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IST ES ALZHEIMER?: So wird die Diagnose gestellt


Der Spiegel Wissen - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 14.05.2019
Artikelbild für den Artikel "IST ES ALZHEIMER?: So wird die Diagnose gestellt" aus der Ausgabe 2/2019 von Der Spiegel Wissen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Der Spiegel Wissen, Ausgabe 2/2019

Der Uhrentest: Kann der Patient noch Ziffernblatt und Uhrzeit zeichnen? Wie gut ist sein visuelles Gedächtnis?

DIE ALZHEIMERKRANKHEIT ist eine degenerative Krankheit, deren genaue Ursache in den allermeisten Fällen unklar ist. Sie beginnt meist schleichend bei Menschen in den späten Siebzigern und entwickelt sich über mehrere Jahre. Beginnt sie vor dem 65. Lebensjahr, verschlechtert sie sich vergleichsweise schneller. Das Leiden bringt neben Gedächtnisausfällen auch andere neurologische Störungen mit sich.

Ärzte versuchen, die Diagnose mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit zu stellen. Denn Ver - ...

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... haltensänderungen und kognitive Symptome wie Vergesslichkeit können auch in anderen Demenz - erkrankungen wurzeln, ein Symptom für eine Depression sein oder, ganz banal, auf einen Vitamin- B12-Mangel hinweisen.

Doch es gibt Alltagssymptome, die die Diagnose Alzheimer wahrscheinlicher machen und deswegen eine spezifische Diagnostik anraten lassen:

1. Gravierende Vergesslichkeit. Damit ist nicht die Telefonnummer gemeint, die man gestern noch wusste, auch nicht gelegentliche Wortfindungsstörungen. Erst wenn sich solche Aussetzer häufen und den Alltag spürbar beeinträchtigen, sollten die Symptome medizinisch ab - geklärt werden.

2. Schwierigkeiten dabei, einfacheAlltagsprobleme zu lösen , so wie das Programmieren eines Handys oder das Nachkochen eines Rezepts.

3. BeginnendeOrientierungsschwierigkeiten in neuen und vertrauten Umgebungen.

4. Die häufige Frage: Welcher Tag ist heute?

5. Die Einschränkung oder Vermeidung vonsozialen Kontakten.

6. Verhalten, das aufräumlich-visuelle Probleme hinweisen kann, wie zum Beispiel das Fahren in der Mitte der Straße.

7. Veränderung von Persönlichkeitsmerkmalen: Menschen mit Alzheimer können aggressiv, ungeduldig, misstrauisch, verunsichert wirken.

8. Beeinträchtigungen der Sprache wieWortfindungsstörungen sind auch ein Warnzeichen.

Bestehen Gedächtnisstörungen allein oder in Verbindung mit anderen kognitiven Auffälligkeiten und einem veränderten Verhalten mindestens sechs Monate lang, ist es in der Regel sinnvoll, eine Demenz- oder Gedächtnissprechstunde aufzu - suchen.

Neben allgemeinmedizinischen Untersuchungen zur körperlichen und geistigen Leistung und neuropsychologischen Tests werden heute vor allem bildgebende Verfahren eingesetzt, um etwa Alzheimerplaques im Gehirn oder den Verlust von Nervenzellgewebe sichtbar zu machen.

Bei der Alzheimerkrankheit sammelt sich im Gehirn ein Peptid (Beta-Amyloid) an, das sich in Form von Plaques zwischen den Neuronen ab - lagert. Innerhalb der Zellen entstehen zusätzlich Fasern aus dem sogenannten Tau-Protein. Dadurch sterben diese ab. Mit einer Liquorpunktion, einer Entnahme von Hirnwasser im Bereich des Rückenmarks, kann man unter anderem erhöhte Werte für das Tau-Protein feststellen, das ein Marker für die Alzheimererkrankung ist.

Für eine erste Einschätzung der Schwere der kognitiven Störungen werden neuropsychologische Kurztests wie zum Beispiel der Mini-Mental- Status-Test (MMST), das Verfahren DemTect oder der Montreal Cognitive Assessment Test (MoCA) durchgeführt. In diesen Tests werden unter anderem das räumliche Denken, Aufmerksamkeit, Sprach- und Gedächtnisfunktionen sowie das Erinnerungsvermögen und die Merkspanne untersucht.

Als sehr aussagefähig gilt auch der Uhrentest: Der Patient soll das Ziffernblatt einer Uhr einschließlich einer vorgegebenen Uhrzeit zeichnen.

Je nach Schweregrad der Krankheit ist dies nicht mehr korrekt oder gar nicht möglich.

Ergänzend werden die Angehörigen befragt: Hat sich Ihr Partner in den vergangenen Monaten verändert? Sind seine Essgewohnheiten neuerdings anders? Ist er unruhiger, in sich gekehrter, aggressiver als früher?

Wenn alle Werte bei der Untersuchung des Liquors und eine ausführliche neuropsychologische Testung auffällig waren, ist das Vorliegen einer Alzheimerkrankheit sehr wahrscheinlich.

Ein wichtiges, aber nicht standardmäßig eingesetztes bildgebendes Verfahren für die Alzheimerdiagnostik ist das nuklearmedizinische PET-Verfahren (Positronen-Emissions-Tomografie). Dieses sehr teure und noch nicht immer von der Krankenkasse übernommene Verfahren wird angewendet, um die Diagnose weiter abzusichern. Dabei wird eine Lösung eines radioaktiv markierten Zuckers injiziert und anschließend Schicht für Schicht betrachtet, wie die Stoffwechselaktivität im Gehirn verläuft. Ob sich die speziellen Beta-Amyloid- Ablagerungen gebildet haben, lässt sich mithilfe der radioaktiven Markierungssubstanzen fest - stellen.


AUS ALZHEIMER UND KUNST / KONRAD UND ULRIKE MAURER