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INNOVATION: VOM GEISTESBLITZ ZUM PROTOTYP


Digital Business Cloud - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 21.06.2019

Die Ideenfindung für neue, kundenfreundliche Lösungen sowie deren Umsetzung ist für viele Unternehmen eine Herausforderung. Die „digitale Garage“ kann dabei als Innovationstreiber fungieren und ermöglicht die schnelle Erprobung am Markt.


Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum und internationale Konkurrenz: Wer als Unternehmen heute bestehen will, darf die Bedeutung der Innovationsfähigkeit nicht unterschätzen. Je schärfer der Wettbewerb, desto dringender brauchen Unternehmen ein strategisches Innovationsmanagement und eine Kultur, die Ideen und Kreativität fördert. Immer noch hängen Vorstände und Geschäftsführer ...

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... stark prozessorientierten Denkansätzen und dem Glauben an, dass Innovation einem klaren Ablauf folgt – von der Generierung bis zur Umsetzung. Dieses Verständnis ist überholt. Stattdessen findet eine zunehmende Öffnung von Innovationsprozessen statt: Der Weg weist in Richtung Agilität, Customer Co-Creation und interdisziplinärer Teams.


Um bis zu 30% über den Zeitraum von ein bis zwei Jahren erhöht sich die Geschwindigkeit und Effizienz von Teams, wenn sie stabil bleiben.


Innovation entsteht nicht einfach als Zusatzprodukt des Tagesgeschäfts: Sie braucht einen passenden Rahmen und muss konsequent vorangetrieben werden. Da reicht es nicht, wenn die Ideen sprudeln. Sie müssen auch zeitnah erprobt und über Prototypen getestet werden. Um erfolgreich zu sein, müssen Innovationen zudem vermarktet, verkauft und benutzt werden, das heißt die gesamte Nutzererfahrung und das Business Modell müssen abgestimmt sein. Eine Innovation bringt am Ende nur dann realen Mehrwert, wenn sie skalierbar ist und einen Business Impact liefert. Diese Etablierung neuer Produkte und Dienstleistungen, die einen Wettbewerbsvorteil bringen, stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Das Konzept der Digital Garage bietet ihnen einen praktikablen Rahmen, um Innovationen kontinuierlich, effizient und zielgruppengerecht umsetzen zu können.

FÄHIGE KÖPFE UND EIN FIXES TEAM

Die erste Voraussetzung für eine hohe Innovationsfähigkeit ist zunächst ein fixes Team mit Freiheiten, Budget und verfügbarer Zeit.

Eine zentrale Herausforderung besteht dann darin, fähige Köpfe zusammenbringen und eine erstklassige Zusammenarbeit zu erreichen. Vorbei sind die Zeiten von Abteilungs- und Silodenken. Stattdessen geht es darum, Kompetenzen und Ressourcen zu bündeln und zu vernetzen, Knowhow aufzubauen und alles optimal einzusetzen. Gerade interdisziplinäre Kollaboration fördert die Kreativität, da unterschiedliche fachliche Hintergründe verschiedenste Blickwinkel abdecken.


”Egal, welche Größe ein Unternehmen hat: Mit der interdisziplinären wie unternehmensübergreifenden Kollaboration werden individuelle Lösungen schnell gefunden.“


Dieses Wissenskonglomerat macht es erst möglich, innovative, marktkonforme Lösungen mit Mehrwert zu erhalten. Eine übergreifende Zusammenarbeit kann eine Antwort auf die Frage geben, wie mit steigender Komplexität, wachsenden Anforderungen und einer immer höheren Schlagzahl umgegangen werden kann.

Zentral bei allen Projekten ist, dass das Innovations-Team alle benötigten Fähigkeiten abdeckt. Konkret benötigt werden die Bereiche Strategie, Kreation und Umsetzung. Deswegen umfasst das Team idealerweise Mitarbeiter von Kundenseite, Unternehmensseite und bei Bedarf weitere externe Partner – Start-Ups und kleine, agile Einheiten zum Beispiel können wertvollen Input liefern.

NEUE PERSPEKTIVEN UND INDIVIDUELLE LÖSUNGEN

Damit die Zusammenarbeit gelingt, benötigt das Team einen Handlungsrahmen. Genau dafür wurde das Konzept der Digital Garage entwickelt – eine agile Herangehensweise, die gleichermaßen Flexibilität und Kontinuität bietet.

Um die Ideenfindung im Team voranzutreiben, kommen dort bestimmte Formate zum Einsatz, darunter Hackathons, Design Hacks oder Open Platform Bootcamps. Dabei geht es um die kollaborative Entwicklung von Software wie Hardware und um das gemeinsame Lösen von Problemstellungen.

Die funktionsübergreifenden Teams aus Softwareentwicklern, Marketing- und Vertriebsexperten und Konzeptern schaffen neue Perspektiven, die eigenständige Arbeitsweise erlaubt maximalen Freiraum. Gerade die daraus resultierende Verknüpfung von Technologie, Konzept, Design und Business Inside bringt immer wieder neue Impulse.

DER AUTOR HELMUT NACHBAUER ist bei ecx.io für das Thema Innovationen verantwortlich.


Auf diese Weise wird die Gefahr minimiert, dass gute Ideen versanden. Egal, welche Größe ein Unternehmen hat: Mit der interdisziplinären wie unternehmensübergreifenden Kollaboration werden individuelle Lösungen schnell gefunden.

SCHNELLE PRÜFUNG DER NUTZERAKZEPTANZ

Dann ist es entscheidend, aus einer Vielzahl von Ideen schnell Prototypen und Tests zu generieren um objektiv zu beurteilen, welche bis zum Roll-Out weiterentwickelt werden können. So können Unternehmen erkennen, welche Ideen für die eigenen Ziele als relevant angesehen und vorangebracht werden müssen.

Neben der Ideenfindung ist das Innovations- Team deswegen auch für die Evaluation zuständig und testet die Ergebnisse als Minimum Viable Proposition im Markt. Prototypen werden schnell realisiert und sofort auf Nutzerakzeptanz geprüft. Diese Tests, etwa unter einer virtuellen Marke zur Absicherung der Nachfrage, kontinuierliche Verbesserungen und fortwährende Optimierungen gehören zu Innovationen zwangsläufig dazu. Sie können so effizient realisiert und langfristig etabliert werden. Digitale Lösungen werden mit Hilfe moderner Technologien entwickelt: Möglichkeiten wie Blockchain, Künstliche Intelligenz oder Augmented Reality werden nutzerzentriert mit dem Ziel eingesetzt, dass Unternehmen es schaffen, mit ihren Neuheiten lange vor dem Wettbewerb den Markt zu erobern.

Das Modell ist flexibel und bietet eine hohe Innovationsfähigkeit: Es hat sich als kontinuierlicher und leistungsfähiger als der Aufbau einer eigenen firmeninternen digitalen Unit erwiesen. Denn bleiben die Teams stabil, erhöht sich deren Geschwindigkeit und Effizienz um bis zu 30 Prozent über den Zeitraum von ein bis zwei Jahren. Grund dafür sind eingespielte Teams und Prozesse. Nach einer Anlaufzeit entstehen diese Outputvorteile. Der Nutzen der Digital Garage äußert sich also in erster Linie nicht sofort als Kostenvorteil, sondern im eindeutigen Outputvorteil. Daraus resultiert dann langfristig der positive Einfluss auf unternehmerische Organisation und Strategien.


Bild: BruceRolf/shutterstock.com