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Individuelle Gesundheitsleistungen: Umweltmedizin


ÖKO-TEST Ratgeber Gesundheit & Fitness - epaper ⋅ Ausgabe 5/2009 vom 04.08.2010

Die Umweltmedizin will Gesundheitsstörungen erkennen, verhüten und bekämpfen, die durch Umweltschadstoffe hervorgerufen werden. Nicht nur chemische Gifte können schaden, sondern auch Lärm, Strahlung, Schwermetalle oder Schimmelpilze.

Lohnen kann sich die Überprüfung der Umweltfaktoren an Wohn- und Arbeitsplatz beispielsweise, wenn man sich ohne erkennbare Ursache nicht wohlfühlt. Da viele Umwelteinflüsse als Krankmacher infrage kommen und die Symptome vielfältig sind (von Hautirritation bis Organschäden), ist eine wissenschaftlich fundierte Analyse durch geschulte Fachleute und Speziallabors nötig. Das ...

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... Problem dabei: Derzeit gibt es keine klar umrissene umweltmedizinische Fachausbildung, und die Zusatzbezeichnung Umweltmedizin wurde Anfang 2004 von der Bundesärztekammer abgeschafft. Seither ist die Umweltmedizin dem Fachgebiet „Hygiene“ beigeordnet. Wer einen Umweltmediziner sucht, sollte sich von seiner Krankenkasse entsprechende Fachleute (Kassenärzte) nennen lassen und nachfragen, ob die Kasse eine umweltmedizinische Beratung – zumindest anteilig – übernimmt. Allerdings sind diese Beratungsgespräche sehr aufwendig, sodass die meisten Ärzte sie als Selbstzahlerleistungen in Rechnung stellen. Sehr häufig sind umweltmedizinisch tätige Mediziner Privatärzte, die alle Leistungen als IGeL erbringen.

Oft macht es Sinn, erst einmal einen Baubiologen oder ein auf Innenraumschadstoffe spezialisiertes Institut zu kontaktieren. Denn häufig sind Schadstoffe, Elektrosmog oder Schimmel im Haus der Auslöser von Problemen und die lassen sich bei einer Begehung mit Probenahme oder Messung schneller entdecken als in der Arztpraxis.

Allergologische Testung

Was wird gemacht: Beratung, Pflastertests, Laboruntersuchung.
Wirksamkeit: Verschiedene Allergien können durch Testverfahren nachgewiesen werden. Keine Aussagekraft hat die Bestimmung des IgG-Wertes im Blut.
Kosten: Beratung und Test je Allergen 13 bis 26 Euro sowie 15 bis 17 Euro Laborkosten.
Bewertung: Bei einem Verdacht auf eine Allergie ist es empfehlenswert, einen Allergologen aufzusuchen und sich fachärztlich untersuchen zu lassen. Er entscheidet nach Anamneseerhebung und Untersuchung, welche Allergietests sinnvoll sind. Die Kosten übernimmt in der Regel die Kasse.

Kaugummitest auf Amalgambelastung

Was wird gemacht: Untersuchung des Quecksilbergehalts im Speichel vor und nach fünfminütigem Kauen eines Kaugummis.
Wirksamkeit: Abhängig von der Anzahl, der Größe und dem Zustand der Amalgamfüllungen und sonstigen Zahnfüllungen aus Metallgemischen ist nach dem Kauen eines Kaugummis eine entsprechende Konzentration von Quecksilber im Speichel sicher nachweisbar. Der Test sagt allerdings nur etwas über den aktuellen Abrieb der Zahnfüllungen aus.
Kosten: 48 bis 55 Euro.
Bewertung: Für Menschen empfehlenswert, die Zahnfüllungen mit Amalgam oder anderen Metallgemischen haben und über Beschwerden wie Metallgeschmack, Mundtrockenheit, häufiges Zahnfleischbluten bzw. -entzündungen oder Herpes klagen.

Quecksilberbelastung bei Amalgamträgern (oraler Dimaval-Test)

Was wird gemacht: Es wird eine bestimmte Wirkstoffmenge von DMPS (Dimercaptopropan-1-sulfonsäure) verabreicht und danach der Quecksilbergehalt im Urin bestimmt.
Wirksamkeit: Das DMPS mobilisiert Quecksilber aus dem Körper. Wird eine bestimmte Quecksilberkonzentration im Urin nachgewiesen, gilt dies als sicherer Hinweis auf Quecksilberdepots im Körper, z. B. Ablagerungen in den Nieren. Diese Einlagerungen im Körper sprechen für eine chronische Belastung mit dem Schwermetall, das z. B. aus Amalgamfüllungen im Laufe der Jahre freigesetzt worden ist.
Kosten: 48 bis 55 Euro.
Bewertung: Dieser Test ist Menschen zu empfehlen, die allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit und Kopfschmerzen mit einer chronischen Quecksilberbelastung in Verbindung bringen. Erhöhte Quecksilberwerte im Urin können z. B. durch das Vorhandensein von mehreren Amalgamfüllungen über einen langen Zeitraum erklärt werden.

Umweltmedizinische Erst- oder Folgeanamnese

Was wird gemacht: Beratungsgespräch bei Verdacht des Patienten auf umweltbedingte Gesundheitsprobleme.
Wirksamkeit: Ein erfahrener Umweltmediziner kann anhand der geschilderten Symptome abschätzen, ob Umweltschadstoffe bei Beschwerden oder Erkrankungen eine Rolle spielen können. Problematisch dabei ist, dass die Symptome häufig unspezifisch sind, also länger bestehen oder allgemeiner Natur sind wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen und daher schwer einer Ursache zuzuordnen sind.
Kosten: Für die Erstanamnese 53 bis 121 Euro, für die Folgeanamnese 27 bis 61 Euro, plus evtl. Laborkosten.
Bewertung: Für Menschen, die sich nicht wohl oder krank fühlen, und die für ihre Beschwerden bei ihrem Hausarzt und anderen Fachärzten keine Erklärung finden, kann die Konsultation eines Umweltmediziners eine Alternative darstellen. Dem Erstgespräch kann eine umweltmedizinische Beratung folgen, bei der das weitere Vorgehen besprochen wird.

Umweltmedizinische Wohnraumbegehung

Was wird gemacht: Wenn sich nach der umweltmedizinischen Anamneseerhebung und Untersuchung der Verdacht auf eine Schädigung durch Wohnraumgifte ergibt, untersucht der Experte die Wohnung hinsichtlich möglicher Schadstoffe und Allergene.
Wirksamkeit: Die Begehung ergibt weitere Anhaltspunkte für eine mögliche Belastung, kann aber eine Analyse von Innenraumluft und Staub nicht ersetzen.
Kosten: 19 bis 43 Euro zuzüglich Fahrtkosten und weiterer Auslagen.
Bewertung: Erfahrene Experten erkennen oft schnell mögliche Schadstoffquellen in Innenräumen und können dann gezielt Analysen oder konkrete Gegenmaßnahmen vorschlagen. Auf jeden Fall ein Begehungsprotokoll anfertigen lassen.

Umweltmedizinisches Gutachten

Was wird gemacht: Erstellen eines umweltmedizinischen Gutachtens.
Wirksamkeit: Umweltmedizinische Gutachten werden z. B. von Gerichten oder erkrankten bzw. geschädigten Patienten in Auftrag gegeben, etwa wenn es in Rentenverfahren um die Frage der Anerkennung umweltmedizinischer Erkrankungen geht.
Kosten: Ab etwa 40 Euro, aufwendige Gutachten können allerdings deutlich teurer werden und über 1.000 Euro kosten.
Bewertung: Allgemeine Empfehlungen kann man hier nicht geben – solche Gutachten sind im Einzelfall erforderlich und müssen dann in Auftrag gegeben werden.

Umweltprofil Holzschutzmittel

Was wird gemacht: Untersuchung des Blutes – bei leicht flüchtigen Stoffen auch des Urins – und des Hausstaubs auf Holzschutzchemikalien, um eine Belastung festzustellen.
Wirksamkeit: Insekten- und Pilzvernichtungsmittel wie PCP und Lindan können aus damit belasteten Holzschutzmitteln ausgasen und in den genannten Proben ab einer bestimmten Konzentration sicher nachgewiesen werden.
Kosten: Abhängig von Aufwand und Verfahren.
Bewertung: Eine solche spezielle Untersuchung ist nur nach umweltmedizinischer Beratung und Untersuchung sinnvoll.

Umweltprofil Lösungsmittel

Was wird gemacht: Untersuchung meist von Blut – leicht flüchtige Stoffe sind auch im Urin nachweisbar – und Hausstaubuntersuchungen auf Lösungsmittel.
Wirksamkeit: Verschiedene Lösungsmittel, z. B. Kohlenwasserstoffe, sind in den genannten Proben ab einer bestimmten Konzentration sicher nachweisbar.
Kosten: 84 bis 97 Euro.
Bewertung: Eine solche spezielle Untersuchung ist nur nach umweltmedizinischer Beratung und Untersuchung sinnvoll und muss dann womöglich sehr viel differenzierter ausfallen als hier vorgesehen.

Umweltprofil Schwermetalle

Was wird gemacht: Untersuchung von Speichel und Urin auf Belastung mit Blei, Cadmium, Quecksilber.
Wirksamkeit: Die genannten Metalle sind nur eine kleine Auswahl. Es ist nicht sinnvoll, wahllos nach Schwermetallen zu suchen. Es bedarf vorher einer umweltmedizinischen Anamnese, die zu einer Verdachtsdiagnose führen sollte.
Kosten: 72 bis 83 Euro für die drei Schwermetalle.
Bewertung: Im Rahmen der Diagnosesicherung nach einer umweltmedizinischen Beratung kann es sinnvoll sein, Körpersekrete auf bestimmte Schwermetalle hin untersuchen zu lassen.

Allergietest: Hausstaubmilben, Pollen oder Latex – die Liste möglicher Auslöser ist lang. Bei Verdacht auf eine Allergie sollte man zum Allergologen.


Foto: ALK