Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 4 Min.

INTERVIEW: „Ich habe keine Ängste mehr“


HÖRZU - epaper ⋅ Ausgabe 40/2018 vom 28.09.2018

Jetzt wird die große Christiane Hörbiger 80. Das Fernsehen ehrt sie mit zwei neuen Filmen


Artikelbild für den Artikel "INTERVIEW: „Ich habe keine Ängste mehr“" aus der Ausgabe 40/2018 von HÖRZU. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: HÖRZU, Ausgabe 40/2018

ALLESGUTE 8 0. ZUM GEBURTSTAG!

Am 13. Oktober feiert sie großen Geburtstag: Christiane Hörbiger wird 80 – und beschenkt sich selbst und uns mit zwei neuen Spielfilmen (siehe TVTipps r.). HÖRZU traf die Grande Dame und GOLDENE KAMERA-Preisträgerin zum Interview über ihr Leben, ihre Liebe zum Film, die Herausforderung, älter zu werden, und ihre Zukunftsprojekte.

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 1,09€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von HÖRZU. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 40/2018 von FOTO DER WOCHE: Morgenrunde im Regenwald: FRÜHSPORT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FOTO DER WOCHE: Morgenrunde im Regenwald: FRÜHSPORT
Titelbild der Ausgabe 40/2018 von Unsere: wildenJahre. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Unsere: wildenJahre
Titelbild der Ausgabe 40/2018 von TV-AKTUELL: RUDI CERNE: MEINE LE Dramatischsten FÄLLE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TV-AKTUELL: RUDI CERNE: MEINE LE Dramatischsten FÄLLE
Titelbild der Ausgabe 40/2018 von NATUR: Rettet die Geparden!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NATUR: Rettet die Geparden!
Titelbild der Ausgabe 40/2018 von INTERVIEW: DR. NORBERT HIMMLER ZDF-Programmdirektor: „Wir kämpfen umjedenZuschauer. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
INTERVIEW: DR. NORBERT HIMMLER ZDF-Programmdirektor: „Wir kämpfen umjedenZuschauer
Titelbild der Ausgabe 40/2018 von WIE UNSER UNIVERSUM ENTSTAND. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WIE UNSER UNIVERSUM ENTSTAND
Vorheriger Artikel
WIE UNSER UNIVERSUM ENTSTAND
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel TV-AKTUELL: Allein Unter MÖRDERN
aus dieser Ausgabe

Wie stellt man sich als Künstlerin das Ende der Karriere vor? Will man sich darauf vorbereiten oder lieber vor vollendete Tatsachen gestellt werden?
Ich würde es nicht annehmen, wenn ich vor vollendete Tatsachen gestellt würde. Das mache ich lieber mit mir selber aus.
Und wie erleben Sie das Älterwerden? Hat Mae West recht mit ihrem Spruch „Alt werden ist nichts für Feiglinge“?
Ach, das ist doch bloß ein Slogan! Ich war mit dem Verleger Gerd Bucerius befreundet, und der sagte mal zu meinem verstorbenen Mann Rolf Bigler: „Rölfchen, das Alter ist gemein.“ Das kann ich nicht finden. Ich finde, Alter ist etwas Wunderbares. Man wird gelassener. Man hat keine Zukunftsängste mehr. Die Kinder sind aus dem Haus und versorgen sich selbst. Ich finde, das Alter ist etwas Wunderbares, solange man gesund bleibt.
Was wäre Ihr Tipp fürs Älterwerden?
Da kann ich sogar drei geben. Erstens: Lebensfreude haben. Zweitens: Sich den Humor bewahren. Drittens: Nicht zunehmen. Schlank bleiben ist das A und O. Man sollte möglichst wenig essen. Bei mir gibt es nach dem Frühstück kaum noch was. Vielleicht noch einen Joghurt zum Mittagessen, aber danach ist Schluss.
Haben Sie sich immer so bewusst ernährt und gesund gelebt?
Ich habe leider auch geraucht und bereue es heute bitter. Mir geht es Gott sei Dank gut, und ich habe auch keine Schwierigkeiten. Aber ich wünschte, ich hätte nicht geraucht. Man bekommt es dann irgendwann mit der Lunge zu tun.
Nur wenige kennen die Filmbranche so gut wie Sie. Wie hat sie sich verändert: zum Vorteil oder zum Nachteil?
Ich weiß nur, dass Produzenten, Schauspielern und Drehbuchautoren, dass wirklich allen immer weniger Zeit bleibt. Das hat sich negativ verändert, und man merkt es an der schrumpfenden Zahl der Drehtage. Inzwischen muss man sehr aufpassen, damit das Publikum nicht sofort merkt, dass die Qualität nachlässt. Das ist ein zweischneidiges Schwert. Denn natürlich verdienen die Sender mehr, wenn es weniger Drehtage gibt. Aber das ist keine gute Entwicklung.
Die sogenannte MeToo-Debatte deckte auf, dass Schauspielerinnen durch Regisseure und andere mächtige Männer im Filmgeschäft belästigt werden. Haben Sie das je wahrgenommen?
Die Besetzungscouch hat es immer gegeben. Aber Herr Weinstein ist natürlich viel zu weit gegangen, weil er Frauen vergewaltigt hat. Ansonsten ist das nichts Neues.


»ALTER IST WAS WUNDERBARES.

« Christiane Hörbiger, Schauspielerin


Viele beklagen die Krimiflut im TV: Jeden Tag Mord und Totschlag. Wie beurteilen Sie das?
Ich persönlich würde gern öfter Komödien oder Liebesgeschichten sehen. Mir tropft zu viel Blut aus dem Fernseher.
Und was verpassen Sie persönlich nie im Fernsehen?
Ich gehe immer sehr früh schlafen und habe jetzt schon lange kein Fernsehspiel mehr gesehen. Das muss ich gestehen. Um 20 Uhr gehe ich schlafen, aber dafür stehe ich sehr früh auf, weil ich zwei kleine Mopshunde habe, und deren Bewegungsdrang beginnt zwischen sechs Uhr morgens und halb sieben.

Warum sind Sie eigentlich nie „Tatort“-Ermittlerin geworden?
Komisch, aber ich bin nie gefragt worden. Vor 20 Jahren hätte ich ja gesagt.
Und warum drehen Sie kaum für Privatsender wie RTL oder Sat.1?
Gut beobachtet! Die Angebote von ARD und ZDF waren immer besser.
Im Film „Die Muse des Mörders“ sagt Ihre Figur, die Krimiautorin Madeleine Montana: „Es ist schön, wenn man mit seinem Publikum alt wird.“ Empfinden Sie das ähnlich?
Ja, natürlich. Die Menschen meiner Altersgruppe gucken immer zu, wenn ich spiele. Zwar bin ich nicht die Zielgruppe für die 18-Jährigen, aber für die 50- bis 90-Jährigen durchaus.
Schreiben Ihnen Bewunderer und Verehrer immer noch so viele Briefe und Fanpost wie früher?
Natürlich! Vor allem Zuschauer aus meiner Altersgruppe.
Hatten Sie schon einmal mit Fans zu tun, die die Gesetze von Anstand und Abstand nicht respektierten?
Ja. Eines Tages standen eine ältere Frau und ihr Sohn vor meiner Tür und wollten mir einen riesengroßen Mops aus Pappmaschee überreichen. Weil ich dafür keinen Platz hatte, habe ich das Geschenk dankend abgelehnt. Später erfuhr ich, dass der Sohn wahnsinnig böse auf mich wurde und nie wieder etwas mit mir zu tun haben wollte, weil ich seinen Mops nicht angenommen hatte. Solche verrückten Geschichten gibt es wirklich.
Nach welchen Kriterien suchen Sie heute Ihre Rollen aus?
Wissen Sie schon nach 30 Seiten, ob ein Drehbuch etwas taugt?
Das weiß ich sogar schon nach zehn Seiten! Ich nehme eine Rolle an, wenn ich davon irgendwie ergriffen beziehungsweise „gepackt“ werde. Nach zehn Seiten weiß ich fast immer, ob ein Buch gut ist oder eher nicht. Außerdem liest meine Agentin die Bücher schon vor mir, und sie kann sehr gut entscheiden, ob man mir das anbieten kann oder nicht.
Was sind Ihre nächsten Projekte?
Am zweiten Adventssonntag mache ich im Hamburger Michel eine Weihnachtslesung. Wie bereits seit mindestens zehn Jahren. Darauf freue ich mich jetzt schon sehr!
Schlussfrage: Glauben Sie an Karma?
Ich bin ein gläubiger Mensch und glaube an die Existenz des lieben Gottes – und dass unsere Seele nach dem Tod weiterlebt. Aber die letzten Geheimnisse kann auch ich nicht lüften.

TV-TIPPs

DIE MUSE DES MÖRDERSRegen Werke einer Krimiautorin (Hörbiger) einen Killer an?
MO 8.10. 20.15 Uhr ZDF

EINMAL SOHN, IMMER SOHNEmanze Lilo (Hörbiger) hadert mit ihrer Mutterrolle
FR 12.10. 20.15 Uhr Das Erste


FOTOS: ARNE WEYCHARDT/HÖRZU (GR.), DOMENIGG/ZDF, VON SCHULTZEND/ARD