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Is it a Truck?


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 14.09.2021

OFF ROAD-GELÄNDETEST XXL ISUZU D-MAX BY AMRHEIN

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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 10/2021

Der Pick-up ist ein Fahrzeug mit etlichen Einsatzmöglichkeiten. Im Arbeitsalltag ebenso wie in der Freizeit. Der eine kommt als starkes Zugtier mit Anhänger daher, ein anderer transportiert Schotter auf der Ladefläche zur Baustelle, der nächste fährt im Sand, liefert die Surfbretter bis zur Brandung. Auch als Reisemobil ist er beliebt. Mit geschulterter Wohnkabine unterwegs in die entlegensten Gegenden der Welt. Mit einem Pickup alles machbar, ohne Frage! Man kauft ihn gerne wegen seiner hohen Nutzlast und wegen der guten Geländegängigkeit. Uns interessiert vor allem Letzteres. Es wird dreckig, nass und schräg. Denn wir prüfen auch: Was kann er offroad, der Amrhein D-MAX? Einer von Max zehn V-Cross-Modellen, die überhaupt in Deutschland zum Verkauf stehen. Isuzu hat den D-MAX Spacecab V-Cross schon top ausgestattet. Er hat allerhand elektronische ...

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... Helferlein, die man aber zu 100 % abschalten kann bis auf ABS und ESP. Diese zwei Regelsysteme werden erst nach Aktivieren der Geländereduktion tatenlos und lassen dann dann den Fahrer wieder Herr der Lage sein. Keine bevormundende Technik, die sich bemerkbar macht, wenn man quer zur Strecke rutscht und man „jetzt“ sattes Drehmoment am Rad anliegen haben muss, um weiterzukommen.

BY AMRHEIN

Vom Ist- zum Sollzustand sind einige Wochen vergangen. Auch hier kann man sehen, wie sich die Coronapandemie auf die Teileversorgung auswirkt. Keine Teile, keine Eile. Auf das Fahrwerk von Old Man Emu musste Rainer Amrhein beinah ein halbes Jahr warten. Das OME PB-51 bringt Rennstrecken- Know-how in Serienfahrzeuge. Zug- und Druckstufe sind 10-stufig unabhängig voneinander regelbar.

❯❯ Tiefe Einblicke

In diesem Fahrwerk steckt die Erfahrung aus drei Jahrzehnten Fahrwerksbau. Aluminium aus dem Flugzeugbau, hartverchromte Kolbenstangen, eben gewohnte Old Man Emu Qualität.

Ob Hochgeschwindigkeits-Buckelpiste oder langsames Rock Crawling: kein Problem. Der australische Laufvogel ist nämlich auch in eingebautem Zustand voll einstellbar. Wer also je nach Einsatzzweck oder persönlichem Gusto das Fahrwerk veränderm möchte, dem sind mit dem System BP-51 wenig Grenzen gesetzt. Das gilt auch für die Radkombination. Sie besteht aus schwarzen 8x18-Alufelgen von Mak mit Renegade Reifen in 265/65/18 von Radar und ist mit Gutachten nur bei Rainer Amrhein in München erhältlich (1990 Euro). Der Renegade ist eine Mischung aus A/T- und M/T-Reifen. Ein sogenannter R/T-Pneu. Aber definitiv kein Kompromiss, sondern ein grobstolliger Vertreter der Kategorie Offroadreifen. 100-prozentig Serie ist dagegen die Hinterachssperre der DANA Achse. Eine der wohl am stärksten konstruierten Pick-up-Achsen am Markt. Doppel- Kegelrollenlager, keine Kompakt-, sondern Radlager zum Einstellen.

Lagerspiel prüfen, neu fetten und justieren. Einfach in Wartung und Reparatur, seit Jahrzehnten bewährte, robuste Technik. Falls die Trommelbremsen der Hinterachse zu schwach sind: Hilfe naht. Eine Umrüstung auf Scheibenbremsen ist möglich. Dadurch wird eine um etwa 30 % höhere Bremsleistung erreicht. Für den regulären Einsatz und fürs Gelände sind die Serienbremsen mehr als ausreichend dimensioniert. Nachgelegt hat Isuzu beim Rahmen. Dieser wurde beim neuen D-MAX verstärkt, was eine Erhöhung der Nutzlast um 100 kg zur Folge hat. Hier ist je-doch noch lange nicht Schluss! Mit den Zusatzluftfedern der Firma Goldschmitt kann eine Auflastung von 2,1 t auf 3,5 t erreicht werden. Wie schon in den ersten Tagen des D-MAX führt die Auflastung des Fahrzeugs nicht zum Verlust der Garantie hinsichtlich des Rahmens und Antriebstranges. Mit starken Schultern trägt es sich eben leichter. Der von Grund auf gute Rahmen, unterstützt durch die Luftfedern, ist die ideale Basis, um eine Wohnkabine huckepack zu nehmen. Womit wir wieder bei den entlegenen Gegenden der Welt sind. Klassiker: festgefahren. Dann winch dir was! Sollte sich der Wagen trotz Reifen und Fahrwerk mal in Richtung China graben: Rechtzeitig mit dem Buddeln aufhören!

❯❯ Fahrwerk und Reifen

❯❯ Rack und Rollo

Hilft der WARN Winde VR Evo neuer Generation unglaublich. Deren 30 Seilmeter und 4,5 t Zugkraft lassen den D-Max zum Nothelfer im Bergeeinsatz werden. Hübsch versteckt unter dem höhenverstellbaren Kennzeichenhalter befindet sich der Seileinzug der Winde. Ansonsten kaum auffällig.

PRITSCHENWAGEN

Sind wir ehrlich: Jeder Pick-up hat sie. Die klassischen Verschleißspuren auf der Ladefläche. Kratzer, Riefen, Dellen und Lackschäden. Präservativ handeln ist angesagt. Mit der Ladeflächen-Beschichtung Herculiner. Erhältlich bei Horntools. Einfach zu verarbeitende Schutzfarbe, die überall dort zum Einsatz kommen kann, wo extrem resistente, rutsch- und schlagfeste Oberflächen benötigt werden. Sollte man jedoch allzu grob mit der Ladefläche umgehen wollen, ist eine Bedliner-Einlage zu empfehlen. Nicht von IKEA, sondern von Tesser4x4. Der Amrhein D-Max verfügt über ein Pritschenrollo, welches auch in der Mitte der Ladefläche verriegelt werden kann. Abwaschbar, wasserdicht und zum Abschließen. Doch wohin mit Regenwasser? Eigene Wasserabläufe sind vorhanden. An der Stirnseite der Ladefläche sind die Entwässerungsleitungen verlegt. Die Rollo-Variante hat gegenüber dem Hardtop den Vorteil, dass hier ein Volumentransport ohne Abnehmen oder Demontage des harten Oberteils vonstattengehen kann. On top kommt das österreichische Trägersystem B-Rack Mid Top von Horntools. Dieses modular aufgebaute, extrem steife und, da aus hochwertigem Aluminium gefertigt, sehr leichte System ist die ideale Unterkonstruktion für Dachzelte, aber auch für Equipment-Transport geeignet. 20 L Fassungsvermögen bietet der rote Kanister. Durch Drehen an den Verriegelungen kann der Behälter einfach abgezogen und Lebensfreude getankt werden. Weiteren Auf- und Anbauten am B-Rack (Werkzeugbox, Markisenhalter etc.) steht nichts im Wege. Genügend Bohrungen für geschraubte Verbindungen sind vorhanden.

FAHRT NACH LANGENALTHEIM

Erstmal dort ankommen. Durch die Münchner City, dann 150 km Autobahn. Ein perfektes Testgelände für die Alltagstauglichkeit des D-Max. Im Stadtverkehr ein sehr präzise zu bewegendes Fahrzeug. Die elektrisch unterstützte Servolenkung lässt das Lenkrad so unfassbar leicht drehen. Ein Kinderspiel! Die Kombination aus dem geringen Handmoment am Lenkrad und Rückfahrkamera formt jede Parklücke zum angenehmen Hafen für den schiffähnlichen Isuzu D-Max. Weiter in Richtung Juragestein. Raus aus dem Stadtverkehr, hinein in das Autobahngetümmel.

❯❯ Allerhand angebaut

❯❯ Durch dick und dünn

Mitschwimmen auf der linken Spur? Kein Thema. Der im ersten Moment klein wirkende 1,9-L-Motor mit 160 PS treibt das 6-Gang- Automatikgetriebe mit 360 Nm Drehmoment kraftvoll an. Über die Betätigungs-Geschwindigkeit und die Position des Gaspedals lässt sich das Getriebesteuergerät positiv beeinflussen.

Dritter Gang, Scheitelpunkt anvisiert, Vollgas. Der D-Max geht in die Federn. Die kurvenäußeren Fahrwerksteile stemmen sich gegen den Rahmen, halten das Fahrzeug stabil. Ebenso krallen sich die Radar Renegade in die Fahrbahnoberfläche. Kurz arbeitet der

Wandler. 4ter Gang. Kurvenausgang. Der 1,9er macht sich akustisch bemerkbar, tritt der Getriebeeingangswelle aber dafür ordentlich ins Kreuz. Nicht mit der Vehemenz eines Sechszyinders. Doch auch hier zeigt der „kleine“ Isuzu- Motor, welche Fähigkeiten in ihm stecken. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Nicht läppisch für einen Offroad-Laster. Für die R/T-Reifen auf Dauer definitiv tödlich. Der D-MAX ist ein Laster kein Rennwagen. Sein Haupteinsatzzweck ist der eines Packesels. Und als solcher wird er weltweit oft und gern genutzt.

Schnell und effizient transportiert er Lasten auch durch schwieriges Gelände. Seine bis 120 km/h zuschaltbare Vorderachse lässt ihn wie auf Schienen weiter fahren. Weiteren Auf- und Anbauten am B-Rack (Werkzeugbox, Markisenhalter etc.) steht nichts im Wege. Angekommen in Langenaltheim, verlassen wir die Straße. Artig, wie wir sind, haben wir uns bei Rudof Meerländer angemeldet, dem Betreiber des Offroad-Parks. Von der Anmeldung gehts in den Park, wo uns mehr als zehn Hektar feinstes scharfkantiges Juragestein erwarten. Ein echter Reifenkiller.

❯❯ Zubehör

OFFROAD VOM FEINSTEN

Wie einst Winnetou habe auch ich bei unserem Offroad-Test einen „Old Shatterhand“ an meiner Seite in Gestalt meines Vaters Christian Frentz.. Selbst Offroader, reisebegeistert und Kfz-Technik-Meister aus Leidenschaft. Mit über 50 Jahren Berufserfahrung in Werkstatt und Ausbildung. Eine echte Instanz, wenn es um Technik geht, die Räder hat. Kamera statt Henrystutzen, Allrad mit Diesel statt Hatatitla. Mit dem D-Max reiten wir los auf Erkundungstour. Kurze Besichtigung auf dem Rundweg des Parks, um Strecken und Wege auszuwählen.

Der Steilhang, der muss es sein. Gangwahlhebel in Neutral, Einlegen der Geländereduktion, Wählhebel auf D, Schaltung verriegeln. Wichtig beim Geländefahren mit Automatik-Fahrzeugen: Schalthebel in die manuelle Gasse bringen um Schaltvorgänge zu verhindern. Die Entscheidung, wann geschaltet wird, hat der Fahrer zu treffen! Fuß von der Bremse auf das Gas- Pedal. Langsam, aber stetig kraxelt der Isuzu bis in die Mitte des Hangs. Die letzten Meter werden steiler. Die Räder beginnen durchzudrehen. Man hört nur noch das Knacken der Steine am Boden und das Einrasten der Hinterachssperre. Souverän kämpft sich der Pickup den steilen Geröllberg hinauf. Trotz des langen Radstands kein Aufsitzen an der Kante zum Plateau. Gleich nochmal. Gleicher Hang, nur ohne Sperre, dafür mehr Schwung. Keine Chance, die Räder wühlen, es geht nicht weiter. Rückwärts oder anfahren im Hang?! Anfahren! Im Stand die Sperre betätigt, anfahren. Hammer, die Sperre greift, erneut schiebt sich der D-Max hinauf. Erster Reifencheck: Klar, kleine Schnitte sind zu entdecken. Nach diesen beiden Aktionen bin ich von dem A/T-M/T- Zwitter überzeugt. Auf der Straße ruhig und im Gelände am Schaufeln. In den Hängen des Schicksalberges kein einziges Mal zurück, sondern immer nach oben. Radar Renegade, ein zuverlässiger Partner im Gelände und auf der Straße. Wie sieht es mit der Verschränkung des Isuzu aus? Lassen Sie es mich gleich vorneweg sagen: Ja, kann er! Aber mit dem Klassiker Einzelradaufhängung an der Vorderachse. Die völlig eingefederte Seite der Vorderachse lässt ihn hinten das Bein heben. Dennoch ist das Fahrzeug trotz des langen Radstandes in der Verschränkungs-sektion nicht aufgesessen. Zwar nur knapp nicht aufgesessen, aber eben nicht. Die Räder halten fast immer Bodenkontakt. Ein kleiner Schaden am D-Max bleibt nicht aus. Rein in die Senke, raus aus der Senke. Die Auffahrt, gefühlt nicht so steil, hatt es doch in sich. Ein Geräusch, welches sofort auf ein Malheur schließen lässt, ist sehr unangenehm wahrnehmbar. Was tun? In dem Moment muss der Isuzu durch die Prüfung! Augen zu und durch. Schadensbegutachtung. Die hintere rechte Ecke hatte Bodenkontakt. Na klasse, ein Kunststoffdübel abgerissen, die Ecke aus den Halterungen gesprungen. Perfekt ausgebaut, bis auf den Dübel ist alles gut gegangen. Zwei Handgriffe später, die Ecke sitzt. Zum Glück! Es sind die langen Überhänge, die allen Pickups, bei zu steilen Rampen Probleme bereiten. Zugleich aber auch ein Vorteil sind! Lange Blattfedern nehmen den Federweg „sanft“ auf. Von der beginnenden Rahmenkröpfung bis ziemlich zum Ende des Rahmens sind sie fest angeschlagen. Werden Federschäkel verlängert oder die Federpakete ersetzt (wie in unserem Fall durch OME), ist das Fahrzeug einfach hö-herzulegen. Der zu 100 Prozent fahrwerks optimierte D-Max lechzt förmlich nach schnellen Einschlägen im Fahrwerk. Auf einer der Verbindungs strecken in Langenaltheim geht es zur Sache. Mit Tempo 60 über Bodenwellen, Wasserlöcher und Schräglagen. Im Inneren des Fahrzeugs ist das alles fast nicht wahrnehmbar. Das Fahrwerk arbeitet, nicht die Karosserie.

❯❯ Langer Überhang

Das Ganze bei einem top Handling des Fahrzeugs. Herzlichen Dank an Rainer Amrhein für den D-Max, an Rudi Meerländer vom Offroadpark Langenaltheim und Christian „Old Shatterhand“ Frentz für die filmerische Leistung. Die Redaktion freut auf eine weitere gute Zusammenarbeit. Wir kom men wieder zum Testen!

T | | Martin Frentz

❯❯ Mein Fazit

Die Daten sprechen für sich. Für 33.000 bis 46.000 Euro (je nach Ausstattung) ist der D-Max als SpaceCap erhältlich. Ein standfester, robuster Motor und eine enorm belastbare DANA Hinterachse machen den Isuzu zu einem Arbeitstier für Alltag und Gelände. Mit den Umbauten der Fa. Amrhein wird der Pick-up zum ernst zu nehmenden Offroader. Jedoch muss gesagt sein: Ein Pick-up ist und bleibt nunmal ein Pick-up. Langer Radstand und lange Überhänge sind Fakt.