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INSELABENTEUER: Krokodile am Strand


Schottland - Das neue Reisejournal - epaper ⋅ Ausgabe 13/2019 vom 31.05.2019

Die kleinen schottischen Inseln haben viel Charme, sind aber kaum bekannt oder nur schwer zu erreichen. Eine neue Inselrundtour soll das ändern, berichtet Schottland-Chefredakteurin Nicola de Paoli.


Artikelbild für den Artikel "INSELABENTEUER: Krokodile am Strand" aus der Ausgabe 13/2019 von Schottland - Das neue Reisejournal. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Schottland - Das neue Reisejournal, Ausgabe 13/2019

Die Insel Rùm aus der Vogelperspektive. ©P&A Macdonald-SNH


Schottische Inseln: Ein Wunderland im Abendrot. ©Sara Winter


Es war die ungewöhnlichste Überfahrt, die ich je unternommen hatte. Wir saßen nicht etwa im gemütlichen Passagierraum einer Fähre, sondern in einem Viehtransporter, mit dem sonst Schafe von den Inseln aufs Festland befördert werden. Unser Ziel war die Insel Rùm. Sie gehört zu den Inneren ...

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... Hebriden an der schottischen Westküste, und es gibt dort ein kleines Dorf und sogar ein Schloss und einen Hafen. Wenigstens eine Anlegestelle. So dachte ich zumindest. Doch ich hatte mich offenbar getäuscht. Als wir näher kamen, war von der Hafenmole nichts zu sehen. Wie sollten wir an Land kommen? „Spring“, sagte mein Begleiter.

Das taten wir – und landeten im nächsten Moment zwischen Tang und Seeschlick. Auf rund geschliffenen Steinen schlitterten wir mit unseren Rucksäcken dem trockenen Uferstreifen entgegen.

Wir waren nicht, wie ich gedacht hatte, im Hafen an der Ostseite der Insel gelandet, sondern an der unbewohnten Westseite. Das Gras schlug kniehoch gegen unsere Beine. Kaum waren wir am Ufer, sortierten wir unsere Ausrüstung, schnallten die Rucksäcke um und waren bereit zum Loswandern. „Als ich das letzte Mal hier war, gab es einen Weg“, sagte mein Begleiter und suchte mit den Augen die umliegenden Hügel ab. Für mich sah die Gegend überall gleich aus: Gras und Felsen und ein paar verkrüppelte Ebereschen. „Wie lange ist das denn her?“, fragte ich daher, Skepsis in der Stimme. „Ungefähr zehn Jahre“, lautete die fröhliche Antwort.

An diesem Tag lernte ich, dass ein Besuch auf einer einsamen Insel an der schottischen Westküste nicht immer die bequemste Art zu Reisen bedeutet. Es gibt keine Souvenirläden und keinen Pub. Manchmal gibt es nicht einmal eine Straße. Doch ich lernte an diesem Tag auch, dass eine Reise zu den schottischen Inseln ein unvergessliches Erlebnis ist.

Die insgesamt 790 schottischen Inseln bilden zusammen genommen ein Wunderland, umspült von türkisfarbenem Wasser und gekrönt von einer weißen Haube aus wirbelnden Seevogelschwärmen. Jede Insel ist anders. So, wie jeder Mensch seine eigene Biografie und seinen eigenen Charakter hat, gilt das auch für die Inseln. Harris und Lewis sind berühmt für ihre weißen Strände. Die kleine Insel Belnahua bei Oban ist von alten Stollen durchzogen. Dort soll es angeblich spuken. Auf den Orkneyinseln liegen die Reste einer 5000 Jahre alten Kultur.

Fundstücke: Muschelsuchen am Strand.


Heidekraut ©Odd Wellies


Der Tante Emma-Laden auf der Insel Rùm. ©John Macpherson-SNH


Eine Initiative will nun dafür sorgen, dass mehr Menschen diese Vielfalt kennenlernen können. Sie soll speziell die kleinen, oft nur schlecht zugänglichen Inseln für den Tourismus öffnen. „Unser Ziel ist es, mehr Reisende auf die Inseln zu locken“, heißt es bei der Transportorganisation Hitrans.

Auf den ersten Blick scheinen die Pläne gar nicht notwendig zu sein. Die Inseln Skye und auch Mull sind schon jetzt Touristenmagnete. Seit eine Brücke vom schottischen Festland zur Insel Skye die Anreise erleichtert, sind die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich nach oben gestiegen. Die felsigen Hänge der Cuillins-Berge gehören zu den atemberaubendsten Berglandschaften Schottlands. Vor allem der Norden von Skye lockt mit bizarren Felsformationen. Mull dagegen liegt südlich von Skye und ist bekannt für seine weißen Strände im Norden der Insel. Die größte Stadt ist Tobermory, beliebt wegen ihrer malerischen Seepromenade, die von bunten Häuserfassaden gesäumt wird.

Kinloch Castle: Traumschloss aus rotem Sandstein. ©Kinloch Castle -Lorne Gill-SNH


Papageientaucher: Sie sind wahre Alleskönner und tauchen, schwimmen und fliegen. ©ianpreston


Auch auf anderen Inseln gibt es viel zu entdecken. Arran beispielsweise ist ein „Schottland im Miniaturformat“. Die Insel vereint auf etwas mehr als 400 Quadratkilometern die gesamte schottische Landschaft: Im Norden erheben sich wie in den Highlands hohe Gipfel aus hartem Granit, im Süden der Insel liegen die fruchtbaren Böden, die man aus den Lowlands kennt. Auf der Insel Barra dagegen ist der Sand am Strand so hart wie Beton. Sogar Flugzeuge können darauf landen. Der Flugplan für die Strandlandebahn von Barra richtet sich nach den Gezeiten.

Unser Reiseziel Rùm gehört neben Canna, Eigg und der Insel Muck zu der Inselgruppe der „Small Isles“. Diese Inselgruppe liegt südlich von Skye. Die schwarz-weißen Fähren der Transportgesellschaft CalMac machen mehrmals in der Woche auf den „Small Isles“ fest.

Vom Wasser aus sind die beiden Gipfel von Rùm, Ashkival und Hallival, zu sehen. Vor knapp 60 Millionen Jahren gehörten sie zu einem Supervulkan, der Ashkival und Hallival um ein Vielfaches überragte. Als dieser Vulkan ausbrach, stürzte er in sich zusammen. Die dramatische Silhouette der Insel mit den beiden Gipfeln ist alles, was von dem feuerspeienden Riesen übrig geblieben ist.

Doch es gibt mehr zu sehen als die Reste alter Vulkane. Rùm ist nämlich genau genommen eine der ungewöhnlichsten Inseln an der Westküste; ein Gestade, auf dem Traumschlösser ein solides Fundament aus rotem Sandstein erhalten. Ein Ort, an dem Hirngespinste Gestalt annehmen und in Form von Krokodilen über den Strand marschieren und sich als exotische, bunte Vögel unter die Möwen mischen.

Im 19. Jahrhundert tauchte auf der kleinen schottischen Insel der englische Industriemagnat George Bullough auf, der in Rùm die Erfüllung seiner Träume sah. Er baute sich ein Schloss mit den edelsten und teuersten Materialien seiner Zeit und nannte es Kinloch Castle. Ein mechanisches Orchester klimperte die neuesten Operetten aus Wien. Bullough ließ Gehege für exotische Tiere und Volieren für seine Kolibris aufstellen. Seine englischen Bauarbeiter, die aus Lancashire kamen, erhielten von Bullough eine Sonderzulage, wenn sie während der Arbeit Schottenröcke trugen.

Opulente Innenausstattung: Der Flügel in Kinloch Castle. ©Lorne Gill SNH


Einige Zeit später verlor die Bullough-Familie das Interesse an Kinloch Castle. Sie ließ alles stehen und liegen und kam eines Tages einfach nicht mehr wieder. Damals wie heute konnten die Leute vor Ort wenig mit dem gewaltigen Bau anfangen. Die bunten Vögel verließen die Volieren und verschwanden am Horizont. Und zurück blieb die Frage, was die 22 Einwohner der Insel Rùm mit dem Schloss anfangen sollten.

Man könnte die Frage auch allgemeiner formulieren: Wie können die kleinen schottischen Inseln aus ihrer Vergangenheit eine Zukunffentwickeln? Was muss geschehen, damit die Menschen auf den Hebriden auch in Zukun. Arbeit finden und eine Infrastruktur, die es ihnen ermöglicht, dauerhaft auf den Inseln zu leben? Darauf müssen die Menschen auf den Inseln an der Westküste die für sie passende Antwort finden. Im vergangenen Sommer wurde beispielsweise die Insel Ulva bei Mull für 4,7 Millionen Pfund an die lokale Bevölkerung verkauft. Weitere Investitionen müssen nun folgen, soll das Projekt ein Erfolg werden. Auch die Zukunftsfähigkeit von Rùm will hart erarbeitet sein.

Kinloch Castle ist dabei Fluch und Segen zugleich. Bis zum Jahr 2013 war im Schloss eine Art Jugendherberge für Selbstversorger untergebracht. Die Gäste schliefen mitunter nicht in Doppelstockbetten und einfachen Unterkünften, sondern unter seidenen Baldachinen. Doch jetzt soll ein neues Nutzungskonzept her.

So gesehen kommen die Pläne zur Förderung der kleinen Inseln gerade zur rechten Zeit. Eine Idee besteht darin, den Tourismus anzukurbeln und dafür einen Inselpass auszugeben, den sich Besucher beim Besuch eines Eilands abstempeln lassen können. Die Robert Gordon-Universität in Aberdeen hat bereits zugesagt, historische Fakten für das Projekt zusammenzustellen und anschaulich für Gäste aufzubereiten. Wenn alles gut läuft, könnte der Inselpass schon ab dem kommenden Jahr 2020 angeboten werden. Kritiker bemängeln allerdings, die Infrastruktur auf den schottischen Inseln sei vielfach auf einen Besucheransturm nicht ausgerichtet.

Geformt von der Eiszeit: Die Gipfel der Insel Rùm.


Doch es gibt Beispiele, an denen sich die Initiatoren orientieren können. An der irischen Küste verläuft die Route „Wild Atlantic Way“ auf einer Länge von 2500 Kilometern. Damit ist der „Wild Atlantic Way“ die weltweit längste für den Tourismus ausgewiesene Küstenstrecke. Sie sieht schätzungsweise 1,3 Millionen Besucher pro Jahr. So etwas Ähnliches hätten die Schotten auch gerne, denn die schottischen Inseln machen einiges her.

Um Kinloch Castle kümmert sich inzwischen der Förderverein Kinloch Castle Friends Association. Der Verein würde das Herrenhaus der Bullough-Familie gerne wieder mit Leben füllen. Doch das ist gar nicht so einfach: Derzeit gibt es auf Rùm ein B&B sowie eine einfache Unterkunft mit 20 Doppelstockbetten. Kinloch Castle hat lediglich eingeschränkte Öffnungszeiten, wird aber für geführte Besuchertouren geöffnet.

Vielleicht ließe sich dieser Ort wieder zum Leben erwecken, würden mehr Gäste den Weg nach Rùm finden, sagt Catherine Duckworth vom Förderverein. Duckworth war im vergangenen Jahr auf Rùm. Sie hat in einem der Doppelstockbetten geschlafen und dabei vielleicht von Himmelbetten mit seidenen Baldachinen geträumt.

Der Verein hat einen viele Seiten umfassenden Businessplan vorgestellt. Die Aufgabe ist immens. Auf dem Dach allein gibt es zwanzig Schornsteine, die ausgebessert werden müssen. Die Restaurierung des Castles würde rund 7,8 Millionen Pfund kosten. Trotzdem geben sich die Freunde von Kinloch Castle optimistisch: „In anderen Teilen Schottlands ist es gelungen, alte Schlösser zu retten und auf diese Weise die lokale Bevölkerung zu unterstützen“, heißt es im Businessplan.

Strand an der Westküste.©sthildaseaadventures.co.uk


Von der Fähre aus sieht man oft Wale. ©sthildaseaadventures.co.uk


Orcas in britischen Gewässern. ©sthildaseaadventures.co.uk


Auf der Insel Harris auf den Äußeren Hebriden steht Amhuinnsuidhe Castle, wo die Besucher sich für die Dauer ihres Aufenthaltes wie ein „Laird“, ein schottischer Schlossherr, fühlen können. Auf der Insel Islay sei das Machrie Hotel mit 47 Zimmern entstanden und trage zur wirtschaftlichen Entwicklung der Insel bei.

Derlei Projekte bieten Besuchern die Chance, Schottland noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen. Davon sind nicht nur die Mitglieder des Kinloch Castle-Fördervereins auf Rùm überzeugt, sondern auch viele Menschen auf der Nachbarinsel Skye. Sie haben sich in diesem Jahr zum Projekt „Skye Time“ zusammengefunden.

Skye wird wie keine andere Insel jedes Jahr vom Tourismus überrollt. Doch statt nur die bekannten touristischen Sehenswürdigkeiten abzuhaken, sollten sich die Besucher mehr Zeit nehmen, lautet die Anregung der „Skye Time“-Initiative: „Wir sind die Insel Skye und nicht London, New York oder Amsterdam“, heißt es auf der Website. „Legt Eure Terminplaner und Eure Reiserouten beiseite und holt mal tief Luft.“

Unterstützt wird die Initiative unter anderem von der Stiftung Clan Donald Lands Trust, die das Schloss Armadale Castle betreibt. Armadale war einst der Clansitz der Macdonalds. Es ist von März bis November für Besucher geöffnet. „Unser neues Café, das Familienprogramm und die Musikevents waren sehr erfolgreich. Daran knüpfen wir an“, sagt Sue Geale von Armadale Castle. Das Schloss liegt im Süden von Skye; die Gegend ist für ihren spektakulären Blick aufs Meer bekannt.

Arran an der Westküste: Die Insel ist bei Wanderern sehr beliebt. ©Yvonne Stewart


Wie wäre es, wenn man sich einfach einen Nachmittag Zeit nähme, um aufs Wasser zu gucken und nach Papageientauchern und Tümmlern Ausschau zu halten und mit nackten Füßen im Gras zu sitzen? So ungefähr könnte nach den Vorstellungen der „Skye Time“-Initiatoren ein idealer Urlaubstag auf Skye aussehen.

Unsere Wanderung auf dem Nachbareiland Rùm kam dieser Art von entschleunigtem Urlaub sehr nahe: Wir hatten uns inzwischen ein gutes Stück vorangekämpft. Ein schmaler Schafpfad führte um die Insel herum. Unter uns lag das Meer. Ein leichter Wind kräuselte die Wellen des Atlantiks, auf denen ein einziges Segelboot seine Bahn zog.

Der Autor Adam Nicolson schreibt in seinem Buch „Searoom“, dass es in der gälischen Sprache an der Westküste keinen Ausdruck für „auf den Inseln“ gebe; im Gälischen sage man „in den Inseln“. Das hört sich an, als tauche man förmlich in die Inselwelt ein. Es klingt, als rückten alle scheinbar wichtigen Dinge des Alltags in den Hintergrund, bis nur noch der Wellenschlag und das Geschrei der Möwen zu hören sind.

Im Schatten des Ashkivals begegnete uns schließlich der erste Wanderer an diesem Tag. Der Anblick des Zeltes in dieser Einsamkeit traf uns wie ein leichter Schlag. Unser Wanderfreund saß vor seinem Zelt in der Sonne, las ein Buch und lud uns zu einer Tasse Tee ein. Er komme aus England, erzählte er uns, und nutze die Einsamkeit der Insel für eine kurze Auszeit vom hektischen Unialltag. Wir blieben eine Weile, saßen um den dampfenden Teekessel herum und schauten zu, wie sich mit dem Lauf der Sonne der Schattenwurf des Ashkivals auf den grünen Hängen veränderte.

Als wir uns wieder auf den Weg gemacht hatten, tauchte schließlich Kinloch Castle vor uns auf. Wir gingen an den ehemaligen Gewächshäusern für Pfirsiche und Weintrauben vorbei, an den leeren Käfigen für die Alligatoren und an den verwaisten Tennis-Plätzen. Der rote Sandstein der Außenfassade wirkte eher schmucklos und nüchtern. Doch durch die Fensterscheiben sahen wir Stuck und Gold. Das musste der Ballsaal sein.

Die Transportbehörde Hitrans hat inzwischen einen Konsulationsprozess eingeleitet und sucht weitere Partner für den Inselpass. Die Förderer von der Kinloch Castle Friends Association starteten Anfang des Jahres 2019 eine Crowdfunding-Kampagne über 10.000 Pfund, um Verwaltungsgebühren und dringend notwendige Reparaturen bezahlen zu können. Kinloch Castle soll auch in diesem Jahr für Besuchertouren geöffnet sein, sagt Catherine Duckworth. Es bleibe das Ziel, in der Zukunft auch bald wieder Übernachtungen anzubieten. Vielleicht wird irgendwann auch einmal wieder Tanzmusik im Ballsaal von Kinloch Castle zu hören sein.

Inselabenteurer: Der wahre Robinson Crusoe war ein Schotte

Der Roman „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe ist in die Weltliteratur eingegangen. Die Erzählung beruht auf einer wahren Geschichte. Der wahre Robinson Crusoe hieß Alexander Selkirk. Er wurde 1676 in Fife an der schottischen Ostküste geboren. Ab 1703 fuhr Selkirk zur See. Als sein Kapitän auf See starb, übernahm ein neuer Kapitän, mit dem sich Selkirk schnell überwarf. Er entschied sich daher, auf einer Insel vor der chilenischen Küste von Bord zu gehen. Vermutlich ging er davon aus, dass bald ein anderes englisches Schiff kommen und ihn aufsammeln würde. Tatsächlich musste Selkirk mehr als vier Jahre auf der Insel ausharren. Er ernährte sich von Fisch, Rüben und Ziegenfleisch. Nach den Berichten des Kapitäns, der Selkirk 1709 an Bord nahm, war Selkirk in Ziegenleder gekleidet und fand es schwierig, Sätze zu bilden. Er hatte die Zeit auf der einsamen Insel aber ansonsten gut überstanden. Die Berichte über Selkirk inspirierten Daniel Defoe zu seinem Roman, der 1719 veröffentlicht wurde.

Was Sie wissen sollten

©Odd Wellies

Rum oder Rhum - über die Schreibweise des Inselnamens herrscht Uneinigkeit. Vermutlich fühlte sich die Bullough-Familie bei dem ursprünglichen Namen zu sehr an alkoholische Getränke erinnert. So änderte sie den Namen der Insel kurzerhand ab und fügte ihm das „H“ für Rhum hinzu. Das stellte die Abstinenzler in der Familie zufrieden und sah auch irgendwie gälischer und damit interessanter aus.

Die Hitrans-Behörde kalkuliert mit rund 80 Inseln, die für den Inselpass in Betracht kommen. Darunter ist Arran mit rund 5000 Einwohnern, Skye mit etwas über 9000 Einwohnern sowie die Insel Oronsay mit zuletzt fünf Bewohnern. Rùm hat nach jüngsten Angaben 22 Einwohner.Entschleunigen auf Skye: Informationen für den Inselurlaub sind auf der Websitewww.skye-time.com erhältlich. Zahlreiche lokale Unternehmen und Touranbieter sind an der Skye Time-Initiative beteiligt, darunter Armadale Castle.www.armadalecastle.com

Touranbieter: Der Reiseveranstalter Rob Roy Tours hat geführte Wandertouren nach Skye, Mull und Iona im Programmwww.robroytours.com . Der Touranbieter St. Hilda Sea Adventures läuft die Inneren und Äußeren Hebriden an. Im Programm sind Mehrtagestouren u.a. nach Skye, St. Kilda, Mull, Staffa und Islay.
www.sthildaseaadventures.co.uk