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IoT lässt sich von Corona nicht bremsen


TecChannel Compact - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 02.11.2021

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Das Internet of Things befindet sich auf ungebremstem Wachstumskurs: Trotz der Corona-Pandemie sind die Investitionen in IoT-Projekte gestiegen. Die mit Abstand wichtigste IoT-Anwendung ist Qualitätskontrolle.

Das Internet of Things (IoT) gewinnt in deutschen Firmen weiter an Bedeutung und Reife – trotz Covid-19. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen IoT-Studie, die CIO und COMPUTERWOCHE gemeinsam mit den Partnern Device Insight und Telefónica Germany realisiert haben. Dazu wurden 411 Entscheider aus der D-A-CH-Region zu ihren Ansichten, Plänen und Projekten rund um das Internet of Things befragt.

Die Zahl der Firmen, die IoT-Projekte umgesetzt haben, ist mit 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (49 Prozent) leicht gestiegen Die Details: 18 Prozent der Firmen haben schon erste IoT-Projekte umgesetzt (Vorjahr: 24 Prozent), in 16 Prozent der Firmen gibt es bereits einige IoT-Anwendungsfälle (Vorjahr: 17 Prozent), in 13 Pro-zent sehr viele (Vorjahr: zehn Prozent). Wie üblich gehen die großen Unternehmen bei den IoT-Anwendungen voran. 18 Prozent der Firmen ab 1.000 Mitarbeitern haben bereits sehr viele ...

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... IoT-Projekte umgesetzt. In vier Prozent der Firmen wird ein breiter Rollout geplant oder schon praktiziert.

Wo der IoT-Reifegrad am höchsten ist

Auch der Reifegrad bei IoT Deployments steigt mit der Größe der Unternehmen an, sei es bei der Produktverbesserung durch IoT-Daten, der Vernetzung von Produkten und Geräten, bei der verbesserten Wartung durch Predictive Maintenance oder beim Schaffen neuer Geschäftsmodelle durch digitale Services wie etwa „Product as a Service“ oder Pay per Use. In all diesen Punkten liegen die großen Firmen mit mehr 1.000 und mehr Mitarbeitern vorne.

Dasselbe Bild bietet sich bei der Königsdisziplin, dem Aufbau eines Ökosystems im Netzwerk mit anderen Firmen zu dem Zweck, gemeinsam IoT-Dienstleistungen anzubieten. 13 Prozent der Firmen haben diesen höchsten IoT-Reifegrad erreicht. 18 Prozent sind es bei den großen Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern und einem IT-Etat von zehn Millionen Euro und höher.

Erfolgsquote steigend

Die Erfolgsquote der IoT-Projekte ist im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Während vergangenes Jahr noch acht Prozent der Firmen keinen Mehrwert wie höhere Produktivität oder niedrigere Kosten feststellen konnten, sind es dieses Jahr nur noch vier Prozent. Nur ein Prozent der IoT-Projekte ist gescheitert (wie voriges Jahr). Daher sind auch 92 Prozent der Unternehmen sehr zufrieden bis eher zufrieden mit den Ergebnissen ihrer bisherigen IoT-Projekte. Lediglich acht Prozent sind eher nicht oder nicht zufrieden. Das sind ähnliche Werte wie im Vorjahr.

Sehr positiv: Auch der Mehrwert der IoT-Projekte stellte sich nun im Schnitt schneller ein. In 13 Prozent der Fälle zeigte sich der Erfolg sofort (Vorjahr: neun Prozent). In 24 Prozent der Firmen stellte sich der Mehrwert nach vier bis acht Wochen ein (Vorjahr: 19 Prozent). Auffällig sind hier die hohen Werte bei großen Firmen mit einem hohen IT-Etat ab zehn Millionen Euro (32 Prozent). In 33 Prozent der Unternehmen zeigte sich das positive Ergebnis nach drei Monaten (Vorjahr: 35 Prozent) und in 21 Prozent nach einem Jahr (Vorjahr: 26 Prozent).

Gezieltere Herangehensweise

Der rasche Erfolg ist wohl auch darin begründet, dass die Firmen ihre IoT-Projekte gezielter angehen – und sie damit in Zukunft noch erfolgreicher werden. Denn bei der IoT-Projektstrategie achtet knapp die Hälfte der Unternehmen darauf, dass die IoT-Projekte ohne Verlust ablaufen und zumindest nicht mehr kosten, als sie damit an Gewinn erzielen. 21 Prozent der Betriebe starten mit einem klaren Business Case und wollen, dass ihre IoT-Projekte einen Gewinn einfahren. Das Identifizieren eines Business Cases ist der zentrale Faktor für den IoT-Erfolg. Aber immerhin noch

19 Prozent verfolgen eine Agile- / Fail-Fast-Strategie und starten IoT-Projekte so schnell wie möglich, auch wenn die Gefahr besteht, dass sie (innerhalb kurzer Zeit) scheitern oder zu viel kosten und zu wenig Mehrwert bringen. In zehn Prozent der Firmen ist das von Projekt zu Projekt unterschiedlich.

Wichtigstes Kriterium für den Erfolg von IoT-Projekten ist nach wie vor eine höhere Produktivität (49 Prozent), gefolgt von Kostensenkung (48 Prozent) und steigenden Umsätzen (40 Prozent). Die Reihenfolge bleibt damit gleich, nur die Abstände zwischen den Top-3-Kriterien wurden geringer. Firmen profitierten zudem von geringeren Ausfallzeiten / höherer Auslastung, einem schnelleren ROI, verbesserten Imagewerten und einem höheren Innovationsgrad.

Investitionen trotz Corona

Eine gute Nachricht ist, dass die meisten Firmen in den nächsten Jahren wieder verstärkt in IoT-Projekte investieren – trotz oder wegen Corona. In 57 Prozent der Unternehmen kommt es durch IoT-Projekte in sehr starkem Maße oder in starkem Maße zu zusätzlichen Investitionen. Der Wert liegt damit um elf Prozent über dem Vorjahresniveau. Besonders viel Geld investieren die großen Firmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern (66 Prozent).

34 Prozent erhöhen ihr Budget leicht, bei acht Prozent der Firmen bleiben die Investitionen gleich (Vorjahr: zwölf Prozent). Die meisten Projekte, in die gerade investiert wird, befinden sich in der Planungsphase / Proof of Concept (25 Prozent), der Spezifikationsphase beziehungsweise der Entwicklungs-, Realisierungs- oder Ausführungsphase (jeweils 22 Prozent). Sehr bemerkenswert: 42 Prozent der Firmen haben die Investitionen in IoT während der Corona-Pandemie verstärkt, in einem Viertel bleiben sie unverändert. 27 Prozent der Unternehmen haben ihre IoT-Investitionen wegen Covid-19 gekürzt, sechs Prozent eingefroren.

Den Schwerpunkt der Ausgaben bilden Cloud-Services (45 Prozent), künstliche Intelligenz (KI, 37 Prozent) und Analytics / Big Data (35 Prozent). Damit kehren Cloud-Services nach einem Jahr Pause wieder auf den Spitzenplatz bei den Investitionen zurück. Voriges Jahr lagen noch KI, Blockchain und Robotics vorne. Weitere wichtige Investitionsfelder sind IoT-Mobility-Konnektivität / Netzwerktechnologien – zum Beispiele Wi-Fi 6, LTE, 5G, LoRa und NB-IoT, Blockchain, Edge Computing und Security-Technologien.

Zusätzliche interne oder externe Ressourcen benötigen Firmen wie im zurückliegenden Jahr vor allem für die Steuerung von IoT-Projekten (28 Prozent) sowie zur Auswahl und Implementierung von IoT-Plattformen (25 Prozent). Auf dem Bronze-Platz landet Softwareentwicklung, gefolgt von Security- / Safety-onzepten. Die Bedeutung von Business-Case-Beratung steigt. Entsprechend benötigen 21 Prozent der Firmen hier zusätzliche Ressourcen. Im Jahr zuvor waren es nur 18 Prozent. Das Identifizieren eines Business Cases ist entscheidend für den Erfolg von IoT-Projekten. Nachlegen müssen die Unternehmen auch bei der IoT-Lösungsarchitektur oder bei Netzwerktechnologien und Konnektivität.

Killer-App Qualitätskontrolle

Das IoT zeigt in Unternehmen viele Facetten. Die Einsatzszenarien des IoT in Unternehmen sind vielfältig in unterschiedlichsten Bereichen. Die mit Abstand wichtigste Anwendung stellt Qualitätskontrolle dar. Sie scheint zur „Killer-Applikation“ des IoT zu werden. Qualitätskontrolle erreichte einen Wert von 50 Prozent – mit einem Abstand von 17 Prozent (!) zur neuen Nummer zwei Logistik. 33 Prozent der Unternehmen wollen mithilfe des IoT ihre Logistik verbessern. Vergangenes Jahr lag diese Kategorie mit 34 Prozent noch auf dem fünften Platz.

Ein wenig an Bedeutung verloren haben die Industrie-4.0-Themen vernetzte Produktion (26 Prozent, Vorjahr 37 Prozent), Smart Connected Products (25 Prozent, Vorjahr 35 Prozent) und Predictive Maintenance (20 Prozent, Vorjahr 28 Prozent). Weitere Kategorien sind etwa Smart Home, Connected Building / Gebäudemanagement, Sales (Verkaufssteuerung) oder Kundenbindung / Customer Loyalty. Das IoT kommt zudem in Bereichen wie Smart Supply Chain, Connected Health, Smart Grid / Smart Energy oder Smart City zum Einsatz.

Die IT-Abteilung und der CIO dominieren immer eindeutiger das Thema IoT in Unternehmen. Nimmt man den CIO und die IT-Abteilung zusammen, übernimmt in 83 Prozent der Unternehmen die IT die Verantwortung für die Planung und Umsetzung von IoT-Projekten. In der letztjährigen Studie waren es knapp 50 Prozent. In 52 Prozent der Firmen ist der IT-Leiter mit seiner Abteilung für das Thema IoT verantwortlich. Der CIO oder IT-Vorstand übernimmt in 31 Prozent der Firmen das IoT-Zepter, vor allem aber in den großen Firmen ab 1.000 Mitarbeitern.

In nur noch einem Fünftel der Firmen hat der Geschäftsführer beim Thema IoT den Hut auf. Erstaunlicherweise gibt es hier keine nennenswerten Unterschiede bei der Unternehmensgröße. Auch der Technikvorstand spielt noch eine größere Rolle (20 Prozent). Auf den Plätzen folgen der CDO, der Leiter Forschung und Entwicklung und der Produktionschef. In acht Prozent der Firmen gibt es ein spezielles IoT- Team zur Entwicklung, Planung und Umsetzung der IoT-Aktivitäten. Ein Prozent der Unternehmen hat noch keinen speziellen IoT-Verantwortlichen definiert.

Ohne Par tner geht wenig

Die Zahl der Firmen, die ihre IoT-Lösung gemeinsam mit externen Partnern entwickeln, steigt weiter. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) entwickeln ihre IoT-Lösung zusammen mit einem externen Partner; im Vorjahr waren es 65 Prozent. Überdurchschnittlich hoch ist hier der Anteil bei den großen Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern (73 Prozent).

Der Anteil der Firmen, die ihre IoT-Lösung eigenständig entwickeln, ist von 41 Prozent auf 40 Prozent gesunken. Hier gibt es große Unterscheide bei den Unternehmensgrößen. Während nur 22 Prozent der kleinen Firmen bis 499 Mitarbeitern die Konzeption und Umsetzung ihrer IoT-Lösungen selbst in die Hand nehmen, ist es bei den mittleren und großen Firmen jeweils etwa die Hälfte. Nur noch acht Prozent lassen ihre IoT-Lösung komplett extern entwickeln (Vorjahr: 16 Prozent), fünf Prozent kooperieren dazu mit anderen Unternehmen aus der eigenen Branche (wie im Vorjahr).

Ihre ersten IoT-Projekte haben die meisten Firmen (55 Prozent) etappenweise in mehreren Schritten umgesetzt, 43 Prozent komplett im „Big Bang“-Verfahren. Am häufigsten setzen die Unternehmen bei beiden Ansätzen auf eine Mischung aus selbst entwickelten Teilen und bereits fertigen IoT-(Teil-)Lösungen „Out of the Box“. 63 Prozent der Firmen sind skeptisch gegenüber „IoT out of the Box“, also schlüs-selfertigen IoT-Lösungen für den sofortigen Einsatz. Sie stimmen der Aussage voll und ganz bis eher zu, dass „Out oft he Box“-Lösungen nicht funktionieren können, weil IoT ein viel zu komplexes Thema sei.

Studiensteckbrief

Herausgeber: COMPUTERWOCHE, CIO, TecChannel und ChannelPartner

Silber-Partner: Device Insight GmbH; Telefónica Deutschland Holding AG

Grundgesamtheit: Oberste (IT-)Verantwortliche von Unternehmen in der D-A-CH-Region: strategische (IT-)

Entscheider im C-Level-Bereich und in den Fachbereichen (LoBs), IT-Entscheider und IT-Spezialisten aus dem IT-Bereich

Teilnehmergenerierung: Stichprobenziehung in der IT-Entscheider-Datenbank von IDG Business Media; persönliche E-Mail-Einladungen zur Umfrage

Gesamtstichprobe: 411 abgeschlossene und qualifizierte Interviews

Untersuchungszeitraum: 23. bis 27. Oktober 2020

Methode: Online-Umfrage (CAWI)

Fragebogenentwicklung: IDG Research Services in Abstimmung mit den Studienpartnern

Durchführung: IDG Research Services

Jürgen Mauerer

Jürgen Mauerer ist Journalist und betreibt ein Redaktionsbüro in München.