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IP-KAMERAS: ALLES IM BLICK


connect - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 08.03.2019

Für Smart-Home-Nutzer mit Fokus aufs Thema Sicherheit sind sie ein Muss: IP-Kameras, die Innenräume oder Außengelände überwachen und Eindringlinge auf dem Smartphone melden.


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Bildquelle: connect, Ausgabe 4/2019

Überwachungskameras auf IP-Basis sind ein schönes Beispiel dafür, wie Produkte von Generation zu Generation besser wurden. Mussten sich ihre Besitzer noch vor zwei Jahren zum Teil mit hakeligen Netzwerkkonfigurationen herumschlagen, funktionieren Inbetriebnahme und Nutzung heute komfortabel und durch die Bank zuverlässig per App. Zudem haben die meisten Hersteller ihre Kameras auch an populäre Assistenzsysteme wie Amazon Alexa, ...

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... Google Assistant oder das für Smart-Home-Insider praktische IFTTT angebunden.

Unverändert ist jedoch die strenge Rechtslage, die den Einsatz der Kameras reguliert und die unbedingt zu beachten ist: Outdoor-Kameras dürfen nur Privatgelände filmen – und auch dort muss ein Warnschild auf die Überwachung hinweisen. In den eigenen vier Wänden müssen alle dort verkehrenden Personen, also neben Familienmitgliedern etwa auch Putzhilfen oder Babysitter, auf Einsatz und Standort der Kameras hingewiesen werden. Und einer Veröffentlichung der Aufnahmen stehen die Persönlichkeitsrechte der Gefilmten entgegen.

Anker Eufycam E

Variabel: Die Eufycams lassen sich sowohl in Innenräumen als auch draußen installieren.


■ Ursprünglich als Kickstarter-Projekt vorgestellt, wird die Eufycam nun vom Akku- und Elektronikprofi Anker angeboten. Das hier getestete Set besteht aus einer Basis und zwei Kameras, die sich für Indoorund Outdoor-Betrieb eignen. In den Kameras sind opulente 13 400-mAh-Li-Ion-Akkus eingebaut, die laut Anker bis zu einem Jahr Dauerbetrieb erlauben. Die fest verbauten Kameraakkus lassen sich über einen in der „Homebase“ integrierten Schnelllader oder per Ladegerät via Micro-USB-Kabel auftanken. Falls installationstechnisch möglich, kann die Kamera-Stromversorgung auf diesem Weg auch permanent erfolgen.

Die Erstinstallation geht mithilfe der für Android und iOS erhältlichen App leicht von der Hand. Dabei wird die Homebase wahlweise per WLAN oder per Ethernet-Kabel mit dem Internet verbunden. Auch die Basis verfügt über einen Akku, sodass das System bei Stromausfall bis zu 48 Stunden autark weiterarbeitet. In Basis und Kameras sind zudem lautstarke Sirenen eingebaut, die je nach Einstellung bei erkannter Bewegung oder beim Versuch, die Kamera abzumontieren, auslösen.

Clever ist auch die Gesichtserkennung, die Familienmitglieder identifiziert und vom Alarm ausnimmt – was in der Praxis zuverlässig funktioniert hat. Aktuell erfolgt die per Bewegungsmelder ausgelöste Aufzeichnung lokal – eine 16-GB-SD-Card wird mitgeliefert und lässt sich durch eine größere ersetzen, auch NAS werden unterstützt. Ein Cloud-Dienst soll ebenso wie Alexa-Unterstützung und Zonen für die Bewegungserkennung 2019 folgen.

Blink Indoor HD Camera

Minimalistisch: Die Blink-App ist übersichtlich, bietet aber alle wesentlichen Funktionen.


■ Das Set aus Basisstation beziehungsweise „Sync-Modul“ und einer Indoor-Kamera gibt es von Blink für 170 Euro, weitere zusätzliche Innenkameras für je 120 Euro – oder die outdoortaugliche „Blink XT“ für 140 Euro. Da in dem Angebot der Zugriff auf den zugehörigen Cloud-Dienst enthalten ist, sind diese Preise durchaus günstig – zudem initiiert der Hersteller immer wieder Rabattaktionen.

Bis zu 16 Kameras lassen sich über ein proprietäres Niederfrequenz-Funkverfahren am Sync-Modul anmelden. Im Praxistest blieb das Signal auch durch mehrere Wände stabil. Die Kameras werden von zwei AA-Batterien mit Strom versorgt, was laut Blink bei zehn Aufnahmen pro Tag à 10 Sekunden rund zwei Jahre Betrieb ermöglichen soll. Alternativ lassen sich die Kameras auch per Mikro-USB-Kabel speisen– dafür erforderliche Netzteile und Kabel muss der Kunde aber separat kaufen.

Die Bildqualität bei Tageslicht ist top, bei Dunkelheit lässt sie etwas zu wünschen übrig. Der Grund: Die Kamera besitzt keine Infrarot- oder LED-Beleuchtung, sondern fährt ihre Empfindlichkeit hoch und schaltet den tagsüber aktiven Infrarot-Filter ab. Ein eingebautes Mikrofon erlaubt auch Tonaufnahmen, mangels Lautsprecher ist allerdings keine Zwei-Wege-Kommunikation möglich.

Die Basisstation meldet sich per WLAN oder via Ethernet im Internet an. Die Länge einer vom Bewegungsmelder ausgelösten Aufnahme lässt sich zwischen 5 und 60 Sekunden einstellen. Lokale Speicherung ist nicht vorgesehen, dafür fasst der Gratis-Cloud-Speicher 120 Minuten.

D-Link DCS‑2802KT Wirefree Camera Kit

Doppelpack: Die beiden Kameras aus dem D-Link-Set lassen sich indoor und outdoor nutzen.


■ Der recht hohe Einstiegspreis von 573 Euro für das „Wirefree Camera Kit“ von D-Link relativiert sich etwas, da zusätzlich zur Basisstation gleich zwei Kameras DCS-2800 mitgeliefert werden. Das Set lässt sich um weitere Cams dieses Typs ergänzen, Stückpreis: 230 Euro. Da sie recht robust sind, lassen sie sich auch im Außenbereich installieren. Zur Stromversorgung dienen eingebaute Li-Ion-Akkus mit 3350 mAh Kapazität. Über deren Laufzeit macht D-Link keine Angaben, einige Monate bis zum ersten Nachladen sollten aber drin sein. Falls installationstechnisch möglich, kann die Stromversorgung auch per Mikro-USB-Kabel erfolgen. Die dafür erforderlichen Netzteile und Kabel sind allerdings nicht im Lieferumfang enthalten.

Die Basisstation lässt sich per Ethernet oder WLAN mit dem Internet verbinden, sie hält ihrerseits über einen proprietären 866-MHz-Funk Kontakt zu den Kameras. Dessen Reichweite könnte allerdings besser sein.

Wie bei anderen D-Link-Kameras ist zum Betrieb ein (Gratis-)Konto beim Cloud-Dienst Mydlink erforderlich. Die Speicherung kann aber auch lokal auf SD-Card oder per FTP auf einem NAS erfolgen. Im Testzeitraum bot D-Link sogar ein kostenloses 1-Jahres-Abo zum Speichern der Videos in der Cloud an. Letztere werden per Bewegungsmelder oder Geräuscherkennung ausgelöst, auch einen 4-fach-Digitalzoom, Nachtaufnahmen per Infrarot, Zwei-Wege-Audio und eine Sirene bieten die Kameras.

Escam QF608

Fokussiert: Alle wesentlichen Funktionen sind in der App über wenige Icons erreichbar.


■ Der kanadische Anbieter Escam bietet mit seiner QF608 eine reine Outdoor-IP-Kamera an. Sie erfordert eine feste Installation an einem Stromanschluss, lässt sich dann aber per WLAN im Heimnetz anmelden. Die Full-HD-Kamera ist mit zwei 10-Watt-LED-Flutlichtstrahlern bestückt, die den ausgeleuchteten Bereich bei Dunkelheit in gleißendes Licht tauchen und schon allein damit zur Abschreckung beitragen. Dank einer ins Kameramodul integrierten Infrarot-LED kann das Gerät bei entsprechender Einstellung aber auch Nachtaufnahmen ohne Flutlicht vornehmen.

Ersteinrichtung und Konfiguration werden dadurch etwas erschwert, dass manche Übersetzungen in der für Android und iOS erhältlichen App nicht besonders gut gelungen sind. So verbergen sich unter dem Schlagwort „Datensatzeinstellung“ die verschiedenen Speicheroptionen – so kann die Kamera rund um die Uhr oder nach Aktivierung der Bewegungserkennung aufzeichnen. Dabei lassen sich die Erkennungszonen für drei Segmente des überwachten Bereichs einoder ausschalten. Wahlweise kann die Bewegungserkennung oder auch der Versuch, das Gerät abzuschrauben, zusätzlich einen sehr lauten Sirenenalarm auslösen.

Zur Aufzeichnung dient eine in der Kamera eingesetzte SD-Card – zum Testzeitpunkt unterstützte die QF608 keinen Cloud-Speicher. Es ist jedoch möglich, die Aufzeichnungen per FTP auf einem NAS zu speichern – was sich auch empfiehlt, damit die Aufnahmen noch komplett zugänglich sind, sollte ein Dieb die Kamera doch mitnehmen.

Nest Cam IQ

Integriert: Die Videoüberwachung lässt sich mit anderen Nest-Diensten in Google Home einbeziehen.


■ Seit Februar 2018 ist das ehemalige Start-up Nest Teil von Google. Das zwischenzeitlich vergangene Jahr haben die Ingenieure genutzt, um die IP-Kameras von Nest wie das hier getestete Indoor-Modell Nest-Cam IQ tiefer ins Gesamtsystem Google Home zu integrieren. Somit unterstützt das System mittlerweile nicht nur Alexa und IFTTT, sondern auch den Google Assistant. Die Kamera klinkt sich per WLAN ins Heimnetz ein und unterstützt dabei WLAN 11n auf 2,4 GHz und 11ac auf 5 GHz.

Mit 349 Euro ist die Nest Cam IQ kein Schnäppchen – allerdings bietet sie dafür auch sehr starke Hardware: Ihr hochauflösender 4K-Bildsensor liefert exzellente Bildqualität sowohl tagsüber als auch im Nachtsicht-Modus. Der in der Kamera integrierte 6-Kern-Prozessor ermöglicht Funktionen wie den 12-fach-Digitalzoom „Supersight“ sowie im Zoom-Modus die Nachverfolgung von Personen innerhalb des Aufnahmebereichs. Auch eine zuverlässige Gesichtserkennung ist möglich. Sie setzt allerdings – ebenso wie die Speicherung von Videoaufnahmen – ein Abo des Cloud-Dienstes „Nest Aware“ voraus, das je nach Aufnahmedauer und Aufbewahrungszeitraum ab 5 Euro/Monat beginnt.

Alarmmeldungen werden per Bewegungserkennung ausgelöst, dennoch zeichnet die Kamera rund um die Uhr auf, was bei der späteren Auswertung hilfreich sein kann. Dabei lassen sich auch Zonen sperren, sodass beispielsweise Haustiere keine Benachrichtigung auslösen.

Netgear Arlo Pro 2

Schaltzentrale: Die Arlo-App verwaltet je nach Bestückung des Systems auch mehrere Kameras.


■ Die aus der Firma Netgear ausgegliederte Smart-Home-Abteilung Arlo bietet mit der Pro 2 einen verbesserten Nachfolger der Arlo Pro an. Neu ist der Bildsensor, der auf Full HD und 140°-Sichtfeld erweitert wurde. Zudem kann die Neue auch schon die drei Sekunden vor der Auslösung ihres Bewegungsmelders aufzeichnen. Neben der hier getesteten Kombi aus Basis und einer Kamera (370 Euro) gibt es auch Sets mit zwei (570 Euro), drei (850 Euro) oder vier (1050 Euro) Kameras.

Wie beim Vorgänger eignen sich die Kameras für den Indoor- und Outdoor-Betrieb. Als Wetterschutz gibt es im Zubehörsortiment eine Gummihülle. Ein 2440-mAh-Akku versorgt die Kameras bei typischem Gebrauch für einige Monate mit Strom, alternativ ist auch eine permanente Speisung via Micro-USB-Kabel oder über ein optionales Solarpanel möglich.

Die Arlo-Kameras halten über eine WLAN-Direktverbindung Kontakt zur Basis, die ihrerseits per WLAN oder Ethernet-Kabel mit dem Internet verbunden ist. Zusätzlich zur für Android und iOS erhältlichen App ist auch webbasierter Zugriff möglich.

Zum Archivieren der Aufnahmen in der Cloud ist ein Basisplan mit sieben Tagen Speicherdauer inklusive, gegen Aufpreis lässt sich die Aufbewahrungsfrist verlängern. Kameras mit permanenter Stromversorgung können auch rund um die Uhr aufzeichnen. Und statt der Cloud kann auch ein an der Basis angeschlossener USB-Stick die Aufnahmen speichern.

Fazit

Hannes Rügheimer, connect-Autor


Sieger nach Punkten in diesem Vergleich ist die von Arlo überarbeitete und verbesserte Pro 2. Sie überzeugt mit großem Funktionsumfang und einem fairen, im Kaufpreis enthaltenen Cloud-Basisplan. Auch das „Wirefree Camera Kit“ von D-Link und die Nest Cam IQ machen einen guten Eindruck – ihnen fehlt nur noch ein wenig Finetuning zur Note „sehr gut“. Die Escam QF608 überzeugt als durchdachte reine Outdoor-Kamera mit hellem Flutlicht. Schön wäre jedoch, wenn ihr Hersteller noch eine Cloud-Option ergänzen würde. Auch die Eufycam E von Anker könnte eine noch bessere Bewertung erzielen, sobald – wie vom Anbieter versprochen – derzeit noch fehlende Funktionen wie Cloud- und Smart-Home-Anbindung nachgeliefert werden. Die Indoor-Kamera von Blink gefällt mit Minimalismus – allerdings könnte sie doch ein paar mehr Funktionen vertragen.