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Ist Bayern nächstes Jahrfällig?


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 17/2022 vom 27.04.2022

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Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 17/2022

Matthäus: „Nur 3 Meistertitel in den nächsten 5 Jahren!“

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus (61): „Ich glaube, dass die Dominanz des FC Bayern nachlassen wird, da man in den Planungen Fehler gemacht und nicht so vorausschauend gearbeitet hat wie in den Jahren zuvor. Das hat den Kader schwächer gemacht und Geld gekostet: Nun will man Spieler loswerden, die ich gar nicht erst geholt hätte .Das waren im einzelnen keine riesigen Transfers. In der Summe tun diese Fehleinkäufe mit den Gehaltskosten in der jetzigen Lage aber sehr weh und sorgen dafür, dass der finanzielle Spielraum geringer ist. Zumal es mit Angelo Stiller oder Chris Richards, die in Hoffenheim spielen, geeignete Alternativen aus den eigenen Reihen gehabt hätte. Sie identifizieren sich mit dem FC Bayern und hätten nichts gekostet. Ähnlich wie bei Josip Stanisic und Christian Früchtl.

Früher war alles stabiler, nun geraten ...

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... einige Dinge ins Wanken!

Ich sehe, dass Dortmund an Bausteinen arbeitet, die in den vergangenen Jahren viele Punkte gekostet haben, vor allem in der Defensive. Dortmund wird stärker sein! Zudem halte ich den Kader von Leipzig in der Breite nach wie vor für den besten der Liga: Dort muss sichergestellt werden, dass die Leistungsträger bleiben.

Beim FC Bayern herrscht zu viel Unruhe, es gibt zu viele Diskussionen in der Öffentlichkeit – und die Kader-Planung ist nicht so vorangeschritten, dass bald Ruhe einkehrt: Viel zu oft ist der Verein bei Gesprächen zu spät dran, siehe nun Robert Lewandowski. Natürlich kann Bayern noch Spieler dazuholen. Die Frage ist: Haben diese auf und neben dem Platz die Bayern-München-Qualität, die DNA, die dieser Verein braucht?

Es geht nicht nur um Qualität, sondern um Mentalität und Identifikation mit dem Verein. Es geht darum zu begreifen: Was bedeutet dieser Verein? Zu meiner Zeit wurden viele große Spieler geholt: Ciriaco Sforza, Andi Herzog, Jean-Pierre Papin. Sie haben den Sprung nicht geschafft, da sie nicht mit dem Anspruchsdenken und der Mentalität klarkamen.

Ich spreche einem Dayot Upamecano nicht die Qualität ab. Die Frage ist: Kann und versteht er Bayern?

Ich würde mich festlegen :In den nächsten fünf Jahren wird Bayern nicht fünfmal Meister, sondern nur dreimal!“

Sammer: „Die Konkurrenten brauchen die Bayern-Gier – das ist der Schlüssel!“

Matthias Sammer (54): „Im Fußball geht es um Leistung, aber auch um die materiellen Voraussetzungen dafür. Hier hat der FC Bayern eine Qualität geschaffen, die außergewöhnlich ist und den Verein zu einem Top-Klub in Europa macht. Das ist die Ausgangs-Situation, das ist Fakt.

Das große Geheimnis des FC Bayern besteht in meinen Augen aus zwei Faktoren: die sportliche Qualität und der Geist, der im gesamten Verein vorherrscht. Geist bedeutet für mich: jeden Tag wirklich alles für den Erfolg geben zu wollen und dabei Spaß zu haben.

Wenn man aktuell erlebt, welche Unruhe es nach dem Aus gegen Villarreal im Viertelfinale der Champions League gibt, was von intern und extern auf den Verein einprasselt, weiß man: In München zählen nur Titel! Das ist, so komisch das klingen mag, das große Plus. Gibt es ein Scheitern, wird alles hinterfragt. Bei anderen Vereinen herrscht eine andere Denkweise vor. Dort gibt man sich mit kleineren Erfolgen schon zufrieden, Misserfolge werden schöngeredet.

Bei Bayern gibt es nur: Sieg oder Katastrophe! Das wirkt sich auf Geist, Spirit und Mentalität jedes Spielers aus. Ich durfte das in München erleben. Dieses gnadenlose Erfolgsdenken, welches Bayern seit Jahrzehnten in sich trägt, ist manchmal anstrengend. Aber das muss sich auch bei der Konkurrenz bilden. Diese Gier zu entwickeln ist ein Prozess, das geht nicht von heute auf morgen. Aber genau das ist der Schlüssel des FC Bayern.“

Baumgart: „Leipzig hat in der Breite den besten Kader, aber ...“

Köln-Trainer Steffen Baumgart (50): „Ich gehe davon aus, dass die Dominanz der Bayern schwierig zu brechen sein wird, weil sie die beste Mentalität aller Top-Mannschaften der Bundesliga haben. Bayern wird nicht zum zehnten Mal in Folge Meister, weil sie die beste Mannschaft haben. Für mich hat diese Saison Leipzig in der Breite den besten Kader. Und mindestens vier Mannschaften in der Liga – Bayern, Leipzig, Dortmund, Le-verku-sen– haben eine vergleichbare Qualität an Einzelspielern, aber eben nicht die gleiche Mentalität. Bayern hat sich diese Dominanz hart erarbeitet, und es ist die Aufgabe der anderen Klubs aufzuholen. Ich hoffe, dass es in den nächsten Jahren mehr Ausgeglichenheit gibt. Wir sehen ja in England, wie schön und spannend es ist, wenn das Titelrennen bis zum Schluss offen bleibt.“

Kohler: „Mit Süle und Schlotterbeck muss der BVB-Anspruc h der Titel sein“

„Abwehr-Gott“ Jürgen Kohler (56), der 191 Bundesliga-Spiele für Dortmund und 55 für Bayern bestritt: „Es wäre erschreckend, wenn die Bayern-Dominanz so weitergehen würde. Es spricht jetzt schon viel dafür, dass sich die Dinge in der nächsten Saison neu mischen. Die verschiedenen finanziellen Möglichkeiten machen für mich gar nicht den großen Unterschied, sondern eher, wer das bessere Gesamtgefüge zusammenstellt:Bayern hat in der Defensive Probleme bekommen. Dann weiß man nicht, ob Lewandowski und Gnabry bleiben. Mit Süle und Schlotterbeck in der Innenverteidigung muss es der Anspruch des BVB sein, Meister zu werden – auch wenn beide allein noch nicht den Unterschied ausmachen und der BVB-Umbau mit ihnen noch längst nicht fertig ist. Ich hoffe auf einen Meisterkampf wie in England. Das Spiel Liverpool gegen Manchester City – das war richtiger Fußball. Nicht nur taktisches Geplänkel und zwei Top-Trainer, sondern auch 30 Top-Spieler gegeneinander. Um bei der Abwehr zu bleiben: Spieler wie van Dijk sind noch mal eine ganz andere Kategorie als Süle, Schlotterbeck oder Upamecano und Hernández – das erkennt man ja auch am Abschneiden der deutschen Klubs in Europa.“

Hitzfeld: „Bayern muss Mentalität ersetzen – Aufgabe ist gewaltig!“

Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld (73): „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der FC Bayern in den nächsten Jahren nachlassen wird. Der Verein hat zum einen die Fachkompetenz – Leute, die wirklich Ahnung vom Fußball haben. Hier bin ich zuversichtlich, dass Oliver Kahn seine Rolle künftig gut ausfüllen wird: Man kann nichtvon einem Tag auf den nächsten alles im Griff haben, es sind auch Fehler erlaubt. Das Wichtige ist: Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic haben das Bayern- Gen, das Know-how, die Mentalität. Dazu gibt es mit Herbert Hainer einen guten, besonnenen Präsidenten. Das wird klappen. Der zweite Faktor für eine Vormachtstellung des FC Bayern sind die finanziellen Möglichkeiten. Die Planung für die nächsten Jahre wird jedoch nicht einfach: Leistungsträger, die den Verein geprägt haben, kommen an und über ihren Zenit. Die Frage ist: Wie geht es weiter? Das ist eine gewaltige Aufgabe. Man ist verwöhnt von Neuer, Müller, Lewandowski. Sie stehen für Qualität, Routine, Charakter. Es muss vor allem Mentalität ersetzt werden.“

Mintzlaff: „Meisterschaft ist vor 2032 für uns möglich ...“

Oliver Mintzlaff (46), Geschäftsführer RB Leipzig: „Unser Ziel ist in jeder Saison, das Maximum zu erreichen. Das kann irgendwann auch die Meisterschaft bedeuten. Wenn wir den bisherigen Weg so beharrlich weitergehen, sollte es möglich sein, dies vor 2032 zu schaffen. Dafür braucht es in Zukunft solche stabilen Leistungen und Konstanz wie in der derzeitigen Rückrunde, also eine nahezu perfekte Saison vom ersten bis zum letzten Spieltag.“

Heidel: „An dem Tag, an dem Lewandowski geht, wird’s spannend“

Mainz-B oss Christian Heidel (58): „Bayern wird nur dann kein Meister, wenn sie selbst viele Fehler machen und die Führung oder die Kader-Zusammenstellung überhaupt nicht passen –das sehe ich aktuell nicht, auch wenn medial große Unruhe herrscht.

Mit Julian Nagelsmann haben sie eine sehr gute Trai-ner-Wahl getroffen. Eine spannende Frage wird sein, was an dem Tag passiert, an dem Robert Lewandowski geht – da könnte es passieren, dass jemand vorbeizieht. Aber die Bayern haben durch ihre Möglichkeiten, die sie sich in den letzten Jahrzehnten selbst erarbeitet haben, immer Spieler gefunden, die dafür gesorgt haben, dass es nur einen Meister gibt.

Dazu muss bei einer anderen Mannschaft alles funktionieren. Dortmund war unter Thomas Tuchel mal nah dran, als sie mit 78 Punkten Zweiter waren. Momentan sehe ich noch keinen, der den Bayern so gefährlich werden kann.“

Calmund: „Konzept, Kapital, Kompetenz – Dominanz bleibt“

Manager-Legende Reiner Calmund (73): „Die Dominanz des FC Bayern bleibt bestehen, weil sie sich über Jahrzehnte das höchste Budget erarbeitet haben. Die Mannschaft hat mit über 800 Millionen Euro den höchsten Transferwert der Liga. Die Vereinsführung inklusive des Aufsichtsrats ist so gut aufgestellt wie keine andere. Bayern ist bei den drei für den Erfolg entscheidenden Ks– Kompetenz, Konzept, Kapital – führend. Trotzdem würde ich mich über einen anderen Meister, z.B. Leverkusen, freuen.“

Watzke: „Vollmundige Parolen bringen nichts“

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (62): „Wie in jedem Jahr werden die anderen Klubs der immensen wirtschaftlichen Unterschiede zum Trotz versuchen, den Meisterschafts-Kreislauf mal zu unterbrechen. Dass das alles andere als leicht ist und nur dann funktioniert, wenn die Bayern in der Liga punktetechnisch etwas anbieten, dürfte jedem Fan bewusst sein. Vollmundige Parolen bringen ohnehin keine Punkte, am Ende entscheiden nur kontinuierliche Leistungen auf dem Platz.“

Hamann: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Dietmar Hamann (48): „Wenn nicht jetzt, wann dann? Dass die Bayern das eine oder andere Problem haben, sieht man. Das wurde auch in der Champions League deutlich. In der Liga war es der fehlenden Konstanz der Konkurrenz geschuldet, dass der FC Bayern erneut frühzeitig Meister wurde. Ich glaube, mit Leipzig ist zu rechnen:Sie spielen eine hervorragende Rückrunde, haben mit Christopher Nkunku einen Top-Spieler. Falls sie Nkunku nicht halten können, gehe ich davon aus, dass RB schon einen Spieler in der Hinterhand hat. Dortmund wird in der nächsten Saison besser sein, auch wenn Haaland weg ist. Wenn dort in der Innenverteidigung neben Süle noch Schlotterbeck hinzustößt, ist das für mich wichtiger als ein Stürmer, der jede Saison 25 oder 30 Tore schießt. Der BVB wird einen Ersatz finden, der ebenfalls für 20 oder mehr Tore gut ist. Deswegen wird Dortmund besser aufgestellt sein. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir nächste Saison oder in den nächsten Jahren andere Meister sehen und die Dominanz in München nicht so weitergeht.“

Carro: „Bayern holt nicht mehr jedes Jahr über 80 Punkte“

Leverkusen-Boss Fernando Carro (57): „Die Dominanz des FC Bayern wird sich nicht fortsetzen, wenn wir als Bayer Leverkusen und andere Vereine es schaffen, über eine Saison konstanter auf höchstem Niveau zu spielen. Das muss unser Ziel Zu-nicht Jahr sein. Bayern wird in kunft jedes über 80 Punkte holen.“