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IPM-Trend zur Nachhaltigkeit auch in der Branche spürbar


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 7/2020 vom 14.02.2020

Nachhaltigkeit und Klimawandel bewegen auch die Weihnachtsbaumbranche. Bereits im Vorjahr kündigte sich an, dass sich die Produzenten der neuen Veränderungen bewusst sind. Nun zeigten sie verstärkt, dass sie mit dem natürlichen Weihnachtsbaum auch das entsprechende Produkt haben.


Artikelbild für den Artikel "IPM-Trend zur Nachhaltigkeit auch in der Branche spürbar" aus der Ausgabe 7/2020 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO, Ausgabe 7/2020

Weihnachtsbäume auf der IPM in allen Größen: Natürliche Weihnachtsbäume sind klimaneutral, verarbeiten CO2 und leisten einen wertvollen Beitrag zum Klima- und Artenschutz.


Die Autorin

Claudia Kordes, Fachjournalistin, Baumschulgärtnerin befragte für TASPO Christbaumaussteller auf der IPM.

Das Titelbild …

… zeigt Abies nordmanniana

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... am IPM-Stand der „Heimat-Tanne“, der Vermarktungskooperation von Christbaum Klug,Tannen Geiß und Waldverwaltung Cordes.

Florian Brand vom Tannenparadies stellte die Easyfix-Baumständer aus und bestätigte den Trend zu gestiegenem Umweltbewusstsein beim Kauf.


Weihnachtsbäume in der Größe zwei Meter sind sehr gefragt.


Die Themen Nachhaltigkeit und Klimawandel haben inzwischen die komplette Lieferkette erfasst. Vom Jungpflanzenproduzenten über den Anbauer bis hin zur Auslieferung für den Endkunden zeigten die Aussteller der Weihnachtsbaumbranche aus dem In- und Ausland an vielen Stellen, was alles in ihrem Produkt steckt. Von jeher ist Nachhaltigkeit für die Weihnachtsbaum-Produzenten ein Thema. Flächen werden nach der Ernte umweltgerecht wiederaufgeforstet, Schafe gegen Unkraut eingesetzt, und für jeden geernteten Baum wird neu gepflanzt. Durch die Besonderheiten einer Weihnachtsbaumkultur und ihren Offenlandcharakter entsteht für viele Lebewesen und Pflanzen sowie gefährdete Arten ein Lebensraum, der eine artenreiche Fauna und Flora begünstigt.

Erhöhte Nachfrage

„Mit unseren Qualitäts-Jungpflanzen sorgen wir gleich zu Beginn der Lieferkette für einen gesunden Start ohne Ausfälle. Denn das Pflanzen gesunder und starker Jungware reduziert den Aufwand von Pflanzenschutzmitteln und Dünger“, erklärt Produzent Christian Mütherich von Mütherich Nadelholzkulturen (59889 Eslohe). „Wir haben vor allem bei den drei- und vierjährigen Nordmanntannen mit Wurzelballen nahezu keine Ausfälle. Nach Praxistests im eigenen Betrieb und bei Kunden können wir sagen, dass die Ballenware länger gelagert werden kann, maschinengängiger und gerade bei Trockenheit im Vorteil sind. Auch die Nachfrage der im Topf gezogenen Weihnachtsbäume für den Endverkauf sowie der Absatz im Online- Handel ist gestiegen.“

Viele Weihnachtsbaum-Betriebe lassen sich seit Jahren für nachhaltiges Wirtschaften zertifizieren. Diese Zertifikate bieten Information über die Art des Anbaus und sind eine freiwillige Selbstverpflichtung der Produzenten, die weit über die gesetzlichen Standards hinausgeht. „Wir bemerken, dass das Interesse an einer regionalen und umweltfreundlichen Produktion steigt und die PEFCZertifizierung Vertrauen beim Abnehmer schafft“, erklärt Christa Schörmann vom Gutshof Tanne (57392 Schmallenberg). Schörmann zeigte sich mit dem Absatz zufrieden und verzeichnete erhöhte Nachfrage nach Bäumen unter zwei Meter.

Der Betrieb Holsteintanne (24232 Dobersdorf) ist ebenfalls nach PEFC zertifiziert und bezieht Pflanzen aus Fair Trees-Herkünften. Bei der Aufzucht der Weihnachtsbäume wird großer Wert auf umweltfreundliche und schonende Produktion gelegt. So wird bewusst auf den Einsatz von Glyphosat verzichtet. Inhaber Christian von Burgsdorff berichtet von einer normalen Saison mit stabilen Endverkaufspreisen und steigendem Absatz von Bäumen in der Sortierung 80/100 Zentimeter, die neu auch im praktischen „roten Sack“ aus umweltfreundlichem Material angeboten werden, der es dem Verbraucher ermöglicht, seinen Baum problemlos und sauber zu transportieren und aufzustellen. Neben nachhaltiger und umweltschonender Produktion spielt auch der regionale Aspekt bei der Vermarktung der Weihnachtsbäume eine immer größere Rolle. So haben sich die Betriebe Christbaum Klug (97785 Mittelsinn), Tannen Geiß (8679 Peiting) und Waldverwaltung Cordes (57368 Lennestadt) zusammengeschlossen, um ihre Bäume unter dem Logo „Heimat- Tanne deutschlandweit regional“ zu vermarkten.

Bio-Bäume sind gefragt

Aussteller Tannenparadies (12105 Berlin) präsentierte die Easyfix-Baumständer, die alle aus recycelten Materialien hergestellt werden. „An unseren Verkaufsplätzen haben wir gut abverkauft, vor allem Bäume von 1,50 bis zwei Metern und sind zufrieden mit dem Verkaufspreis“, berichtet Florian Brand. „Die Nachfrage nach regionalen Bäumen ist sehr groß. Bei Bio-Bäumen sogar größer als das Angebot. Wir setzen bei der Kommunikation mit dem Käufer auf Transparenz. Die Kombinati- on aus Beratung, Gastronomie am Stand und Service kommt bei unseren Kunden sehr gut an.“

Dänen mit neuer Aktion

Dänische Anbauer berichteten von erschwerter Ernte durch starken Regen, großer Nachfrage an Bäumen über zwei Meter und einem normalen Saisonverlauf. Wie ihre deutschen Kollegen lobten sie die diesjährige gute Logistik und den Ausverkauf an Schnittgrün. Die Initiative „Schöne Weihnachten“ hat die „ein „Herz für die Natur“-Kampagne gestartet, die Henningsen (DK-6580 Vamdrup) und Holsteintanne, als einziger deutscher Betrieb im dänischen Verband, auf der IPM präsentierten.

Die neue Aktion basiert auf Forschungen der Universität Kopenhagen und nennt 24 gute Gründe für den natürlichen Weihnachtsbaum, die auf 24 Herz-Anhänger gedruckt sind. Diese Anhänger dienen als Baumschmuck am Point of Sale. So wird der Weihnachtsbaum zum „eye catcher“ und informiert den Endverbraucher über einen Baumkauf mit gutem Umweltgewissen. „Die Kampagne fand bei den Messebesuchern spontan Anklang. Wir als Produzenten sind uns unserer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst und stehen im Dialog mit dem Handel um die besten Möglichkeiten zu finden“, berichtet Svend Kristiansen von der Henningsen Group.

Für immer mehr Menschen ist Natur eine Herzenssache, gerade auch bei Weichnachtsbaum-Käufern. Jetzt gilt es, die Vorteile des Weihnachtsbaums für Mensch und Umwelt zu kommunizieren.


Fotos: Kordes