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...inhale...exh ale


I Am - Laura Malina Seiler - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 21.07.2021

Artikelbild für den Artikel "...inhale...exh ale" aus der Ausgabe 8/2021 von I Am - Laura Malina Seiler. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Einatmen, ausatmen ... Die Natur hat es praktischerweise so eingerichtet, dass unser Körper einfach atmet, ohne dass wir darüber nachdenken müssen. Unsere Lunge macht das schon. Können wir also von der ToDo-Liste streichen und uns um andere Sachen kümmern. Der Nachteil dieser Strategie: Unsere Atmung fliegt meist unter unserem Radar und wir bekommen es gar nicht mit, wenn sie nicht mehr so effektiv funktioniert, weil wir uns schlechte Atemmuster angewöhnt haben. Und laut Studien passiert das den meisten von uns. Angeblich sind wir sogar die schlechtesten Atmer im ganzen Tierreich. Denn durch unsere Lebensweise – viel Stress, wenig Erholung – gewöhnen wir uns unbemerkt ein falsche Atemweise an. Wir atmen zu schnell, zu flach und zu viel. Experten sprechen von „chronischer Hyperventilation“: „Immer mehr Menschen haben ihre natürliche Atmung verloren und sind in dysfunktionalen Atemmustern gefangen, ...

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... vor allem in der chronischen Hyperventilation oder Überatmung, wie man auch sagt. Das bedeutet, dass jemand mehr atmet, als es den Bedürfnissen seines Körpers entspricht, oder, anders formuliert, mehr Luft atmet, als sein Körper gut verkraften kann“, schreibt der Autor und Yogalehrer Ralph Skuban in seinem Buch „Die Buteyko Methode“. Das Problem daran: In unserem Körper entsteht dadurch ein Kohlendioxidmangel. Denn auch wenn wir Kohlendioxid (CO₂) ständig ausatmen müssen, so braucht unser Körper doch eine gewisse Menge davon, um seine innere Balance aufrechtzuerhalten. „Atmen wir mehr als notwendig, dann atmen wir auch mehr CO₂ aus, als gut für uns ist“, erklärt Ralph Skuban.

CO₂ wirkt in unserem Körper entspannend. Haben wir zu wenig davon, führt das innerlich zu mehr Anspannung und Stress. Zudem gelangt dann paradoxerweise auch weniger Sauerstoff in unsere Zellen. Denn haben wir wenig CO₂ im Blut, geben unsere Blutkörperchen den Sauerstoff, den sie transportieren, nicht so gerne an unsere Zellen und Organe ab. Dieser sogenannte Bohr-Effekt ist sehr entscheidend, wenn wir uns über unsere Atmung Gedanken machen. Es ist also nicht nur wichtig, wieviel Sauerstoff wir einatmen, sondern auch, wieviel davon wirklich in unseren Zellen ankommt. Atmen wir aber ständig zu schnell und dadurch zu viel CO₂ aus, kann das eine Reihe gesundheitlicher Probleme nach sich ziehen. Wusstest du zum Beispiel, dass Schlafprobleme, Erschöpfung, Panikattacken, Schwindel, Kopfschmerzen, innere Unruhe, Depressionen, erhöhter Blutdruck, Schmerzen oder Verdauungsprobleme eine Folge dieser Überatmung sein können? Daran kann man bereits erkennen, welchen Einfluss unsere Atmung auf unser ganzes Sein hat, und warum es sich lohnt, ihr Aufmerksamkeit zu schenken. „Je mehr Atembewusstheit wir entwickeln, umso klarer können wir erkennen, dass unser körperliches, emotionales und mentales Wohlsein unmittelbar mit der Atmung korreliert und jede Erfahrung ihren Spiegel im Atem hat: Ob wir ängstlich sind oder angespannt, freudig erregt oder wütend, traurig, ekstatisch oder gelassen, jeder Moment hat seine ihm eigene Atmung. Atembewusstheit lässt uns verstehen, dass unsere Wachheit, Klarheit und Konzentrationsfähigkeit sich erheblich steigern, wenn die Atemgesundheit zunimmt, ebenso unsere emotionale Stabilität und Resilienz. Auch unsere Schlafqualität, Leistungsfähigkeit und Energie hängen von der Qualität unserer Atmung ab“, erklärt Ralph Skuban.

Spannend sind auch die Forschungen des russischen Arztes Konstantin Buteyko, der bereits in den 1950er Jahren damit begann, die Verbindung zwischen unserer Atmung und einigen Krankheiten zu untersuchen. Er entwickelte eine Methode, die zahllosen Menschen Linderung und Heilung verschaffte.

Eine natürliche Atmung ist langsam, loslassend und leise

Doch wie sieht eine gesunde Atmung denn nun eigentlich aus? Wir dachten ja immer: Viel atmen ist gut. Jetzt stellt sich aber heraus: Eine gesunde und natürliche Atmung ist langsam, loslassend und leise in einem fließenden Rhythmus. Und sie findet immer durch die Nase statt. Die Mundatmung ist von Natur aus nur ein Ausnahmefall, wenn wir an der Grenze unserer Leistungsfähigkeit sind. Achte also am besten darauf, im Alltag durch die Nase zu atmen. Zudem ist ein gesunder Atem diaphragmatisch, das heißt, dass er tief nach unten bis in deinen Bauch hinein fließt. Die oberflächliche Brustatmung sollte nur in Ausnahmefällen stattfinden, wenn wir körperlich stärker gefordert sind – nicht aber als Dauerzustand. Ein weiterer Aspekt der natürlichen Atmung: Man hört sie gar nicht. „Eine leise, sanfte Atmung hilft, das Atemvolumen nicht zu groß werden zu lassen“, sagt Ralph Skuban. Und die Ausatmung geschehe idealerweise passiv und sei wie ein Loslassen in die Ausatmung hinein. Das alles klingt vielleicht im ersten Moment kompliziert, ist es aber nicht. Denn wenn du dich erst wieder an diese – eigentlich natürliche – Atemweise gewöhnt hast, fließt sie automatisch. Im Grunde geht es vor allem darum, innerlich zur Ruhe zu kommen, den natürlichen und langsamen Rhythmus des Atems wiederzufinden und aus der chronischen Überatmung auszusteigen. Hier ist weniger tatsächlich mehr. Bestimmte Übungen können uns helfen, wieder einen langen Atem zu entwickeln. Neben dem Atem- Yoga (siehe Seite 92) ist hier vor allem die Buteyko Methode besonders hilfreich und interessant (siehe auch Buchtipps). Übrigens: Nicht alle Atemübungen sind während der Schwangerschaft geeignet. Wenn du eine Übung durchführen möchtest, erkundige dich am besten vorher bei deiner Hebamme oder Yogalehrerin, ob sie auch für Schwangere empfohlen wird. Und dann probiere einfach aus.

Denn egal, wie lange wir schon in einer chronischen Überatmung feststecken: Wir können unsere schlechten Atemmuster loswerden und durch gesündere ersetzen. Das beeinflusst nicht nur unseren Energiepegel und unsere Vitalität, sondern eigentlich fast alles. Yogalehrer Ralph Skuban sagt es so: „Weil die Atmung der grundlegendste Lebensprozess überhaupt ist, gibt es nichts, das nicht davon betroffen wäre. Verbessert sich die Atmung, so verbessert sich alles im Leben.“

Buchtipps!

DIE Ralph Skuban BUTEYKO METHODE