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IMMORTALS FENYX RISING


Games Aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 20.01.2021

ACTION-ADVENTURE Mit Immortals: Fenyx Rising schickt Ubisoft ein Spiel des noch jungen Subgenres „Wild-Like” ins Rennen. Kann sich das Abenteuer-Game mit griechischer Mythologie gegen den Genre-Platzhirsch Breath of the Wild beweisen?


PC
Termin: 03. Dezember 2020 Preis: ca. € 60,-

PS4
Termin: 03. Dezember 2020 Preis: ca. € 60,-

PS5
Termin: 03. Dezember 2020 Preis: ca. € 60,-

Xbox One
Termin: 03. Dezember 2020 Preis: ca. € 60,-

Xbox Series X
Termin: 03. Dezember 2020 Preis: ca. € 60,-

Switch
Termin: 03. Dezember 2020 Preis: ca. € 60,-

Entwickler: Ubisoft Quebec
Hersteller: Ubisoft
Sprache: Deutsch

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Bildquelle: Games Aktuell, Ausgabe 2/2021

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Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, als zusammen mit der Nintendo Switch im März 2017 The Legend of Zelda: Breath of the Wild erschien, dass ebenjenes Spiel ein ganzes Subgenre von Nachahmern nach sich ziehen würde? Sogenannte “WildLikes” imitieren die Formel, die das Zelda-Abenteuer so großartig macht, und dem das Game seinen außerordentlich guten Ruf zu verdanken hat. Auch Ubisoft will sich diesem Trend nicht entziehen, sondern lieber selbst mitmachen. Ergebnis dessen ist Immortals: Fenyx Rising, bis vor ein paar Monaten noch als Gods & Monsters bekannt. Das Action-Adventure bemüht sich um Eigenständigkeit; wer Breath of the Wild gespielt hat, erkennt aber dennoch sehr viele Gameplay-Elemente wieder. Das muss aber gar nichts Schlechtes sein und ist es auch nicht, denn Fenyx Rising macht jede Menge Spaß.

Im Charaktereditor könnt ihr Fenyx nach Belieben optisch anpassen und das Geschlecht auswählen. Das Aussehen könnt ihr jederzeit wieder ändern. (PS4)


Die Geschichte des Spiels wird großteils aus dem Off erzählt und häufig kommentiert von den Göttern Zeus und Prometheus, inklusive zahlreicher Scherze. (PS4)


In der Region des Götterboten Hermes beginnt eurer Abenteuer, hier lernt ihr die allerwichtigsten Grundlagen des Spiels und eure Fähigkeiten kennen. (PS4)


Fenyx verfügt über allerlei göttliche Kräfte und kann beispielsweise schwere, riesige Gegenstände hochheben und auf Gegner werfen! (PS4)


VON GÖTTERN UND MONSTERN

Der durch und durch böse Typhon hat die Goldinsel und damit auch die dort lebenden Götter unterworfen, hat sie gar in Bäume (Athena), Hühner (Ares) und andere unwürdige Tiere oder Dinge verwandelt und ihnen ihre Macht in Form von Essenz geraubt. Auftritt: Fenyx. Als titelgebende Heldin oder titelgebender Held – ihr habt die Wahl und könnt Geschlecht und Aussehen auch während des Spiels jederzeit ändern – müsst ihr nun die Götter befreien und ihnen ihre Macht und somit wahre Form zurückbringen. Dafür bedanken sie sich mit ihrem Segen bei euch, im Grunde einfach besonderen Fähigkeiten, die nützlich im Kampf sind. Am Ende tretet ihr dann somit gestärkt an, den bösartigen Typhon niederzuzwingen, dadurch die Goldinsel wiederherzustellen und selbst zu der Heldin oder dem Helden zu werden, die oder der ihr schon immer sein wolltet. Bestimmung also, unabwendbares Schicksal. Erzählt wird die komplett deutsch synchronisierte Story in erster Linie aus dem Off von Zeus und Prometheus, die sich für einen plumpen Scherz oder neckischen Seitenhieb nie zu schade sind. Manchmal zünden diese Gags tatsächlich, oftmals ist der Humor aber auch recht infantil. Sicherlich Geschmackssache, ganz anders aber auf jeden Fall als beim recht ernsten Breath of the Wild. Im Gegensatz zur englischen Fassung verzichtet die deutsche Sprachausgabe zum Glück auf den griechischen Akzent. In der Preview-Fassung (noch ohne deutsche Synchronisation) waren wir davon nämlich eher genervt als angetan. Ein Highlight ist die Vertonung auf jeden Fall nicht, dafür bietet das Game andere Qualitäten.

DIE GOLDINSEL

Besonders schön gestaltet und damit geradezu zum Erkunden einladend ist nämlich die Spielwelt, also die Goldinsel. Die besteht aus sieben Teilen, die sich deutlich voneinander unterscheiden, jede ist einer anderen Gottheit gewidmet. Ihr beginnt in der Region von Hermes namens Schmetterfelsen. Ein düsteres, finsteres, zerstörtes Gebiet, wo ihr an die Story herangeführt werdet und die allerwichtigsten spielerischen Grundlagen erlernt. Danach begebt ihr euch in Aphrodites Tal des ewigen Frühlings und bekommt direkt das krasse Kontrastprogramm zu Gesicht. Hier erkundet ihr ein fruchtbares Tal mit vielen Gewässern, blühender Natur, Blumen, Wäldern, hübscher Architektur und der Halle der Götter, wo ihr Upgrades an Waffen, Fähigkeiten und Co. vornehmt. Dort endet dann auch der ausführliche Prolog, der gleichzeitig als Tutorial dient, und fortan steht euch die gesamte Spielwelt offen, die Story könnt ihr nun in beliebiger Abfolge durchspielen. Dabei erkundet ihr auch Ares’ Gebiet namens Die Höhle des Krieges, im Grunde ein einziger großer Kriegsschauplatz mit riesigen Gebäuden und Skeletten längst verstorbener Monster. In Athenas Areal, Hain des Kleos, gilt wiederum Kontrastprogramm: Ein sattgrüner Hain mit jede Menge Gold und Reichtum, Tempeln, Gewässern – wir fühlen uns hier am ehesten an Assassin’s Creed Odyssey desselben Entwicklerteams erinnert, woraus die idee zu Immortals:

Absolviert ihr erfolgreich ein Gewölbe Typhons, also einen Rätselschrein, erhaltet ihr einen Blitz von Zeus. Damit könnt ihr eure Ausdauerleiste erweitern. (PS4)


Die Rätselschreine erinnern stark an die Gegenstücke aus The Legend of Zelda: Breath of the Wild. (PS4)


In Typhons Gewölben meistert ihr Rätsel- und Geschicklichkeitsaufgaben oder ihr kämpft gegen besonders starke Gegner, manchmal auch gleichzeitig. (PS4)


Durch die Spielwelt, also über die Goldinsel, bewegt ihr euch dank Schwingen im Flug, mit dem Pferd flott zu Boden oder ihr klettert steile Wände empor. (PS4)


Fenyx Rising im Grunde entstanden ist. In Hephaistos Schmiedelande ist die Welt geprägt von Mineralien und Ressourcen, Minen, Steppen und mechanischen Gegnern. Zeus’ Königsgipfel ist in der Ferne stets sichtbar: Ein großer Berg voller Schnee und Eis, das Erklimmen des Gipfels ist eine anspruchsvolle Aufgabe gegen Spielende. Zentral mittig in der Spielwelt befindet sich schließlich die Region des Oberbösewichts Typhon, ein lodernder Flammenberg beziehungsweise Vulkan, der besonders düster und gefährlich erscheint, drumherum verbrannte Landschaften. Passend also zum finalen Bosskampf des Spiels, der hier stattfindet.

KLETTERN UND GLEITEN

So schön und grundsätzlich aufregend die Spielwelt ist, so sind uns hier doch ein paar deutliche Unterschiede zu Breath of the Wild aufgefallen. Die Beschäftigungsmöglichkeiten abseits von Story und ein paar Nebenquests sind nämlich auf Dauer nicht allzu motivierend. Zwar gibt es viele Gefechte zu meistern und Schätze zu heben, das läuft aber alles immer ziemlich ähnlich ab. Woran es deutlich mangelt, sind NPCs mit interessanten Geschichten, für die man gerne den Pfad der Hauptgeschichte für einige Zeit verlässt wie im Zelda-Spiel. Generell existieren in Fenyx Rising abseits der Götter und Gegner quasi keinerlei nichtspielbare Figuren. Schön wiederum ist die Möglichkeit, wie auch bei Zelda nach dem Prolog, die Spielwelt jederzeit in beliebiger Reihenfolge zu erkunden. Auch Immortals setzt hierbei auf ein System aus Ausdauer der Spielfigur, die erweitert werden kann, sowie Klettern und Fliegen. Allerdings ist das Erklimmen von Bergen, Tempeln und Co. im Ubisoft-Wild-Like wesentlich simpler als bei Zelda. Die Prämisse ist dieselbe: Alles, was ihr seht, könnt ihr auch erreichen. Bei Breath of the Wild kann dieses Unterfangen aber extrem schwierig bis geradezu unmöglich werden, wenn ihr noch zu schlecht ausgerüstet seid und wenig Ausdauer habt. Bei Fenyx Rising hingegen ist das in na-In Typhons Gewölben meistert ihr Rätsel- und Geschicklichkeitsaufgaben oder ihr kämpft gegen besonders starke Gegner, manchmal auch gleichzeitig. (PS4) Durch die Spielwelt, also über die Goldinsel, bewegt ihr euch dank Schwingen im Flug, mit dem Pferd flott zu Boden oder ihr klettert steile Wände empor. (PS4) hezu allen Fällen auch wirklich sofort möglich – im Grunde bereits ab dem Punkt, wo ihr den Prolog beendet.

DYNAMISCHE KÄMPFE

Bis zu diesem Punkt haben wir Fenyx Rising nun schon mehrfach mit Breath of the Wild verglichen, vor allem, um Schwachpunkte des Ubisoft-Spiels aufzuzeigen. Nun soll erneut ein Vergleich erfolgen, doch in die andere Richtung. Beim Kämpfen nämlich kann Immortals richtig glänzen! Das soll nicht heißen, dass das Kampfsystem in Zelda schlecht wäre, im Gegenteil. Die Gefechte im Ubisoft-Spiel sind aber noch ein Stück spaßiger und dynamischer. Das liegt vor allem daran, dass Fe- nyx dank mystischer Schwingen auf dem Rücken in der Lage ist, den Kampf nicht nur am Boden auszufechten, sondern auch in die Höhe zu verlagern. Zudem ist das Zusammenspiel von Angriff mit einer Vielzahl verschiedener Waffen und Fähigkeiten, Verteidigung und Ausweichen besonders dynamisch. Wir haben uns mehrfach dabei ertappt, dass wir ein Storyziel zeitweise komplett aus den Augen verloren haben und stattdessen jeden Kampf antraten, dem wir über den Weg stolperten, ganz einfach deshalb, weil sich die Gefechte so wunderbar befriedigend anfühlen. Gleichwohl sei an dieser Stelle gesagt: Fenyx Rising bietet mehrere Schwierigkeitsstufen zur Auswahl, die auch während des Spiels jederzeit geändert werden können. Auf den mittleren bis hohen Stufen sind die Kämpfe ziemlich anspruchsvoll und der Game-Over-Screen gehört hierbei ganz klar zum Spielerlebnis. Bevorzugt ihr einen flüssigeren Spielverlauf und seid nicht gerade erpicht auf besonders anspruchsvolle Herausforderungen, ist ein niedrigerer Schwierigkeitsgrad zu empfehlen. Dann nämlich ist Immortals: Fenyx Rising insgesamt leicht, der Anspruch steckt nämlich zum Großteil in den Kämpfen, we- niger in den Rätseln. Und um auch diese Frage nicht unbeantwortet zu lassen: Nein, die Waffen nutzen sich nicht wie in Zelda ab!

Die Rätselschreine sind in drei Schwierigkeitsstufen eingeordnet. Stufe eins ist noch ziemlich leicht, Stufe drei dafür mitunter wirklich knifflig und anspruchsvoll. (PS4)


Habt ihr einmal ein wildes Pferd gezähmt, könnt ihr das Tier mit einem einzigen Button-Druck jederzeit herbeirufen. Ihr steigt auch automatisch in den Sattel. (PS4)


Die Gegner in Immortals: Fenyx Rising entspringen passenderweise der griechischen Mythologie, wie zum Beispiel dieser riesige Zyklop.


Kämpfe finden dank Fenyx’ Schwingen nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft statt, wodurch sich die Gefechte besonders dynamisch anfühlen. (PS4)


JEDE MENGE GEGNER

Ein weiter Grund für den Spaß an den Kämpfen sind die vielen unterschiedlichen Gegnertypen: Zyklopen, Greifvögel, Soldaten, Geisterlegionen und Co. trefft ihr im Laufe des Spiels an, sie alle entspringen der griechischen Mythologie und agieren unterschiedlich. Das sorgt dafür, dass die Gefechte abwechslungsreich bleiben, denn nicht nur müsst ihr die verschiedenen Widersacher effizient zu bekämpfen lernen; da ihr fast immer gegen eine Truppe von Gegnern gleichzeitig kämpft, müsst ihr zudem auch eure Kampftaktik an die immer anderen Konstellationen aus Gegnern anpassen. Motivierend sind des Weiteren die Belohnungen in Form verschiedener Sammelgegenstände, mit deren Hilfe ihr euch und eure Waffen und Fähigkeiten in der Halle der Götter verbessern und erweitern könnt.

ALLES BESSER MACHEN

Zentrales Motivationselement neben der Story und der Befreiung der Goldinsel ist in Immortals: Fenyx Rising nämlich das Upgradesystem mit verschiedenen Ausprägungen. So verfügt ihr beispielsweise nach und nach über immer mehr Waffen wie Schwerter, Äxte, Bögen, Schwingen, Helme, Rüstungen, Pferde, Tränke und den Sidekick Phosphor – einen Greifvogel, der euch begleitet und im Kampf zur Seite steht. Nach und nach sammelt ihr verbesserte Schwerter, Flügel und Co. ein, die ihr jederzeit beliebig ausrüsten könnt und die auch das Aussehen eurer Spielfigur verändern. Zusätzlich könnt ihr einen ganzen Waffentyp auf einmal verbessern, indem ihr gesammelte und im Kampf gewonnene Edelsteine verschiedener Typen dafür einsetzt. Auch sechs göttliche Kräfte schaltet ihr schrittweise frei: Athenas Schub, Stärke des Herakles, Zorn des Ares, Phosphorangriff, Apollons Pfeile und Hammer des Hephaistos. Diese mächtigen Attacken verbessert ihr in der Halle der Götter mit Charonsmünzen, die ihr für in der Spielwelt gelöste Rätsel erhaltet. Aus Verbrauchsgegenständen wie Granatäpfeln, Pilzen und so weiter braut ihr Tränke, die Energie oder Ausdauer wiederherstellen oder Angriff beziehungsweise Verteidigung für eine begrenzte Zeit erhöhen. Überall in der Spielwelt findet ihr außerdem Ambrosia, meist an schwer zu erreichenden Orten oder beschützt von einigen Gegnern. Damit erweitert ihr eure Lebensenergie. Die Ausdauer wiederum verbessert ihr mithilfe der Blitze des Zeus, die ihr in den rund 60 Rätselschreinen des Spiels namens Typhons Gewölben ergattert.

Bei den Kämpfen habt ihr es meistens mit einer ganzen Horde von Gegnern gleichzeitig zu tun. Dank mächtiger Waffen und Fähigkeiten gebt ihr ihnen Saures. (PS4)


Überall in der Spielwelt trefft ihr auf Rätsel, für deren Lösung ihr wertvolle Belohnungen und neue Ausrüstung bekommt. So werdet ihr immer stärker. (PS4)


Der bösartige Typhon hat nicht nur auf der Goldinsel gewütet, er hat die Götter auch verwandelt. Dieses Huhn ist eigentlich Kriegsgott Ares! (PS4)


Die Goldinsel besteht aus sieben verschiedenen Arealen, jedes ist einer anderen Gottheit gewidmet. Entsprechend sind die Biome der Gebiete sehr unterschiedlich. (PS4)


SCHREINE, ÄHM, GEWÖLBE

Und damit sind wir erneut an einem Punkt, an dem der Vergleich mit Breath of the Wild unausweichlich ist. Die Rätselschreine in beiden Spielen gleichen sich nämlich in einem sehr hohen Maße. Wie auch bei Zelda müsst ihr in Fenyx Rising in den Schreinen verschiedener Schwierigkeitsstufen eure Fähigkeiten kombinieren, Rätsel lösen und Gegner besiegen. Als Belohnung erhaltet ihr die Blitze des Zeus. Wie auch bei Zelda sind die Schreine von der restlichen Spielwelt getrennt, dazwischen ein Ladebildschirm, und räumlich abgeschlossen. Sogar Truhen mit extra Belohnungen findet ihr in Typhons Gewölben, für die ihr weitere Aufgaben absolvieren müsst, die aber nicht notwendig sind, um den Schrein an sich zu meistern. Exakt genauso also wie beim Zelda-Spiel! Bei aller Ähnlichkeit sei aber gesagt: Es hat schon einen guten Grund, warum Ubisoft sich so stark von Nintendo hat inspirieren lassen. Typhons Gewölbe sind nämlich eine spannende Herausforderung. Auch wenn sich die Aufgaben oft gleichen, so motiviert doch jedes Mal die Aussicht auf die Blitze des Zeus und damit die erweiterte Ausdauer der Spielfigur, womit sich schließlich die Spielwelt kletternd und dank Schwingen durch die Lüfte gleitend deutlich angenehmer und schneller erkunden lässt. Dadurch wiederum erreicht man immer mehr Rätselschreine – ein sich selbst erhaltender Kreislauf der Motivation also. Nichtsdestotrotz hätten wir uns mehr Abwechslungsreichtum bei Typhons Gewölben gewünscht.

Der Spielwelt mangelt es zwar an NPCs, dafür sind die Umgebungen sehr hübsch und die Fortbewegung macht Spaß. (PS4)


Euer Sidekick Phosphor begleitet euch im ganzen Spiel auf Schritt und Tritt und hilft euch auch im Kampf. Ihr könnt ihn mit Fähigkeiten ausrüsten. (System)


ZUSÄTZLICHE INHALTE

Absolvieren müsst ihr nicht sämtliche Gewölbe Typhons, um das Spiel abzuschließen. Generell gilt, dass Immortals: Fenyx Rising ziemlich umfangreich ist, es aber zum guten Teil von euch selbst abhängt, wie viel Zeit ihr mit dem Spiel bis zum Schlussbildschirm verbringen wollt. Zusätzlich hat Ubisoft bereits neue Inhalte über das eigentliche Spiel hinaus für die Zukunft vorgestellt. So sollen insgesamt drei kostenpflichtige DLCs erschienen sowie eine Bonus-Quest. Außerdem könnt ihr tägliche und wöchentliche Aufgaben absolvieren, an Community-Wettbewerben teilnehmen, Rätselschreinherausforderungen meistern und im In-Game-Shop erscheint regelmäßig neuer Inhalt. Ja, einen solchen betreibt Ubisoft im Spiel, allerdings mit rein kosmetischen Goodies, die nichts am Gameplay ändern. Nervig war zu Spielbeginn die Notwendigkeit, uns mit einem Ubisoft-Connect-Account einzuloggen, um das Spiel überhaupt starten zu können. Das sollte bei einem Singleplayerspiel wirklich nicht notwendig sein.

FAZIT

Bleibt eigentlich nur noch die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Kann sich Immortals: Fenyx Rising gegen den Genre-Platzhirschen Breath of the Wild beweisen? Wir finden: zum größten Teil ja. Gerade im Kern des Spiels, nämlich dem Kampfsystem, ist der Ubisoft-Titel eine wahre Freude. Einerseits, weil die Kämpfe sehr dynamisch sind, anderseits, weil sichtlich viel Mühe in die Erstellung der Gegner geflossen ist. Die Spielwelt wiederum hat zwar ein paar Mängel wie fehlende NPCs, das Erkunden bereitet aber trotzdem viel Freude. Motivierend ist auch das breit gefächerte Upgradesystem, die Rätselschreine wiederum haben ein paar Negativpunkte, sind aber nichtsdestotrotz eine fordernde Aufgabe, der wir uns gerne stellen. Es ist also wie so oft im Leben, Licht und Schatten zugleich. Jede Medaille hat nun einmal zwei Seiten – doch genug der Phrasendrescherei! Wer seit Breath of the Wild kein „Wild-Like“-Game gespielt, aber mal wieder Lust auf etwas mit einem ähnlichen Strickmuster hat, der ist mit Immortals: Fenyx Rising bestens beraten, insofern die genannten Kritikpunkte nicht zu sehr stören. Gleiches gilt für Fans von offenen Spielwelten, Griechischer Mythologie, Rätseln und deftigen Kloppereien. Fenyx Rising spricht tatsächlich verschiedene Zielgruppen gleichermaßen an. Wir jedenfalls sind froh, dass Nintendo vor circa dreieinhalb Jahren ein neues Subgenre losgetreten hat. Sonst hätten wir ein solch spaßiges Abenteuer wie Immortals: Fenyx Rising womöglich niemals erlebt.

In der Halle der Götter könnt ihr eure Fähigkeiten und Waffen verbessern, Energie und Ausdauer erweitern und vieles mehr. (PS4)


MEINUNG

Johannes Gehrling

Die Ähnlichkeit zu Breath of the Wild ist groß. Aber das ist ein Qualitätsmerkmal. Spätestens seit der Umbenennung in Immortals: Fenyx Rising war ich neugierig auf das Spiel. Das hat nichts mit den Namen oder dessen Änderung zu tun, sondern damit, dass ich mich in diesem Zeitraum zum ersten Mal mit dem Ubisoft-Titel auseinandergesetzt habe und mir dabei die starke Ähnlichkeit zu Breath of the Wild auffiel. Was ich zunächst noch etwas argwöhnisch begutachtete, stellte sich beim Test dann aber als große Stärke heraus: Ja, die Spiele sind sich wirklich in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich. Aber das ist etwas Gutes! Wie schon 2017 kam nämlich erneut dieses Gefühl in mir auf, das sich nur schwer beschreiben oder gar auf einen einzigen Begriff festmachen lässt, das aber so gut wie jeder kennt, der das Zelda-Game gespielt hat. Es ist eine Mischung aus Freiheit, Entdeckerdrang und Möglichkeiten, was in Summe so viel Spaß bereitet, und Fenyx Rising folgt dieser Formel. Hier und da mit ein paar Macken und Abstrichen, aber im Kern funktioniert das Konzept. Ich jedenfalls habe mich sehr gerne auf der Goldinsel zwischen mythischen Monstern und hochnäsigen Gottheiten verloren.

WERTUNG

Stärken und Schwächen
+ Dynamisches Kampfsystem
+ Schöne Spielwelt
+ Toll gestaltete Gegner
+ Vielzahl an Fähigkeiten
+ Motivierendes Upgrade-System
- Es fehlt an NPCs in der Welt
- Rätselschreine sehr ähnlich
- Sprachausgabe nervt manchmal