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INSEKTEN in Gefahr


HÖRZU Wissen - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 16.01.2020

Weltweit gibt es immer weniger BIENEN, Schmetterlinge und Käfer. Das hat dramatische Folgen für die Ökosysteme


Artikelbild für den Artikel "INSEKTEN in Gefahr" aus der Ausgabe 1/2020 von HÖRZU Wissen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU Wissen, Ausgabe 1/2020

Gefährdet: Schmetterlinge reagieren sehr empfindlich auf Umweltveränderungen


UNVERZICHTBAR Honig- und Wildbienen bestäuben Nutzpflanzen. Ohne sie drohen Ernteausfälle. Doch Monokulturen und Gifte setzen ihnen zu


33.300 Insektenarten sind in deutschen Wäldern und Wiesen heimisch

Es bewegt sich etwas. Der Lavendel wippt nach rechts und links, hin und her. Erst aus der Nähe erkennt man, dass es Bienen und Hummeln sind, die die grünen Halme mit den violetten Blüten zum Schaukeln bringen. Doch dieses ...

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... schöne Naturschauspiel wird immer seltener, denn die Zahl der Insekten geht rapide zurück – seit 2009 um über ein Drittel. Eine dramatische Entwicklung, denn die Tiere spielen eine Schlüsselrolle im Ökosystem: Sie bestäuben Pflanzen, lockern Böden, beseitigen Laub, sie fressen und werden gefressen, sind Nahrung für Vögel, Fledermäuse, Igel und viele andere Arten. Ohne sie droht die Natur aus der Balance zu geraten. Aus diesem Anlass gibt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erstmals den „Insektenatlas“ heraus (www. bund.net/insektenatlas) und erklärt, welche Folgen das Verschwinden von Bienen, Käfern und Schmetterlingen hätte. In HÖRZU WISSEN geben Experten Tipps, was jeder Einzelne tun kann, um das große Sterben zu stoppen.

ÜBER FÜNF MILLIONEN ARTEN WELTWEIT

Seit rund 400 Millionen Jahren prägen Insekten das Leben auf unserer Erde. Verglichen mit Säugetieren, Pflanzen, Vögeln und Fischen ist ihre Welt jedoch bisher kaum erforscht. Als ein Grund dafür gilt ihre unglaubliche Menge und Vielfalt: Von weltweit vermutlich über fünf Millionen Insektenarten ist erst eine Million beschrieben.

Was alle Insekten gemein haben: Sie besitzen drei Beinpaare, daher auch ihr wissenschaftlicher Name Sechsfüßer oder Hexapoda. Fälschlicherweise werden Spinnen immer mal wieder zu den Insekten gezählt, gehören mit ihren acht Beinen nicht in diese Klasse. Ihr Körper besteht aus drei Abschnitten: aus dem Kopf mit den Mundwerkzeugen und Tausenden Einzelaugen, der Brust und den drei Beinpaaren. Überzogen ist er von einer dünnen, hornigen Chitin-Schicht, die vor Nässe schützt. Manche Insekten sind so klein, dass man sie mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann, andere handflächengroß. Sie besitzen keine Lungen zum Atmen, sondern ein Röhrensystem, das sich durch den ganzen Körper zieht und sie mit Sauerstoff versorgt. Mit ihren haarähnlichen Sinnesorganen können sie Gerüche, Schwingungen, Temperatur und Feuchtigkeit wahrnehmen, mit den Fühlern riechen, schmecken, tasten.

Insekten ernähren sich sowohl von tierischer als auch von pflanzlicher Kost. Es gibt kaum einen Winkel auf der Erde, an dem es nicht summt, brummt oder krabbelt, einzige Ausnahme ist das offene Meer. Aber an vielen Orten wird es immer ruhiger. „Es ist höchste Zeit, das Insektensterben aus der Nische der Universitäten und Umweltverbände zu holen und es einem breiten Publikum zu präsentieren“, sagt Katrin Wenz, wissenschaftliche Mitarbeiterin Agrarpolitik beim BUND.

Tatsächlich werden die kleinen Tiere, die so mancher vor allem für lästig hält, zu wenig beachtet. Viele leisten enorm wichtige Arbeit für die Landwirtschaft. So sind zum Beispiel räuberische Exemplare wie der Marienkäfer, der andere, schädliche Insekten frisst, als Nützlinge auf dem Acker überaus hilfreich (siehe Grafik Seite 44). Insgesamt werden fast 90 Insektenarten im biologischen Pflanzenschutz eingesetzt. Andere reinigen Gewässer und erhalten die Bodenfruchtbarkeit. Eine weitere essenzielle Aufgabe übernimmt etwa die Hummel: Sie kann an einem Tag bis zu 3800 Blüten bestäuben, an Obstbäumen, Beerensträuchern oder Gemüsepflanzen wie Gurken. Damit ist sie bis zu 18 Stunden am Stück beschäftigt. Ein Arbeitstier, das schon bei zwei Grad Celsius ausschwirrt und sich nicht von Schnee oder Hagel stoppen lässt, denn die Hummel verfügt über eine Art Standheizung. Wie mit einer Wärmepumpe kann sie in nur knapp einer Viertelstunde ihren Flugmotor auf 37 Grad Celsius aufheizen.

GEPANZERT Seine natürliche Chitin-Hülle reicht nicht: Pestizide in Kuhfladen bedrohen den Dungkäfer


75 Prozent aller essbaren Nutzpflanzen müssen von Insekten besucht und bestäubt werden, um Samen oder Früchte tragen zu können. Eine Funktion, die auch Mücken, Schwebfliegen oder Schmetterlinge übernehmen. Aber in der sich immer weiter verändernden Umwelt haben es selbst die robusten Hummeln schwer. Auch sie könnten in den nächsten Jahren für immer verschwinden, was zu enormen Ernteausfällen führen würde. Global drohen bis zu einer Billion Euro an Ertragsverlusten. Die Folge: Der Preis für Lebensmittel würde enorm steigen.

ERSCHRECKEND HOHE VERLUSTE

Allein in Deutschland gibt es mehr als 33.300 bekannte Insektenarten, etwa Bienen, Käfer, Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken, Ameisen und Fliegen. Vor knapp drei Jahren zeigte erstmals eine Studie, wie bedroht sie sind. In ihrer Freizeit sammelten Insektenkundler des Entomologischen Vereins Krefeld von 1989 bis 2016 an 60 Standorten in Deutschland Daten zum Bestand. Das erschreckende Ergebnis der sogenannten Krefelder Studie: Die Biomasse der Fluginsekten nahm innerhalb von 27 Jahren um bis zu 76 Prozent ab. Wissenschaftler, Politiker und Umweltverbände sind seitdem alarmiert.

„Diese Zahlen haben so viel losgetreten“, sagt Wolfgang Weisser, Professor für Terrestrische Ökologie an der Technischen Universität München, im Gespräch mit HÖRZU WISSEN. Der Biologe arbeitete seit 2008 an einer Studie, die den Zusammenhang von Landnutzung und biologischer Vielfalt untersucht. „Als die Krefelder Studie veröffentlicht wurde, kam mir die Idee, dass wir im Rahmen unserer Arbeit auch den Bestand der Insekten kontrollieren könnten“, erklärt Prof. Weisser. So entstand eine der weltweit umfangreichsten Untersuchungen zu diesem Thema, die kürzlich erschienen ist.

Mit Keschern liefen Weissers wissenschaftliche Mitarbeiter über Wiesen in Brandenburg, Thüringen und Baden-Württemberg und fingen Insekten. Etwa 60 bis 70 Individuen pro Netz, die in Alkoholgläser getaucht und später bestimmt wurden. In Wäldern wurden die Tiere in speziellen Fallen gefangen. Insgesamt analysierten die Forscher etwa eine Million Insekten, die zu mehr als 2700 Arten gehörten. Das Ergebnis: In Graslandschaften nahm der Bestand in einem Jahrzehnt um 67 Prozent ab, in Wäldern um etwa 40 Prozent. „Diesen Rückgang haben wir nicht erwartet“, sagt Prof. Weisser. „Das ist erschreckend, passt aber in das Bild, das inzwischen immer mehr Studien nachzeichnen.“

SCHRUMPFENDER LEBENSRAUM

Die meisten Daten zum Insektensterben kommen bisher aus Europa und Nordamerika. Natürlich kann man nicht von zwei Kontinenten Rückschlüsse auf die gesamte Welt ziehen, aber die Wissenschaftsgemeinschaft ist sich dennoch einig: Die Situation ist brisant. Nach vorsichtigen Schätzungen von Experten könnte bereits jede zehnte Spezies vom Aussterben bedroht sein. Bei den Schmetterlingen gehen vor allem die Spezialisten verloren, wie etwa die Tagfalter. Mit ihren langen Rüsseln können sie Blumen mit langen Blütenkelchen bestäuben. Sie reagieren sehr empfindlich und schnell auf Veränderungen in der Umwelt und sind deshalb gute Indikatoren für den Zustand und die Vielfalt einer Landschaft. Und weil sie zudem recht leicht zu bestimmen sind, gelten sie quasi als eine Art Frühwarnsystem.

SCHIMMERND Der Goldglänzende Laufkäfer bekämpft Schädlinge und dient als Nahrung, etwa für Fledermäuse


ANSPRUCHSLOS Soldatenfliegen findet man fast weltweit. Ihre Larven werden in Aquakulturen verfüttert


Es gibt viele Faktoren, die für das Verschwinden von Insekten verantwortlich sind. Schuld ist nicht allein der Klimawandel. Der hat zwar Einfluss auf die Vegetation, schiebt etwa die Blütezeiten im Kalender nach vorn. Außerdem vermehren sich Schadinsekten schneller in Wärme, und hitzegestresste Pflanzen sind anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Aber Wissenschaftler sind sicher: Die Erderwärmung erklärt das Artensterben nur zum Teil. Die Hauptursachen sind fehlende Nahrung, mangelnder Lebensraum und dazu noch Gift, das in die Umwelt gelangt.

Man muss Mitteleuropa nur einmal aus der Luft betrachten, um zu verstehen, wie es dazu kommt: Immer neue Wohngebiete entstehen, Parkplätze und Straßen versiegeln den Boden, wilde Natur muss Ackerflächen weichen. Blumenreiche Wiesen werden umgepflügt und durch Monokulturen ersetzt, vor allem durch Mais. Agrarland macht inzwischen rund die Hälfte der Fläche hierzulande aus. Dadurch verlieren Insekten ihren Lebensraum.

Zudem werden Schädlinge, die die Ernte mindern könnten, mit Chemikalien bekämpft – allerdings meist so ungenau, dass das gesamte Ökosystem darunter leidet. Weltweit ist die Menge der verwendeten Pestizide seit 1950 um das 50-Fache gestiegen. Während der ökologische Anbau weitgehend ohne chemische Pflanzenschutzmittel auskommt, werden in der konventionellen Landwirtschaft weltweit pro Jahr etwa vier Millionen Tonnen eingesetzt. Wie bedrohlich das für die Natur ist, zeigt etwa der schrumpfende Bestand von Dungkäfern, die bisher Kuhfladen bevölkert und diese zersetzt haben. Aber bei ihrer nützlichen Arbeit kommen diese schwarz-braunen Panzertierchen immer häufiger ums Leben, denn im Kot von Rindern stecken Pestizide, die aus Kraftfutter stammen – meist Soja aus Südamerika. Das Phänomen nennen Biologen „Betonfladen“.


Ohne Insekten würde es bei uns still werden – und anfangen zu stinken.“


Prof. Wolfgang Weisser Ökologe

DROHENDE ERNTEAUSFÄLLE

Beim Thema Artensterben dürften die meisten zuerst an ausgemergelte Eisbären denken, deren Lebensraum in der nördlichen Polarregion schmilzt, oder an die letzten Nashörner, die in Afrikas Nationalparks vor Wilderern geschützt werden müssen. Tatsächlich aber sterben Arten auch direkt vor unserer Haustür, wie die Zahlen zu den schwindenden Insektenbeständen belegen. Welche Folgen könnte es haben, wenn sich diese Entwicklung nicht stoppen lässt? „Eine Welt ohne Insekten wird es nicht geben. Ich glaube, dass immer einige Arten überleben werden. Aber wenn die Vielfalt stirbt, bricht vieles zusammen“, sagt Prof. Weisser. „Es würde nicht nur still werden, sondern auch anfangen zu stinken. Und Lebensmittel würden knapp werden.“

TAGAKTIV Roesels Beißschrecke ist nach einem Naturforscher des 18. Jahrhunderts benannt


400 Millionen Jahre lang leben Insekten schon auf unserem Planeten

FÜR UNSER ESSEN UNERSETZBAR
Drohender Rückgang der Produktion von 107 pflanzlichen Nahrungsmitteln* beim Wegfall der tierischen Bestäubung, in Prozent

* FÜR DEN MENSCHLICHEN VERZEHR UND AUCH AUF DEM WELTMARKT GEHANDELT QUELLE: INSTEKTENATLAS 2020/IPBES

VIELFLIEGER Marienkäfer schaffen bis zu 91 Flügelschläge pro Sekunde


3000 Schädlinge fressen Marienkäfer in ihrer Larvenzeit

Die Grafik zeigt die Anzahl von Getreideblattläusen pro Halm an Weizenpflanzen einmal mit und ein-mal ohne Marienkäfer


BEISPIEL MARIENKÄFER: INSEKTIZID GESPART

INSEKTENATLAS 2020/TEEBDE

Zum einen entsorgen Insekten tote Biomasse, also Kot und Kadaver. So macht etwa der Totengräber seinem Namen alle Ehre. Ein einziges Männchen kann innerhalb von wenigen Stunden eine tote Maus unter die Erde ziehen. Der Kadaver dient dann den Larven des Käfers als Futtervorrat.

Zum anderen führt das Insektensterben zu Nahrungsknappheit. Etwa in der Vogelwelt, denn für einen Großteil der bei uns heimischen Arten sind sie ein wichtiger Teil des Speiseplans. Das gilt sogar für Körnerfresser, denn sie ziehen ihre Jungen mit Insekten auf. Rund 60 Prozent aller Vogelarten sind auf Käfer, Mücken & Co. angewiesen. Experten zeigen sich besorgt: Allein in Bayern sind bereits rund 50 Prozent aller Feldvögel bedroht.

Auch für den Menschen hätte ein weiterer Rückgang der Populationen schwerwiegende Folgen. Vor einiger Zeit führte das SWR-Wissenschaftsmagazin „odysso“ ein Experiment durch, um zu testen, wie die Apfelernte ohne den Einsatz von Bienen und anderen Bestäubern ausfallen würde. Das Ergebnis: Es gäbe rund 30 Prozent weniger Früchte. Zwar kann grundsätzlich auch der Wind Blüten bestäuben, aber Insekten verrichten diese Aufgabe viel effektiver, und die Äpfel waren außerdem von besserer Qualität. „In vielen Gegenden in China oder Kalifornien muss man bereits Hummelvölker kaufen, um zu bestäuben“, sagt Prof. Weisser. „Ich hoffe nicht, dass wir in Deutschland jemals dahin kommen werden.“

WENIGER MÄHEN, MEHR WILDNIS WAGEN

Die Menschheit sieht sich derzeit einem nie dagewesenen Niedergang der Natur gegenüber, den sie selbst zu verantworten hat. In erster Linie sind Politik und Landwirtschaft gefragt, um diese Entwicklung zu stoppen. Doch auch jeder Einzelne kann und sollte etwas gegen das Insektensterben tun. „Es beginnt mit einem Blick aus dem Fenster, um zu sehen, dass jeder Quadratmeter in Deutschland intensiv genutzt wird“, sagt Prof. Weisser. „Insekten fliegen nicht nach Italien wie die Zugvögel, sie überwintern bei uns an Baumstämmen, unter Laub oder in Blütenköpfen. Wenn es nichts gibt, wo sie Zuflucht finden, dann haben sie keine Chance.“ So sei es in Mode gekommen, Vorgärten mit Steinen zu pflastern, um die Pflege zu erleichtern. Außerdem sei man schnell dabei, Bäume zu fällen. Prof. Weisser: „Jeder kann seinen Beitrag leisten: Weniger Gräser mähen und mehr Pflanzen bewusst stehen lassen – das hilft schon enorm.“


Wie groß der Effekt der Natur ist, beginnen wir erst jetzt zu verstehen.“


Prof. Wolfgang Weisser TU München

Außerhalb des Waldes gibt es nur noch sehr wenig wilde, naturbelassene Flächen, die Insekten dringend als Lebensraum benötigen. „Dabei ist es einfach, den eigenen Garten oder Balkon insektenfreundlich anzulegen“, sagt Katrin Wenz vom BUND. „Kornblumen oder auch Stauden, wie zum Beispiel Lavendel, bieten gute Nahrung. Zudem sind diese Pflanzen auch noch besonders schön anzusehen. Auch Wildkräuter kann man gut bewusst stehen lassen.“ Besonders wichtig sei es, auf Pestizide zu verzichten, so Wenz. In Frankreich ist man schon einen Schritt weiter, dort ist der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln auf öffentlichen Grünflächen und in Privatgärten gesetzlich verboten und nur noch in der Landwirtschaft erlaubt. Eine Vorschrift, die sicher bald auch in Deutschland diskutiert werden wird.

ARBEITSTIER Die Hummel bestäubt bis zu 18 Stunden lang Blüten, manchmal 3800 an einem Tag


HELFER Auch die Larven der Florfliege fressen Schädlinge wie Milben und Blattläuse


Auch der Konsument hat deutlich mehr Einfluss, als ihm bewusst ist. „Wer etwa Produkte von Streuobstwiesen kauft wie Apfel- oder Birnensaft, der unterstützt die Erhaltung der natürlichen Lebensräume“, erklärt Katrin Wenz. „Honig ist ebenfalls ein gutes Beispiel, weil Imker keine Pestizide einsetzen, um ihre Bienen nicht zu gefährden. Das wiederum bedeutet auch einen Schutz für Wildbienen. Wir empfehlen Produkte mit den Siegeln ‚Deutscher Imkerhonig‘, ‚Demeter‘ oder ‚Bioland‘. Sie alle sind ökologisch erzeugt.“

NICHT MEHR ZÖGERN, ENDLICH HANDELN

„Die Politik hat inzwischen begriffen, dass sie handeln muss, verhält sich dabei aber leider noch sehr zögerlich“, sagt Katrin Wenz. Die konventionelle Landwirtschaft steht aber nicht allein am Pranger, betont Prof. Weisser. „Jedem muss bewusst sein: Bei uns geht es so ans Eingemachte, dass man sich schon Sorgen machen muss“, sagt der Ökologe, der zu Beginn seiner umfassenden Insektenstudie vor zehn Jahren noch gelassener auf das Thema blickte. „Der Effekt der Natur geht weit über ihre Schönheit hinaus. Wie groß er wirklich ist, beginnen wir gerade erst zu verstehen.“


FOTOS: S. 38 – 39: SHUTTERSTOCK; S. 40 – 41: SKONIECZNY/GETTY IMAGES, MANCI/SHUTTERSTOCK; S. 42 – 43: PHICHAK/ALAMY, FIEBER/HERDER/DPA PICTURE-ALLIANCE (2); S. 44 – 45: SKONIECZNY/DPA PICTURE-ALLIANCE, RAFAEL/GETTY IMAGES, KITANOVIC/ALAMY, KLETR/SHUTTERSTOCK