erzählt der Bildband „Von Menschen und Bienen“ des Deutschen Bienen-Journals. Auf der Suche nach spannenden Reportagen bereisen die Redakteure der Imker-Fachzeitschrift Deutschland und die Welt. 20 ausgewählte Beiträge wurden nun in diesem großformatigen Buch zusammengefasst. Mehr als 200 Aufnahmen zeigen die letzten Heideimker, Berufsimker bei den Wanderungen mit ihren Völkern oder Honigjäger in den Bergen des Himalajas.

KONTAKT

www.deutscherimkerbund.de
www.die-honigmacher.de

DIE AUSSTATTUNG

Handschuhe und Besen


Stockmeißel


Bienenstock: In den Magazinbeuten werden Zargen für Brut- und Honigräume übereinandergestapelt.


Ein Smoker beruhigt die Bienen.


Fürs Feuer: Holzstücke und Eierkarton


Imker brauchen einiges an Ausstattung, bevor es losgehen kann. Wichtigstes Arbeitsgerät ist der Stockmeißel zum Lösen der von den Bienen verkitteten Rähmchen. Rauch aus einem sogenannten Smoker gaukelt den Bienen einen Brand vor. Sie füllen deshalb für eine eventuelle Flucht ihre Honigblasen mit Vorräten auf. Dadurch sind sie beschäftigt und neigen weniger zum Stechen. Ein solcher Smoker gehört wie ein Abkehrbesen zur Grundausstattung. Anfänger arbeiten auch bei sanftmütigen Völkern in Schutzkleidung entspannter. Gute Dienste leistet ein Imkerhut mit Schleier, der mit einem Reißverschluss an einer Jacke befestigt ist. Handschuhe sollten bereitliegen, zumal sie für einige Arbeiten unerlässlich sind.
Die Imker-Ausrüstung kostet für zwei Völker zwischen 1 200 und über 2 000 Euro – inklusive einer Schleuder und mit allem, was sonst zum Abfüllen des Honigs nötig ist. Mit der Anschaffung einer Honigschleuder und der dazugehörigen Siebe sowie weiterem Handwerkszeug können Anfänger aber in der Regel eine Saison warten. Zudem verleihen Vereine oder Imkerkollegen diese recht teuren Ausstattungsteile auch. Generell lohnt es sich, nach Gebrauchtem Ausschau zu halten, wie es zum Beispiel über Vereine oder in Imkerzeitschriften angeboten wird.

GESTAPELT: MAGAZINBEUTEN

Zeit sollten sich Einsteiger bei der Wahl der Behausungen für ihre Bienen nehmen und sie sich von einem erfahrenen Imker zeigen lassen.
In Deutschland gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Arten und Größen von Beuten, wie die Kästen aus Holz oder Styropor im Imkerjargon heißen. Mit ihrer Anschaffung werden die Weichen für die Zukunft gestellt, auch weil unterschiedliche Systeme in der Regel nicht zusammenpassen. Die meisten Imker nutzen Magazinbeuten. Brut- und Honigräume werden hierbei in sogenannten Zargen übereinandergestapelt.
Sie sind praktisch, weil sie sich gut an die Bedürfnisse der im Frühsommer rasant wachsenden Völker anpassen und Schritt für Schritt erweitern lassen. Es können mehrere Honigräume aufgesetzt werden, was in guten Jahren eine reiche Ernte mit sich bringen kann. Zu bedenken gilt es: Gut gefüllte Honigräume sind über 20 Kilogramm schwer. Da ist bei Arbeiten am Volk Kraft gefragt.

DADANT: GRÖßERER BRUTRAUM

Eine rückenschonende Alternative sind auch die in Süddeutschland beliebten Dadant-Beuten, die etwas anders als die anderen Magazinbeuten aufgebaut sind. Sie haben nur einen, dafür aber größeren Brutraum. Das erleichtert die Arbeiten beim Durchschauen der Völker. Zargen und Rähmchen für die Honigräume sind nur halb so hoch wie beim Brutraum.

HINTEREINANDER GEORDNET

Gar nicht heben müssen Imker bei den früher viel genutzten Hinterbehandlungsbeuten, die fest in einem Bienenhaus eingebaut sind. An ihnen wird von der Rückseite aus und nicht von oben gearbeitet. Die Beuten sind einstöckig, das heißt, Brut- und Honigraum liegen hintereinander, sodass nur die Rähmchen mit den Bienen darauf herausgenommen und keine schweren Kästen gehoben werden müssen. Es ist allerdings schwerer, sich einen Überblick zu verschaffen. Der Brutraum ist knapp bemessen und der Honigraum kann nur bis zu einem gewissen Maß erweitert werden.


Fotos: Andrea Schneider (20), Frank Haubenschild (4), Sabine Rübensaat/ Deutscher Bauernverlag (2), igreen (1), imago (1)