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INSCHRIFTEN IM SIMEONSKLOSTER ERFORSCHT: Sich verewigen


Welt und Umwelt der Bibel - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 23.01.2020
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Bildquelle: Welt und Umwelt der Bibel, Ausgabe 1/2020

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Die koptische Inschrift lautet: „Gott, hab Erbamen mit Deinem Diener Makros, dem Schlichten, Törichten, Unwürdigen, dem Priester und als Mönch Lebenden, dem Sohn dieses Klosters! Gott, erbarme Dich meiner wegen der Schwäche meiner Natur und vergib mir, Amen, 99! (Jahr der) Märtyrer-Ära 867.“ Nach koptischer Zählung ist dies das Jahr 1150/1 nC. 99 ist eine Chiffre für „Amen“.


Assuan Gegenüber von Assuan erhebt sich in der Wüste die beeindruckende Ruine des Simeonsklosters, arabisch Deir Anba Hadra. Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) untersucht das Klostergebäude aus dem 7./8. Jh. seit Jahren. 2018/2019 wurden intensiv Hunderte von Inschriften dokumentiert und nun Ergebnisse präsentiert. Die Schriftzüge lassen Geschichte lebendig werden – und werfen neue Rätsel auf.

Die ältesten finden sich im östlichen Teil der Kirchen-Seitenschiffe: Graffiti in arabischer Kufi-Schrift aus dem 10. Jh. Durften muslimische Besucher nur bis in die Seitenschiffe gehen? Aus dem 13./14. Jh. dann folgen sogenannte Dipinti (Inschrift in roter oder schwarzer Farbe) in Nakshi-Schrift. Sie gehören – so interpretieren die Mitarbeitenden der DAI-Abteilung Kairo – zu Pilgern auf dem Weg nach Mekka oder auch Handelsreisenden oder Sufis, die hier übernachtet haben. Denn diese Inschriften wurden im Hauptwohngebäude der Mönche hinterlassen. Hatte das Kloster also auf Gästebetrieb umgestellt?

Nach der Tradition geht die große Anlage auf die Eremitage des heiligen Asketen Hadra aus dem 4. Jh. zurück. In einem kleinen Raum im Obergeschoss finden sich auffällig viele arabische und koptische Inschriften, darunter merkwürdigerweise die einzige Inschrift (koptisch, aus dem Jahr 1313), die den heiligen Hadra nennt. War hier ein besonderer Gedenkraum?

Datieren kann man die Inschriften durch Schriftanalyse, über die Putzschichten oder die Schreiber/innen haben das Datum hinzugeschrieben (10 %). Zudem wurden kleinste Fragmente von Kleidung, Taschen, Decken und Teppichen sowie Glas, Fayence, Perlen, Seil, Muscheln, Eisennägel oder Lampen sichergestellt – sie alle erzählen vom einstigen Leben im Kloster.

(wub/DAI)

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