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IMMER REINE LUFT


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IMTEST - Das Verbraucher Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 01.07.2022
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Bildquelle: IMTEST - Das Verbraucher Magazin, Ausgabe 7/2022

Luftreiniger sind spätestens seit der Corona-Pandemie im Trend. In immer mehr Restaurants, Arztpraxen, S ulen und Behörden stehen die mehr oder weniger auffälligen Geräte und sollen die Luft sauber halten. Do tun sie das au wirkli ? Und würde ni t au ein gutes Dur lüften rei en, um verbrau te Luft auszutaus en? Laut Umweltbundesamt ist das zwar ein guter Anfang, rei t aber tatsä li ni t. Denn au in der Außenluft gibt es Luftvers mutzungen, die die Gesundheit langfristig beeinträ tigen. Und dazu zählen ni t nur Pollen, auf die Allergiker reagieren. Die Kombination aus Abgasen und Feinstaub ma t den Risikofaktor Luftvers mutzung derzeit zur weltweit vierthäufigsten Krankheits- und Todesursa e.

Und ein erhöhtes Risiko gilt laut WHO für jeden Vers mutzungsgrad – au für sol- e unterhalb der aktuellen Grenzwerte.

Als Zusatz zum Lüften sind Luftreiniger also definitiv zu empfehlen. IMTEST hat zehn aktuelle ...

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... Modelle getestet und zudem den Expertenrat von Dr. Stefan S uma er eingeholt. Er ist als promovierter Physiker für Luftreinhaltung und Filtration am Institut für Energie- und Umweltte nik e. V. in Duisburg tätig.

Wie arbeiten Luftreiniger?

Grundsätzli ist die Funktionsweise eines Luftreinigers simpel. Das Gerät saugt die Raumluft an, filtert sie und pustet sie ans ließend wieder in den Raum zurü .

Dabei gibt es unters iedli- e Arten von Filtern, die in einem Gerät kombiniert vorkommen können:

Vorfilter: Am Lufteinlass eines Luftreinigers ist übli er Weise eine Lo - oder Gitterstruktur angebra t. Diese fängt grobe Partikel ab, wie zum Beispiel Staub-Flusen.

Dr. Stefan Schumacher Luftreinhaltungs-Experte

»LUFTREINIGER ERSETZEN NICHT, ABER ERGÄNZEN DAS LÜFTEN, INDEM SIE SCHADSTOFFE ENTFERNEN.«

Partikelfilter: Eine wesentli di tere Struktur weist der Partikelfilter auf, der feineren Staub, Pollen und Krankheitserreger abfängt. Die verbreitetste Variante ist der sogenannte HEPA(High Efficiency Particulate Air)-Filter aus Vliesstoff. Je na Klassifizierung filtert er bis zu 99.995 Prozent der Partikel aus der eingesogenen Luft. Diese werden anhand ihrer Größe in zwei unters iedli e Klassen gegliedert. Partikel mit einem Dur messer von unter 10 Mikrometer werden mit dem Begriff „PM10“, Partikel mit einer Größe von unter 2,5 Mikrometern mit „PM2,5“ abgekürzt. Zu sol en Partikeln können zum Beispiel Pflanzenpollen gehören. Andere Partikel werden au zusammenfassend als Feinstaub bezei net. „Es ist s on lange bekannt, dass diese beim Einatmen negative Auswirkungen unter anderem auf die Lunge und das Herz-Kreislauf-System haben, au wenn wir das ni t direkt merken“, erklärt Dr.Stefan S uma er.

Aktivkohlefilter: Zusätzli kann ein Filter mit Aktivkohle im Luftreiniger eingebaut sein. Dieser filtert Gase aus der Luft, zum Beispiel das gesundheitss ädli e Formaldehyd. Dieses kann aus Putzmitteln oder Farben ausdünsten. Formaldehyd wird gemeinsam mit anderen flü tigen organis en Verbindungen unter der Abkürzung „VOC“ (aus dem Englis en für „volatile organic compounds“) zusammengefasst.

Die zehn Geräte im Test setzen für die Luftfilterung auf unters iedli e Bauweisen. Die meisten Modelle sind turmförmig aufgebaut, saugen die Luft seitli ein, leiten sie dur die Filterelemente und pusten sie ans ließend am oberen Ende Ri tung Zimmerde e wieder heraus.

Der Luftreiniger von Blueair führt die Luft in umgekehrter Ri tung dur den Filter.

Da er mit zusätzli er Ablageflä e designt ist, wird hier die Luft am oberen Ende eingesaugt und seitli wieder ausgeblasen. Ähnli funktioniert die Luftfilterung au beim Gerät von Ikea. Bei Dyson wird ebenfalls innerhalb des Ovals die Luft parallel zum Boden ausgegeben. Da zusätzli eine Dreh-Bewegung hinzuges altet werden kann, ist der Dyson Purifier Cool Autoreact au als Ventilator einsetzbar.

Die Modelle von Sharp und Si ler verfügen zudem über einen Wassertank für Leitungswasser und bieten damit eine

SO TESTET

Das wichtigste Kriterium beim Test von Luftreinigern ist die Reinigungsleistung.

Doch auch Aspekte wie Stromverbrauch, Lautstärke und App-Gestaltung fließen in die IMTEST-Wertung mit ein.

Leistung & Reinigung: Eine spezielle Apparatur bläst Zigarettenrauch in einen definierten Testraum. Anschließend zählt die Zeit, die die Testgeräte zur Reinigung der Partikel und des Geruchs aus der Luft benötigen. Auch die Art des Filters geht in die Bewertung mit ein.

Handhabung: Sowohl die Inbetriebnahme als auch die Bedienung werden bewertet. Und das am Gerät direkt und, je nach Verfügbarkeit, auch per Fernbedienung oder App. Außerdem ist die Einfachheit des Filterwechsels wichtig.

Service & Umwelt: Stromverbrauch und Lautstärke der Testgeräte können mit Messgeräten ermitteln werden. Außerdem wird bewertet, ob die Luftreiniger über das normale Rauschen hinaus noch auffällige Geräusche, wie etwa Pfeifen, von sich geben. Folgekosten, die Art der Verpackung und die Garantiebedingungen sind ebenfalls wichtig.

Ausstattung: Eine Auswahl an Betriebsmodi und Funktionen können die Note zusätzlich aufwerten.

hinzus altbare Luftbefeu tung. So kann au die Luftfeu tigkeit im Raum reguliert werden.

Für die Reinigungsleistung ist aber weder der Weg der Luftführung no die Befeu tungsfunktion ents eidend. Dr.Stefan S uma er betont: „Ents eidend ist aber ni t auss ließli eine hohe Filtereffizienz, sondern dass der Luftreiniger au ausrei end Luft umwälzt.“

Wie gut reinigen die Geräte?

Für die Reinigungsleistung ist auss laggebend, wie s nell und gut ein Gerät die Zimmerluft reinigt. „Sind die Partikel einmal aus der Luft entfernt und im Filter eingebunden, haben sie keine negative Folgen mehr“, sagt Dr. Stefan S uma er.

Da die Ges windigkeit der Reinigung ni t nur von der Leistung des Luftreinigers, sondern au von der zu reinigenden Luftmenge abhängt, geben Hersteller in der Regel eine maximale empfohlene Raumgröße für ihre Geräte an.Nur wenn Luftreiniger-Leistung und Luftvolumen zusammenpassen, ist eine Reinigung in angemessener Zeit mögli .

Um dies zu überprüfen, EINSATZ(ORT) AB.« mussten die getesteten Luftreiniger im IMTEST-Labor Zigarettenrau aus der Luft filtern. Dieser stellt eine repräsentative Luftvers mutzung aus Partikeln unters iedli er Größe und Gasen dar. Die Dauer der Reinigung wurde anhand eines Partikelmessgeräts ermittelt. Angelehnt an die Luftqualitätsleitlinien der WHO war es das Ziel, mit dem PM2,5- als au mit dem PM10-Wert die Marke von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu unters reiten. Besonders s nell reinigten im Test die Luftreiniger von Philips, Rowenta und Xiaomi. Au der Blueair-Luftreiniger s nitt sehr gut ab, obwohl er eine geringere Filtereffizienz aufweist. Diese vier Testgeräte benötigten für die Luftreinigung des IMTEST-Labors mit einer Grundflä e von circa 10 Quadratmetern weniger als 15 Minuten.

Dr.-Ing. Lotta Schencking IMTEST-Expertin

»DIE AUSWAHL DES RICHTIGEN LUFTREINIGERS HÄNGT VOR ALLEM VOM GEP LANTEN

Das Gerät, das mit Abstand am längsten brau te, war der Si ler LFT-250.app.

Ganze 70 Minuten benötigte er für die glei- e Aufgabe. Dies ist dur seine geringere Größe, niedrigere Filtereffizienz und weniger Luftdur satz pro Stunde zu erklären.

Besonders praktis ist, dass viele der Luftreiniger im Testfeld bereits auf dem Bedienfeld einelässt siauzuHause und ni t nur mitAnzeige für die Luftqualität zeigen. Blueair und Sharp nutzen dafür einen einfa en Farb-Code, andere Hersteller bieten zusätzli detailliertere Informationen zur Art der Vers mutzung. Der Dyson Purifier Cool Autoreact misst alle drei Parameter (PM2,5, PM10 und VOC) und zeigt sie auf Wuns auf dem Display an. Philips und Rowenta zeigen auf dem Bedienfeld jeweils eine gemessene Partikelgröße und die Gaskonzentration. Medion und Xiaomi bieten dem Nutzer zumindest eine Information über die PM2,5-Vers mutzung. SoLaborgeräten eine fundierte Ents eidungen über die Notwendigkeit und Stärke der Luftreinigung treffen.

Ein weiteres Highlight beim Rowenta PU8080 ist zudem das herausnehmbare Display-Element. Damit lässt si die Luftqualität au in anderen Räumen messen und unnötiges Herums leppen des Luftreinigers vermeiden.

Weitere Informationen zur Bedienung und Handhabung von Luftreinigern gibt es au auf www.imtest.de/242059.

Welchen Zusatznutzen bringen Apps?

Einige der getesteten Luftreiniger besitzen au ohne App s on eine große Auswahl an Funktionen und Informationen, die sie den Nutzern vermitteln. Sharp löst das über ein umfangrei es Bedienfeld, Dyson über eine mitgelieferte Fernbedienung und ein Display am So el des Geräts.

Bei Philips, Rowenta, Medion und Meaco gibt es viele Funktionen und Informationen sowohl auf dem Bedienfeld als au in der App. Blueair, Xiaomi und Si ler setzen auf ein Bedienfeld mit weniger Optionen. Die Zusatzfunktionen gibt es nur in der App. Bei Ikea hingegen sind sowohl Bedienfeld als au App sehr knappgehalten. Außerdem muss man ein Zusatzgerät für rund 50 Euro kaufen, um smarte Funktionen nutzen zu können. Bei allen eigenständig vernetzungsfähigen Luftreinigern bieten die Apps eine Fernsteuerung, die au von unterwegs funktioniert. So kann die heimis e Luftqualität zum Beispiel auf dem Na hauseweg überprüft und direkt reguliert werden.

Weitere Highlights finden si in den Apps von Rowenta und Meaco, die sowohl ein Protokoll der Raumluftqualität als au Informationen über die Außenluft angeben. Dafür sind sie mit Daten von lokalen Messstationen vernetzt. Bei Philips, Blueair und Medion gibt es zumindest eine der beiden Funktionen.

Wie hoch sind die Folgekosten?

Die offensi tli sten Folgekosten entstehen na dem Kauf dur den Betrieb des Luftreinigers mit Strom. Bei einem derzeit dur s nittli en Preis von 37,14 Cent pro Kilowattstunde können Stromfresser ri tig ins Geld gehen. Im Test verbrau ten die leistungsstarken Modelle von Philips und Rowenta am meisten Energie. Am sparsamsten war das Gerät von Si ler.

Insgesamt liegen die ermittelten Stromkosten bei tägli er Nutzung aber für alle Geräten unter 50 Euro pro Jahr.

Ein weiterer Kostenpunkt ist der Filterwe sel. Dieser gewährleistet, dass der Luftreiniger langfristig zuverlässig arbeitet.

Die absoluten Kosten sind bei einer neuen Filtereinheit von Si ler mit 14,90 Euro mit Abstand am niedrigsten. Bei Sharp fallen für die Kombination von HEPA- und Aktivkohle-Filter mit 119 Euro die hö sten Kosten an. Da je na Benutzungsart des Luftreinigers au die Filter-Nutzungsdauer variieren kann, zeigen alle getesteten Geräte – bis auf den Si ler LFT-250. app – einen notwendigen Filterwe sel an.

Die meisten Hersteller empfehlen, die Filter spätestens alle se s bis zwölf Monate zu taus en. Somit würden die Kosten für den Filterwe sel mindestens einmal im Jahr anfallen. Eine Ausnahme stellt der Sharp UA-HG40E-L dar, dessen Filter zehn Jahre halten sollen. HEPA- und Aktivkohlefilter sind hier zudem einzeln zu erwerben.

FAZIT

Das eigene Zuhause ist ein Ort, an dem man sich wohlfühlen und entspannt durchatmen können sollte. Damit dieses Durchatmen auch mit sauberer Luft passieren kann, empfehlen der Luftreinhalte-Experte Dr. Stefan Schumacher und das Umweltbundesamt, das regelmäßige Lüften durch einen Luftreiniger zu ergänzen. Besonders leistungsstark zeigte sich dafür im Test der Philips 3000i. Wer erst einmal mit einem günstigeren Luftreiniger einsteigen möchte, ist mit dem Preis-Leistungs-Sieger von Medion gut beraten.