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Wohn!Design - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 23.02.2022

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Bildquelle: Wohn!Design, Ausgabe 2/2022

APARTES Schuh-Eldorado

Eukalyptusfasern – gemixt mit Vintage-Möbeln und Kunst: Totems Für die Umsetzung seiner ersten und einzigen Pariser Boutique in der prestigeträchtigen Rue du Faubourg Saint-Honoré kam für Michel Vivien keine Geringere als Architektin Sophie Dries infrage. Das exquisite Universum des Schuh-Designers basiert auf natürlichen Materialien – Theke und Wandvertäfelung aus Nussbaumholz, Wandleuchten aus Glaspaste, Messingnieten, Teppiche aus Eukalyptusfasern – gemixt mit Vintage-Möbeln und Kunst: Totems von Michael Vosseler, Hocker von Pierre Chapo, Industrieleuchten von Jacques Biny und Stehleuchten von Philippe Hiquily. Auch Design-Stücke der Architektin haben hier ein passendes Plätzchen gefunden, stehlen aber den ästhetischen Schuh-Kreationen aus haselnussfarbenem Lackleder oder lagunenblauem Flechtwerk des französischen Luxusbrands in keinster Weise die Show.

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PARIS & CHESHUNT

DIE STADTFLUCHT der Generation Z

Es waren einmal ein Koch, ein Bäcker, ein Unternehmer, ein Designer und ein Gärtner, die sich zufällig in einer Bar begegneten. Aus diesem Aufeinandertreffen „entstand die Idee zu »Birch«, einem Ort, an den sich Stadtmenschen zurückziehen können. Egal, ob sie für eine Nacht, für die Arbeit oder ein Wochenende bei uns Verfassung sind als beim Check-in“, erklärt Chris King, einer der Gründer des ländlichen Anwesens, das 2020 eine halbe Autostunde außerhalb Londons seine Pforten öffnete. Der Mix aus „alle fünf gerade sein lassen“, Yoga- und Spinning-Sessions, Meditations-Workshops, viel frischer britischer Landluft und einem reichhaltigen kulinarischen Angebot frei nach dem Motto „from farm to table“ soll geplätteten Großstädtern zu neuer Energie verhelfen. „Wir sind heute konditionierter als je zuvor. Uns wird gesagt, wir sollen härter arbeiten und mehr leisten, wenn wir glücklich sein wollen. Das hat zu einer Besessenheit von Produktivität, Verbesserung und ständigem »on« sein geführt. Wir glauben, dass wir mit allem und jedem auf dem Laufenden bleiben müssen, und fühlen uns dann schuldig, wenn wir es nicht tun“, sagt King und spricht damit insbesondere den Millenials und der Generation Z aus der Seele. Damit neben intensivem Fühlen, Riechen und Schmecken das Auge nicht zu kurz kommt, holten sich die Gründer für die Umgestaltung des viktorianischen Anwesens aus dem 15. Jahrhundert das Architektur- und Designkollektiv Red Deer ins Boot, dessen Vision darin besteht, Verschwendung und Uniformität zu bekämpfen. „Die offensichtliche Notwendigkeit eines Bettes und eines Badezimmers versteht sich von selbst. Jedoch haben wir den modernen »Luxusgütern« wie Fernseher, Telefon und intelligenten Beleuchtungssystemen mehr Aufmerksamkeit geschenkt und uns an den Bedürfnissen einer jüngeren Gene-ration von Gästen orientiert“, so Ciarán O’Brien von Red Deer.

ag

ZÜRICH & CASTELLAMMARE

CRYSTAL LIFESTYLE Zürich glänzt

Die Züricher Bahnhofstraße ist seit November 2021 um einen hochkarätigen Glanzpunkt reicher. Als eine von 27 „Instant Wonder“-Filialen, die das Traditionshaus Swarovski im letzten Jahr weltweit eröffnete, präsentiert sich der Flagshipstore als eine Neuinterpretation des herkömmlichen Einkaufserlebnisses. Seit 2020 verantwortet Creative Direktorin Giovanna Engelbert die visuelle Umsetzung der Shop-Konzepte: „Bei der Gestaltung des Züricher Flagshipstores wollten wir dieses Gefühl des Staunens, des Fühlens und des Entdeckens erschaffen, das Daniel Swarovski bereits vor über 125 Jahren mit jedem Kristall vermitteln wollte.“ Bereits beim Betreten des in monochrom rosa getauchten Erdgeschosses erlebt der Kunde den ersten Farbrausch, der sich in unterschiedlichen Farbnuancen über alle drei Etagen zieht. „Die Crystal Experts auf dieser Etage bieten Ratschläge rund um Stylings und Wohnaccessoires in einem luxuriösen und doch modernen Raum, der entworfen wurde, um den Eindruck eines überdimensionalen, glitzernden Schmuckkästchens zu kreieren“, sagt Engelbert. Das Untergeschoss in Blattgrün beherbergt eine Kristallbibliothek, „der Tresor des Stores, in dem die Schätze aufbewahrt werden.“ Last but not least erstrahlt das erste Obergeschoss – die eigentliche Boutique des Flagshipstores – in Sonnengelb. „Zusätzlich zu den Schmuckstücken und Accessoires, die im Store zu entdecken sind, können Besucher auf dieser Etage in den Crystal Lifestyle eintauchen: neben Kleidungsstücken werden auch Produkte anderer Kooperationen präsentiert.“

ag

EINE HOMMAGE an Róisín Murphy und die Musik

Was kommt dabei heraus, wenn man auf 100 Quadratmetern Verkaufsfläche knapp 20.000 weiße Kacheln mit Stücken italienischer Design-Ikonen wie Gio Ponti („Superleggera“ für Cassina) oder Mario Bellini („Chiara“ für Flos) mixt, anschließend verschwenderisch Farbe zugibt und sich dabei von seiner liebsten musikalischen Muse küssen lässt? Die Antwort lautet „Blessing“ und ist die modische Pilgerstätte für die Herren der Schöpfung in Castellammare di Stabia vor den Toren Neapels. Bis auf die frische Farbgebung der Boutique unter Einsatz von ordentlich Cartier-Rot und Königsblau sowie einem doppelt so großen Grundriss ist der Fashion Store beinahe identisch mit seinem Vorgänger in der nahen kampanischen Metropolstadt. Aber eben nur beinahe. Dieser coole Hotspot würde zweifelsohne auch der irischen Frontfrau von Moloko gefallen, die für ihre unkonventionellen, gerne auch schillernden Outfits bekannt ist. „Forever More“ – so der Leuchtschriftzug auf dem Weg zu den Umkleidekabinen – ist sicherlich nicht nur als Aufruf zu hemmungslosem Konsum vor Ort zu verstehen, sondern vor allem als Reminiszenz an den gleichnamigen Song der Band aus dem Jahr 2003. Dass hier ansonsten wirklich gar nichts altbacken ist, dafür hat der lokale Architekt Carmine Abate gesorgt, der für das Interieur des Ladens verantwortlich zeichnet. Well done!

sl

SUPER MARKT oder Supermarkt?!

Wenn Sie uns fragen, ist dieser Laden sogar so super, dass er auf der Paris- Wunschliste zuletzt ziemlich weit nach oben rückte. Möglicherweise hatten auch seltene Zitrusfrüchte wie Buddhas Hand oder Kaviarlimetten etwas damit zu tun. Die bekommt man schließlich (auch bei uns) nicht an jeder Straßenecke. An dieser schon. Merken Sie sich daher die Rue Levert/Rue des Rigoles. Belleville ist ohnehin einen Besuch wert. Und überhaupt, wo sonst könnte ein so kleines Einzelhandelsgeschäft für Lebensmittel zum absoluten Instagram-Hotspot avancieren, wenn nicht in der französischen Hauptstadt des guten Geschmacks? „SuperFrais“ ist zu jeder Zeit eine gute Anlaufstelle, ob für Kaffee mit Keks am Morgen, eines der fabelhaft aussehenden und frisch belegten Sandwiches am Mittag oder einen Aperitif an der Theke mit Häppchen am Abend. „Die Idee entstand aus dem Wunsch, einen lokalen Spot in diese Ecke des 20. Arrondissements zu bringen. Ein Geschäft, das auch ein lebendiger Ort ist, an dem sich die Bewohner des Viertels treffen können“, heißt es seitens des sympathischen Quintetts. Neben Obst, Gemüse und Artikeln des täglichen Bedarfs bekommt man hier (Koch-)Bücher, feine Mitbringsel und eine Auswahl an Naturweinen, die sich sehen lassen kann. „Wir lieben gute und schöne Produkte!“ Wir ebenso. Deshalb ist dies eine Empfehlung, die von Herzen kommt.

sl

LICHTSPIELE Neues aus Lissabon

Wo sich einst eine Reihe baufälliger Gebäude ihrem Schicksal ergaben, entstand im Sommer 2021 ein neuer Lichtblick: das „Hotel Lumen“ in Portugals Hauptstadt Lissabon. „Das im zentralen Stadtteil Picoas gelegene 4-Sterne-Superior-Haus verbindet die Effizienz und den Komfort eines Cityhotels mit dem guten Geschmack und der Modernität eines Ortes, an dem man gerne verweilt“, verspricht der Architekt Frederico Valsassina. Das zentrale Thema des Projektes bezieht sich auf das Wechselspiel zwischen Licht und Schatten. „Genauso wie sich das Licht im Laufe des Tages verändert, so ändert sich auch der szenografische Ausdruck im Innen- und Außenbereich“, sagt Valsassina. Passend zum architektonischen Gesamtkonzept sind die 160 Zimmer in drei verschiedene Farbschemata unterteilt. „Die Gelbtöne von »Golden Dawn« spiegeln die leuchtenden Töne der Morgendämmerung wider, während die Orange- und Rottöne von »Copper Nightfall« an die warmen Farben des Sonnenuntergangs erinnern“, ergänzt Barbara Neto, Innenarchitektin von Lemon Variance, die das Design der Zimmer verantwortete. Zu guter Letzt verkörpern die Grau-Nuancen von „Pure Light“ den Moment vor Einbruch der Nacht.

Im geschlossenen Innenhof, dem „Fotossíntese“, klettert Efeu die kahlen Betonwände hinauf. Blumenbeete und Wasserbassins umgeben die große Holzterrasse mit 42 Sitzplätzen, auf der sich das Lichtspiel wiederholt. Die Dachterrasse mit Pool und Cocktailbar ist der ideale Ort für einen Sundowner – mit Blick auf den Fluss Tejo und den „Miradouro de Nossa Senhora do Monte“, einen der beliebten Aussichtspunkte der Stadt. Für das leibliche Wohl im hauseigenen Restaurant „Clorofila“ sorgen Küchenchef Celso Dias und sein Team. Wunderbare portugiesische Gaumenfreuden werden mit aromatischen Überraschungen kombiniert. Die Atmosphäre ist modern und entspannt. Die satten Grün- und Brauntöne sind eine Hommage an die Natur, das Licht und das Leben, das sich zum grünen Innenhof hin öffnet. Ein Deluxe-Zimmer kostet ab 130 Euro, die Suiten ab 200 Euro.

ag

WERTVOLL Frisch vom Kutter

Da schlendert man ganz naiv durch die Straßen des Pariser Marais und wird plötzlich von einem gleißend grünen Licht angezogen. So könnte es auch Ihnen gehen, sollten Sie gelegentlich durch das 3. Arrondissement unweit des Centre Pompidou flanieren. Dort angekommen werden Sie erkennen, dass Sie sich bereits mitten in den Fängen von „Poissons“ befinden. „Das »Poissons« ist ein Fischlabor, komplett zur Straße geöffnet, ohne Schaufenster. Der Fisch wird wie bei einer Auktion auf dem Fischmarkt direkt vor den Augen des Kunden verarbeitet“, erzählt uns Benoît Huen, eines der Gesichter hinter dem ortsansässigen Architektur- und Designstudio MUR.MUR Architectes. Gemeinsam mit seiner Partnerin Lucie Rosenblatt setzte er das ungewöhnliche Konzept um die glitschigen Meeresbewohner in Szene. „Wir wollten einen leicht extraterrestrischen Ort schaffen, dessen arsenartige Farbe bereits von Weitem ins Auge sticht – was unserer Meinung nach gleichzeitig den Wiedererkennungswert und eine gewisse persönliche Nähe zu Fischhändler und Besitzer Arnaud Agostini fördert.“ Poissons ist ein Ort, an dem der Austausch und der Respekt vor den Produkten im Mittelpunkt stehen. Ins Netz geht Agostini fast ausschließlich Meeresgetier, das er von Fischhändlern und Austernzüchtern aus dem Département Finistère (Bretagne) bezieht.

ag

KUNST trifft luftige Krume

Vorbei die Zeiten, als glutenfreies Brot eher mit Ziegeln verglichen werden konnte: kompakt, trocken, meist geschmacklos. Mit ihrer Berliner Brotmanufaktur „Aera“ setzte Ava Celik sich das bescheidene Ziel, „das beste glutenfreie Brot der Welt zu machen.“ Und daran arbeitet sie beharrlich. Mit erstaunlichem Ergebnis! Ihr Backwerk verführt Brot-Enthusiasten aller Sparten – ob mit, ob ohne Zöliakie oder Glutensensitivität. Um ihr Brot und Gebäck mehr Menschen zugänglich zu machen, eröffnete sie im Herbst letzten Jahres eine zweite Dependance in Mitte. Für deren Gestaltung kam das Studio Gonzalez Haase AAS ins Boot. Inspiriert durch Gemälde des 17. Jahrhunderts, insbesondere von Jan Vermeer, brachten Judith Haase und Pierre Jorge Gonzalez den neuen Store in Ultramarinblau wortwörtlich zum Strahlen. „Die kräftige und einheitliche Farbgebung wirkt wie der Hintergrund eines Gemäldes, durch den das eigentliche Subjekt erst richtig zur Geltung kommt“, so Haase. Damit sind natürlich die verlockenden Wunderwerke aus Mehl, Wasser und viel Zeit gemeint.

sl