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Installationen und Upgrades


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LinuxWelt - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 24.09.2021

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Bildquelle: LinuxWelt, Ausgabe 6/2021

Einfache Soloinstallation: Zum Einrichten als alleiniges System wählen Sie ?Festplatte löschen?. Linux Mint übernimmt damit die komplette erste (und oft einzige) interne Festplatte.

Das Mint-Special startet mit dem Thema der Installationsvarianten. Dieser erste Artikel bespricht sowohl die automatisierten Installeroptionen als auch die wichtigsten manuellen Partitionierungsmethoden eines Mint- Setups. Die Heft-DVD bietet, das Special unterstützend, Linux Mint 20.2 „Edge“ mit Cinnamon-Desktop zum Ausprobieren und Installieren. Die Edge-Variante ist eine offizielle Mint-Edition, die sich nur im jüngeren Kernel 5.11 von der Standardedition unterscheidet (Kernel 5.4) und somit besonders aktuelle Hardwaretreiber mitbringt.

Das Upgrade auf Version 20.2

Wer bereits ein Linux Mint 20 oder 20.1 laufen hat, braucht natürlich kein Installationsmedium, sondern kann das System per Upgrade aktualisieren. Mint-Upgrades auf die nächsthöhere Version, aktuell also von 20.x auf 20.2, erfolgen via Internet über die Aktualisierungsverwaltung. Gehen Sie dort auf „Auffrischen“ und installieren Sie ...

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... alle verfügbaren Updates. Wenn dann im Hauptfenster eine neuere Version der Aktualisierungsverwaltung (mintupdate) angeboten wird, installieren Sie diese mit der Schaltfläche „Die Aktualisierung anwenden“.

Nach diesem Vorgang startet die Aktualisierungsverwaltung mit der aktuellsten Version neu und zeigt im Menü „Bearbeiten“ die zusätzliche Option „System aktualisieren auf Linux Mint 20.2 Uma“. Damit lösen Sie das Upgrade aus. Manche Mint-Nutzer, insbesondere auch LinuxWelt-Leser der letzten Ausgabe, haben eventuell die Betaversion 20.2 auf dem Rechner. Ein Upgrade auf das finale 20.2 ist hier nicht erforderlich. Hier genügt standardmäßiges „Auffrischen“ und „Aktualisierungen installieren“ in der Aktualisierungsverwaltung oder alternativim Terminal, um die Beta auf den endgültigen Stand zu bringen.

Livesystem und Soloinstallation

Für eine Neuinstallation verwenden Sie als LinuxWelt-Leser am einfachsten die Heft- DVD mit Linux Mint 20.2 Edge. Die ISO-Abbilder aller Mint-Editionen erhalten Sie auf der Seite https://linuxmint.com/download.

php, die auf deutsche und internationale Quellen verweist („Download mirrors“). Die Auswahl der Quelle spielt keine Rolle für die Sprachlokalisierung. Das etwa zwei GB große ISO-Image schreiben Sie nach dem Download mit einem Werkzeug wie Etcher, Win 32 Disk Imager (unter Windows), Gnome-Disks oder dd auf einen USB-Stick und booten dann damit Ihr Zielgerät.

Ob Heft-DVD oder Kopie auf USB – es handelt sich in jedem Fall um ein Livesystem, das auch das Ausprobieren der jeweiligen Edition ermöglicht. Die Installation startet dann der Desktoplink „Install Linux Mint“, wobei alle Mint-Editionen den identischen Ubuntu-Installer verwenden. Die folgenden Anleitungen gelten daher uneingeschränkt für alle Editionen und voraussichtlich auch für künftige Mint-Versionen.

Für eine Installation als alleiniges System spielt es eigentlich keine Rolle, ob das Mint- Livesystem im Bios- oder im Uefi-Modus bootet. Jedoch werden Festplatten immer größer, und bei einer internen Zielfestplatte mit mehr als zwei TB ist auch für eine Soloinstallation der modernere Uefi/GPT-Bootmodus erforderlich. Mit Uefi-Boot sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite: Verwenden Sie daher zum Booten das Bootmenü des Bios (F2, F8, F12, Esc-Taste) und wählen dort jenen Eintrag des Bootgeräts, der mit „Uefi“ gekennzeichnet ist. Der zweite Eintrag ohne „Uefi“ bootet im Bios-Modus.

Im Livesystem starten Sie die Installation mit der Desktopverknüpfung. Zuerst wählen Sie die Sprache „Deutsch“ und deutsche Tastatur aus. Im nächsten Schritt erscheint der entscheidende Dialog „Installationsart“ mit zwei möglichen Szenarien:

1. Wenn die primäre Festplatte des Rechners kein System enthält, lautet die oberste und vormarkierte Option „Festplatte löschen und Linux Mint installieren“.

2. Hat der Installer auf der primären Festplatte ein System gefunden, dann erscheint als oberste und markierte Option „Linux Mint neben […] installieren“ und erst als zweite Option „Festplatte löschen […]“.

Wenn Sie Linux Mint als alleiniges System verwenden wollen und ein eventuell bestehendes System nicht mehr brauchen, wählen Sie in beiden Situationen die Option „Festplatte löschen“. Dabei wird die Festplatte formatiert, der Datenbestand (und ein eventuelles System) gelöscht und das neue System eingerichtet. Danach müssen Sie nur noch im Fenster „Wer sind Sie?“ die Angaben für das erste Benutzerkonto eintragen. Dieses Konto erhält automatisch den Status eines Systemverwalters.

Multiboot-Installationen

Bei Multiboot-Installationen ist die Unterscheidung zwischen Bios/MBR- und Uefi/ GPT-Partitionsstil entscheidend. Die Parallelinstallation kann nur gelingen, wenn das Mint-Livesystem in jenem Modus gestartet wird, in dem das bereits vorhandene System installiert wurde. Andernfalls wird der Installer das vorhandene System nicht erkennen und – sofern der Benutzer das Problem nicht bemerkt – bei der Neuinstallation überschreiben.

Auf PCs mit Windows 10 herrscht der Uefi- Modus mit GPT-Partitionsstil. Weitere Systeme müssen auf die gleiche Weise eingerichtet werden. Den aktuellen Partitionsstil des existierenden Systems können einschlägige Tools ermitteln – unter Windows die „Datenträgerverwaltung“, unter Linux Mint das Standardwerkzeug Gnome-Disks. GPT erscheint hier als „gpt“, der MBR-Modus als „msdos“.

Um beim Rechnerstart den richtigen Modus zu wählen, benötigen Sie das Bootmenü des Uefi-Bios. Wie bereits beschrieben, ist das Bootmenü ist durch frühzeitiges Drücken der Taste F2, F8, F12 oder Esc zu erreichen. Dort erscheinen die vorhandenen Laufwerke zwei Mal – mit und ohne den Vorsatz „UEFI“. Für Uefi-Parallelinstallation wählen Sie den „UEFI“-Eintrag.

Nach dem Start des Mint-Livesystems erhalten Sie dann im Installer weitere Bestätigung für den richtigen Modus, sofern unter „Installationsart“ das bereits vorhandene System genannt sowie die Option „Linux Mint neben [XXX] installieren“ angeboten wird.

Was das Fenster „Installationsart“ genau anbietet, hängt von der Situation ab. Wir gehen hier von einer Parallelinstallation neben Windows aus, jedoch gelten diese Infos auch für ein Linux-System im Uefi-Modus:

A. Gibt es nur eine interne Festplatte, die derzeit von Windows belegt ist, dann sehen Sie die Option „Linux Mint neben Windows Boot Manager installieren“. Nach einem Klick auf „Weiter“ schlägt der Assistent eine neue Aufteilung der Partitionen vor, indem er die Windows-Partition verkleinert und Platz für Linux Mint schafft. Die Neupartitionierung ist notwendig, weil jedes System eine eigene Partition benötigt. Die Partitionsgrößen justieren Sie mit der Aufteilungsmarkierung und der Maus. Beachten Sie, dass Windows mehr Platz benötigt als Linux Mint.

B. Ist neben einem installierten Windows (oder Linux) eine freie Partition oder Festplatte vorhanden, dann erkennt der Installer das automatisch. Auch in diesem Fall wählen Sie die Option „Linux Mint neben Windows Boot Manager installieren“. Eine Neupartitionierung und Größenanpassung entfällt dabei.

Vorhandenes System ersetzen

Eine technisch einfachere Multiboot-Installation ergibt sich auf einem Rechner, der zwei oder mehrere Systeme enthält und auf dem nun eines der bestehenden Systeme durch Linux Mint ersetzt werden soll. Auch hier ist es entscheidend, das Livesystem im richtigen Modus (Bios/Uefi) zu booten, damit der Installer die Partitionsverhältnisse richtig analysiert. Ein Boot im falschen Modus erkennen Sie daran, dass der Installer keine installierten Systeme meldet, obwohl welche vorliegen.

Um ein bestehendes System durch Mint zu ersetzen, wählen Sie dann im Fenster „Installationsart“ den untersten Punkt „Etwas Anderes“. Dort löschen Sie in der Laufwerksliste mit der Schaltfläche „-“ die Partition des obsoleten Systems und erstellen im „Freien Speicherplatz“ mit der „+“-Schaltfläche eine neue Ext4-Partition mit dem Mountpunkt „/“. Unter „Gerät für die Bootloader-Installation“ übernehmen Sie die voreingestellte primäre Festplatte „/dev/sda“.

Linux Mint auf USB installieren

Der Installer schlägt als Ziel stets die erste interne Festplatte „/dev/sda“ vor. Für die Installation auf ein USB-Gerät müssen Sie die richtige Zielpartition manuell festlegen. Daher wählen Sie im Fenster „Installationsart“ die Option „Etwas Anderes“. In der Partitionsübersicht klicken Sie zunächst auf die Schaltfläche „-“, um vorhandene Partitionen auf dem USB-Datenträger zu entfernen. Dabei muss absolute Gewissheit über den richtigen Datenträger bestehen. Erstellen Sie dann auf dem „freien Speicherplatz“ mit der „+“-Schaltfläche eine neue, primäre Partition mit dem kompletten Speicherplatz und dem Dateisystem Ext4. Hinter „Einbindungspunkt“ wählen Sie den Eintrag „/“ aus der Liste. Unter „Gerät für die Bootloader-Installation“ wählen Sie dasselbe USB-Laufwerk aus, auf dem Sie installieren - etwa „/dev/sdb“. Es ist wichtig, auch den Bootloader auf USB zu schreiben, andernfalls startet das System nur auf dem Rechner, mit dem Sie installiert haben.

Separate Home-Partition

Weder der Ubuntu/Mint-Installer noch andere Installer haben die nützliche Option eines unabhängigen Home-Verzeichnisses als automatisierten Standard. Wer sein „Home“ auf eigener Partition einrichten will, muss im Dialog „Installationsart“ die Option „Etwas Anderes“ ansteuern – und somit die manuelle Partitionierung. Zunächst wählen Sie das Laufwerk, auf dem Sie das System installieren möchten. Dort legen Sie mit der „+“-Schaltfläche erst die „EFI-System-Partition“ an, für die etwa 100 MB ausreichen. Danach folgt im freien Speicherplatz die Systempartition mit dem Dateisystem Ext4 und dem „Einbindungspunkt“ „/“. Als Nächstes erstellen Sie auf dem weiteren Datenträger die Home-Partition mit dem Einbindungspunkt „/home“ und dem Dateisystem Ext4 oder XFS. Für alles Weitere und den nötigen Eintrag in die „/etc/fstab“ sorgt der Installer. Im so installierten System zeigen sich zunächst keine Unterschiede zu einer Standardinstallation. Die Vorteile einer Home-Partition auf einem unabhängigen Datenträger werden erst evident, wenn Sie bei einer künftigen Neuinstallation sofort wieder alle vertrauten Daten und Softwareeinstellungen vorfinden. Dazu müssen Sie nur bei der manuellen Partitionierung („Etwas Anderes“) den Home-Datenträger ansteuern und das dort genutzte Dateisystem und als Einbindepunkt „/home“ wählen. Wichtig ist, das Häkchen vor „Partition formatieren“ nicht zu verwenden, um die Daten zu erhalten.

Die „OEM“-Installationsvariante

Beim Start des Mint-Livesystems erscheint beim Booten die Option „OEM install...“. Diese Option eignet sich für die Systemeinrichtung für Freunde, Familienmitglieder oder Arbeitskollegen. Dabei konfigurieren Sie das System vorab mit dem temporären Konto „oem“. Der künftige Nutzer kann später unabhängig über sein eigenes Konto entscheiden (Name, Kennwort).

Das Setup unterscheidet sich zunächst kaum von einer normalen Installation. Ein wichtiger Unterschied ergibt sich beim Anlegen des Erstbenutzers („Wer sind Sie?). Dieser ist unveränderbar als „oem“ vorgegeben. Ein Passwort für dieses temporäre Konto muss dennoch vergeben werden.

Der erste Start des so installierten Systems geht ohne Anmeldung zum Desktop. Dort ist nun Gelegenheit, mit dem temporären Konto „oem“ das System zu optimieren. Sinnvoll sind nur systemweite Aktionen (Aktualisierung, Softwareausstattung, Netzwerkeinstellungen). Danach kann der Desktoplink „Vorbereitung zur Auslieferung“ geklickt und der Rechner dem Endbenutzer übergeben werden. Diesem wird nach dem Start der bekannte Installerdialog „Wer sind Sie?“ angeboten, um den Erstbenutzer anzulegen. Danach laufen noch etliche Installationsergänzungen. Der Benutzer wird System, Software, Netzwerk so vorfinden, wie Sie es mit dem temporären „oem“- Konto optimiert haben.

VERSCHLÜSSELUNGSVARIANTEN

Der Mint-Installer bietet zwei Methoden an, um vertrauliche Daten zu verschlüsseln. Insbesondere auf mobilen Notebooks sollte eine dieser Methoden gewählt werden, damit die Benutzerdaten bei Verlust oder Fremdzugriff unlesbar geschützt bleiben. Partitionsverschlüsselung (Cryptsetup): Cryptsetup-verschlüsselte Systeme bieten den sichersten und schnellsten Datenschutz unter Linux. Der Datenträger lässt nach Ausbau oder beim Booten durch Fremdsysteme keinen Einblick in die Daten zu, denn Cryptsetup leistet eine Komplettverschlüsselung der Systempartition. Lediglich die kleine Bootpartition „/boot“ mit binären Bootdaten bleibt unverschlüsselt. Cryptsetup-Verschlüsselung ist nur bei der Installation möglich – nicht nachträglich. Beachten Sie ferner, dass Sie für Cryptsetup dem Installer stets die gesamte primäre Festplatte überlassen müssen. Eine kompliziertere Kombination von Cryptsetup mit Multiboot oder mit manuellen Partitionsaufteilungen ist nicht vorgesehen. Die Festplatte muss folglich leer sein oder darf nur noch Daten enthalten, die Sie nicht mehr benötigen.

Für Cryptsetup wählen Sie unter „Installationsart“ die Option „Festplatte löschen und Linux Mint installieren“. Über „Erweiterte Funktionen“ kommen Sie zum Unterfenster „LVM…verwenden“. Der Logical Volume Manager (LVM) ist notwendig, um neben der Bootpartition die Cryptsetup-formatierte Partition und die virtuelle LVM-Partition zu organisieren, die bei korrekter Kennworteingabe unverschlüsselt ins Dateisystem geladen wird. Ist der Punkt LVM aktiviert, können Sie jetzt die entscheidende Option einschalten: „Die neue Linux-Mint-Installation zur Sicherheit verschlüsseln“. Nach „OK“ und „Jetzt installieren“ folgt noch die Abfrage des Sicherheitsschlüssels. Dieses Kennwort sollte eine gewisse Mindestkomplexität haben, aber für tägliche Eingabe zumutbar sein. Denn jedes Mal, wenn Sie später das System booten, erscheint zunächst die Abfrage „Please unlock disk […]“.

Home-Verschlüsselung (Ecrypt FS): Das Mint-Team übernimmt den Ubuntu-Installer Ubiquity seit Jahren nicht original. Dass Mint etwa auf das überdimensionierte ZFS-Dateisystem verzichtet, ist für ein Desktopsystem nachvollziehbar und lobenswert. Ein weiterer auffälliger Unterschied zu Ubuntu ist die nach wie vor verfügbare Option „Meine persönlichen Daten verschlüsseln“ beim Anlegen des Erstbenutzerkontos (im Fenster „Wer sind Sie?“). Diese Home-Verschlüsselung mit Ecrypt FS schützt alle Dateien unter „/home/[user]“. Diese liegen verschlüsselt unter „/home/.ecryptfs/[user]/.Private“ und werden unter „/home/[user]“ unverschlüsselt eingehängt, sobald sich der Benutzer anmeldet.

Ubuntu hat diese Verschlüsselungsmethode schon 2018 ersatzlos gestrichen. Die Gründe sind nicht von der Hand zu weisen:

Kritiker wiesen darauf hin, dass Ecrypt FS Schwächen besitzt, da temporäre Benutzerdateien auch außerhalb von „Home“ entstehen, die dann nicht verschlüsselt werden. Gravierender noch sind Leistungseinbußen bei großen Dateimengen. Um diese Einbußen zu minimieren, verzichtet Ecrypt FS auf das Aushängen des Home-Ordners beim Abmelden. Dies ist eine weitere Designschwäche und ein theoretisches Datenschutzproblem auf Multiuser-Systemen.

Empfehlung: Die technisch einfache Home-Verschlüsselung kommt in Betracht, wenn das Benutzer-Home keine riesigen Datenmengen aufnehmen wird. Sie ist transparent (Entschlüsselung durch Anmeldung) und komfortabel, mit allen sonstigen Installeroptionen kombinierbar und lässt sich nach der Installation auch für andere Systemkonten aktivieren (in Mate/XFCE unter „Benutzer und Gruppen“, unter Cinnamon nur im Terminal). Cryptsetup ist schneller, umfassender und ohne theoretische Schwächen. Nachteile sind die allfällige Passworteingabe beim Start und die komplexere LVM-Partitionierung, die nur bei der Installation erfolgen kann und dabei immer den kompletten Datenträger übernimmt.