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INFEKTIONEN GEZIELT VORBEUGEN: Die wichtigsten Impfungen


Mein Hund & Ich - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 19.06.2019

Impfungen trainieren das körpereigene Immunsystem und schützen so auf natürliche Weise vor gefährlichen Infektionskrankheiten


Artikelbild für den Artikel "INFEKTIONEN GEZIELT VORBEUGEN: Die wichtigsten Impfungen" aus der Ausgabe 4/2019 von Mein Hund & Ich. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mein Hund & Ich, Ausgabe 4/2019

Dank flächendeckender Impfungen sind gefährliche Infektionskrankheiten wie Tollwut, Parvovirose, Staupe, HCC und Leptospirose in Deutschland heutzutage selten geworden. Doch ausgestorben sind die Erreger dieser Krankheiten nicht. Tatsächlich kommt es auch hierzulande zu Ausbrüchen, weil Hundehalter ihre Tiere nicht ausreichend impfen lassen oder ungeimpfte Tiere aus dem Ausland importieren.

Impfungen bieten einen wirksamen Schutz

Dabei ist das Prinzip der Impfung so einfach wie ...

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... genial: Der Tierarzt injiziert dem Hund unschädlich gemachte Erreger, damit das Immunsystem die gefährlichen Feinde kennenlernt und sich auf sie vorbereiten kann. Wenn der Hund sich nach einer Impfung tatsächlich mit den Erregern infiziert, kann das vorbereitete Immunsystem rasch reagieren und die bösartigen Eindringlinge auf natürliche Weise vernichten, bevor sie Schaden anrichten. In seltenen Fällen, wenn der Hund trotz Impfung erkrankt, verläuft die Krankheit sehr viel milder als beim ungeimpften Tier. Entscheidend für den Erfolg der Impfung ist jedoch, dass sie richtig durchgeführt wird. Hierzu gehört eine sorgfältige Grundimmunisierung. Bei der Verwendung bestimmter Lebendimpfstoffe besteht die Grundimmunisierung bei erwachsenen Hunden ausnahmsweise aus zwei Impfungen im Abstand von einem Jahr. Bei den meisten Impfstoffen sind jedoch mindestens drei Impfungen, die ersten zwei im Abstand von drei bis vier Wochen und die dritte nach einem Jahr, für eine Grundimmunisierung nötig. Stark vereinfacht dient die erste Impfung dem Kennenlernen des Erregers und die folgenden dem Aufbau starker Abwehrstoffe. Welpen müssen für einen wirksamen Schutz häufiger geimpft werden (siehe Impfschema für Welpen auf Seite 38).

Welpen werden nach einem festen Schema geimpft

Diese häufigen Impfungen sind nötig, weil die mütterlichen Abwehrstoffe, die die Welpen mit der sogenannten Kolostralmilch in den ersten Lebensstunden aufgenommen haben, den Impfstoff neutralisieren. Erst wenn die mütterlichen Abwehrstoffe aus dem Blut der Welpen verschwunden sind, können die Impfungen beim Welpen den Aufbau eigener Abwehrstoffe bewirken. Während bei einigen Welpen bereits mit acht Wochen die mütterlichen Abwehrstoffe abgebaut sind, befinden sich bei anderen Welpen auch im Alter von zehn Wochen noch genügend davon im Blut, um den Impfstoff wirkungslos zu machen. Um auch jene Welpen mit langlebigen mütterlichen Abwehrstoffen durch die Grundimmunisierung zu schützen, wurde vor einigen Jahren die Impfung mit 16 Wochen eingeführt. Nach der Grundimmunisierung müssen die Impfungen in bestimmten Abständen aufgefrischt werden, um ihre Schutzwirkung entfalten zu können. Die Abstände zwischen den empfohlenen Wiederauffrischungsimpfungen liegen je nach Impfstoff und Infektionsrisiko zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Die Ständige Impfkommission Vet. (StIKo Vet.) im Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) unterscheidet CoreImpfungen, die jeder Hund erhalten sollte (Tollwut, Parvovirose, Staupe, HCC, Leptospirose) und NonCoreImpfungen, die nur bei besonderen Infektionsrisiken zu empfehlen sind.

Ältere Welpen in einem Alter von bis zu 16 Wochen werden in den gleichen Abständen geimpft

Manche Impfungen sind nicht für jeden Hund wichtig

Tollwut gilt zwar hierzulande als ausgestorben, kann aber jederzeit wieder aus dem Ausland nach Deutschland importiert werden. Da Tollwut für Menschen tödlich ist, darf der Amtstierarzt einen Hund beim leisesten Tollwutverdacht töten – eine korrekte Impfung, die im Impfpass des Hundes oder im Europäischen Heimtierausweis dokumentiert wurde, kann den Hund hiervor schützen. Parvovirose, Staupe und HCC werden nicht nur regelmäßig mit Hundetransporten nach Deutschland eingeschleppt. Sie kommen auch bei einheimischen, nicht ausreichend geimpften Hunden vor. Das StaupeVirus wird außerdem durch den Kot von Füchsen oder Waschbären verbreitet. Gerade bei jungen Hunden oder geschwächten Tieren führen diese Krankheiten zu einem qualvollen Tod. Mit Leptospirose kann sich ein Hund überall infi zieren, denn die Erreger dieser Krankheit werden von Ratten mit dem Urin ausgeschieden und sind überall in der Umwelt vorhanden. Auch Leptospirose kann für den Vierbeiner tödlich enden. Zu den NonCoreImpfungen zählen die Impfungen gegen Borreliose, Zwingerhusten, Welpensterben und Hautpilzerkrankungen. Bei entsprechender Gefährdung können diese Impfungen sehr sinnvoll sein. Am besten fragt man seinen Tierarzt, ob er im individuellen Fall zu einer NonCoreImpfung rät, wie zum Beispiel einer Impfung gegen Welpensterben bei einer Zuchthündin oder zur Impfung gegen Zwingerhusten beim Besuch einer Welpenspielgruppe.

für reisen ist eine gute vorbereitung entscheidend

Auch eine Impfung gegen die Reisekrankheit Leishmaniose ist möglich. Wer mit seinem Hund in den Süden reist, muss allerdings mindestens neun Wochen vor der Abfahrt mit dem Impfen beginnen, denn für einen belastbaren Schutz ist eine Grundimmunisierung mit drei Spritzen im Abstand von je drei Wochen nötig. Am Urlaubsort muss man zusätzlich zum Impfschutz die Sandmücke als Überträger der Leishmaniose mit entsprechenden Mitteln vom Tierarzt abwehren.
Nebenwirkungen kommen bei Impfungen vergleichsweise selten vor. Meist handelt es sich dabei um harmlose Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle oder Abgeschlagenheit bis zu einem Tag nach der Impfung. Ernster sind allergische Reaktionen wie zum Beispiel mit Schwellungen von Hals und Kopf zu bewerten. Absolute Ausnahmen stellen Schock oder hämolytische Anämien dar. Die mehr als dreieinhalb Millionen Hunde, die jährlich geimpft werden, haben in der Regel keine Nebenwirkungen. Der Nutzen von Impfungen ist daher weit höher zu bewerten als eventuelle Risiken. Das höchste Gesundheitsrisiko für den Hund ist jedenfalls, ihn nicht zu impfen!

Nach einer Impfung kann es kurzfristig zu Schlappheit und Müdigkeit kommen