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IMMER EINEN SCHRITT VORAUS


RZ – Trends Interior Design - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 05.11.2021

FHR

Artikelbild für den Artikel "IMMER EINEN SCHRITT VORAUS" aus der Ausgabe 11/2021 von RZ – Trends Interior Design. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: RZ – Trends Interior Design, Ausgabe 11/2021

Das Räderwerk-Motiv auf der Tapete im Eingang des FHR-Gebäudes hat Symbolcharakter. Zwischen Geschäftsführerin Sabine Wiegand und ihrer Stellvertreterin sowie designierten Nachfolgerin, Kommanditistin Ann-Kathrin Schmidt, greift ein Rad ins andere und das erweist sich als Erfolgsgarant des gesamten Unternehmens.

Was treibt den FHR an, inwieweit ist die Gründungsidee heute sein Markenkern?

SABINE WIEGAND: Kurt Reichelt, langjähriger FHR-Geschäftsführer und heutiger Gesellschafter, war 1976 Mitbegründer des FHR als freie Verbundgruppe mit der klaren Zielvorgabe: Durch Umsatzbündelung sollte ein Direktbezug bei der Industrie zu besten Konditionen und mit lukrativem Bonussystem abgesichert werden. Vielfältige Einkaufsvorteile und der Solidaritätsgedanke standen und stehen noch immer im Fokus. Und nach wie vor bedeutet „frei“, dass es keine Zentralregulierung gibt und vor allem, dass sich unsere Partner vertraglich nicht binden müssen. Neben der Grundidee und dem Markenkern der Einkaufskooperation – der FHR hat heute mehr als 300 Vertragslieferanten für Bodenbeläge, Deko/Gardine, Sonnenschutz, Wand sowie Bauchemie/Zubehör – stehen für den wirtschaftlichen Erfolg unserer Partner vor allem Service-und ...

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... Marketingbausteine im Vordergrund. Unsere Servicebausteine, wie Werbung, Sortiments-Präsentations-und Unternehmensberatung oder den technischen Dienst, wählen FHR-Partner nach individuellem Bedarf aus. Insbesondere sehen wir es als unsere Aufgabe, uns mit Zukunftskonzepten zu befassen, in einem vertrauensvollen Miteinander mit unseren Partnern, um gerade auch Krisen wie die Pandemie gemeinsam erfolgreich zu bewältigen.

Wie ist es dem FHR und seinen Partnern in der Ausnahmesituation 2020 und 2021 wirtschaftlich ergangen?

WIEGAND: Geschäftsschließungen und Lockdown lösten zunächst eine starke Verunsicherung bei unseren Mitgliedern aus. Um dem entgegenzutreten, haben wir im ersten Lockdown im März 2020 einen Newsticker im Intranet für unsere Mitglieder eingerichtet, der eine Fülle von aktuellen Informationen und Hilfestellungen wie zu Kurzarbeit-Beantragung, neuen Verordnungen zur Abstandsregelung sowie viele nützliche Links enthielt. Jedes Mitglied konnte sich einloggen – gefühlt im Minu-tentakt wurde der Ticker immer wieder aktualisiert. Parallel hatten unsere fünf Außendienstmitarbeiter telefonisch Kontakt zu den Mitgliedern, leisteten Krisenservice, der große Wertschätzung fand.

Wir hatten im Frühjahr damit gerechnet, dass der Umsatz massiv einbrechen würde, doch nach Beendigung des Lockdowns, als im Sommer Urlaub nicht möglich war, sondern ein Renovierungsboom einsetzte, von dem wir heute noch profitieren, wuchs die Zuversicht. Insbesondere viele unserer 250 Raumausstatter-Mitglieder erzielten im zweiten Halbjahr zum Teil Rekorderlöse, da sie durch ihre regionalen Netzwerke sowie ihre Beratungskompetenz und -intensität weniger stark von der Pandemie betroffen waren. Insgesamt erreichte der FHR 2020 ein kleines Umsatzplus und die positive Entwicklung setzt sich 2021 fort.

Mit Ihrer etablierten Marke Werkhaus bieten Sie Ihren Mitgliedern ein Marketinginstrument, um sich vom Markt abzuheben – gibt es Neues zu diesem Konzept?

WIEGAND: Wir haben Werkhaus vor 25 Jahren gegründet, um eine gemeinsame Werbeplattform für alle FHR-Mitglieder aufzubauen. Unter der Dachmarke Werkhaus sind ausgewählte Produkte namhafter Hersteller zusammengefasst, 50 Kollektionen aus den Sortimentsbereichen Boden, Deko/Gardine, Sonnenschutz und Wand. Durch konsequente Platzierung und Vermarktungsaktivitäten der Dachmarke gewannen wir immer mehr Partner für das Werkhaus-Konzept. In diesem Jahr haben wir die gemeinsame Werbeplattform werkhaus-raum.de neu aufgelegt, um FHR-Mitglieder auch online sichtbarer zu machen. Unser Hauptziel ist, dass wir über die Marke Werkhaus den

Endkunden zum Fachhändler führen, damit er Umsatz generiert. Wichtiger denn je ist eine gute Marketingstrategie, wir unterstützen ihn mit einem individuellen Marketingkonzept – offline und online.

Wir müssen den Markt neu denken, wir brauchen kreative Planer.

FHR-Geschäftsführerin Sabine Wiegand

ANN-KATHRIN SCHMIDT: Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, ist es wichtig, sich als Unternehmer mit dem Internet und den sozialen Medien zu beschäftigen. Wir bieten dafür einen „Fahrplan in die digitale Welt“, der sechs E-Business-Stationen enthält: „Google My Business“ – eine kostenlose Plattform, auf der sich ein Unternehmen präsentieren kann, die Erstellung der Unternehmenswebsite – mithilfe des individuellen FHR-Baukasten-Systems, der virtuelle Raumplaner für die Kundenberatung, Social Media, regionale Online-Marktplätze (zum Beispiel Locamo) sowie Onlineshop – das Internet als verlängerte Ladentheke. Wir sehen uns bei den Themen Digitalisierung und E-Commerce gut aufgestellt und bereiten für unsere Partner auch themenspezifische Social Media-Kampagnen vor.

Inwieweit hat die Pandemie zu Marktveränderungen geführt, worauf kommt es jetzt an?

WIEGAND: Persönliche Treffen waren eingeschränkt, Messen und Tagungen fielen aus. Neue Kommunikationsformen wie Video-Konferenzen und Web-Seminare bahnten sich den Weg in unsere traditionelle Branche. Aber es wurde auch der lokale Fachhandel sichtbarer denn je. Nachhaltigkeit und Regionalität sind in den Vordergrund gerückt. Aber erste An- laufstelle für Informationen wird auch zukünftig das Internet bleiben, nach dem Motto: online informieren – regional kaufen. Und auch wenn die Geschäfte im Moment gut laufen, ist es angeraten, sich mit der gezielten Kundenansprache und den Trendthemen der Zukunft zu beschäftigen.

FHR-DIGITALISIERUNGSTOOL

Welches sind Ihrer Ansicht nach die wichtigsten Zukunftsthemen und wie unterstützt der FHR konkret seine Mitglieder? WIEGAND: Neben E-Business und Nachhaltigkeit halten wir das Thema Akustik für eines der interessantesten. Seit drei Jahren beschäftigen wir uns mit dieser Thematik, für das wir das Netzwerk „Die Raumakustiker“ aufgebaut haben. Mit einer eigenen Website und exklusiver Schulung zum TÜV-zertifizierten Fachberater. Inzwischen gibt es bereits 70 zertifizierte Raumakustik-Partner. Ein hilfreiches Tool ermöglicht die Eingabe der Prüfzeugnisse von Produkten wie Stoffe, Sonnenschutz, Bodenbeläge und Tapeten, sodass der Raumakustiker ganzheitlich beraten kann. Wir empfehlen unseren Mitgliedsfirmen, dafür auch eine Beratungsgebühr zu nehmen, haben einen Beratungsvertrag entwickelt und bieten optional ein komplettes Ausstattungsequipment (für circa 2 000 Euro). Eines unserer Raumausstatter-Mitglieder, erhielt in seinem neuen Geschäftsfeld Raumakustik lukrative Aufträge schon für sage und schreibe sechs Kindergärten. Neu ist, dass das Raumprobe-Tool eine Hörprobe enthält, die das Ergebnis des Einsatzes der geprüften Stoffe wiedergibt. 24 unserer FHR-Lieferanten haben ihre Prüfzeugnisse zu ihren Produkten bereits hinterlegt.

Wie sieht es für die Zukunft der FHR-Mitglieder mit dem Nachwuchs aus?

SCHMIDT: Tatsächlich hatten wir in zurückliegenden Jahren ein Nachwuchsproblem, doch erfreulicherweise stellen wir heute fest, dass wir eine große Anzahl von qualifizierten Junioren in unserer Erfa-

Gruppe haben, darunter viele Juniorinnen. Viele studierte Unternehmensnachfolger kommen in den elterlichen Betrieb zurück und wollen mitgestalten, ob in der Betriebsführung oder im Marketing. Sie erkennen die Chance, mit der Handwerkskompetenz ihrer Mitarbeiter, den Familienbetrieb erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Welches ist Ihr jüngstes Projekt? SCHMIDT:

Unsere Mitglieder erreichen täglich digital viele Informationen und Dokumente aus unterschiedlichen Quellen, die häufig an verschiedenen, teils ungeschützten Ablageorten liegen. Wir haben in Zusammenarbeit mit erfahrenen Kooperationspartnern eine innovative Digitalisierungslösung erarbeitet, die sowohl den betrieblichen Ablauf deutlich effizienter macht – Auftrags-, Vertrags-, und Inventarverwaltung – als auch die gesetzlichen Herausforderungen meistert. Seit September dieses Jahres testen wir eine innovative, maßgeschneiderte Softwarelösung für ein GoBDkonformes Dokumentenmanagement, zusammen mit einem schnell einsatzfähigen Hardwarepaket. Im ersten Schritt kommen FHR-Partner mit Sonderkonditionen in den Genuss des Angebots. Eine Öffnung für die gesamte Branche ist angedacht.

Was sind die Chancen und Herausforderungen der Zukunft?

WIEGAND: Höhere Rohstoffpreise und Lieferengpässe sind zu bewältigen. Der Markt ist in Bewegung – wir müssen ihn neu denken, wir brauchen kreative Planer. Gewerke mischen sich, neue kommen hinzu, wie beispielsweise der Holz-und Fliesenfachhandel. „Renovieren im Bestand“ darin sehen wir eine große Chance insbesondere für unsere Raumausstatter-Mitglieder. Auf die Zukunft mit Optimismus und erfolgversprechenden Konzepten vorbereiten, das ist unsere Stärke.

Vielen Dank für das Gespräch.

ZVR-Präsident Ralf Vowinkel begleitete das Gespräch der RZ – Trends Interior Design mit der Geschäftsführung des FHR und brachte seine Einschätzung und Erfahrungen zu den Herausforderungen der Raumausstatter-Branche mit ein.