Lesezeit ca. 9 Min.
arrow_back

„In England wird nicht gezittert, weil Bayern jetzt Mané hat ...“


Logo von Sport Bild
Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 32/2022 vom 10.08.2022

BUNDESLIGA

Artikelbild für den Artikel "„In England wird nicht gezittert, weil Bayern jetzt Mané hat ...“" aus der Ausgabe 32/2022 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Ex-Nationalstürmer Fredi Bobic ist seit der Saison 2021/22 Sport-Geschäftsführer bei Hertha BSC. Zuvor war er in leitender Funktion beim VfB Stuttgart (2010 bis 2014) und bei Eintracht Frankfurt (2016 bis 2021) tätig

SPORT BILD: Herr Bobic, Hertha ist in Braunschweig aus dem Pokal ausgeschieden (5:6 n.E.) und hat zum Ligastart 1:3 im Derby bei Union verloren. Geht es in dieser Saison erst mal nur darum, frühzeitig den Klassenerhalt zu sichern?

FREDI BOBIC (50): Für einen Verein wie Hertha BSC geht es immer vorrangig darum, 40 Punkte und damit den Klassenerhalt zu erreichen. Das ist das Wichtigste für uns. Wenn man sie erreicht hat, darf man sich gerne neue Ziele setzen.

Wie hat sich Ihr Verhältnis zum neuen Hertha-Präsidenten und Ex-Ultra Kay Bernstein entwickelt?

Auch ich habe vor der Wahl nur vom Fan und Ex-Ultra Kay Bernstein gelesen. Aber das hat mich nicht interessiert. Ich be- urteile Menschen nach eigenen Eindrücken, die ich in Gesprächen entwickele. Natürlich ist Kay ein Fan, der den Verein im Herzen trägt. Aber es ist vor allem ein engagierter Mensch, der 41 Jahre alt ist und viel Herzblut in ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Sport Bild. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 32/2022 von Werner-Wechsel zeigt: Leipzig will Bayern stürzen!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Werner-Wechsel zeigt: Leipzig will Bayern stürzen!
Titelbild der Ausgabe 32/2022 von Keiner besser als Musiala. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Keiner besser als Musiala
Titelbild der Ausgabe 32/2022 von Wer wird der Star des Jahres?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wer wird der Star des Jahres?
Titelbild der Ausgabe 32/2022 von Die Geheimnisse der Spaß-Bayern. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die Geheimnisse der Spaß-Bayern
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Super! Schlapp! Supercup?
Vorheriger Artikel
Super! Schlapp! Supercup?
DREI GEWINNER & VERLIERER des 1. Spieltages
Nächster Artikel
DREI GEWINNER & VERLIERER des 1. Spieltages
Mehr Lesetipps

... Hertha BSC investiert. Seine Vergangenheit als Ultra liegt schon lange Zeit zurück, inzwischen ist er seit Jahren Unternehmer mit einer eigenen Agentur. Er sieht die Dinge nicht aus der Fan-Brille, sondern jetzt in der Rolle als Verantwortlicher. Das ist sehr erfrischend für uns und sorgt für ein ruhiges Umfeld, in dem sich komplett gut arbeiten lässt – auch wenn es in den Medien immer noch heißt, der Ultra-Präsident und nicht einfach nur der Präsident. Was im Übrigen nicht fair ihm gegenüber ist.

Sie kandidieren auf der Liga-Versammlung am nächsten Mittwoch in Dortmund für den DFL-Aufsichtsrat. Mit welcher Motivation?

Ich bin von vielen meiner Liga-Kollegen gefragt worden, ob es nicht an der Zeit wäre, für ein DFL-Gremium bereitzustehen. Christian Seifert (Ex-DFL-Chef; d. Red.) hatte diesen Wunsch auch schon geäußert, dass jemand, der auf Erfahrungen einer Profifußball-Karriere bauen kann, diesen Schritt macht. Ich habe mich lange gewehrt. Aber nach zehn Jahren, die ich in leitender Funktion in der Bundesliga in Verantwortung bin, habe ich meine Meinung dazu geändert und will helfen, den Sport in den Vordergrund zu rücken, wenn es um Entscheidungen geht. Es ist auch ein Wunsch von Hans-Joachim Watzke (DFL-Aufsichtsratschef und BVB-Boss; d. Red.), der mich zu diesem Schritt motiviert hat.

Lassen Sie uns über die Themen sprechen, die zuletzt am häufigsten diskutiert wurden: Was halten Sie von Meister-Play-offs, um die Dominanz der Bayern nach zuletzt zehn Titeln in Folge zu brechen?

Ich halte es für falsch, in die Wettbewerbsstruktur einzugreifen, nur weil ein Verein so dominant ist. Wenn die Bayern Meister werden, haben sie es verdient. Man sieht doch in der Schweiz oder Österreich, wo es Meisterrunden gibt, dass sich letztlich wenig ändert.

Für Livespiele im TV müssen Fans immer tiefer in die Tasche greifen bei Sky, DAZN, Amazon oder RTL+. Monatlich kosten alle Abos zusammen annähernd 100 Euro. Befürchten Sie, dass sich die Fans anderen Sportarten zuwenden?

Der Preis ist das eine. Aber wichtig ist, dass wir einfach bleiben. Ich bin auch TV-Konsument und frage mich manchmal: Wo läuft das Spiel heute eigentlich, und welches Abo brauche ich? Natürlich wollen wir als Klub-Verantwortliche ausreichend Einnahmen, um das Geschäft zu finanzieren. Aber wir müssen aufpassen, denn es ist schon ein bisschen viel geworden, wenn jeder Wettbewerb in einem anderen Sender läuft und man gefühlt zehn Abos braucht.

Und der Fan sich die vielen Abos nicht leisten kann?

Klar darf es nicht zu teuer werden. Fußball muss vor allem erlebbar bleiben – für alle in jedem Alter. Die Relegation zwischen Hertha und dem HSV bei Sat.1 hatte eine sehr gute Einschaltquote. Die Europa-League-Spiele von Eintracht Frankfurt bei RTL ebenso.

„Ich halte den Eingriff in die Wettbewerbsstruktur durch Meister-Play-offs für falsch“

Auch DFL-Chefin Donata Hopfen hat sich für mehr Spiele im Free-TV ausgesprochen. Eine gute Idee?

Ja, wir brauchen das erlebbar auch für die, die sich ein Abo oder Ticket nicht leisten oder mit den digitalen Veränderungen aus Altersgründen nicht mitgehen können. Aber ganz ehrlich: Ich habe ein Problem damit, wenn von Free-TV die Rede ist – das ist teilweise Zwangs-Pay-TV.

Sie meinen die GEZ-Gebühren von ARD und ZDF, die jeder Haushalt zahlen muss. Wofür sollten die verwendet werden?

Es wäre beispielsweise ein Ansatz, Bundesliga-Spiele der Frauen bei ARD und ZDF zu zeigen, um Frauen-Fußball erlebbar und einer breiten Masse zugänglich zu machen und so nach vorne zu bringen. Denn dann steigen irgendwann die Quoten, es können mehr Werbepartner gewonnen und damit könnte mehr Geld in den Frauen-Fußball investiert werden. Wäre die Frauen-EM bei DAZN statt bei ARD und ZDF gelaufen, wäre es schwer geworden, diese Euphorie in der Bevölkerung zu entfachen. Und schauen Sie sich mal die Entwicklung der NFL an.

Was meinen Sie?

Den Boom im American Football gab es doch erst, weil sich über einen frei zugänglichen Spartensender vor 30 Jahren eine Community gebildet hat, die andere mitgezogen hat. Wenn man sich die Zahlen in einem bestimmten Altersbereich ab 14 Jahren anschaut, ist die NFL hierzulande hinter der Bundesliga gefühlt schon die Nummer zwei – und jetzt kommt sie auch noch für vier reguläre Saisonspiele (ein Spiel pro Jahr; d. Red.) nach München und Frankfurt. Im digitalen Bereich greift die NFL die Bundesliga an.

Würden Sie sich für den Fußball eine eigene Plattform wünschen, wie sie gerade unter der Regie von Ex-DFL-Chef Christian Seifert mit S Nation Media entsteht. Hier werden die Handball-, Basketball-, Volleyball- und Tischtennis-Bundesliga übertragen.

Das wäre für die Fans sicher das Einfachste: ein Sender, ein Preis. Denn wenn ich ständig suchen muss, wo ich was gucken kann, wird es auf Dauer schwierig. Das wird die Frage der Zukunft sein: Baut die DFL einen eigenen Bundesliga-Kanal auf? Oder verkauft sie weiterhin die Rechtepakete?

Es wird überlegt, Anteile an einer DFL-Gesellschaft für die Vermarktung der Bundesliga-Rechte an einen Investor zu verkaufen. Würde es Sinn machen, diese Mittel zum Aufbau eines eigenen Bundesliga-Senders zu nutzen?

Das könnte möglich sein. Wir müssen offen diskutieren und die Denkfabrik breit aufstellen, in den Gremien und in den Klubs.

In Deutschland gab es einen großen Aufschrei, als sich Hopfen zu einem möglichen Supercup in Saudi-Arabien äußerte. Gleichzeitig fordert Watzke mehr Engagement der 36 Profiklubs beim Thema Auslandsvermarktung. Wie passt das zusammen?

Vielleicht war das Beispiel Saudi-Arabien etwas unglücklich gewählt. Doch das ist typisch Deutschland. Es gibt immer gleich einen Aufschrei, einen Protest. Es war nur eine Idee. Wir müssen nicht alle einer Meinung sein, aber diese Kultur, immer gleich loszupoltern, missfällt mir.

Sie hätten nichts gegen einen Supercup in den USA, China oder Mexiko?

Wenn wir den Supercup mal woanders austragen, brechen wir uns doch keinen Zacken aus der Krone. Wir reden über ein Spiel! Und wen hat der Supercup in Deutschland bislang so richtig interessiert? Im Ausland redet man sehr gut über uns. Das Ansehen des deutschen Fußballs ist hoch.Wir gelten als zuverlässig, stehen für Attraktivität, volle Stadien und viele Tore. Wir werden im Ausland besser gesehen, als wir uns selbst sehen.

In der Liga tobt ein Glaubenskrieg um 50+1 zwischen BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, der beteuert, unter ihm als DFL-Aufsichtsratschef werde nicht an der Investorenregel gerüttelt, und Bayern-Chef Oliver Kahn, der sich in der Abschaffung von 50+1 mehr Spannung im Meisterkampf und größere internationale Chancen verspricht. Ihre Meinung?

Es gibt an 50+1 nichts zu rütteln, da bin ich komplett bei Aki Watzke. Auch die Fans wollen das so, denn das ist unsere Fußball-Kultur. Aber man muss sich mit anderen Finanzierungsmodellen beschäftigen und auch trotzdem offen diskutieren können: Was passiert, wenn 50+1 irgendwann weg ist?

Weil ein Klub erfolgreich gegen 50+1 vor Gericht klagen könnte?

Ich habe keine große Angst, dass wir dann unsere Fußball-Kultur verlieren würden und die Mitglieder nichts mehr zu sagen hätten oder die Ticketpreise explodieren oder sich die Vereinsfarben ändern. Es werden immer nur die schlechten Beispiele herausgesucht, bei denen ein Investment nicht funktioniert hat ...

Wie bei Hertha BSC, das trotz der 375 Mio. Euro von Lars Windhorst vorige Saison erst in der Relegation dem Abstieg entgangen ist – und viel Ärger mit dem Investor hatte ...

Stimmt, in genannter Diskussion sind wir mittendrin. Das Investment hat nicht den sportlichen Erfolg gebracht, den man sich vorgestellt hat.

„Bei einem Supercup im Ausland brechen wir uns keinen Zacken aus der Krone“

Der 1. FC Köln beantragt bei der Uefa, dass Klubs aus Belarus wegen der Unterstützung von Russland im Ukraine-Krieg vom Europacup ausgeschlossen werden. Unterstützen Sie den FC-Antrag?

Ganz ehrlich: Wir Vereine haben sicherlich eine gesellschaftspolitische Verantwortung. Aber wir sollten uns aus der Welt-Politik eher heraushalten und an den Sport denken – alles andere ist nur Symbolpolitik. Als Ex-Fußballprofi sage ich: Jeder, der Sport treibt, hat das Recht, gegen einen anderen zu konkurrieren – auch wenn der aus Belarus oder Russland kommt. Das bedeutet nicht, dass ich gutheiße, was in Russland und Belarus passiert – das ist eine Katastrophe. Aber was hat das mit dem Fußball zu tun? Sportler führen keinen Krieg, sondern Politiker und Militärs.

Stuttgart-Boss Alexander Wehrle fordert eine Umverteilung der internationalen TV-Gelder, weil sich die üppigen Uefa-Prämien in der Champions League negativ auf die Chancengleichheit in den nationalen Ligen auswirken. Unterstützen Sie ihn?

Absolut. Es ist ja nicht so, dass nur in der Bundesliga der FC Bayern zum zehnten Mal in Folge Meister wurde. In anderen europäischen Top-Ligen sieht es ähnlich aus bis auf England, was an den immensen nationalen und internationalen TV-Einnahmen der Premier League liegt. Man sieht die Folgen auch diesen Sommer auf dem Transfermarkt: Bei über 90 Prozent der Vereine passiert in der Preiskategorie 0 bis zehn Mio. Euro kaum etwas. Weil kaum Geld da ist. Und dann gibt es die Premier-League-Klubs wie Nottingham und Europas Top-Champions-League-Klubs wie die Bayern, die ihren eigenen Transfermarkt ab 30 Mio. Euro plus x haben.

Wie kann gegengesteuert werden?

Zum Beispiel durch eine Umverteilung der Uefa-Milliarden in die nationalen Ligen über deutlich höhere Soli-Zahlungen. Aber ob die Top-Vereine dazu bereit wären? Ich bin mir sicher, die Antwort würde Nein lauten.

Real Madrid, der FC Barcelona und Juventus Turin wollen vor dem Europäischen Gerichtshof eine Super League mit Europas Top-Klubs durchboxen. Haben Sie davor Angst?

Wir brauchen keine Super League, die Champions League ist gefühlt schon eine versteckte Super League. Die letzten acht sind fast immer dieselben, ab und zu gibt es mal eine Überraschung wie Ajax Amsterdam oder Villarreal.

Was versprechen Sie sich vom neuen Financial Fairplay der Uefa, das vorsieht, dass Klubs nach einer dreijährigen Übergangsphase nur noch 70 Prozent ihrer Einnahmen aus dem reinen Fußball-Geschäft (Tickets, TV, Sponsoren etc.) in den Kader stecken dürfen?

Gar nichts. Ich hatte schon in das alte Financial Fairplay kein Vertrauen. Jede Regelung, ob es um Spieler-Transfers geht oder um Berater-Honorare oder um Financial Fairplay, hat eine große Schwäche: dass sie umgangen werden kann. Wir in Deutschland halten uns an die Spielregeln, aber von Investoren geführte Klubs im Ausland finden immer irgendwelche Wege, gerade dann, wenn beispielsweise ein Staat hinten dranhängt.

Das bedeutet also, dass die Bundesliga international weiter abgehängt wird?

Es wird immer Überraschungen geben wie zuletzt Frankfurt in der Europa League. Aber die Champions League werden aus Deutschland nur die Bayern gewinnen können, kein anderer Verein, zumindest in den nächsten drei, vier Jahren. Und selbst die Bayern müssen stark kämpfen, um dranzubleiben.

„Der neue DFB-Campus ist im Verglich zu Englands St. George’s Park eine Miniatur“

Obwohl die Bayern diese Saison fast 140 Mio. Euro auf dem Transfermarkt ausgegeben haben?

Da sind interessante Spieler wie Mané dabei, es ist aber nicht so, dass deshalb bei Liverpool, Chelsea oder Manchester gezittert wird.

Mit Erling Haaland (zu Manchester City) und Robert Lewandowski (zum FC Barcelona) haben wieder zwei Top-Stars die Bundesliga verlassen. Watzke fordert die Klubs auf, neue Stars zu entwickeln. Stimmen dafür die Voraussetzungen in der Liga und beim DFB?

Aki Watzke hat vollkommen recht. Wir müssen an unsere Leistungszentren ran, wir müssen noch besser ausbilden. Dafür muss wieder mehr in den Nachwuchs investiert werden. In den Akademien wurden die Weltmeister von 2014 ausgebildet. Man kann noch viel mehr rausholen. Wir müssen statt der Gleichmacherei auch wieder Typen ausbilden, die ein bisschen anders sind – wenn man den Mut und die Ideen hat. Jetzt brauchen wir zum Beispiel wieder Mittelstürmer. Wir waren diesen Sommer in Birmingham im St. George’s Park (Nationales Fußball-Zentrum der FA; d. Red.) im Trainingslager. Was die da vor über zehn Jahren hingestellt haben – dagegen ist der neue DFB-Campus in Frankfurt zwar eher eine Miniatur, aber der richtige Ansatz.

Sie selbst haben als Mittelstürmer 37 Spiele für die Nationalelf bestritten und zehn Tore erzielt, wurden 1996 Europameister. Was trauen Sie der DFB-Elf bei der WM in Katar ohne klassischen Neuner zu?

Ich glaube, dass wir gute Chancen auf ein sehr gutes Turnier haben. Wir können gegen jede Mannschaft bestehen – wenn wir es schaffen, genau wie die DFB-Frauen (EM-Finale; d. Red.) eine Begeisterung reinzubekommen, in einen Lauf zu kommen. Aber uns fehlt natürlich ein richtiger Knipser, ein neuer Miro Klose. Die Gruppe mit Spanien, Japan und Costa Rica sollte auf jeden Fall überstanden werden. Unter die letzten acht sollte man es schaffen, im Viertelfinale kann man auch als Deutschland erhobenen Hauptes ausscheiden.

Erwarten Sie, dass sich die Nationalspieler vor Ort zu den Menschenrechtsverletzungen in Katar öffentlich äußern?

Nein, sie sollten sich auf den Fußball fokussieren. Wir Deutsche werden Katar nicht verändern. Wir können die Probleme benennen – aber das muss auf politischer Ebene stattfinden, nicht auf sportlicher.