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ITALIAN OPEN: Aller guten Dinge sind drei!


GOLF MAGAZIN - epaper ⋅ Ausgabe 110/2019 vom 21.10.2019

Es ist eine gute Zeit, umBernd Wiesberger zu sein. Der 34-Jährige bestätigte bei der Italian Open in Rom seine derzeit starke Form und feierte den dritten Sieg bei dreizehn Starts. Damit hat er allerbeste Chancen, das Race to Dubai zu gewinnen und sich fürs europäische Ryder Cup-Team 2020 zu qualifizieren


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Bildquelle: GOLF MAGAZIN, Ausgabe 110/2019

Schampus! Bernd Wiesberger weiß, wie man feiert. Schließlich war der Sieg bei der Italian Open der dritte in diesem Jahr für den Österreicher.


Bei der Italian Open feuerten zahlreiche Fans ihre Lokalmatadoren an. Ein gutes Zeichen für den Ryder Cup 2022, der ebenfalls in Rom ausgetragen wird.

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Das Race to Dubai neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu, denn es bleiben lediglich vier Events, bevor das Finale im Jumeirah Golf Estates vom 21. bis 24. November steigt. Etwas über 26 Millionen Dollar müssen bis dahin noch unter die Leute gebracht werden, ein World Golf Champion-Titel und zwei Rolex Series-Gewinner werden noch ermittelt. Und an der Spitze des Leaderboards steht seit seinem frischen Sieg bei der Italian Open 2019 der Österreicher Bernd Wiesberger.

Es war Wiesbergers zweiter Rolex Series-Titel (jedes dieser Turniere ist mit sieben Millionen Dollar Preisgeld dotiert) 2019, nachdem er schon die Scottish Open in einem Playoff für sich entscheiden konnte. Mit dem Sieg bei der Made in Denmark im Mai also Saisonsieg Nummer drei für den Österreicher, der mit drei Schlägen Rückstand hinter Matthew Fitzpatrick in den Finaltag gestartet war.

Der Engländer musste sich, sichtlich enttäuscht, in Rom mit Rang zwei begnügen, seinem insgesamt vierten zweiten Platz in diesem Jahr. „Selbstverständlich ist es enttäuschend, wieder nur der Zweite zu sein. Ich gebe mir Mühe, aber es kommt immer einer von hinten, der mich dann überholt. Es ist wie es ist“, grummelte der 25-Jährige nach der Runde. Ein Sieg hätte gleichzeitig die fünfte Saison in Folge mit mindestens einem Sieg für Fitzpatrick bedeutet.

Auch seine direkten Verfolger nach drei Runden im Olgiata Golf Club in der Nähe von Rom erwischten nicht ihren besten Tag. Der Schotte Robert MacIntyre hatte im Vorfeld der Italian Open bereits auf drei zweite Plätze zurückblicken können und gilt als heißer Anwärter auf den Sir Henry Cotton-Award, die Auszeichnung für den besten Neuling auf der European Tour. Sein größter Widersacher, nicht nur im Kampf um besagtes Ranking, ist Kurt Kitayama. Der Amerikaner war in Italien auf dem besten Weg, sich seinen dritten Saisonsieg zu erspielen. Für beide Rookies reichte es am Finaltag allerdings nur für eine Par-Runde. Nicht genug, um Bernd Wiesberger in Schach zu halten oder sich vor Matthew Fitzpatrick zu schieben.

Søren Kjeldsen hätte fast gegen seinen Sohn verloren, und das spornte ihn an. Das Resultat: Platz 25.


Während es aus österreichischer Sicht genug Grund zur Freude gab, weil auch Matthias Schwab ein hervorragendes Turnier spielte und geteilter Vierter wurde, gab es aus deutscher Perspektive wenig Erfreuliches. Sowohl Martin Kaymer als auch Maximilian Kieffer verpassten den Cut um drei Schläge und hatten damit das Wochenende frei.

Keine guten Nachrichten, denn es droht ein Saisonfinale in Dubai gänzlich ohne deutsche Beteilgung. Weder Kieffer (Rang 89) noch Kaymer (79) liegen im Moment unter den Top 50-Spielern, die den Sprung ins illustre Teilnehmerfeld schaffen.

Sorgen, die Bernd Wieseberger zwar gut kennt, mit denen er im Moment aber so gar nichts zu schaffen hat. Noch vor einem Jahr sah das ganz anders aus. Eine Handgelenksverletzung und die damit verbundene Operation setzte den heute 34-Jährigen für den Großteil der Saison 2018 außer Gefecht, beendeten auch den Traum vom Ryder Cup-Debut auf europäischem Boden in Paris.

Berechtigte Zweifel waren aufgekommen über die sportliche Zukunft des Österreichers auf, der im Mai 2019 bis auf Weltranglistenposition 378 abgestürzt war. Zweifel, die Wiesberger nicht erst mit seinem Sieg in Italien ein für alle Mal aus dem Raum geräumt hat. Inzwischen ist er die Nr. 22 der Welt, in Reichweite vor ihm liegen nun solche Größen wie Matt Kuchar, Rickie Fowler, US Open-Sieger Gary Woodland und Open-Champion Shane Lowry.

Es ist das Jahr der Beinahe-Siege für Matthew Fitzpatrick. In Italien sammelte der Engländer zum vierten Mal einen zweiten Rang ein.


Matt Wallace musste am Finaltag kreativ werden, um sich aus dieser misslichen Lage zu befreien.


Letzteren überholte Wiesberger auf der European Tour im Race to Dubai-Ranking ebenso wie den spanischen Superstar Jon Rahm. Selbstverständlich ist es noch viel zu früh, um ernsthaft über den Ausgang des Rennens zu spekulieren, doch mit dem World Golf Championship-Event im Shenshan International Golf Club in Shanghai steht ein Event an, auf das sich Wiesberger freuen dürfte.

Bereits zweimal gewann Wiesberger auf asiatischem Boden, zuletzt 2017 bei der Shenzen Inernational Open in einem Playoff gegen Tommy Fleetwood. Ohne Frage besitzt Bernd Wiesberger genau dass, was die besten Golfer von den guten Golfern unterscheidet: die nötige Nervenstärke im richtigen Moment.

Eine Eigentschaft, die ihm sicherlich auch bei seinem neuerlichen Anlauf auf ein mögliches Ryder Cup-Debut helfen wird. Seit dem Start seiner European Tour-Karriere 2009 war seine bisher beste Chance aufs Team der Eurofighter ausgerechnet 2018, ehe die bereits erwähnte Verletzung das endgültige Aus für den Österreicher bedeutete. „Ich weiß, dass ich gut genug für den Ryder Cup bin und ich will es allen beweisen, indem ich es irgendwann in das Team schaffe“, versprach Wiesberger kürzlich in einem Interview mit der European Tour.

Seit dem 19. September läuft der Qualifikations-Zeitraum der Europäer für den Ryder Cup 2020 in Whistling Straits. Wenig überraschend sieht es auch hier ziemlich positiv für den siebenmaligen European Tour-Sieger aus: Platz zwei vor Jon Rahm und knapp hinter dem Engländer Danny Willett.

Kurzer Schreckmoment für Bernd Wiesberger. An Tag zwei verletzte er sich am Knöchel und musste behandelt werden.


„Rookie“ Robert MacIntyre ist auf dem besten Weg, seinen ersten European Tour-Sieg einzufahren.


Der Kampf um das europäische Ryder Cup-Team ist längst entbrannt. In Italien zeigte sich bereits, dass Kapitän Padraig Harrington sicherlich keinen einfachen Job haben wird, wenn es im nächsten Sommer Zeit wird, die drei Wild Cards zu vergeben.

In Rom verhinderte lediglich Rookie Kitayama, dass die Top-10 der Italian Open komplett aus Europa stammen. Zur Freude der lokalen Fans schafften es mit Francesco Laporta und dem BMW International Open-Sieger von 2019, Andrea Pavan, gleich zwei Lokalmatadoren unter die zehn besten Spieler des Turniers – und sorgten damit für beste Stimmung.

Für Maximilian Kieffer lief es in Italien nicht. Mit 145 Schlägen verpasste er den Cut (142) genauso deutlich wie Martin Kaymer.


Und das nicht nur bei den Fans. Denn im Hinblick auf den Ryder Cup 2022, der nur circa 40 Autominuten enfernt auf der anderen Seite Roms ausgetragen werden wird, brauchen die Veranstalter noch viele positive Impulse in ihrem Land. Immer wieder wurden nach der Vergabe des Kontinental-Vergleichs an Italien kritische Töne über die Nachhaltigkeit der Finanzierung laut. Über Rolex Series-Events wie die Italian Open und die Erfolgsgeschichten italienischer Spieler wie Francesco Molinari und Andrea Pavan dürften sich die Verantwortlichen und Beführworter daher umso mehr freuen.

Grund zum Lachen lieferte auch der Engländer Tyrrell Hatton in der zweiten Runde; das dazu passende Video wurde innerhalb kurzer Zeit zum Internethit. Während einer Annäherung fühlte sich Hatton im Schwung von einem lauten Geräusch gestört. Sichtlich irritiert brach der Engländer den Schlag ab und suchte nach der Ursache für das Geräusch. Was danach folgen sollte, schien klar: Ein unvorsichtiger Fan würde ausfindig gemacht und im Anschluss selbstredend von den Platzordnern vor die Tore des Olgiata Golf Club befördert werden. Womit allerdings selbst Hatton nicht gerechnet hatte: Es war ausgerechnet seine Verlobte Emily, die die Tür eines nahegelegenen Dixi-Klos laut zugeschlagen hatte. Sichtlich amüsiert stellte Hatton sie noch an Ort und Stelle zur Rede: „Du solltest dich schämen. Und unsere Hochzeit ist auch abgesagt“, erklärte Hatton im Anschluss mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Selbstverständlich war er seiner Liebsten nicht böse, zumal er den Ball im zweiten Anlauf neben die Fahne setzte. Am Ende stand ein geteilter 18. Rang für Hatton auf dem Leaderboad, der sicherlich ebenfalls zur Versöhnung beigetragen haben dürfte.

Martin Kaymer spielte beide Runden über Par, hatte damit am Wochenende frei.


Bei so viel Heiterkeit und den starken Ergebnissen der europäischen Spieler kann das Tour-Finale kommen. 47 Turniere in 31 Ländern auf vier Kontinenten – der Sieger wird in der Wüste ermittelt.

Bernd Wiesberger ist der strahlende Sieger der Italian Open 2019.



FOTOS: GETTY IMAGES

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