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Indian summer AUF DER KOPPEL


Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 100/2021 vom 10.09.2021

GEFAHREN IM HERBST

Artikelbild für den Artikel "Indian summer AUF DER KOPPEL" aus der Ausgabe 100/2021 von Mein Pferd. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
So schön die bunten Blätter auch sein mögen, der Ahorn birgt Gefahren

Forscher fanden heraus, dass veränderte Farben in der Natur unsere Gefühle beeinflussen. Die Kombination von Rot, Gelb, Orange und Grün lässt ein wohliges und wärmendes Gefühl in uns aufkommen. Wenn man dann noch durch den Wald reitet, den Morgennebel genießt und das Rascheln der Blätter hört, sieht alles nach einem Indian Summer aus. Aber es gibt auch die andere Seite des Herbstes: Nass-kalte Temperaturen, matschige Weiden und Paddocks sowie Gefahren auf der Koppel sind ebenso präsent wie sonnige Stunden. Und wenn die Pferde im Herbst auch noch mit dem Fellwechsel zu kämpfen haben und das Immunsystem dadurch geschwächt wird, haben Bakterien und andere Erreger große Chancen, Schaden anzurichten.

Alle Jahre wieder: Mauke

Mauke und Strahlfäule sind weit verbreitete Krankheiten, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollten. Besonders Mauke ruft jedes Jahr aufs Neue viele ...

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... Hobby-Tierärzte dazu auf, die neuesten Behandlungsmethoden zum Besten zu geben. Wie viel davon wirklich wirkt, ist eine andere Frage. Fakt ist, dass Mauke – auch Fesselekzem genannt – eine bakterielle Infektion der Haut ist, bei der Keime durch kleine Schäden in der Haut in den Organismus gelangen. Diese können durch Streusalz, Reizstoffe in der Einstreu oder ätherische Öle im Hallen- oder Paddockboden entstehen. Mauke kann auch als Folge von Impfungen, einer eiweißreichen Fütterung oder unhygienischen Haltungsbedingungen auftreten, aber eben auch durch einen unausgeglichenen Stoffwechsel. Im Herbst sorgt der Wetterwechsel mit Matsch und Feuchtigkeit auf Wiesen und Paddocks für eine zusätzliche Belastung für das Immunsystem. Auch wenn sich das Gerücht hartnäckig hält, ein matschiger Auslauf löst keine Mauke aus! Trotzdem sollten Tiere mit dieser Erkrankung solche Ausläufe vermeiden, um den mit Bakterien versetzten Böden ausweichen zu können. Denn diese bergen ein hohes Infektionsrisiko. Wärme, gute Haftungsbedingungen sowie Feuchtigkeit sind optimale Bedingungen für die Krankheitserreger. Dann werden die einzelnen Hautschichten nacheinander angegriffen und immer weiter geschädigt, bis die Haut verkrustet, sobald Entzündungssekret austritt. Bilden sich kleine Knötchen und mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, spricht man von der feuchten Form der Mauke. Die Flüssigkeit wird schnell eitrig, und Schorf entsteht. Auch wenn man bei Menschen sagt, „Krusten heilen“, stimmt das im Fall von Mauke nicht. Denn unter dem Schorf vermehren sich Bakterien, Pilze oder Hautbakterien besonders stark. Bei trockener Mauke hingegen entstehen Schuppen auf der Haut, die einen dicken Belag bilden. Fällt dieser Belag aus abgestorbener Haut ab, werden die darunterliegenden wunden, schmerzhaften Stellen sichtbar. Egal welche Form von Mauke auftritt, ist es wichtig, diese Erkrankung schnell zu behandeln, da sich bei einer tiefsitzenden Mauke Bakterien innere Hufanteile infizieren können.

Wenn der Huf stinkt

Aber auch bei Strahlfäule ist eine umfassende Diagnose wichtig, damit die bakterielle Entzündung des Hufes, bei der Fäulnis- bakterien den Strahl zersetzen, behandelt werden kann. Denn unbehandelt kann aus Strahlfäule eine lebensbedrohliche Blutvergiftung entstehen. Aber wie bricht diese Krankheit aus? Schuld an der Strahlfäule sind Darmbakterien, die der Verdauung dienen und permanent ausgeschieden werden. Tritt das Tier in Kot, haben die Bakterien die Chance, das weiche Strahlhorn anzugreifen. Höhlen und Spalten bilden sich, in denen sich Bakterien sammeln und in einer feuchtwarmen Umgebung ohne Sauerstoff ein wahres Mekka gefunden haben, um sich auszubreiten. Ständig nasse Einstreu oder feuchte Weiden sowie mangelnde Bewegung, eine Fehlstellung oder ein Bockhuf können diese Erkrankung auslösen. Reizen Steine oder Sand die ungeschützte Huflederhaut, besteht zudem die Gefahr einer Lederhautentzündung. Im Endstadium löst sich der weggefaulte Strahl schließlich komplett auf. Um das zu vermeiden, gilt es, die Auslöser zu beseitigen, sprich: Koppel und Paddock sowie die beliebte Boxenmatratze trocken legen, damit der bevorzugte Lebensraum der Bakterien vernichtet wird.

Fruktane als Auslöser für Hufrehe

Hufrehe gehören zu den schmerzhaftesten Krankheiten beim Pferd. Tierärzte und Forscher entdecken immer wieder neue Auslöser, die zu einer Entzündung der Huflederhaut führen. Die Lederhautblättchen im Bereich der Zehenwand entzünden sich, und eine Schwellung im Huf entsteht. Da sich diese Schwellung nicht ausdehnen kann, kommt es zu Durchblutungsstörungen und enormem Druck. Dieser ist für das Tier extrem schmerzhaft. Was genau Hufrehe auslöst, ist bis heute nicht ganz klar. Eine der Hauptursachen sind die über das Futter aufgenommenen Gifte, Stärken und leicht verdauliche Kohlenhydrate (Zucker). Die in Pflanzen vorkommenden lang kettigen Zuckerverbindungen (Fruktan) lösen durch die Grasaufnahme bedingte Rehe aus. Das Fruktan dient der Pflanze als kurzfristiger Energiezwischenspeicher. Da das Gras im Herbst bei kühlen Temperaturen langsamer wächst, speichert es die überschüssige Energie zwischen. Ist die Sonneneinstrahlung reduziert, beispielsweise bei Bewölkung oder Regen, fehlt das entsprechende Licht, und somit läuft die Photosynthese nur auf Sparflamme. Rehegefährdete Pferde sollten keinesfalls an frostigen und dazu noch sonnigen Morgen auf die Koppel gelassen werden. Denn: Bei diesem Wetter sind die höchsten Fruktankonzentrationen zu erwarten. Da Fruktane im vorderen Abschnitt des Dünndarms schlecht verwertet werden können, gelangen erhebliche Mengen davon in den Dickdarm. Darauf ist die Darmflora jedoch nicht vorbereitet, und es kommt zu einer übermäßigen Vermehrung von Bakterien. Der Darminhalt wird angesäuert, und die natürliche Darmflora wird verdrängt. Die Ansäuerung des Darm inhaltes im Dickdarm löst eine Reihenfolge von Ereignissen und Reaktionen aus, die dann in der akuten Entstehung einer Hufrehe bei Pferden endet.

Neben diesen und weiteren Auslösern ist es aber wichtig, die Rehe schnell zu erkennen. Aber wie?

Bedingungen für einen hohen Fruktangehalt im Weidegras:

• abgefressene Weiden

• Dürre mit starker Sonneneinstrahlung

• Frost

• Starkregen nach langer Trockenheit

So erkennen Sie den Ahorn

Weltweit gibt es über 200 Arten des Ahornbaums. Aber nur drei davon kommen hauptsächlich in Deutschland vor: Spitz,- Feld- und Bergahorn sind hier beheimatet.

Der Bergahorn ist am häufigsten verbreitet. Ihn findet man überwiegend in Wäldern. Er kommt unter anderem auf Almen, aber auch im Flachland vor. Vor allem seine Früchte reifen im Herbst.

Die Blätter sind acht bis 16 Zentimeter breit, fünflappig, der Samen bzw. die Frucht hat Flügel, die zusammen sechs Zentimeter lang sind. Der Eschenahorn kommt in Deutschland seltener vor – oft wird er als Park- und Alleenbaum gepflanzt.

Bei akuten Hufrehen hebt das Tier die Hufe abwechselnd hoch, um diese zu entlasten. Atmung und Herzfrequenz sowie Körpertemperatur sind erhöht, ebenso fühlen sich die Hufe warm an. Lahmheit kann auftreten, ebenso eine Schmerzreaktion beim Abtasten des Hufes mittels einer Zange. Bei chronischen Hufrehen entlastet das Pferd die Vorderbeine noch deutlicher und greift auf die Sägebockstellung zurück. Eine deutliche Pulsation am Fesselkopf, eine deutliche Schmerzreaktion beim Zangentest sowie starke Lahmheit sind ebenfalls Zeichen für chronische Hufrehe. Appetitlosigkeit, Bewegungsunlust und warme Hufe kommen hinzu. Der Prozess der chronischen Hufrehe kann sich über Wochen, manchmal aber auch über Monate oder sogar Jahre hinziehen. Besteht der Verdacht auf Hufrehe, muss der Tierarzt sofort gerufen werden, denn hier zählt jede einzelne Minute. Das Pferd muss intensiv behandelt werden, damit sich das Hufbein nicht dreht oder senkt. Die zwei Hauptziele der Behandlung sind: Den Auslöser der Hufrehe abschalten und dessen Folgen bekämpfen.

Alle Jahre wieder: Mauke

Bei der Atypischen Weidemyopathie, auch plötzlicher Weidetod genannt, handelt es sich um eine Muskelerkrankung, die als Folge einer Vergiftung und der daraus entstandenen Störung der Fettsäure-Oxidation auftritt. Man ist sich sehr sicher, das es bei der Vergiftung einen Zusammenhang mit Ahornbäumen gibt. Bergahorn und Eschenahorn sind gefährlich, bei den anderen Arten ist sich die Forschung noch nicht ganz einig. Die Samen und Keimlinge der Ahornbäume enthalten Aminosäuren, die eigentlich nicht giftig sind. Diese Aminosäure wird jedoch vom Körper so umgebaut, dass der Stoffwechsel der Muskelzellen, bezogen auf die Energiegewinnung mittels Fett, stark gestört wird. Die Störungen des Energiestoffwechsels verursachen eine hochgradige Zellschädigung und regelmäßig auch eine vollständige Zerstörung der Muskelzelle. Das Problem: Man kann nie genau sagen, ab welcher Menge die Aufnahme von Keimlingen und Samen gefährlich ist, da der Aminosäuregehalt innerhalb der verschiedenen Samenkörner stark variiert. Da die Ahornbäume vor allem beim ersten Frost, also im Herbst, ihre Samen abwerfen, tritt der plötzliche Weidetod hier am häufigsten auf. Auch können starke Winde die Ahornsamen weit tragen, sodass der eigentliche Baum gar nicht an der Weide stehen muss. Das macht diese Krankheit auch so tückisch. Tritt der Verdacht auf diese Erkrankung auf, sollte möglichst schnell der Tierarzt gerufen werden. Bewegungseinschränkungen, vermehrtes Liegen oder Mattheit sind erste Anzeichen für milde Verlaufsfälle. Schwitzen, erhebliche Bewegungsunlust und häufiges Muskelzittern sind Symptome des schweren Verlaufs. In einigen Fällen kann die Krankheit zum Tod innerhalb weniger Stunden führen. Steht das Pferd also auch im Herbst auf der Koppel, muss die Wiese regelmäßig nach Keimlingen und Samen des Ahornbaumes überprüft werden. Finden sich Samen, muss diese Stelle weiträumig gemieden werden.

Plagegeister im Herb st

Sobald draußen die Temperaturen unter 16 Grad sinken, schlüpfen die Larven der Herbstgrasmilben. Oftmals werden sie zur Plage für das Pferd. Auch wenn sie keine Krankheiten übertragen, ist der Juckreiz sehr unangenehm für das Pferd. Deswegen scheuern, kratzen und benagen Pferde die befallenen Stellen. Besonders auf Wiesen, in Waldrandnähe und neben Gewässern fühlen sich die Spinnentiere wohl. Dort lauern sie auf ihren Wirt und bohren sich dann mit ihrem Mundwerkzeug einen Zugang in die oberste Schicht der Pferdehaut. Dort ernähren sie sich von Lymphe und Zellsäften. Sind die Tierchen satt, fallen sie vom Wirt ab. Meist fällt der Befall der Herbstgrasmilbe durch offene, juckende Wunden im Bereich der Fesselbeuge oder des Kronsaums auf. Häufig bluten und nässen diese Stellen auch und werden deswegen mit Mauke verwechselt. Kernseife, Apfelessig, Salzwasser oder Pyrethrumextrakt können die Tierchen abschrecken und vertreiben.

Sind die Milben einmal verschwunden, müssen die betroffenen Hautstellen gepflegt werden.

Das große Krabbeln:

Haarlinge beim Pferd

Zu den infektiösen Hauterkrankungen bei Pferden zählt auch der Befall mit Ektoparasiten. Bekannte Vertreter sind Haarlinge und Läuse. Sauglaus und Kieferlaus, besser bekannt als Haarling, sind eng mit­ einander verwandt. Während sich die Sauglaus bevorzugt an Mähne und Schweifregion sowie im Bereich der Fessel aufhält, nisten sich Haarlinge erst in der Mähnen- und Schweifregion des Pferdes ein. Von hier aus droht die Gefahr einer Ausbreitung über den kompletten Pferdekörper. Wie der Name bereits verrät, ernähren sie sich von Haaren, der obersten Hautschicht, Krusten und Gewebeflüssigkeit. Vor allem in der kalten Jahreszeit oder während des Fellwechsels kann es zum Haarlingsbefall bei Pferden kommen. Unzureichende Pflege, feuchte Umgebung, Wurmbefall, Stallhaltung auf engem Raum oder eine nicht ausreichend ausgeprägte Abwehr, wie beispielsweise bei sehr jungen oder alten Pferden, begünstigt den Haarlingbefall. Auch Ekzemer-Pferde, die sich von den Strapazen des Sommers und dem Befall von Kriebelmücken erholen wollen, kommen nicht immer ungeschoren davon. Ist das Tier befallen, wirkt das Fell löchrig und sieht teilweise aus, als sei es geschoren. Haarlinge sind, sowohl als Nisse als auch als ausgewachsener Haarling, übrigens auch mit bloßem Auge zu erkennen. Juckreiz, der das Pferd quält, kommt hinzu. Damit es nicht zu Schuppen und weiteren Wunden, von denen sich die Haarlinge ernähren können, entstehen, müssen die betroffenen Stellen auf der Haut und im Fell gepflegt werden. Pflegeöle oder Insektizide können helfen. Auch sollte der Stall und das Reit- Equipment gründlich gereinigt werden, da sich die Parasiten einige Tage halten können.