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INSELN, STRÄNDE, SCHRÄGE EINFÄLLE


Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 12.08.2021

Artikelbild für den Artikel "INSELN, STRÄNDE, SCHRÄGE EINFÄLLE" aus der Ausgabe 9/2021 von Auto Bild reisemobil. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Auto Bild reisemobil, Ausgabe 9/2021

Urlauber lieben Ostfriesland. Allein die Inseln von Borkum (Ziele 1 bis 3) bis Wangerooge (Ziel 24) zählten 2020 knapp vier Millionen Gästeüber- nachtungen

SWEIGSAM SIND SIE, die Ostfriesen. Dabei aber herzlich und gastfreundlich. Manchmal auch etwas verhaltensauffällig: Aus dem Teetrinken haben sie eine Wissenschaft gemacht, sie züchten seltene Tiere und bieten Hafenrundfahrten zu Fuß an. Einer von ihnen, der Komiker Otto, hat gar ein keilförmiges Seifenstück erfunden. Zu sehen im Emder Otto Huus. Ziemlich schräg, fast so schräg wie der Kirchturm von Suurhusen. Für all das lieben Urlauber ihr Ostfriesland. Und natürlich für die Strände, die Inseln und den Horizont.

1. BORKUM

Wattführung mit Musik Rauschebart, Kapitänsmütze, Schifferklavier vorm Bauch: Albertus Akkermann ist der Prototyp eines Norddeutschen, ein Borkumer Original. Im Sommer führt er Urlauber zwei- bis dreimal im Monat ins Borkumer Watt und erklärt ihnen, was da unter ihren nackten Füßen so alles kriecht, krabbelt und buddelt. Das Besondere an den etwa zweieinhalbstündigen ...

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Wattführung mit Musik Rauschebart, Kapitänsmütze, Schifferklavier vorm Bauch: Albertus Akkermann ist der Prototyp eines Norddeutschen, ein Borkumer Original. Im Sommer führt er Urlauber zwei- bis dreimal im Monat ins Borkumer Watt und erklärt ihnen, was da unter ihren nackten Füßen so alles kriecht, krabbelt und buddelt. Das Besondere an den etwa zweieinhalbstündigen Spaziergängen: Akkermann hat sein geliebtes Akkordeon dabei und untermalt die Tour mit Musik. Im Grunde liefert der zertifizierte Wattführer ein ganzes Konzert mit traditionellen Liedern von der Küste auf dem Grund der Nordsee ab. Abends steht Akkermann mit seiner Band Triangel auf Borkumer Bühnen. Der Mann ist der personifizierte Norden, seine Wattführungen sind inzwischen Kult. Mitsingen ist erlaubt, auf Wunsch souffliert Akkermann die für Nicht-Nordlichter nicht immer ganz einfachen Liedtexte.

Infos: Kleinbahn und Dampfschiffahrtgesellschaft, Am Georg-Schütte-Platz 8, 26757 Borkum, Tel. 0 49 22-30 90, www.borkumer-kleinbahn.de, „Wattwandern“ und „Watt’n Konzert“ anklicken, Preise: 16,50 Euro (ab 12 J.), 11,50 Euro (Kinder von 6-11 J.)

2. BORKUM

Floating

Es kann schon sein, dass Fliegen schöner ist. Aber Floating, das Schweben in sehr salzhaltigem Wasser, ist mit Sicherheit viel entspannender. Das Körpergewicht spielt beim Floating keine Rolle: Ob etwas füllig oder schlank, das Salz sorgt für Auftrieb, hält jeden Körper über Wasser und versetzt Floater in einen unvergleichlichen Schwebezustand. Gelenke und Muskeln werden komplett entlastet, der Körper fühlt sich federleicht an. Fans vergleichen das Floating mit der Schwerelosigkeit im All, ohne je die Erde verlassen zu haben. Es mag übertrieben klingen, doch mittlerweile prüfen sogar schon Orthopäden, Sport- und Schmerzmediziner sowie Dermatologen, ob Floating manchen ihrer Patienten helfen kann. In jedem Fall wirkt das Treibenlassen physisch und mental höchst wohltuend. Für einen Versuch steht im Borkumer Gezeitenland ein Floating-Tank mit 27-prozentiger Sole bereit. Einfach hineinlegen – und vom warmen Wasser tragen lassen. Hier liegt es sich viel erholsamer und fauler als im bequemsten Alkoven.

Gezeitenland, Goethestraße 27, 26757 Borkum, Tel. Wellnessbereich: 0 49 22-93 36 50, www.borkum.de/gezeiten land/bad, Öffnungszeiten Wellnessbereich: Mo. bis Fr. 8-18 Uhr, Preise siehe Internet

3. BORKUM

Malschule

Auf den Ostfriesischen Inseln ist der Sonnenuntergang viel schöner als auf dem Festland. Da sind sich Insulaner und überzeugte Inseltouristen sicher. Wer davon träumt, diesen romantischsten Moment des Tages nicht nur zu fotografieren, sondern auf Leinwand festzuhalten, ist im Atelier am Meer der Künstlerin Nicole Wenning genau richtig. Sie erklärt Kindern und Erwachsenen verschiedene Maltechniken wie Aquarell- oder Acrylmalerei. Dazu zählen natürlich viele praktische Übungen, aber auch eine Einweisung in ganz grundlegende Dinge des Malens. Die Kurse für Erwachsene laufen immer wochenweise an vier Tagen über jeweils zwei Stunden. Am Ende der Malwoche nimmt jeder seine im Kurs geschaffenen Werke mit nach Hause. Vielleicht ist ja etwas Brauchbares fürs Wohnzimmer oder wenigstens für die nackte Wand im Flur dabei …

Jann-Berghaus-Straße 1, 26757 Borkum, Tel. 0 15 22-9 52 63 11, www.atelier-ammeer.de, Preise auf Anfrage

4. PAPENBURG

Meyer-Werft-Führung

Die traditionsreiche Werft hat vergangenes Jahr ihr 225-jähriges Bestehen gefeiert und ist in siebter Generation in Besitz der Familie Meyer. Bekannt geworden ist die Werft vor allem durch den Bau großer Kreuzfahrtschiffe, die nach dem Stapellauf in Papenburg kilometerweit emsabwärts in die Nordsee geschleppt werden müssen. Dann wird der schmale Fluss zur Bühne und das Ufer zu einer langen Tribüne für Tausende Schaulustige. Wer sich einen Ozeanriesen schon vor dem nächsten Stapellauf ansehen möchte, kann das direkt in der Werft tun. Sie ist nach Anmeldung zu besichtigen. Die Touren dauern rund zwei Stunden und führen bis zur Herzkammer der Werft: das Dock, in dem die Kreuzfahrtriesen zusammengeschweißt werden. Kaum zu glauben, dass diese stählernen Hochhäuser tatsächlich schwimmen können. Ein Werftmitarbeiter erklärt Besuchern, warum das funktioniert und wie die großen Schiffe geplant und gebaut werden. Ein faszinierender Abstecher ins direkt an Ostfriesland angrenzende Emsland.

Infos: Papenburg Marketing, Ölmühlenweg, 26871 Papenburg, Tel. 0 49 61-8 39 60, www.besucherzentrum-meyerwerft.de, Preise: 12 Euro (Erw.), 6 Euro (Kinder), 2 Euro (Kleinkinder bis 4 J.)

5. LEER

Leeraner Miniaturland

An Nebel- oder Regentagen ist vom schönen platten Ostfriesland und der See nicht viel zu sehen. Im Leeraner Miniaturland, Ostfrieslands Antwort auf das Miniatur-Wunderland in der Hamburger Speicherstadt, ist dagegen der Blick auf die Schönheit des deutschen Nordwestens nie getrübt. Die Macher des Miniaturlands haben die Sehenswürdigkeiten der Region in einer mehr als 1500 Quadratmeter großen Halle im Maßstab 1:87 nachgebaut und lassen Züge, Autos und natürlich Schiffe durch Mini-Ostfriesland fahren. Zum Beispiel das Kreuzfahrtschiff „AidaSol“. Im Miniaturland wird sie gerade von der Meyer-Werft in Papenburg (Ziel 4) durch die Ems in die Nordsee geschleppt. Tatsächlich lief das Schiff 2011 vom Stapel. Insgesamt haben die Leeraner 130 steuerbare Szenarien gebaut, darunter ist auch ein außerfriesisches Extra: der Berliner Flughafen BER, der im vergangenen Jahr nach 14 Jahren Bauzeit eröffnet wurde. In Leer war er nach sechs Monaten fertig …

Konrad-Zuse-Straße 1, 26789 Leer, Tel. 04 91-4 54 15 40, www.leeranerminiaturland.de, Öffnungszeiten: Di. bis So. 10-17 Uhr, Preise: 15 Euro (Erw.), 11 Euro (ermäßigt), 8 Euro (Jugendliche von 6-14 J.), ab 34 Euro (Familien)

6. EMDEN

Dat Otto Huus

Die Emder sind mächtig stolz auf Otto Gerhard Waalkes ( geboren am 22. Juli 1948), den Komiker, Musiker, Schauspieler und Sohn der Stadt. Seit gut 30 Jahren gibt es mit dem Otto Huus sogar ein Museum, das dem Erfinder von Ottifanten und Keili huldigt, dem keilförmig-schlanken Seifenstück, das in jede noch so schmale Achselhöhle passt. Das Museum ist gespickt mit Preziosen der rund 50 Jahre währenden Karriere Ottos. Darunter ist natürlich sein gerüsseltes Wappentier, aber auch viele kuriose Exponate wie Ottos angebliche erste Bartstoppeln, die nur unter der Lupe zu erkennen sind. Gleich daneben klebt des Komikers erstes Kaugummi. In einem Minikino laufen seine Sketche in Endlosschleife. Auch im Emder Stadtbild hat Otto Spuren hinterlassen. Besonders auffällig: die Otto-Ampel. Das grüne Männchen an einer Fußgängerampel nahe dem Rathaus zeigt den Künstler in typischer Hüpfpose. Die Emder haben Humor. Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung sogar leuchtende Ottifanten für Fußgängerampeln vorgesehen, doch dieses Ansinnen scheiterte an der Straßenverkehrsordnung. Manchmal steht Otto übrigens persönlich hinterm Tresen im Otto Huus und verkauft Eintrittskar- ten, während er mit Besuchern ottoesk herumblödelt.

Große Str. 1, 26721 Emden, Tel. 0 49 21-2 21 21, www.datottohuus.de, Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 9.30-18 Uhr, Sa. bis 14 Uhr, an Sonn- und Feier tagen 10-16 Uhr (bis 31. Oktober), Preise: 4 Euro (Erw.), 2 Euro (Kinder)

7. EMDEN

VW-Werkführung

Seit 1964 produziert Volkswagen Autos im Werk Emden, erst den Käfer, später den Passat. Künftig sollen in Ostfriesland nur noch E-Autos gebaut werden. Dafür stellt VW die Produktion für rund eine Milliarde Euro um, der Passat muss ins slowakische Bratislava umziehen. Für die Region haben das Werk mit seinen 8000 Beschäftigten und die Umstellung auf die zukunftsweisende E-Mobilität herausragende Bedeutung. Schon wegen der neuen Antriebstechnologie zählt Emden für Besucher zu den derzeit spannendsten VW-Standorten. Denn der Wechsel auf Stromer bedeutet gravierende Veränderungen in der Autoproduktion. Leider hat VW die Werkführungen wegen der Pandemie gestoppt. Sobald sich dies ändert, sollten Urlauber unbedingt die Chance nutzen und einen Blick in die Verkehrswelt von morgen werfen und sich die Produktion von E-Autos ansehen. Regelmäßig die VW-Website auf Besichtigungen checken!

Niedersachsenstraße 1, 26723 Emden, Infos zu Führungen unter www.volkswagen.de, „Marke und Erlebnis“, „Volkswagen entdecken“ und „Werkbesichtigung“ anklicken

8. SUURHUSEN

Schiefer Turm

Vergessen Sie Pisas Schiefen Turm! Der Suurhusener Kirchturm ist schiefer. Viel schiefer. Er ist exakt 27,37 Meter hoch, und sein Dachfirst ragt 2,47 Meter über das Fundament hinaus. Das entspricht 5,19 Grad Neigung. Der berühmte Schiefe Turm von Pisa bringt es nur auf kümmerliche 3,97. Damit ist Suurhusens Turm laut Guinnessbuch das schrägste, nicht absichtlich schief gebaute Gebäude der Welt. Der spätgotische Turm würde heute vermutlich nicht mehr stehen, wenn seine Nordwand nicht neu aufgemauert und gesichert worden wäre. Dennoch hat es was von einer Mutprobe, sich unter den Turm zu stellen. Immerhin wird hier bei Regen niemand nass. Es sei denn, es ist windig, was in Ostfriesland häufiger vorkommen soll. Der Wind ist übrigens nicht schuld am schiefen Turm. Der Backsteinkoloss ist schlicht zu schwer für den weichen Boden. Wie lange geht das noch gut mit dem Kirchturm? Noch Hunderte Jahre, glauben die Ostfriesen. Hoffen wir mal, dass der Turm so standhaft ist wie der Glaube der Suurhusener.

Am Schiefen Turm 39, 26759 Hinte, Tel. für Führungen (April bis Oktober): 0 49 25-18 95, https://suurhusenmarienwehr.reformiert.de

9. KRUMMHÖRN-GROOTHUSEN

Burgcafé

Das Auge isst mit. Das gilt ganz besonders für das Burgcafé Osterburg Schatthaus, einen alten ostfriesischen Häuptlingssitz in der Krummhörn. Im Café serviert das Personal neben ostfriesischen Spezialitäten wie Krabbensuppe Greetsieler Art mit Granat und Schwarzbrot (7,80 Euro) oder Ostfriesen-Bruschetta (10,50 Euro) italienische Gerichte und natürlich Torten und Kuchen in zig Variationen. Bei schönem Wetter locken die Gartenplätze mit Blick auf die 530 Jahre alte Wasserburg und den herrlichen Park. Die Burg ist bis auf einen privaten Bereich zu besichtigen. Beim Rundgang erfahren Gäste viel über die Zeit der Häuptlinge in Ostfriesland im Allgemeinen und die Häuptlingsfamilie Beninga im Besonderen. Auf sie geht der Burgbau in Krummhörn zurück. Ihre Nachfahren leben noch heute hier. Die Burg bietet sicher eine der schönsten Einkehrmöglichkeiten in ganz Ostfriesland.

An der Osterburg 3, 26736 Krummhörn, www.osterburg-groothusen.de, Öffnungszeiten: tägl. geöffnet im Sommer, übrige Zeit eingeschränkte Öffnungszeiten

10. GREETSIEL

Kutterhafen mit Eiffelturm

Deutschlands größte Krabbenkutterflotte liegt im malerischen Hafen von Greetsiel. 27 Krabbenfänger starten von hier aus ab Juli zu Fangfahrten in die Nordsee. Wenn sie in ihren 600 Jahre alten Heimathafen zurückkehren, orientieren sie sich am ostfriesischen Eiffelturm, dem mit gut 63 Metern höchsten Leuchtfeuer Deutschlands. Mit sehr viel Fantasie oder zu viel Küstennebel im Blut erinnert er an das Pariser Wahrzeichen. Aber wir wollen die Greetsieler hier nicht ihrer Illusionen berauben. Der Hafen und das zum Meer führende Siel sind tatsächlich einzigartig und von typisch friesischen Giebelhäusern umsäumt, die die „Motivklingel“ jeder Kamera in Alarmmodus versetzen. Das gilt genauso für die Greet- sieler Zwillingsmühlen am Ortseingang. In der grünen Mühle ist eine Teestube untergebracht, in der roten residiert ein Laden, in dem es vollwertige Lebensmittel und Mühlenbrot gibt. Krabben kaufen Urlauber am besten frühmorgens direkt vom Kutter, doch vor dem Schalentiergenuss steht das mühselige Pulen. Unge übte brauchen gefühlt ein ganzes Krabbenleben, um nur ein Pfund zu entblättern. Zum Glück verkauft Siebrands Fischereibetrieb hüllenlose Tiere zum sofortigen Verzehr.

Tourist-Info Greetsiel, Zur Hauener Hooge 11, 26736 Krummhörn, Tel. 0 49 26-9 18 80, www.greetsiel.de

11. LÜTETSBURG

Schlosspark

Vorbild für die romantische Parkanlage Lütetsburg ist das weltberühmte Gartenreich Dessau-Wörlitz, das seit gut 20 Jahren Unesco-Welterbe ist. So weit hat es der vor 230 Jahren angelegte Lütetsburger Schlosspark noch nicht gebracht. Doch das 30 Hektar große Gelände mit Teichen und Kanälen, den uralten Bäumen, den Hügeln, exotischen Pflanzen und schnurgeraden Sichtachsen ist ganz große Gartenkunst und bestes Kontrastprogramm zur von Wiesen, Watt und Deichen geprägten Landschaft drum herum. Mitten im Grünen stehen mehrere Monumentalbauten, die der Vordenker des Parks, Reichsfreiherr Edzard Mauritz zu Inn- und Knyphausen, nach und nach in die Landschaft einfügen ließ. Darunter ist eine Steinpyramide zur Erinnerung an seine Mutter und seine verstorbene erste Frau, ein Freundschaftstempel und das Carolinendenkmal zu Ehren seiner früh verstorbenen Tochter. Der Mann war vom Pech verfolgt. Spaziergänger können sich wunderbar in den Weiten des Parks verlieren, es findet sich immer eine ruhige Ecke. Perfekt ist ein Plätzchen in Sichtweite des nach einem Brand 1956 rekonstruierten Wasserschlosses. Es ist in privater Hand und leider nicht zu besichtigen. Einkehrtipp: das Schlossparkcafé, in dem es Kuchen, Torten und deftige Lütets-Burger gibt. Bei gutem Wetter auf der Terrasse, bei schlechterem im alten Gewächshaus unter dem grünen Dach knorriger Rebstöcke. Auch das ist Ostfriesland.

Landstraße 55, 26524 Lütetsburg, www.schlosspark-luetetsburg.com, Öffnungszeiten: tägl. 8-21 Uhr (Sommer) bzw. 10-17 Uhr (Winterhalbjahr), Preise: 2 Euro (Erw.), Kinder bis 12 J. frei

12. NORDEN

Ostfriesisches Teemuseum

Es ist kein Klischee, dass die Ostfriesen viel Tee trinken. Sehr viel Tee. Im Schnitt schlürft jeder von ihnen unglaubliche 300 Liter pro Jahr, das ist weltweit einsame Spitze. Da kommen selbst die bekanntermaßen sehr teeaffinen Türken mit rund 280 Litern pro Kopf nicht mit, schon gar nicht die Briten (200 Liter). Für die Ostfriesen ist Tee nicht nur ein Getränk, sondern eine Weltanschauung. Das wird Besuchern des Teemuseums sehr schnell klar. Ein Schwerpunkt der Dauerausstellung liegt auf der ostfriesischen Teekultur und den für den Genuss wichtigen Utensilien: typisch ostfriesisches Porzellan, Zangen für die Kluntje, der Rahmlöpel für die Sahne, dazu Kannen und Stövchen. Die Sammlung ist riesig. Wer möchte, kann im Museum an einer klassischen Teezeremonie teilnehmen und lernen, wie die Ostfriesen das goldbraune Aufgussgetränk traditionell genießen. Bei der Gelegenheit erfahren Besucher auch gleich, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es zu anderen Teetrinkernationen wie China, Japan, England oder Russland gibt. Besonderheit in Ostfriesland: Vor dem Genuss der ersten Tasse sagen sie: „Prost, Tee!“ Auch ohne Alkohol. Am Markt 36, 26506 Norden, Tel. 0 49 31-1 21 00, www.teemuseum.de, Öffnungszeiten: tägl. 10-17 Uhr, Preise: 6 Euro (Erw.), 4 Euro (ermäßigt), 2 Euro (Kinder), 12 Euro (Familien)

13. NORDDEICH

Waloseum

Urlauber mit Ostfriesland-Erfahrung kennen Norddeich wegen der Fähren, die von hier aus nach Norderney übersetzen. Und natürlich wegen des Friesenklassikers, der Seehundstation. Die ist unbedingt einen Besuch wert. Bei Redaktionsschluss wurden hier gerade mehr als 60 junge Seehunde mit viel Liebe und noch mehr Fisch aufgepäppelt. Bringen die Heuler 25 Kilo auf die Waage, werden sie in die Nordsee entlassen. Ebenso sehenswert wie die Station ist das angeschlossene, rund fünf Kilometer entfernte Waloseum, in dem Besucher von einem 15 Meter langen Pottwal empfangen werden. Genau genommen von seinem Skelett. Der Bulle ist 2003 vor Norderney gestrandet und verendet. In der Ausstellung wird der Weg des Riesen an die deutsche Küste nachgezeichnet, untermalt von sirenenartigen Walgesängen. Im Waloseum befindet sich auch der Quarantänebereich der Seehundstation. Hier werden kranke Tiere ärztlich versorgt und fit für ein Leben im Meer gemacht. Unbedingt einen Krankenbesuch einplanen!

Dörper Weg 24, 26506 Norden, Tel. 0 49 31- 97 33 30, www.seehundstation-norddeich. de, Preise: 10 Euro (Erw.), 6 Euro (Kinder 4-17 J.), 29 Euro (Familien)

14. JUIST

Lütje Teehuus

Das auto- und garantiert jetsetfreie Juist, mit 17 Kilometern längste der Ostfriesischen Inseln, nennt sich stolz schönste Sandbank der Welt. Da ist etwas dran, denn gefühlt besteht das schmale Eiland nur aus Strand und Dünen. Mittendrin liegt das gemütliche Inseldorf mit dem Lütjen Teehuus, einer Juister Institution. Es ist Café und Restaurant in einem. Ein perfekter Ort für eine ostfriesische Teezeremonie mit frischer Waffel am Nachmittag oder für eine herzhafte Mahlzeit. Je nach Wetter sitzen die Gäste auf der sonnigen Terrasse oder in der typisch friesischen Gaststube. Bei richtigem Schietwetter prasselt hier ein wärmendes Kaminfeuer. Wenigstens einmal sollten Juist-Touristen auch die spektakuläre gläserne Kuppelbar auf dem Kurhaus besuchen, am besten an einem schönen Tag zum Sonnenuntergang. Dazu passt natürlich ein Sundowner – der Tagesausflug nach Juist kann kaum besser enden.

Dünenstraße 2, 26571 Juist, Tel. 04935- 8402, www.juist-gastronomie.de/lütje-teehuus/

15. NORDERNEY

Schlickpackung

Schlick, Schlick, hurra! Der mineralhaltige Wattboden fühlt sich nicht nur an den Füßen bei einer Wanderung, sondern am ganzen Körper sehr gut an. Der in der Luisenruh abgebaute und im Badehaus aufbereitete und erwärmte Schlick soll reinigend und entzündungshemmend wirken. In jedem Fall ist die warme Schlick­ Panade herrlich entspannend, das Schlickpersonal spart nur Hände, Füße und Gesicht aus. Während die Packung einwirktt, relaxen die Angeschmierten auf superbequemen Schwebeliegen, bevor sie den Schlick nach etwa 20 Minuten sanft abbrausen. Danach empfiehlt sich eine längere Pause, denn die wohlige Schlickpackung macht erstaunlich müde. Also erst mal ausruhen. Dabei gibt es auf der Insel so vieles zu tun und zu entdecken. Da ist die sensationelle Strandpromenade mit dem nicht weniger sensationellen weiten Sandstrand. Da sind kulinarische Institutionen wie das Restaurant Zur Mühle, das Café Marienhöhe oder die Milchbar am Weststrand. Oder der Leuchtturm im Osten der Insel mit grandiosem Weitblick. An sehr klaren Tagen ist von hier aus im Nordosten sogar Helgoland zu sehen. All das reicht für weit mehr als einen Tagesausflug auf die Insel.

Badehaus Norderney, Am Kurplatz 2, 26548 Norderney, Buchungen unter Tel. 0 49 32-89 14 00, www.norderney.de/ badehaus-norderney, Preis: ab 53 Euro

16. NESSMERSIEL

Friesisches Bauch, Beine, Po

Um alle Problemzonen rund um den Bauchnabel und die Regionen darunter zu straffen und zu stählen, brauchen die Ostfriesen kein Laufband und keinen Stepper. Das beste Fitnessstudio ist immer noch die Natur, genauer: das Watt. Jeder, der mal ein paar Stunden über den g l itschig-morastigen Grund der Nordsee gewandert ist, weiß das. Eine der besten Bauch-Beine-Po-Touren führt von Neßmersiel sechs Kilometer durchs Watt nach Baltrum. Für den etwa dreistündigen Spaziergang müssen die Wattwanderer unbedingt körperlich fit sein. Denn in dieser Saison erwartet sie auf einem längeren Abschnitt deutlich mehr Schlick als in den Jahren zuvor. Unterwegs gibt Wattführer Johann Erklärungen zum Weltnaturerbe Watt und zu dessen Bewohnern und warnt vor tückischen Prielen. Sie sind eine große Gefahr für unerfahrene Wattwanderer, die sich allein auf den Weg ins trockengefallene Meer machen. Wer nach dem Marsch mit Johann schwere Beine hat, muss sich keine Gedanken um den Rückweg machen. Zurück aufs Festland geht es wegen der einsetzenden Flut bequem per Fähre.

Wattführer Johann Behrends, Tel. 0 49 44- 91 38 75, www.wattwandern-johann.de, Preise: 15 Euro (Erw.), 10 Euro (Kinder 8-14 J.), Fährfahrt Baltrum-Neßmersiel: 17,50 Euro (Erw.), 10 Euro (Kinder bis 14 J.)

17. BALTRUM

Gezeitenpfad

Warum kommt und geht das Wasser? Was ist eine Springflut? Diese Kinderfragen nach der Ursache für die Gezeiten können nur wenige Erwachsene wirklich verständlich für den Nachwuchs beantworten. Nachhilfe bietet der an Niedersachsens Nordseeküste einmalige Gezeitenpfad auf Baltrum. Der sieben Kilometer lange Rundgang führt durch die Dünen, die Brandungszone, Vogelschutzgebiete und an den Hellerwiesen entlang. Unterwegs stehen Infotafeln und Aktivmodule, an denen nicht nur Kinder spielerisch erfahren, wie genau der Mond für Ebbe und Flut sorgt und warum die Gezeiten für Tiere und Pflanzen im und am Wattenmeer so wichtig sind. Einmal abgesehen von den verständlichen Erklärungen ist der Gezeitenpfad vor allem eines: ein toller Küstenwanderweg, auf dem Inselbesucher Baltrums schönste Seiten kennenlernen.

Tourist-Info, Rathaus, Westdorf 130, 26579 Baltrum, Tel. 0 49 39–80 28, www.baltrum.de/der-gezeitenpfad/

18. ESENS

Teestunde im Stadt-Schkür

Die gute Teestube von Esens ist nicht nur eine Institution, was den Genuss des ostfriesischen Nationalgetränks angeht, sondern gleichzeitig ein Museum. Hier sind diverse Antiquitäten, landwirtschaftliche Kleingeräte und typisch ostfriesische Hausgegenstände zu sehen. Dazu reicht Betreiberfamilie Maaßen leckerste Kuchenkreationen und, natürlich, Tee. Er wird traditionell mit Kluntje und Wölkje genossen. Wichtig: Die Zutaten für eine stilechte ostfriesische Teestunde werden nicht einfach nur zusammengemischt. Die Zeremonie folgt einer strengen Abfolge: Zunächst kommt der Kandis (Kluntje) in die leere Tasse, es folgt der heiße Tee, der den dicken weißen Kandis herrlich zum Knacken bringt. Die Tasse wird maximal halb voll gegossen, idealerweise ragt der Kluntje noch etwas aus dem Tee heraus. Um den Kandisgipfel herum träufelt der Connaisseur vorsichtig eine Sahnewolke und schaut sich an, wie sich das Weiß in der Tasse ausdehnt. Jetzt nur nicht schütteln oder rühren, sondern trinken. Der Löffel in der Untertasse ist nur zur Zierde da. Zum Glück sind die Ostfriesen sehr tolerant. Ein Gast darf sich auch über alle Teekonventionen hinwegsetzen und seinen Tee so trinken, wie er es für richtig hält. Auch in Esens’ ehrwürdiger Teestube drücken die Traditionalisten schon mal ein Auge zu, geben aber gern Auskunft, wie die Zeremonie korrekt abläuft.

Am Markt 1A, 26427 Esens, Tel. 0 49 71- 23 14, https://esens-museen.de/museen/ stadt-schkuer, Öffnungszeiten auf Anfrage

19. LANGEOOG

Ausflug zu den Seehundbänken

Der Urlaubsklassiker an der niedersächsischen Nordseeküste ist natürlich eine Fahrt zu den Seehundbänken im Wattenmeer. Vom autofreien Langeoog aus starten wöchentlich Touren zu den Ruheplätzen der Fischjäger im Meer. Der Hochsommer eignet sich nicht nur wegen des Wetters am besten für die Ausflugsfahrt. Die Seehunde werden im Juni und Juli geboren, in den Wochen danach lässt sich der Nachwuchs gut vom Schiff aus beobachten. Alternativ geht das auf Langeoog von einer Aussichtsplattform aus im Osterhook im Osten der Insel. Auch die zweieinhalbstündige Seetour „Seehund, Krebs & Co.“ führt zu den Seehundbänken am Osterhook und anschließend ins Wattenmeer südlich von Langeoog zum Schaufischfang. Danach wissen Urlauber sehr genau, was so alles im Meer schwimmt oder im Watt herumkrabbelt. Und unterwegs wird geklärt, ob jede Robbe auch ein Seehund ist. Eine super Tour, die für Kleinkinder allerdings etwas lang ist.

Tourismus-Service, Hauptstraße 28, 26465 Langeoog, Tel. 0 49 72-69 30, www.langeoog.de, Termine s. Internet, Preise: 16 Euro (Erw.), 9,60 Euro (Kinder 6-15 J.)

20. SPIEKEROOG

Alte Inselkirche

Kirchengucken mag nicht zu den liebsten Beschäftigungen vieler Urlauber gehören. Doch wer an der Spiekerooger Inselkirche vorbeigeht, macht einen schweren Fehler. Sie wurde 1696 erbaut und ist das älteste Gotteshaus auf einer Ostfriesischen Insel. Das raue Seeklima und zahllose Stürme konnten dem von außen schmucklosen Backsteinbau nichts anhaben. Dafür ist das Innere umso außergewöhnlicher. Die spätmittelalterliche Pietà und Teile der Renaissancekanzel stammen angeblich von einem 1586 vor der Insel gestrandeten Schiff der spanischen Armada, der Opferstock ist aus Treibholz geschnitzt – Recycling auf Ostfriesisch. Der westliche Vorbau diente je nach Bedarf mal als Leichenhalle, mal als Bootsschuppen und war dank Doppelnutzung immer gut ausgelastet. Natürlich punktet die Insel mit ihrem weitläufigen Sandstrand und viel Grün. Auch darum ist Spiekeroog top geeignet für Radtouren. Dabei sollte kräftemäßig immer ein Abstecher zur Alten Inselkirche drin sein. Schließlich ist das Eiland nur zwei Kilometer breit und zehn Kilometer lang.

Süderloog 9, 26474 Spiekeroog, Tel. 0 49 76-9 19 31 01, www.spiekeroog.de

21. NEUHARLINGERSIEL

Buddelschiffmuseum

Keine Tricks! Im Buddelschiffmuseum kommen alle Schiffe nach alter Tradition durch den Flaschenhals in die Buddel. Das verlangt viel Geschick und sehr filigrane Klapptechnik für alle Schiffsaufbauten. Billige Buddelschiffe werden dagegen ganz einfach durch den abgesägten Buddelboden in die Flasche geschoben. Das ist na­ türlich keine Kunst, sondern Schummelei. In Neuharlingersiel sind nur handwerklich einwandfrei gefertigte Buddelschiffe zu sehen. Zur Flotte zählen mehr als 100 Schiffe in Flaschen mit einem Volumen zwischen 0,7 und 60 Litern. Die Modelle könnten kaum unterschiedlicher sein: Vom Einbaum über die „Victory“, das Flaggschiff von Admiral Nelson, bis zum Atom-U-Boot und die 1912 im Eismeer gesunkene „Titanic“ liegt in Neuharlingersiel alles vor Anker beziehungsweise in der Flasche. Ein tolles Museum mit vielen liebevoll und ohne Tricks gefertigten Exponaten.

Westseite 7, Am Hafen West, 26427 Neuharlingersiel, Tel. 0 49 74-2 24, www. buddelschiffmuseum.de, Öffnungszeiten: eine Woche vor Ostern bis Ende Oktober tägl. 10-13 und 13.30-17 Uhr, Preise: 2 Euro (Erw.), 1 Euro (Kinder)

22. WERDUM

Ostfrieslands Arche Noah

Im kleinen Dorf Werdum sagen sich Skudde und Deutsches Lachshuhn gute Nacht. Die beiden alten Nutztierrassen leben mit diversen anderen Geflügel-, Schaf- und Schweinerassen im Haustierpark Werdum, einer Art Arche Noah für seltenes Nutzvieh. Die Luft im Park ist würzig, hier vermischt sich die salzige Seebrise mit echter Landluft. Das wirkt in Kombination mit artgerechter Haltung und guter Pflege und Versorgung offenbar sehr anregend auf die Tierparkbewohner: Ihre Reproduktionsrate ist hoch, der Park gibt darum regelmäßig einzelne Tiere oder Paare in gute Hände. Bei Redaktionsschluss suchten gerade ein Göttinger Minischwein und zwei Schwarzhalsziegen ein neues Revier zum Wühlen oder Grasen. Die Parktiere sind bei jedem Wetter gut gelaunt und kontaktfreudig, auch die Skudden, die kleinen, weiß, schwarzgrau oder goldbraun gefärbten Heideschafe. Sie sind niedlich anzusehen mit ihren kleinen Ohren und dem kurzen Schwanz. Und sie sind sehr gutmütig. Wie Schafe halt so sind.

Gastriege 35, 26427 Werdum, Tel. 0 49 74- 99 00 99, www.haustierpark-werdum.de, Öffnungszeiten: tägl. 9-18 Uhr (Sommer), übrige Zeit bis 17 Uhr, Preise: 3 Euro (Erw.), Kinder bis 16. J. frei

23. CAROLINENSIEL

Café Tüdelpott

An einem Besuch im Café Tüdelpott kommt in dem kleinen Küstenörtchen Carolinensiel niemand vorbei. Die gemütliche Friesenstube ist in einem Kapitänshaus von 1812 untergebracht und liegt direkt an der Harle, mit Blick auf die Fischkutter. Der Name des Cafés ist Plattdeutsch und leitet sich ab von den Wörtern betüdeln für kümmern und Pott, womit die Teeoder Kaffeekanne gemeint sein dürfte. Die Botschaft: Hier werden Gäste umsorgt und verwöhnt, und zwar mit Friesentee sowie Kluntje (Kandis) und Wölkje (Sahne) zum Verfeinern des Nationalgetränks. Passend dazu serviert das Tüdelpott-Team wahlweise hausgemachte Torten, frische Waffeltörtchen oder herzhafte Klabauterhäppchen, Quiche und Flammkuchen. Je nach Wetter drinnen vorm Kachelofen oder auf der sonnigen Terrasse. Zum Abtrainieren der zugeführten Kalorien eignet sich eine Runde mit dem Tretboot oder auf dem Minigolfplatz an der Teestube.

Teestube Tüdelpott, Pumphusen 10, 26409 Wittmund-Carolinensiel, Tel. 0 44 64-83 49, www.tuedelpott.de

24. WANGEROOGE

Little Hawaii

Keine Vulkane, keine Palmen – und Nordsee statt Pazifik. Damit sind alle wesentlichen Unterschiede zwischen Hawaii und Wangerooge aufgezählt. Das Surfen bei Digger’s Point im Norden der Ostfriesischen Insel fühlt sich mit etwas Wind und einiger Fantasie ein bisschen so an wie an Kahaluu Beach, einem der angesagtesten Surfspots auf Hawaii. Zusätzlich fantasieanregend wirkt erfahrungsgemäß ein Drink in Digger’s Strandbar mit Blick auf die Surfergemeinde, die mit den Nordseewellen kämpft. Die Surfschule ist nur gut 100 Meter entfernt. Das verspricht beste Unterhaltung.

Digger’s Strandbar, Obere Strandpromenade 3, 26486 Wangerooge, Tel. 0 44 69-6 42, https://diggers.pub

25. JEVER

Schlossführung

Bei Jever denken Biertrinker sofort an das gleichnamige, herb-hopfige Pils. Wer aber einmal in Jever war, verbindet Jever auch mit seinem Schloss, das auf eine Wehranlage aus dem 14. Jahrhundert zurückgeht. Besichtigungen führen durch den Audienzsaal, die Ahnengalerie und den Gobelinsaal. All das bewohnten einst Hovetlinge, ostfriesische Häuptlinge, die im Lauf des 14. Jahrhunderts nach Hungersnöten und Seuchen die egalitäre Ordnung in Friesland kippten und die Macht übernahmen. Das machte die stolzen, freien Friesen allerdings zunehmend „sauer“. Schließlich war es die aufstrebende Hanse, die den Häuptlingen den Garaus machte. Mehr über diese skurrile Episode der ostfriesischen Geschichte erfahren Schlossbesucher bei einem Rundgang und im Schlossmuseum. Es informiert über das Gebäude, das Leben darin und zeigt, was die Häuptlinge einst so am Leib trugen. Kaum zu glauben, welche Kleidung vor 500 Jahren angesagt war. Es scheint, als hätten sich die Hovetlinge eine Zeit lang auch modemäßig so ziemlich alles erlauben können.

Schlossplatz 1, 26441 Jever, Tel. 0 44 61- 96 93 50, www.schlossmuseum.de, Öffnungszeiten: tägl. 10-18 Uhr, Preise: 6 Euro (Erw.), Jugendliche bis 18 J. frei

26. WILHELMSHAVEN

Deutsches Marinemuseum

Die Geschichte von Wilhelmshaven ist eng mit dem 1869 eingeweihten ersten deutschen Kriegshafen an der Jade verbunden. Heute ist die Stadt dank ihres Tiefwasserhafens Deutschlands größter Marinestandort. Drei Kilometer entfernt liegt das Marinemuseum, das die wechselvolle deutsche Marinegeschichte in einer Dauerausstellung nachzeichnet. Absoluter Besuchermagnet ist das Freigelände mit der Museumsflotte, deren Flaggschiff der 134 Meter lange Lenkwaffenzerstörer „Mölders“ ist. Der Rundgang führt über diverse Decks, durch den Maschinenraum mit dem 70 000-PS-Dampfturbinenantrieb, vorbei an Waffensystemen und den Mannschaftsunterkünften. Auch das Minenjagdboot „Weilheim“, das Unterseeboot „U 10“ und das Schnellboot „S71 Gepard“ sind zugänglich. Ihre Besichtigung ist interessant und beklemmend zugleich. Tipp: die 120-minütige „Hafenrundfahrt zu Fuß“ mit Geschichten über Wilhelmshaven und seine Verbindung zur Marine. In Sichtweite des Hafens hatten Matrosen im November 1918 den Befehl verweigert, in eine Schlacht gegen England zu ziehen. Kurz darauf begann der Matrosenaufstand in Kiel, der das Ende des Kaiserreichs einläutete.

Südstrand 125, 26382 Wilhelmshaven, Tel. 0 44 21–40 08 40, www.marinemuseum.de, Öffnungszeiten: tägl. 10-18 Uhr (April bis Oktober), übrige Zeit bis 17 Uhr, Preise: 12,50 Euro (Erw.), 7 Euro (Kinder 6-14 J.), 30 Euro (Familien), Hafenrundfahrt zu Fuß: 50 Euro für Gruppen bis max. 15 Personen nach Voranmeldung

27. BAD ZWISCHENAHN

Mühlenroute

Der 50 Kilometer lange Radrundweg ist einer der abwechslungsreichsten in Ostfriesland. Die Tour mit Start und Ziel in Bad Zwischenahn führt mitten durch die alte Kulturlandschaft des Ammerlands mit Mooren und Viehweiden, vorbei an typisch friesischen Backsteinkirchen und Bauerschaften genannten ländlichen Siedlungen. Die Stars der Strecke sind aber sechs restaurierte Wind- und Wassermühlen. Über Besichtigungen informiert Ammerland Touristik. Der kleine Hunger unterwegs lässt sich in der Konditorei Müller und Egerer in Ocholt stillen. Hier gibt’s belegte Brötchen und klassische Konditorsünden wie American Cheesecake mit Heidelbeeren. Wer 50 Kilometer strampelt, darf sich auch mal etwas gönnen.

Ammerlandallee 12, 26655 Westerstede, T el. 0 44 88-56 30 00, www.ammerland-touristik.de

28. APEN

Aper Tief

Das Aper Tief ist nicht etwa das ostfriesische Pendant zum Island-Tief, das bei uns so oft für Regen sorgt. Mit Aper Tief ist eine 50 Kilometer von der Küste entfernte Flusslandschaft gemeint. Eine Idylle aus Wiesen und Wasser im Binnenland. Mittendurch plätschert in weiten Bögen das Flüsschen Aper Tief, bis es sich in die etwas größere Jümme ergießt. Das allein hört sich noch nicht allzu spektakulär an. Spannend wird es durch die Nordsee: Sie sorgt trotz der großen Entfernung für einen kräftigen Tidenhub in der Auenlandschaft. Mit den Gezeiten steigt und sinkt der Wasserspiegel um bis zu 1,20 Meter. Denn das Süßwasserwatt mit ganz eigener Flora und Fauna ist über die Flüsse direkt mit dem Meer verbunden. Einen guten Überblick über das außergewöhnliche Naturschauspiel bieten zwei Aussichtsplattformen. Hier läuft alles in Zeitlupe ab, im stillen Rhythmus von Ebbe und Flut. Langsamkeit kann faszinierend sein. Ein herrlicher Ort zum Entschleunigen.

Infos: Ammerland Touristik, Ammerlandallee 12, 26655 Westerstede, Tel. 0 44 88- 56 30 00, www.ammerland-touristik.de

Jens Lehmann

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