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INFEKTIOLOGIE: KINDERKRANKENSCHWESTER: Immunisierte Gesellschaft – Impfen in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert


Kinderkrankenschwester - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 12.02.2021
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Bildquelle: Kinderkrankenschwester, Ausgabe 2/2021

Immunisierte Gesellschaft: Impfen in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft) von Malte Thießen (Autor); Herausgeber: Vandenhoeck & Ruprecht; 1. Edition (2. Oktober 2017); Sprache: Deutsch; Gebundene Ausgabe: 400 Seiten; ISBN-10: 3525370539; ISBN-13: 978-3525370537; Abmessungen: 16.7 x 3.5 x 23.8 cm; Preis: 70.00 € In diesem Kontext möchte ich auf eine Monografie von Prof. Dr. Malte Thießen, Institutsleiter am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster aufmerksam machen. Einleitend schreibt er in dem Buch: Erst seit den 1970er Jahren können ...

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Immunisierte Gesellschaft: Impfen in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert (Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft) von Malte Thießen (Autor); Herausgeber: Vandenhoeck & Ruprecht; 1. Edition (2. Oktober 2017); Sprache: Deutsch; Gebundene Ausgabe: 400 Seiten; ISBN-10: 3525370539; ISBN-13: 978-3525370537; Abmessungen: 16.7 x 3.5 x 23.8 cm; Preis: 70.00 € In diesem Kontext möchte ich auf eine Monografie von Prof. Dr. Malte Thießen, Institutsleiter am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte in Münster aufmerksam machen. Einleitend schreibt er in dem Buch: Erst seit den 1970er Jahren können wir uns gegen eine Vielzahl von Infektionskrankheiten impfen, so dass Immunität heute alltäglich, ja eine Art Lebensgefühl geworden ist.

Dieser Normalisierung spürt dieses Buch nach. Es nimmt die Entstehung und Wandlung des Lebensgefühls vom 19. Jahrhundert bis heute in den Blick, es erkundet politische Programme und alltägliches Verhalten, das Verkaufen und das Erforschen des Impfens.

Bei dieser Erkundung geht es weniger um medizinische als um gesellschaftliche Fragen.

Immunität bietet ja nicht nur Schutz vor Krankheiten. Darüber hinaus lässt sie zuvor allgegenwärtige Ängste verschwinden: Ängste vor früheren Volkskrankheiten und frühem Kindertod, vor Seuchenherden in schmutzigen Städten oder in der weiten Welt. Immunität gibt somit ein Versprechen auf Sicherheit und Sorglosigkeit. Sie suggeriert die Planbarkeit sowohl persönlichen Gesundheitsverhaltens als auch allgemeiner Gesundheitsverhältnisse. Aus diesem Grund ist dieses Buch auch eine Geschichte des Sozialstaats. Mit der Einführung staatlicher Impfprogramme erhoben sich Politiker, Beamte und Ärzte zu Ingenieuren des Volkskörpers. Seither kündet Immunität von ihren Siegen im Kampf für das Allgemeinwohl.

Mit dem Staat und dem Allgemeinwohl begannen allerdings die Probleme.

Einerseits befriedigen Impfungen Sicherheitsbedürfnisse. Andererseits bergen Impfungen Risiken für jeden Einzelnen.

Nebenwirkungen und Impfschäden werfen Fragen nach dem Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft auf: Was ist wichtiger, der Schutz der Gesellschaft vor Seuchen oder die Entscheidungsfreiheit des Einzelnen? Und darf der Staat die Immunisierung des Einzelnen im Dienste der Allgemeinheit erzwingen? Diese hervorragend geschriebene Publikation stellt in der aktuell geführten Debatte einen wichtigen Ratgeber um das Thema „Impfen” dar. Impfungen waren und sind ein Traum der Moderne – wie wir gegenwärtig alle Zeugen sind. Kontinuierlich werden uns seit Ende Dezember in den Medien die schnell erbauten Impfzentren mit ihren ersten Impflingen gezeigt. Es wird damit die Ausrottung des neuen Corona Virus „SARS-CoV-2” suggeriert. Neue beängstigende Fakten, die vom Internationalen Rat der Krankenschwestern (ICN) bzw. der professionellen Krankenpflege gesammelt wurden, deuten darauf hin, dass COVID-19 ein Massentrauma unter den Pflegefachkräften der Welt aktuell verursacht. Die Zahl der bestätigten Todesfälle von Pflegeberufen übersteigt inzwischen die Zahl von 2.200.

Angesichts der anhaltenden Infektionen in der Pflegebelegschaft mit dem SARS-CoV-2 Virus leiden die überlasteten Mitarbeiter zusätzlich. Erschwerend kommen angesichts der ständig steigenden Arbeitsbelastung auch noch das anhaltende Misstrauen und Proteste von Impfgegnern hinzu. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf die fünf grundlegenden Aufgaben von Pflegeberufen gemäß des International Council of Nurses-Richtlinie (ICN) hinweisen:

• Gesundheit zu fördern

• Krankheit zu verhüten

• Gesundheit wiederherzustellen

• Leiden zu lindern

• Achtung vor dem Leben und vor der Würde des Menschen.

Das in dem Buch zusammengetragene aktuelle Fachwissen über das Thema Impfungen, als Infektionsschutz eines jeden Einzelnen und somit schließlich der Gesellschaft, sollten auch alle Pflegeberufe - im Sinne des ICN – zum Anlass nehmen, generell Impfungen, und im speziellen die COVID-19 Vaccine, zu forcieren. Das Buch kann darüber hinaus auch als Diskussionsbasis mit Impfskeptikern dienen.

Denn der breiten Öffentlichkeit in der westlichen Welt erschienen die Infektionskrankheiten als beherrschbar und bezwungen.

Hier muss aber leider angemerkt werden, dass es keinen vergleichbaren Bereich der Medizin gibt, in dem durch Vorbeugung und Behandlung ein derartiger Fortschritt gelungen ist. Nach wie vor hat der Mensch einen gemeinsamen Feind: obligat pathogene Erreger. Hygiene und besonders Impfungen sowie der steigende Lebensstandard haben diese Krankheiten – bevorzugt in der westlichen Welt - gebannt oder partiell eingeschränkt, dieses Faktum sollten wir dabei nicht vergessen!

Hardy-Thorsten Panknin, Berlin