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Immer frisch, immer sauber


HausbauHelden - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 07.08.2021

WOHNUNGSLÜFTUNG

→ Gesund

→ Komfortabel

→ Energiesparend

Was ihr wissen wollt:

„ Wann ist ein Lüftungskonzept erforderlich?“

Die Lüftungsnorm DIN 1946-6 (neu: 2019-12) schreibt ein sogenanntes Lüftungskonzept für moderne Niedrigenergie-Neubauten vor. Ein Fachmann überprüft, wie bei unterschiedlichen Nutzungsbedingungen ein ausreichender Luftwechsel sichergestellt und der notwendige Luftaustausch erfolgen soll. Sind Maßnahmen erforderlich, legt er eine Planung vor, wie das Lüftungskonzept in der Umsetzung aussehen soll. Unter www.kwl-info.de/ online-tool können HausbauHelden selbst prüfen, ob lüftungstechnische Maßnahmen erforderlich sind.

Sehr viele Menschen verbringen durchschnittlich 90 Prozent ihrer Zeit in geschlossenen Räumen. Und mit den (zwangsweisen) Trends, mehr von zu Hause aus zu arbeiten, zu lernen und zu studieren, rücken die eigenen vier Wände noch mehr in den Fokus als bislang schon. ...

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Belastungen für die Raumluft Die meisten wissen jedoch nicht, dass die Luft in Wohnhäusern unter Umständen bis zu fünfmal höher mit Schadstoffen belastet sein kann als die Außenluft. Die Ursachen dafür sind zum einen die ganz normalen Haushalts- und Reinigungsaktivitäten wie Putzen, Waschen, Wäschetrocknen und Kochen und zum anderen Zimmerpflanzen. Und selbst der Mensch beeinträchtigt die Innenraumluftqualität, weil er Kohlendioxid und Feuchtigkeit ausatmet. Außerdem können laut Umweltbundesamt auch Bauprodukte, Möbel und andere Einrichtungsgegenstände sowie Spielzeuge chemische Stoffe freisetzen – zum Teil auch kontinuierlich. Nur durch ausreichenden und regelmäßigen Frischluftnachschub lässt sich ein Wohlfühlklima erzeugen.

Lüftung via Fenster oder Anlage? Wer gesundheitliche Beeinträchtigungen und Bauschäden vermeiden möchte, müsste im Schnitt etwa alle zwei bis drei Stunden für mehrere Minuten die Fenster öffnen, wobei die Lüftungsdauer von der Jahreszeit abhängt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Räume je nach Jahreszeit, Klima- und Windverhältnissen zu wenig, zu viel oder falsch belüftet werden. Oftmals vermeiden Hausbesitzer das Lüften auch wegen unangenehmer Gerüche im Freien, wegen des Straßenlärms, aus Angst vor Einbrechern oder um Heizenergie zu sparen.

Wie funktioniert eine zentrale Wohnungslüftung?

Ein zentrales Zu- und Abluftsystem besteht aus einem Zentrallüftungsgerät mit einem Zu- und Abluftventilator sowie einem Luftleitungsverteilnetz. In den Räumen gibt es spezielle Luftauslässe.

Zuluft

Gefilterte und im Winter er- wärmte Außenluft wird den Wohnräumen zugeführt.

Außenluft

Die Ansaugöffnung für die frische Außenluft muss in einem geschützten, unbelasteten Bereich installiert werden.

Fortluft

Wurden der belasteten Abluft noch die Wärme und Feuchte entzogen, wird sie als Fortluft ins Freie geblasen.

Abluft

Über die Abluftleitungen wird die verbrauchte Luft aus den Räumen zum Lüftungsgerät transportiert.

Erdwärme

Im Winter lässt sich die kalte Außenluft energiesparend vorwärmen: entweder direkt mit einem Erdwärmeüberträger oder indirekt mittels einer Wärmepumpe (hier abgebildet).

Zentrallüftungsgerät

Basiselement eines Zu- und Abluftsystems ist ein Zentrallüftungsgerät, in das zwei Ventilatoren eingebaut sind, die mehrstufig und möglichst stromsparend arbeiten sollten. Der Montageort sollte eben, tragfähig und frostfrei sein. Im Eigenheim bieten sich dazu Diele, Küche, Bad, Hauswirtschaftsraum, der gedämmte Dachboden oder ein warmer Kellerraum an.

Zu-und Abluftfilter

Die meisten Hausbesitzer führen den regelmäßig notwendigen Austausch der belasteten Filter am Lüftungsgerät selbst durch (Wechselanzeige beachten!). Die neuen Filterelemente sind eine Investition in die Gesundheit, weil sie das Leitungsnetz schützen und die Raumluftqualität entscheidend verbessern (insbesondere bei Pollen- und Feinstaubfiltern).

Lüftungsregelung

Bei der Geräteauswahl sollten HausbauHelden auf eine energiesparende Betriebsweise sowie auf eine einfache, komfortabel zu bedienende Regelung achten. Empfehlenswert sind digitale Raumregler und Fernbedienungen mit Display, die sowohl über Automatik- und Handbetrieb als auch über eine Zeit- und Funktionssteuerung verfügen und vernetzbar sind.

Luftdurchlässe

Jeder Raum benötigt einen optimalen Luftwechsel. Um diesen einzustellen, sitzen an verschiedenen Stellen der Zu- und Abluftluftleitungen raumseitig sichtbare Durchlässe und Ventile. Sie lassen sich in der Wand, in der Decke und im Boden montieren.

Unterschiedliche Designs und Ausführungen ermöglichen eine unauffällige Integration.

Abluftwärme und-feuchte nutzen

Der Enthalpie-Wärmetauscher eines zentralen Zu- und Abluftgeräts kann nicht nur die Wärme, sondern auch bis zu etwa 70 Prozent der Feuchte aus der Abluft nutzen: Dabei schlagen sich die Wassermoleküle aus der abgesaugten Raumluft an den Übertragungsflächen des Wärmetauschers nieder. Dort wandern die Moleküle durch die Membrane und werden an deren Oberfläche auf der Zuluftseite von der trockenen Außenluft aufgenommen. Ab- und Zuluftströme sind hierbei hermetisch voneinander getrennt, so dass eine Übertragung von organischen Partikeln oder Geruchsstoffen ausgeschlossen ist.

Hauptvorteil: An kalten Tagen mit niedriger relativer Luftfeuchte könnte sich ein zusätzlicher Luftbefeuchter erübrigen.

Was ihr wissen wollt:

„ Was kosten zentrale Lüftungssysteme?“

Der Preis für ein zentrales Zu- und Abluftsystem mit Wärmerückgewinnung liegt im Standard-Einfamilienhaus (mit etwa 150

Quadratmetern Wohnfläche) im Bereich von etwa 5 000 bis 9 000 Euro – inklusive der Kosten für zusätzliche Materialien wie Luftverteilung und Auslässe sowie für die Montagearbeiten. Achte beim Angebotsvergleich und bei der Geräteauswahl nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Energieeffizienz und den Bedienkomfort. Eventuell sind auch Fördermittel abrufbar, zum Beispiel über die „Bundesförderung effiziente Gebäude“ über die KfW.

Als alltagstaugliche Problemlösung empfiehlt sich eine kontrollierte, maschinelle Wohnungslüftungsanlage. Diese sorgt automatisch, komfortabel und zugleich energieeffizient für den notwendigen, bedarfsgerechten Luftaustausch in allen oder in lüftungskritischen Räumen. Auf diese Weise wird die Gesundheit der Bewohner gefördert und die Bausubstanz geschützt. Durch den kontrollierten Luftwechsel und eine Wärmerückgewinnung lassen sich die Heizkosten zusätzlich um 30 bis 50 Prozent senken. Übrigens: Im direkten Vergleich zu der durch die Fensterlüftung verursachten Wärmeverluste beträgt die Einsparung bis zu 90 Prozent.

Die Vorteile der Wohnungslüftung Und es gibt noch weitere positive Aspekte, die das Wohlbefinden der Bewohner steigern: Zum einen wird eine ungesund hohe Kohlendioxid- Konzentration vermieden, die zu Müdigkeit oder mangelnder Konzentration führen kann. Denn etwa 15 bis 20 Atemzüge in der Minute mit einem Volumen von etwa einem halben Liter Luft macht ein Erwachsener im Durchschnitt.

Ein modernes Wohnungslüftungs-system transportiert zudem die bereits erwähnten Ausdünstungen und unangenehmen Gerüche aus neuen Möbeln und Baumaterialien ab. Und Lärm aus der Umgebung, der sonst durchs offene Fenster dringt, bleibt draußen – auch nachts. Eine interessante Zusatzausstattung sind spezielle Pollenund Feinstaubfilter. Diese werden in den Außenluftstrom eingebaut und reduzieren so das Eindringen von Allergenen sowie von Ruß- oder Staubpartikeln in die Wohnräume auf ein Minimum. Eine enorme, ganzjährige Entlastung für Kinder und allergiegeplagte Menschen.

Vielfältiges Geräte-Angebot

Doch wo ist die Grenze, wo manuelles Lüften nicht mehr ausreicht und ein maschinelles Wohnungslüftungssystem zwingend erforderlich ist? Um diese Frage zu beantworten, fordert die Lüftungsnorm DIN 1946-6 bei Neubauplanungen und umfangreicheren Sanierungen ein sogenanntes Lüftungskonzept vom Fachmann (siehe Frage auf S. 30). Mit modernen und energieeffizienten Wohnungslüftungssystemen lassen sich auch die Anforderungen der Kf W-Effizienzhaus-Förderung einfacher erfüllen oder sind gar Fördervoraussetzung bei bestimmten Niedrigstenergiehäusern.

Sauber gefilterte Außenluft Immer mehr HausbauHelden entscheiden sich für eine automatisierte und bedarfsgerechte Luftzufuhr – insbesondere mit Blick auf den Komfortgewinn sowie den Schutz ihrer Gesundheit und den langfristigen Erhalt der Bausubstanz. Am beliebtesten sind im Eigenheimbereich die zentralen Zu- und Abluftsysteme. Diese bestehen prinzipiell aus zwei Ventilatoren sowie aus einem Luftleitungsnetz für die Zu- und Abluft, welches vom Lüftungsgerät in die Räume führt. An den Enden der Luftleitungen sind im Wand-, Decken- oder Bodenbereich spezielle Luftauslässe und -ventile sichtbar installiert. Die Zentralgeräte werden mit zwei Filterelementen bestückt: Zum einen, um die Außenluft zu reinigen, zum anderen, um die Gerätekomponenten vor eventuellem Schmutz zu schützen. Das Wohlbefinden von durch Heuschnupfen und Allergien geplagten Bewohnern lässt sich durch den Einbau von Spezialfiltern steigern, die zum Beispiel Pollen und andere Allergene sehr wirksam zurückhalten. Um notwendige Filterwechsel und Gerätewartungen problemlos durchführen zu können, muss das Lüftungsgerät an den entsprechenden Stellen gut zugänglich sein.

Abwärme effizient nutzen

Was geschieht mit der abtransportierten, verbrauchten Luft? Wenn die Abluft das Lüftungsgerät erreicht, wird sie mittels eines Luftleitungsstücks mit Auslass ins Freie geführt. Der Fachmann spricht hier von „Fortluft“. Im Winter wird aus energetischen Gründen die Wärmeenergie aus der Abluft zuvor noch genutzt. Im Inneren der Zu- und Abluftgeräte ist in der Regel eine Wärmerückgewinnung installiert, die den größten Teil der Abluftwärme an die gleichzeitig angesaugte kalte Frischluft („Außenluft“) überträgt. Sogenannte Enthalpie-Wärmetauscher können zusätzlich auch Feuchtigkeit aus der Abluft an die Zuluft übertragen. Die Effizienz der zentralen Zu- und Abluftanlage lässt sich noch weiter steigern, wenn man an kalten Tagen die Wärme des Erdreichs dazu nutzt, die kalte Außenluft vorzuwärmen.

Weder zu feucht, noch zu trocken

Menschen in unseren Breitengraden fühlen sich im Winter bei Raumtemperaturen zwischen 21 und 22 Grad Celsius und bei einer relativen Raumluftfeuchte von 40 bis 50 Prozent am wohlsten. Eine zu geringe Raumluftfeuchtigkeit im Winter von unter 40 Prozent begünstigt die Staubentwicklung und kann das allgemeine Wohlbefinden und den menschlichen Organismus negativ beeinflussen. Fachleute empfehlen in längeren Phasen mit niedrigeren relativen Feuchtewerten den Einsatz einer aktiven Befeuchtung.

Dazu gibt es entweder Einzelgerätelösungen für den raumweisen Einsatz oder zentrale Befeuchtungssysteme für mehrere Räume, die sich teilweise auch in das zentrale Wohnungslüftungssystem integrieren lassen. Weitere Infos: www.mindestfeuchte40.de

Was ihr wissen wollt:

„ Kann eine Lüftungsanlage auch heizen?“

Im Niedrigstenergie- und Passivhausbereich ist auch der Einsatz einer Luftheizung, meist in Verbindung mit Wärmepumpen, möglich. Dazu wird die den Wohnräumen zugeführte Zuluft über spezielle Heizelemente auf die erforderliche Temperatur gebracht. Doch nicht jeder Bewohner empfindet diese Art der Wärmezufuhr als behaglich. Deshalb lassen sich ergänzend noch wassergeführte Heizkörper oder Elektro-Heizelemente einbauen, die eine angenehme Strahlungswärme und eine rasche Aufheizung ermöglichen. Praktisch: Integralgeräte, die Lüftungsgerät, Wärmepumpe und Warmwasserspeicher vereinen.

Dies leisten sogenannte Erdreichwärmetauscher. Übrigens: An heißen Sommertagen kann man die dann deutlich kühleren Erdreichtemperaturen einsetzen, um die Lufttemperaturen in den Räumen etwas abzukühlen.

Bequem zu bedienen Achten sollten Hausbesitzer bei der Geräteauswahl zudem auf energiesparende Modelle sowie auf eine einfache und komfortabel zu bedienende Regelung. Empfehlenswert sind digitale Raumregler und Fernbedienungen mit Display, die sowohl über Automatik- und Handbetrieb als auch über eine Zeit- und Funktionssteuerung verfügen. Viele Hersteller bieten optional eine WLAN-Vernetzung über den heimischen Router an, die eine ortsunabhängige Bedienung ermöglicht: mittels einer App über Smartphone und Tablet oder alternativ über den PC. Die Integration in ein Smarthome-System ist teilweise ebenfalls möglich.

Mit Sensoren in den Wohnräumen, die zum Beispiel auf Feuchte, Kohlendioxid oder Kohlenwasserstoffe reagieren, lassen sich Lüftungskomfort, Innenraumluftqualität und Energieverbrauch noch optimieren. Dazu sind sie über die Regelung mit dem Lüftungsgerät verbunden und bewirken so eine bedarfsgerechte, automatische Anpassung der Luftmengen. Und an heißen Sommertagen lassen sich mittels intelligenter Regler und Sensoren hohe Raumtemperaturen in den kühleren Nachtstunden gezielt um einige Grad absenken – ohne dass Außenlärm, Insekten oder Einbrecher ins Haus eindringen. JW