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Internetradio im Auto


Digital Fernsehen - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 13.08.2021

Praxistest

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Bildquelle: Digital Fernsehen, Ausgabe 7/2021

Schon vor einigen Jahren hatte sich unsere Testredaktion intensiv mit Internetradio im Auto beschäftigt. Wobei unsere Teststrecken quer durch Österreich und somit meist anspruchsvoller Topografie führten. Gerade abseits von Ballungsräumen gab es zum damaligen Zeitpunkt noch deutliche Versorgungsengpässe einzelner Funkzellen. Immer wieder traten Probleme auf und wir mussten uns manuell in die nun für uns zuständige neue Funkzelle einloggen. Eine Aufgabe, mit der der Beifahrer in alpinen Regionen im Durchschnitt alle sieben Kilometer beschäftigt war. Weiter entschied die Brauchbarkeit von Internetradio extrem, über welche Plattformen es gehört wurde. Damals waren diese noch sehr verzweigt.

Aktueller Test

Um am besten vergleichen zu können, wie gut die mobile Nutzung von Internetradio heute funktioniert, haben wir das bei unseren alten Tests genutzte Smartphone noch einmal zum Leben erweckt. ...

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... Einfach, weil uns dessen Empfangsleistungen bereits bekannt waren und sich so die aktuellen Gegebenheiten am besten mit den Erfahrungen von damals vergleichen lassen. Weiter nutzten wir das Mobilfunknetz desselben Anbieters, der die Nummer zwei im Lande ist. Da unser Smartphone nur die Mobilfunkstandards bis 4G unterstützt, können wir bei unserer Testfahrt keinen Nutzen vom gerade im Aufbau befindlichen 5G-Netz ziehen.

Wir starten unsere Testfahrt in Enns am östlichen Rand von Oberösterreich. Auf unserem Handy wählen wir eine Station mit einer Datenrate von 128 kBit/s auf laut.fm aus. Sie soll uns bis zu unserem Ziel im 328 Kilometer entfernten Lienz in Osttirol begleiten. Auf der Westautobahn geht es zunächst nach Salzburg und von dort auf der Tauernautobahn bis Bischofshofen. Was etwa 200 Kilometer Autobahn entspricht. Währenddessen klappt Internetradio vorzüglich. Nicht einmal vereinzelte kurze Aussetzer sind auszumachen. Das Audio spielt einfach so, als käme es von der CD. Selbst die in der Vergangenheit durchaus heiklen Übergänge von Freiland-Mobilfunk und dem Tunnelfunk in den Autobahntunnels der Tauernautobahn geben keinen Anlass zum Klagen.

Weiter geht es über Landesstraßen durch den Salzburger Pongau nach Zell am See und weiter durch den Pinzgau nach Mittersill, von wo wir nach Süden schwenken und auf der Felbertauernstraße den Alpenhauptkamm in rund 1650 Meter Höhe überwinden, bevor wir unser Ziel, Lienz in Osttirol, erreichen. Selbst hier werden wird von beeinträchtigungsfreier Wiedergabe angenehm überrascht. Selbst im Gebirge funktioniert die Wiedergabe unterbrechungsfrei. Auf der gesamten Strecke war uns nur ein einziger Aussetzer für den Bruchteil einer Sekunde in Zell am See aufgefallen. Nachdem Internetradio mit 128 kBit/s auf den gesamten 328 Kilometern so gut funktioniert hatte, wiederholen wir den Test in umgekehrter Richtung. Diesmal stellen wir das norwegische mP3 aus, das wir über den NRK-Radioplayer beziehen. Dieser bietet die staatlichen norwegischen Radios durchweg mit 192 kBit/s an, was wirklich toll klingt. Auch mit diesem datenintensiveren Programm kommen wir fast die gesamte Strecke anstandslos durch. Lediglich in Zell am See dürfte ein fehlgeschlagener Handshake zwischen zwei Mobilfunkstationen zum Absturz des Players geführt haben. Nach dessen Neustart konnten wir das Programm wieder bis zu unserem Ziel in Enns hören.

Screenshots

Mobilfunknetz verbessert

Unsere Versuchsfahrten durch Österreich haben gezeigt, dass Dank des Mobilfunkausbaus nun vielerorts unterwegs Internetradio auch in ansprechender Audioqualität realistisch ist. Selbst bei einem 45 Minuten andauernden Stau im Ortsgebiet von Mittersill, einer Kleinstadt, führte zu keinen Unterbrechungen. Wobei wir wohl etwas Glück gehabt haben könnten. Denn bei den großen, während der sommerlichen Urlauberschichtwechsel üblichen Megastaus auf verschiedenen österreichischen Autobahnabschnitten waren in der Vergangenheit die heimischen Mobilfunknetze stets bis auf Anschlag ausgelastet. Telefonieren war da jedenfalls noch möglich. Auf Internetdienste aller Art und so auch Internetradio musste man jedenfalls verzichten. Es hörte stets auch schlagartig zu spielen auf, wenn man sich einem so großen Stau näherte. Es ist davon auszugehen, dass sich bei solchen Ereignissen bis heute nichts an der Nichtnutzbarkeit von Internetradio geändert haben dürfte.

Internetradio in Sachsen

Internetradio bietet sich überall dort an, wo wir Radioprogramme hören wollen, die vor Ort nicht über DAB Plus oder UKW verfügbar sind. Was in Sachsen, etwa zwischen Dresden und Leipzig, mit Bayern 3 der Fall ist. Dank gut ausgebauter Mobilfunknetze ist mobiles Internetradio zwischen beiden Städten keine Herausforderung. Es funktioniert einfach aussetzerfrei. Wobei es zu erwähnen gilt, dass dies unabhängig von der gewählten Route und auch auf vielen anderen Strecken Sachsens zutrifft.

Bayern

Laut den uns zugetragenen Erfahrungsberichten kommt es in Bayern stark darauf an, welches Mobilfunknetz man nutzt. Abseits der deutschen Nummer eins kann es schon am Rand von Ballungsräumen zu ernsthaften Problemen führen. Besonders in den dünn besiedelteren Gebieten wie dem Bayerischen Wald und der Oberpfalz kann die Netzabdeckung für brauchbares mobiles Internetradio zu schlecht sein. Was am Ende auch der Topografie geschuldet ist. Auch westlich von Augsburg oder etwa östlich von Ingolstadt, kann man schlechte Karten in der Hand haben.

Zwar wurden die Mobilfunknetze während der vergangenen Jahre ausgebaut, hinken in ihrer Versorgung aber dennoch weit hinter dem her, was man sich in ländlichen Regionen wünschen würde. Wie gut mobiles Internetradio am Ende funktioniert, variiert nicht nur in Bayern von Ort zu Ort und dem Ausbaugrad des Mobilfunknetzes. Womit es auch viele Regionen gibt, in denen Internetradio im Auto sehr gut funktionieren kann.

Internetradio-Apps

Internetradio leicht bedienen

Plattformen, beziehungsweise Apps für Internetradio am Smartphone gibt es viele. Sie sind jedoch kaum geeignet, um vom Fahrer problemlos bedient werden zu können, ohne dass dieser zu stark vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird. Hier schafft die App Android Auto für Abhilfe. Sie unterstützt eine Vielzahl von Apps, wie etwa Google Maps, Telefon, Internetradio, Streamingdienste und bietet eine Vorlesefunktion für WhatsApp. Android Auto lässt das Smartphone-Display dauerhaft an und vereinfacht die Bedienoberfläche, indem sie mit großer, besonders leicht lesbarer Schrift kommt und Sprachsteuerung bietet. So minimiert sich die Ablenkung vom Straßenverkehr, wenn der Fahrer etwa den Sender wechseln möchte. Die App braucht nur vor der Fahrt gestartet zu werden, was auch automatisch geschehen kann, nachdem sich das Smartphone per Bluetooth mit dem Fahrzeug (Autoradio) verbunden hat.

Plattformen für Internetradio

Großer Beliebtheit erfreut sich der Radioplayer. Dieser wird in mehreren Landesversionen angeboten. Womit man den deutschen Radioplayer auch nur in Deutschland runterladen kann.

Daneben bieten sich auch Apps der einzelnen Sender oder Senderfamilien an. Diese bieten zwar nur bis zu einer Handvoll Stationen, aber nachdem man eine solche App ja ganz gezielt öffnet, weiß man ja ohnehin schon im Vorfeld, was man hören möchte. Senderapps haben zudem den Vorteil, dass diese mitunter eine Timeline bieten, mit der man bis zu mehrere Stunden in die Vergangenheit scrollen kann. Was etwa erlaubt, mobil seine Lieblingssendung zu hören.

Fazit

Mobiles Internetradio ist zwar eine nette Sache, ein vollwertiger Ersatz für DAB Plus ist es aber nicht. Digitalradio bietet nicht nur einen besseren Bedienungskomfort, sondern insbesondere in Deutschland einen sehr guten Sendernetzausbau. Womit DAB Plus eigentlich immer funktioniert. Übrigens auch dann, wenn man im Megastau steckt und die Mobilfunknetze längst überlastet sind. In der Praxis konnten wir diese Überlastung allerdings bisher nur in einem Stau nachvollziehen, die Urlaubszeit wird aber in weiteren Tests zeigen, wie stressresitent Internetradio wiklich ist. Heute ist Internetradio vor allem eine nette Ergänzung zum klassischen Rundfunk und bietet sich an, um seine Lieblingssender, auch echte Exoten, unterwegs zu genießen. Wie groß der Spaßfaktor aber wirklich ist, hängt nicht unwesentlich vom Netzausbau ab, und der ist ja nicht überall in Deutschland und Europa gleich gut. Es ist die Frage, ob Radiomacher über mobiles Internetradio wirklich begeistert sein sollen. Schließlich verleitet mobiles Internetradio dazu, nicht ortsübliche Stationen zu hören. Mobiles Internetradio ist schließlich so etwas wie ein Weltempfänger im Hosentaschenformat. Und das wird auch ausgenutzt.

THOMAS RIEGLER

Radio-Apps