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INTERVIEW: „MEIN WIKIPEDIA-EINTRAG IST VERBESSERUNGSWÜRDIG“ LENA


Grazia - epaper ⋅ Ausgabe 24/2019 vom 06.06.2019

Ist es echt schon 13 Jahre her, dassLena Gercke die erste „GNTM“- Staffel gewann? Irre, wie die Zeit vergeht. Und irre, was das Model bis heute alles geschafft hat. Gerade arbeitet sie fleißig an einer Karriere als Designerin. Gute Gelegenheit, eine kleine Zwischenbilanz ihres Lebens zu ziehen (obwohl sie ja ein Ausblendungssyndrom hat, wie sie uns verriet)


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Bildquelle: Grazia, Ausgabe 24/2019

Im südfranzösischen Cannes trafen wir Lena Gercke zu einem Gespräch über Bowling, Angela Merkel und Vergesslichkeit. Ach ja, über Mode haben wir natürlich auch gesprochen …


EINE VILLA IN DEN HÜGELN VON CANNES. WEIT UNTEN schimmert das Mittelmeer, ...

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EINE VILLA IN DEN HÜGELN VON CANNES. WEIT UNTEN schimmert das Mittelmeer, hier im Garten überstrahlt Lena Gercke (31) alles. Man sieht ihr an, wie glücklich sie ist, die neue Kollektion ihres Labels LeGer x About You zu präsentieren. Prominente und Influencer wuseln um sie herum, doch Lena ist die Ruhe selbst. Und nimmt sich viel Zeit für das exklusive Gespräch mit uns …
Was tragen Sie heute unter „Beruf“ ein, wenn Sie ein Hotelformular ausfüllen müssen – Unternehmerin? Geschäftsfrau? Model?
Selbstständig!(lacht) Das vereinfacht die Sache.
Die Medien setzen meistens ein „Model“ vor Ihren Namen – empfinden Sie das inzwischen fast schon als Beleidigung?
Ach, nein. Ich wurde in meinem Leben in so viele Schubladen gesteckt, manche Leute brauchen das eben. Außerdem ist es ja nicht so, als würde ich gar nicht mehr modeln.
Heute präsentieren Sie jedoch Ihre neue LeGer- Kollektion für About You – eine Arbeit, die offenbar immer wichtiger für Sie geworden ist.
Sehr wichtig sogar.
Soll Designerin künftig vielleicht sogar Ihr einziger Beruf sein?
Mal schauen, wie sich das Ganze entwickelt. Ende des Jahres gehen wir mit LeGer in die Läden, was ein Riesenschritt ist. Und im Juni haben wir auf der Berliner Fashion-Week unsere erste große Show, worauf ich mich wahnsinnig freue.
Victoria Beckham oder Rihanna wurden am Anfang ihrer Designerkarriere erst mal belächelt. Haben Sie das auch erlebt?
Mit Sicherheit gab es das, auch wenn es eher hinter meinem Rücken geschah. Aber egal – wenn ich in der Stadt bin und Frauen sehe, die meine Sachen tragen, ist es das tollste Gefühl überhaupt. Ist mir wirklich schon passiert.
Nach Ihrem „GNTM“-Sieg 2006 und dem Abitur, das Sie ein Jahr später ablegten, haben Sie so ziemlich alles ausprobiert. Dafür braucht es ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein, oder?
Ehrlich gesagt war ich früher sehr, sehr schüchtern. Und das wird auch nie ganz weggehen. Aber aufgrund der vielen Erfahrungen, die ich gemacht habe, und mit zunehmendem Alter bin ich immer sicherer geworden. Jetzt akzeptiere ich auch meine Schwächen, es darf ruhig mal was schiefgehen.
Was hat Ihnen bei Ihrer Karriere bislang mehr geholfen: Neugierde oder Disziplin?
(überlegt lange) Hm, auf jeden Fall beides – Disziplin aber vielleicht einen Tick mehr. Ist man nicht fleißig, kann das schnell nach hinten losgehen.
Mut oder Stehvermögen?
Nach Nackenschlägen wieder aufzustehen erfordert Mut – also würde ich auch hier sagen: beides!
Freundlichkeit oder Egoismus?
Freundlichkeit. Unbedingt! Ich glaube an Karma und daran, dass alles wieder zurückkommt, was man selbst gibt. Die Welt könnte definitiv mehr Freundlichkeit gebrauchen.
Sind Sie selbstkritisch, oder sagen Sie sich schon mal, darauf kannst du jetzt aber stolz sein?
Ich bin superselbstkritisch! Weil ich immer das Beste aus allem machen will. Aber Zweifel zuzulassen und selbstreflektiert zu sein, das gehört dazu, wenn man lernen will.
Seit Ihrem „GNTM“-Sieg wird quasi jeder Ihrer Schritte verfolgt. Nehmen Sie das mediale Grundrauschen überhaupt noch wahr?
Ich denke, ich habe ein gesundes Ausblendungssyndrom entwickelt.(lacht) Aber es gab Phasen, da haben gefühlt alle auf mich eingehauen, und das hat mich verletzt, weil ich es zu sehr an mich rankommen ließ. Zum Glück hat mir mein Vater eine gewisse Gelassenheit mitgegeben. Deshalb nehme ich das Leben in der Öffentlichkeit nicht ernster als nötig. Für mich zählt allein mein privates Umfeld, und wenn da alles stimmt, geht’s mir gut.
Berühmtheit an sich ist ja kein erstrebenswerter Zustand, oder?
Das wollen aber sehr viele sein!
Hat „GNTM“ Sie auch nur annähernd darauf vorbereitet?
Nein, überhaupt nicht. Es gab damals kein Social Media, die Sendung gab es vorher auch nicht. Keiner wusste, ob die Show Erfolg hat oder floppt. Oder was nach der ersten Ausstrahlung passiert.
Und?
Was da auf uns zukommen könnte, wurde mir klar, als am Tag nach der ersten Folge 30 Leute vor meinem Klassenzimmer standen. Und wir die Tür abschließen mussten.(lacht) Als ich die Staffel schließlich gewann, ist bei mir an der Schule ein bisschen Chaos ausgebrochen.
Wie schaffen Sie es, die Bodenhaftung nicht zu verlieren?
Ach, privat lebe ich ja überhaupt nicht so. (Sie weist auf das ganze Drumherum, die Villa, die Promis, die Presse. ) Meine Familie, meine Freunde – die kommen alle nicht aus dem Business. Die meisten kenne ich von früher, auch wenn ein paar Neue dazugekommen sind. Meine beste Freundin hat zum Beispiel voriges Wochenende geheiratet. Und ich war Trauzeugin. Das sind die Leute, die mich auf dem Boden halten.
Welche drei Gäste laden Sie zu Ihrem ganz privaten Promidinner ein?
Karen Mulder. Marilyn Monroe. Angela Merkel.
Kennen Sie Ihren Wikipedia-Eintrag?
Den hab ich irgendwann mal gelesen, wäre verbesserungswürdig.(lacht)
Ein vorgezeichneter Weg war offenbar nie Ihr Ding – Abi, Banklehre, so was in der Art –, aber plagen Sie mitunter trotzdem Ängste, weil Sie nicht wissen, wo es hingeht?
Doch, die hatte ich. Was passiert, weiß man in meiner Branche überhaupt nie. Als Model weißt du ja noch nicht mal, was du nächste Woche machst. Oder ob du in einem Jahr noch gefragt bist.
Sie sagen: Ich hatte Ängste …
Ja, die Projekte, die ich jetzt mache, haben so viel Potenzial für die nächsten Jahre, dass ich diese Ängste ein bisschen abgelegt habe.
Ihren Platz im Leben haben Sie also gefunden?
Ich glaube, ich werde immer eine Suchende bleiben und nie auslernen. Wobei ich inzwischen schon weiß, was mir guttut und was nicht. Aber alles ist eine ewige Reise, und alles verändert sich ständig.
Freuen Sie sich aufs Älterwerden?
Jaaaa! Weil man noch so viele tolle Sachen erleben kann.
Sind Sie heute glücklicher als vor „GNTM“?
Nein.
Fühlen Sie sich ungeschminkt und schlunzig am wohlsten?
Sagen wir: in bequemen Sportklamotten. Und ungeschminkt? Nicht immer. Kommt auf den Tag an!
Haben Sie eine Macke?
Ja, ich bin total vergesslich.
Und nach was sind Sie süchtig?
Schokolade!
Ihr wertvollster Besitz?
Mein Klavier.
Sex, Drogen oder Rock’n’Roll?
(lacht) Sex!
Was hätten Sie gern 2006 schon gewusst, was Sie heute wissen?
Gar nichts. Weil das Nichtwissen, die Neugier, sogar die leichte Angst mich auf diesen Weg gebracht haben. Die Dinge im Leben nicht selbst herauszufinden wäre doch langweilig. Ich will auch nicht wissen, wo ich in zehn Jahren sein werde.
Verraten Sie uns ein Geheimnis!
Ich bin richtig gut im Bowlen.
Und vollenden Sie bitte folgenden Satz: „Hätte man mir vor 10 Jahren all das vorhergesagt …“
… hätte ich einfach nur schallend gelacht. Und gedacht: Nee, ist klar!

Happy in Love: Lena und ihr Freund Dustin Schöne, ein Werbefilm-Regisseur


Nur logisch, dass Lena ihre Entwürfe für ihr Label LeGer x About You selbst präsentiert – bei einem Modeshooting rund um Cannes



FOTOS: INSTAGRAM@DUSTIN_SCHOENE, PR ABOUT YOU