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Interview: Steven Fryette


Gitarre & Bass - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 23.07.2021

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Steven, was bedeutete der Lockdown für dich als Firmen - inhaber, und was ist während der Pandemie bei Fryette Amplification passiert?

Vor dem ersten Lockdown haben wir einen starken Anstieg der Nachfrage erlebt, an der Entwicklung neuer Produkte gearbeitet und hatten ein paar zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Es war sehr frustrierend, von jetzt auf gleich alles runterfahren und das Team nach Hause schicken zu müssen. Unsere Mitarbeiter machten sich natürlich Sorgen um die Zukunft und brauchten Gewissheit, dass wir als Firma nicht einfach pleitegehen würden. Daher richteten wir eine Team-SMS-Gruppe ein, um alle auf dem Laufenden zu halten, bei Problemen und Fragen zu helfen und moralische Unterstützung zu geben. Der Kunden-Support und die Social- Media-Aktivitäten wurden im Homeoffice geleistet. Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, entwickelten wir einen Plan für die Wiedereröffnung, um ...

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... möglichst schnell wieder auf die Beine zu kommen und die unglaublich hohe Anzahl an neuen Aufträgen zu bewältigen. Denn nun, ein Jahr später, wächst die Nachfrage nach Fryette-Amps und unseren anderen Produkten tatsächlich stetig weiter. Wir hatten sehr viel Glück!

Fryette Amplification ist bekannt für Produkte wie die Topteile Deliverance 60 und 120 oder den Power-Station-Attenuator, aber wie genau ist die Zusammenarbeit mit Synergy zustande gekommen?

Wir hatten schon vor dem Start des Synergy-Projekts eine gute Geschäftsbeziehung mit Boutique-Amps-Distribution und als sich die Gelegenheit ergab, an der Entwicklung des neuen, modularen Systems mitzuwirken, war es eine logische Entscheidung, von Anfang an dabei zu sein, denn dadurch erhielten wir wertvolle Einblicke in das technische Design der Synergy-Hardware. Wir wussten damals schon, dass dies für die spätere Entwicklung unserer Fryette-Module extrem wichtig sein würde. Und unser Insider-Wissen ist letztendlich auch entscheidend für den Erfolg der Synergy/Fryette-Deliverance- und Ultra-Lead-Module, die nun wiederum die Marke Fryette noch bekannter machen werden.

Was war die größte Herausforderung, als es darum ging, den typischen Deliverance-120-Sound in ein Synergy-Modul zu übertragen?

Der technisch anspruchsvolle Teil war durch die gemeinsame Entwicklung des Hardware-Designs des Syn-1, Syn-2 und des Syn-5050 bereits erledigt. Wir konnten also sicher sein, dass der Klangcharakter der Deliverance- und Ultra-Lead-Module korrekt umgesetzt werden kann. Der eigentlich schwierigste Aspekt des Modul-Designs war vielmehr die visuelle Ästhetik und die Ergonomie auf die Module zu übertragen. Fryette-Verstärker sehen speziell aus und fühlen sich speziell an – einige visuelle Design- Merkmale sind unseren Kunden sehr vertraut und wichtig. Unser Augenmerk lag also darauf, dass unsere Stammkunden mit der Bedienung der Module sofort zurechtkommen. Der Nutzer soll sofort mit der Erkundung neuer Sounds beginnen können, die seine eigene Erwartungshaltung an das Produkt möglicherweise sogar übertreffen. Wenn das klappt, ist der schwierigste Teil der Produkteinführung für uns als Firma geschafft. Der gute Ruf der Firma Fryette beruht aber eben auch auf der Fähigkeit, an die technischen Grenzen zu gehen und Risiken einzugehen, die andere Hersteller vielleicht lieber meiden. Die Module sollten unserem Renommee gerecht werden und einige Überraschungen bieten, denn jedes Produkt, das wir herstellen, muss sich abgrenzen und eine Daseinsberechtigung haben. Deshalb gibt es zum Beispiel eine aktive Presence- und Depth-Regelung beim Deliverance-Modul und auch der Graphic-EQ des Ultra-Lead-Moduls ist eher ungewöhnlich – nicht nur für ein Synergy-Modul. Wir mussten andere Regler verwenden, damit wir den grafischen EQ überhaupt auf einer Fläche von 20×40 Millimetern realisieren konnten.

Du bist ein sehr von Blues und Rock'n'Roll inspirierter Musiker und nicht so sehr Metal-Gitarrist. Welche Bands und Produktionen haben dich besonders geprägt?

Da ich alle Arten von Musik liebe, fällt es mir schwer, so richtige Favoriten zu nennen. Natürlich liebe ich Gitarristen wie Hendrix und Clapton, weil sie den Grundstein für die Idee gelegt haben, dass Verstärker und Gitarre zwei Bestandeile eines Instruments sind und erst zusammen das Gesamtbild ergeben. Albert King ist ebenso ein grundlegender Einfluss für mich wie Robert Fripp, Joey Ramone, Duane Eddy, Luther Perkins und Leigh Stephens. Es geht weniger um Stil, Technik und Ton, als um Energie und Haltung. Wenn die Musik meinen Herzschlag erhöht, ist sie gut. Wenn sie laut gut klingt, umso besser. Einige für mich wichtige Alben wären ‚Band of Gypsies‘, ‚Red‘, ‚Fresh Cream‘, ‚Getting Ready‘ (von Freddy King). Ich finde die Produktion von ‚This Was‘ (Jethro Tull) klasse, gnau wie das frühe Mick-Abrahams-Zeug, das total von britischem Blues durchdrungen ist.

Warum sind deine Produkte bei Rock- und Metal-Gitarristen so hoch angesehen?

Das ist sowohl Zufall wie auch gutes Timing. Rack-Systeme waren früher groß im Trend und wir hatten die neueste und beste 19-Zoll-Endstufe auf dem Markt. Unsere Endstufen ließen anspruchsvolle Racks voll und sehr artikuliert klingen – der Gitarrist konnte alles ganz genau hören. Unsere Endstufe hatte einen Presence-Regler und einen neuartigen Regler namens Depth – ein Feature, das ich Mitte der 80er erfunden hatte. Das überraschte sogar Randall Smith, der damals glaubte, seine Kunden seien an solchen Features nicht interessiert – bis unsere Produkte auftauchten. VHT Amplifiaction wurde 1989 gegründet und schon Ende 1990 benutzten viele große Rock-, Hard-Rock-, Progressive- und Metal-Gitarristen unsere Verstärker im Studio, auf den Bühnen und im Fernsehen. Die Metal-Bands hatten den größten Bekanntheitsgrad und bekamen die meiste Presse, sodass wir sofort eng mit diesem Genre assoziiert wurden. Vor allem Living Colour hat einen großen Teil zu unserer Popularität beigetragen, denn Sie traten live im Fernsehen auf, wobei es eine Nahaufnahme unserer roten 2150er-Endstufe direkt neben Vernon Reids Händen während eines spektakulären Gitarrensolos zu sehen gab. Das hat dazu beigetragen, dass die VHT 2150 zu einer der bevorzugten 19-Zoll-Endstufen für Metal-Gitarristen wurde, obwohl wir sie nie explizit als Metal-Endstufe vermarktet hatten. Bald darauf spielten Megadeth, Metallica, aber auch die Gitarristen von Cher und Barry Manilow unsere Produkte. Unsere Design-Philosophie und unser Engagement für die Entwicklung der E-Gitarren-Musik hat sich seitdem nicht geändert. Dass wir so hochqualitative Produkte bauen, ist einfach etwas, das alle Gitarristen wertschätzen können, und ich denke, so werden wir uns auch weiterhin den Respekt unserer Kunden verdienen.

Welchen Profi-Gitarristen hast du mit deinen Designs geholfen?

Das ist eine lange Liste zu der Dean DeLeo, Mick Mars, Steve Vai, Steve Lukather, Mike Landau, David Torn, Page Hamilton (Helmet), Aaron Turner (Isis, Sumac), Rob Caggiano (Anthrax, Volbeat), Ken Susi (Unearth), Mudvayne, Slipknot, Offspring, Perfect Circle aber auch Alexi Laiho gehören. Möge er in Frieden ruhen. Unser Equipment wurde auf der „Queen & Paul Rogers“- Tour verwendet und sogar Prince hat einige Produkte eine Zeit lang im Studio benutzt. Es gibt viele, die ich vergesse und wir hören immer wieder von jungen Musikern, die unser Equipment auf ihren Alben und Tourneen verwenden. Die meisten der oben genannten Gitarristen benutzen entweder immer noch unser Equipment oder kommen häufig wieder auf uns zurück und nehmen Kontakt zu mir auf, was natürlich sehr cool ist.

Lass uns noch kurz über die Zukunft sprechen: Woran arbeitest du zurzeit? Und was können wir als nächstes von Fryette Amplfifcation, Synergy oder auch Sound-City-Amplification erwarten?

Eine neue Loadbox namens „Fryette-Power-Load-IR“ und der „Valvulator-GPDI/IR“-Röhrenverstärker gehen gerade in Produktion und werden zeitnah auf den Markt kommen. Letztes Jahr haben wir die Rückkehr der Pittbull-Ultra-Lead- und Deliverance- Series-II-Verstärker angekündigt. Das war allerdings, bevor die Welt durch Covid auf den Kopf gestellt wurde. Seitdem wurden der Deliverance-Sixty-II und der One-Twenty-II veröffentlicht. Der Ultra- Lead wird bald folgen, obwohl ich im Moment noch nicht genau sagen kann, in welcher Form er erscheinen wird. Sound City ist eine Marke, die ich wirklich innig liebe, und obwohl wir im Team bereits darüber nachdenken, wie es mit der Marke weitergehen wird, habe ich hierzu keine spannenden Neuigkeiten zu verkünden. Noch nicht! Wir werden weiterhin mit Synergy zusammenarbeiten und Produkte releasen, über die ich jetzt noch nicht sprechen kann, aber mindestens eines davon,wird für viele Leute eine echte Überraschung sein. Stay tuned!

Vielen Dank für die umfangreichen Antworten, Steven!